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Dell veruchts mit YouTube-Usability

von Thomas Lang

Heute ist mir folgendes Detail auf einem Banner von DELL aufgefallen (kompletter Banner anzeigen):

Dell-Banner Play-Button

Interessant daran scheint mir die suggerierte Interaktion durch die Verwendung eines “YouTube-Play-Buttons”. Die Marketing-Experten von DELL scheinen zum Schluss gekommen zu sein, dass alleine die Anzeige dieses Buttons zu einem Klick animieren kann.

YouTube-Play-Button

Interessant wäre, ob man dies statistisch belegen kann. Klicken wirklich mehr Besucher auf solche Banner resp. Elemente, wenn diese ihnen vertraut vorkommen? Hat jemand Erfahrung damit?
Bekannt – und langweilig – sind ja seit längerem die Scrollbars in den Bannern, die den interessanten Teil des Inhalts im scrollbaren Bereich nur ansatzweise erkennen lassen. Diese YouTube-Buttons sind aber eine neue Qualität und appellieren an das Unterbewusstsein des Anwenders, dass es hier “etwas tolles” zu sehen gibt.

Konnte jemand Erfahrung sammeln mit solchen neuen Elementen?

(Crossposting auf Wunsch von Reto)


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13 Kommentare zu “Dell veruchts mit YouTube-Usability”

  1. Marcel Widmer schrieb:

    Weitere Etails, ohne “D“? Ist das ein Fake oder tatsächlich ein Schreibfehler (was die Effektivität des Pfeilbuttons herrlich unterstreichen würde)? Oder steh’ ich grad irgendwie auf dem Schlauch?

  2. Thomas schrieb:

    Nein – ist kein Fake – aber herrlich! Habe ich gar nicht gesehen, dass der Banner gar noch einen Tippfehler hat.

  3. Rafael schrieb:

    Yo Freunde

    Ich glaube nicht, dass das ein Schreibfehler ist. Bei Dell wird genaustens geprüft und optimiert, die überlassen gar nichts dem Zufall. Ich glaube eher, dass es eine unglückliche Idee der Kreativen war und deshalb nicht verstanden wird. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, wenn Dell den Spruch so gemacht hätte: “Weiter E-Tails” – dann wäre man wohl drauf gekommen. Eigentlich sehr kreativ, denn es geht bei Dell ja um Deteils zum populären E-Thema :-). Aber eben – wer die Nase nicht ganz tief drin hat kommt da von Alleine nicht drauf.

    Und oh ja, das wurde richtig bemerkt, Dell versucht mit dem YouTube-Button der Kampagne mehr Effizienz zu geben. Dell nutzt dabei den sogenannten “mere exposure effect”. Im Prinzip geht es bei diesem “effect”, der aus der Verhaltensforschung kommt, darum dass wir Dinge sympathischer beurteilen je öfter wir sie sehen, ganz egal ob bewusst oder nicht und in welchem Kausalzusammenhang. Diesen Effekt gibt es wirklich und er ist durch unzähligste Studien belegt. Beherrschabr ist er aber nicht wirklich, es sind sehr viele offene Fragen dazu vorhanden.

    Wir bei search.ch experimentieren ab und zu mit solchen Dingen und wir haben erst kürzlich für einen grossen Fensterlieferanten zwei Varianten an Werbemitteln kreiert, Werbemittel A zeigt den Microsoft-Mauspfeil der über das Werbemittel huscht und Werbemittel B zeigt den berühmten Klickfinger.

    Tja, der Unterschied zwischen beiden Werbemittel war mehr als 30%. Das ist sehr happig. Und es gibt Dutzende solcher Beispiele. Sie sind aber ein bisschen mit itterativem Charakter behaftet, man kann in den seltensten Fällen eine präzise Aussage machen, was jetzt wirklich besser ist. Online-Kampagnen müssen wirklich ständig optimiert werden – ob für Dell oder für Erna Meier’s Lismestube.ch.

    Ich frage jetzt mal raus: Wer wagt einen Tipp? War es der stinknormale Mauszeiger oder die stinknormale Klickhand?

  4. Thomas schrieb:

    Ich setze meine 50 Cents auf die stinknormale Klickhand ;-)

  5. Rafael schrieb:

    Nein, leider Pech gehabt. Aber keine Sorge. Ich habe unserem Bannermacher auch gesagt, er soll noch die Klickhand machen, das kommt sicher noch besser. Aber es war der Mauszeiger. Und wir haben uns dazu entschlossen, nur noch den Mauszeiger zu verwenden wenn wir eigene Werbemittel machen, denn es ist eben schon so dass man im gewöhnlichen Leben den Mauszeiger öfter zu sehen bekommt als die Klickhand.

    Das Spiel kann aber noch weiter getrieben werden, es kommt auch darauf an, ob der Zeiger von links oder von rechts, von oben oder von unten ins Bild swiselt. Und das Beste daran: Vorher kannst du es nie sagen. Man muss verschiedene Varianten bringen und dann aussieben.

