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Wie Google die klassische Werbung von morgen bestimmt

von Reto Hartinger

Google hat einen Marktanteil von 55.8% bei den Suchabfragen in den USA – im Ausland ist der Anteil noch höher. Abgeschlagen sind Yahoo 20.7% und Microsoft 9.6 % und verlieren immer mehr an Momentum. Das hat Konsequenzen. Es ist entscheidend, weil es den anderen beiden kaum Platz lässt, ihre Werbenetzwerke zu vergrössern. Bei der Textwerbung dominiert Google die Werbung auf fremden Sites. Adsense-Werbung wächst mit 45% pro Jahr.

Am meisten kann Google seine Einnahmen steigern, wenn pro Klick mehr bezahlt wird. D.h. Google muss laufend mehr Firmen von Textwerbung überzeugen und es muss ein Bieterkampf um Suchbegriffe entstehen.
Miit der Uebernahme von DoubleClick dominiert Google auch in der Bildwerbung ausserhalb der eigenen Sites. Es ist auch möglich, dass zum Beispiel youtube einmal Bildwerbung erhält.

Die nächste Übernahme wird Tivo sein. Das habe ich bereits mehrmals angekündigt. Wollen Yahoo und/oder Microsoft die totale Dominanz der Werbung durch Google verhindern, müssen sie kräftig mitbieten. Nur, Microsoft hat zwar das Geld, neigt aber dazu weniger zu bieten. Sie werden wohl hoffen, dass die Gerichte Google zurückbindet, so wie sie das heute bereits mit der Doubleclick-Üebernahme machen.
Google schöpft sein Marktpotenzial erst dann aus, wenn es nicht nur die elektronische bzw. Internet-Werbung beherrscht. Was hat Google der klassischen Werbung zu bieten?

1. Ein Überwachungs-Tool der laufenden Werbung um schneller reagieren zu können (da stehen wir erst am Anfang), Werbemittel rasch austauschen und Varianten testen. Bessere Auswertung der Resultate.
2. Direkter Zugang zum Werbemarkt für kleinere (und auch clevere grosse) Firmen. Werbeauftraggeber erhalten die Werbeschaltung in die eigene Hand, werden dadurch schneller, flexibler und bauen eigenes Know-how auf.
3. Flexibler Werbe-Tarif z.B. über Auktionsverfahren. Da werden sich die Printmedien mit Händen und Füssen wehren, Radio und TV wird es über sich ergehen lassen.

Diese drei Innovationen aus der Online-Welt werden in die Offline-Medien übertragen. Der Zeitpunkt naht, da es sowieso keine Offline-Medien mehr geben wird. In 5 Jahren wird das Papier laufend durch das E-Paper ersetzt. Ich spreche jetzt nicht von dem was man heute unter E-Paper versteht, sondern von dem Folien-Bildschirm. Medien werden zu Multimedien.
Achtung liebe Werbe- und Verlagsbranche: Die Startaufstellung für die Zukunft wird heute gemacht. Google will die Pole-Position.


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3 Kommentare zu “Wie Google die klassische Werbung von morgen bestimmt”

  1. Severin Ulrich schrieb:

    Sehe das genau so, der Google ansatz ist halt mal völlig anders. Mehr als 50% der Belegschaft sind Entwickler und das sie mit grossen Datenmengen umgehen können haben sie in der Vergangenheit gezeigt.

    Da kommt noch einiges auf uns zu:
    * Game Werbung
    * Movie Werbung
    * Radio Werbung
    * Lokale Werbung
    * Environment Werbung (Context Werbung über Hintergrundgeräusche finden, Babygeschrei -> Windelwerbung oder so)
    Tivo scheint dazu genau die richtige Firma: http://www.infokrieg.tv/spionage_mit_google_und_mikros_090906.htm

    Frage mich wie neben diesem Monsterladen noch Platz für neue Startups sind. Nur Ideen aufbauen und dann an Google verkaufen, kanns ja wohl auch nicht sein.

  2. Reto Hartinger schrieb:

    Na was hab ich gesagt – und den Zugzwang spüren Microsoft und Yahoo bereits. So ist eine Uebernahme von Yahoo mal an- dann wieder abgesagt. Jetzt möchte sich Microsoft für ca 1 Milliarde 24/7 Real Media angeln (die Publigroup wirds freuen). Und Yahoo hat 80 % an Right Media erworben, die ihnen noch nicht bereits gehört haben – für 680 Millionen Dollar.

    Dabei sind die Ausgaben im 2006 für klassische Onlinewerbung in den USA um 34 % gewachsen. Ganz im Gegensatz zu den klassischen Medien die stagnieren oder schrumpfen.

  3. Internet Briefing Blog / Google CEO zu Suche, DoubleClick und Youtube schrieb:

    [...] im Werbemarkt (Doubleclick, was Google damit vorhat – wir werden das Tracking ausbauen – und ihre Strategie für andere Medien, Innovatiosmöglichkeit bei Radio und Fernsehen) yigg this! — save to [...]

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