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Realitätscheck „Briefmarken-Fernsehen“ im Internet

von Daniel Niklaus

1995 starteten wir mit den ersten RealAudio Übertragungen. Ein Jahr später schalteten wir STAR TV mit Live TV online und kurz darauf – 1997 – legte auch SF DRS mit Videos im Internet los.

Dazu das Video von Schweiz Aktuell aus dem Jahr 1997 und wohin die Internetvideo-Reise geht.

Wo stehen wir heute?

Qualität: ISDN Leitungen waren vor 11 Jahren noch schweineteuer und die überwiegende Mehrzahl der Benutzer surfte mit Analogmodems. Videos komprimierte man deshalb mit 22 und 45 kbit/s. Die Komprimierungs-Algorithmen waren noch schwach auf der Brust und lieferten das belächelte „Briefmarken-Fernsehen“.

Verbreitung: Heute gibt es in der Schweiz mehr als 2 Millionen Breitbandanschlüsse. Die technische Zugangsgeschwindigkeit ist 20x bis 300x schneller und das zum halben Preis – flat. Gleichzeitig verbesserte sich die Qualität der Komprimierungs-Algorithmen. Das bedeutet, heutiges Internetfernsehen profitiert von schnelleren Leitungen und von einer verbesserten Qualität pro kbit/s. Und jeder Computer hat mittlerweile eine Soundkarte installiert.

Schweiz Aktuell sendet heute mit 450 kbit/s. Die Qualität ist damit nahe beim Fernsehen. www.bluewin.tv sendet heute IN Fernsehqualität. Und wer es noch besser haben möchte, die neuste „Lost“ und „24“ Folge gibt es in HDTV (also massiv bessere Qualität als unser heutiges Fernsehsignal) zum Download –eztv googeln.

Wir sind in der Video-Zukunft angekommen.

Im obigen Videobeitrag schwärmte ich damals für Real. Es war die Zeit, als man noch an Netscape, SGI und Realnetworks glaubte. Aus heutiger Sicht freue ich mich über den Erfolg von Zattoo und hoffe, sie verkaufen erfolgreich bevor die Funktion in den Mediaplayer integriert wird. Und kyte.tv hat wenigstens einen tollen Investor gefunden. Auch wenn die Swisscom für die erfolgreiche Marktentwicklung besser die Up- und Download Rate erhöht.

Wohin die Reise geht

Im Computerbusiness gibt es ein paar Wirkungskreise die sich gegenseitig verstärken:

  • alles wird immer schneller: Leitungen, Komprimierungs-Algorithmen und sämtliche Hardware
  • alles wird immer kleiner
  • alles wird immer billiger
  • IT verbreitet sich immer mehr: zuerst mehr Personen pro Computer, dann mehr Computer pro Person und nachher mehr Computer in allem
  • *

In diesem Sinn wird die Fernsehnutzung übers Internet massiv zunehmen. Für den Erfolg und die Nutzungszeit von Videos übers Internet wird aber weder der Computer noch das Handy der Treiber sein, es bleibt der “alte” Fernseher. Gespeist vom Mediacenter und der PS3.

* Weil Reto vom Todesstoss für Windows träumt, lass ich die fünfte Aussage (Microsoft gewinnt immer) weg.


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5 Kommentare zu “Realitätscheck „Briefmarken-Fernsehen“ im Internet”

  1. Reto Hartinger schrieb:

    :-) Dani – Mit Todesstoss für Windows ist Fenster gemeint und nicht das Betriebssystem. Die Doppeldeutigkeit ist aber gewollt – aber nicht ernst gemeint.

    Paul Egli meinte einmal – das Problem von TV auf dem PC ist ein Problem der Auslösung. Solange beide eine andere Auslösung/Format haben, wird daraus nix. Das haben wir nun erreicht und deshalb steht technisch dem Internet als TV Vertriebskanal nichts mehr im Wege.

    Die beste Analyse zum Thema Video-over-IP kommt von Andreas Göldi.
    http://konvergenz.kaywa.com/allgemeines/online-video-kampf-der-businessmodelle.html

  2. Wer hats erfunden? : websehen schrieb:

    [...] via Internet-Briefing [...]

  3. Internet Briefing Blog / Onlinevideo Vortrag Internet Briefing schrieb:

    [...] Beiträge zu diesem Thema Wer gewinnt im Videomarkt Realitätscheck „Briefmarken-Fernsehen“ im Internet Videos in Webseiten Bitte hier klicken König Kunde kostet 1400 Franken yigg this! — [...]

  4. gutes-fernsehen » Blog Archive » Re: IPTV ist NICHT Fernsehen über das Internet!!! - IP-Fernsehen der Telekom soll sich verzö… schrieb:

    [...] Wenn jeder Kunde seine eigene Lösung haben möchte und diese nicht funzt, dann wendet er sich per Service Call an die Telekom. Das kostet der Telekom Geld und würde den Dienst für den Kunden [...]

  5. gutes-fernsehen » Blog Archive » Re: Schüsselverbot (Re: hessen fernsehen? Bitte mal Hand hoch wer ….) - hessen fernsehen und c’t gehen auf Sendu… schrieb:

    [...] pflanzt, ist der Anfang vom Ende. Solange man alleine ist, nen freundlichen Vermieter hat und nach hinten hin (wenn da der Süden ist!!) sich die Antenne hängt, dann mag das ja noch klappen, wenn [...]

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