  6. Reto Hartinger schrieb:

    Find ich toll Rafi, dass ihr immernoch so viel optimiert. Das ist Kundenservice. Der Anbieter muss einfach mehr wissen als der Anwender, nur so erschafft er sich einen Konkurrenzvorteil.

  7. Rafael schrieb:

    Danke für die Blumen Reto. Ja, wir machen solche Sachen – und werden auch nicht damit aufhören. Man lernt einfach zu viel dabei um das nicht zu tun. Aber es ist nicht immer sinnvoll. Vor allem bei kleinen Budgets muss man sich fragen ob es sich lohnt, zu experimentieren oder ob man lieber von Kampagne zu Kampagne schaut. Aber eben, dafür “sammeln” wir dieses Wissen ja auch in internen Listen um Kunden Empfehlungen zu machen. Ganz anders sieht es aber bei den Agenturen aus. Die haben keine Nerven für verschiedene Werbemittel, auch bei ganz grossen Budgets. Aber es gibt Ausnahmen, und deren werden immer mehr und ich behaupte, dass es in fünf Jahren so sein wird, dass Werbungen im Internet für die Sites, auf denen sie laufen soll, optimiert wird. Also wenn ich eine Online-Kampagne machen dürfte würde ich es auf jeden Fall heute schon so machen. Eins für den Blick, eins für 20min, eins für search, und eins für tillate – oder so ähnlich :-).

  8. Rafael schrieb:

    hab ja gar nicht gesagt, warum ich es so machen würde:

    Weil die Affinität der Ansprache im Zusammenhang mit der Aktion des Users stehen sollte um maximalen Effekt zu erreichen. Aber das kostet meist mehr Kreativschmalz als vorhanden ist. Schmalz = $$

  9. ThomasKolb schrieb:

    (Ich hab wohl grad meine “spinnerte 1/4 Stunde”)

    Und wenn man den User-Agent vor der Einblendung abfragen tät?
    Dann hätt der Macianer seinen “Andersrum-Pfeil” bzw Aqua..
    Der Fenstermensch seinen “Richtig-Rum-Pfeis” und ….

    ………….

    Frage:
    Wie sieht denn die “Landschaft” der Tools aus, die per Statistik-Automatik von sich aus optimiert einblenden können?

    Bzw: Ist Automatik hier überhaupt angebracht oder ist das besser Handarbeit und Bauchgefühl?

    Ich gebe zu, schonmal von “Marketing-Cockpits” gehört zu haben, die sowas versprechen, jedoch weit außerhalb des für mich erschwinglichen bzw rentablen Bereiches…. (daher auch schnell wieder verdrängt aus meinem Eigentlich-Blond-Cache).

    Grüße

  10. Rafael schrieb:

    Handarbeit hat goldenen Boden – oder so ähnlich. Und Bauchgefühl würde ich mit Erfahrung erstetzen und dann stimmt es ungefähr so.

    Und das mit dem User-Agent ist schon lange so, es kommt halt darauf an, welche Adserver man verwendet. Wir von search.ch verwenden ein eigenes System, aber ich kann allen sagen dass die Performance mit jeder Bedingung sinkt. Deswegen ist es einfacher, die Denkarbeit vorher zu machen und dem Adserver nur noch wenige Entscheidungen zu überlassen. So in etwa: Mach ein Alternativgif wenn der Userbrowser keinen Flash installiert hat etc.

    Das mit der Statistik-Automatik ist nicht ganz einfach in den Griff zu bekommen. Also ich persönlich halte nicht soooo viel von diesen Cockpits, denn sie messen nur die lineare Aktion eines Cookies. Man bekommt schon eine Aussage, aber 70% des Effektes können die Messmethoden die ich kenne, nicht abbilden. Generell würde ich den Einsatz dieser Art von Applikation nur befürworten wo es um Spontankaufprodukte geht. Bei allen anderen ist der Informationshöhepunkt nie mit dem Aktionshöhepunkt im Gleichschritt, deswegen wird dann auch “Falsches” gemessen.

    Wie gesagt einfach besser nachdenken (Handarbeit) und dokumentierte Erfahrung (Bauchgefühl) in den Topf werfen und dann wird das schon mit der Online-Kamapagne :-).

  11. carpathia: e-business.blog » Nun versuchts Manor mit Skype-Usability schrieb:

    [...] Auch Manor setzt hier auf den “mere exposure effect”, einem Begriff aus der Verhaltensforschung. Der Effekt bewirkt, dass der Konsument Dinge sympathischer beurteilt, je öfter er sie sieht. Unabhängig davon, ob er dies bewusst macht und in welchem Zusammenhang (Danke Rafel für die Erläuterung). [...]

  12. Orbit-iEX Blog - IT für Business.People - Bitte hier klicken schrieb:

    [...] auf Sites die mit vielen Werbemitteln und tausenden von Buttons bepflastert sind, erhalten kaum Aufmerksamkeit von mir. Diese drücken dann auch die durchschnittliche Klickrate herunter. Genauso wie die [...]

  13. Internet Briefing Blog / Mit Kartentechnik durch den Onlineshop? schrieb:

    [...] dazu, dank dem “mere exposure effect”, wie ich unlängst in einem Kommentar auf ein anderes Posting gelernt [...]

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