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Wer gewinnt im Videomarkt

von Daniel Niklaus

Treffend analysierte Andreas Göldi die Ausgangslage für den Videomarkt im Internet und TV-Markt. Dazu einige Überlegungen auf welches Pferd man in der Experimentierphase setzen soll.

Als erstes sollten wir die Kriegschauplätze kennen.

Anbieter TV-Stationen mit Eigenproduktion, Major Label (Warner Bros. Pictures, Sony Pictures), Independent Labels, User generated Content
Formate Quicktime (Apple), WMV (Microsoft), RM, Flash, MPEG4 (alles mit und ohne DRM)
Plattformen TV-Stationen, Teleclub, youtube & Co. (kyte.tv), Helix & sämtliche Servervarianten, Kino
Mittler Kabel, Satellit, Terrestrisch, Internet-Provider
Abspielgeräte MediaCenter, “Spiel”-Konsolen, Set-top Boxen, On-Demand Server
Ausgabegeräte TV, PC, Handy, Kinoleinwand
Player TV, MediaPlayer, Zattoo, Browser/Flash, Java

Alle Teilnehmer arbeiten mit zweiseitigen Netzwerkeffekten. Links stehen die Inhaltsanbieter welche ihren Inhalt zu einer möglichst grossen oder solventen Zuschauerschaft senden wollen. Rechts stehen die Zuschauer, welche möglichst bequem Inhalt geniessen wollen. Das Wort Bequem kann mehrere Bedeutungen haben:

  • Bequem sitzen und nur mit einem einfachen Klick das Programm wechseln (spricht für TV).
  • Bequem zu jeder Zeit und an jedem Ort das gewünschte Programm schauen (spricht für Handy).
  • Ein Player mit dem man auf youtube, sevenload, kyte.tv und alle anderen TV sowie Radiostationen zugreifen kann (spricht für ein erweitertes Zattoo).

Offensichtlich werden die Zuschauer und die Inhaltsanbieter das Spiel entscheiden. Alle Teilnehmer dazwischen, vom Format über die Plattform bis zu den Player haben sich dem Markt anzupassen und die optimale Form zu finden.

Neid, Habgier, Naivität und Wagemut, also ganz normale menschliche Regungen, werden die Entwicklung bestimmen. Spielen wir aus Spass ein paar mögliche Szenarien durch.

Wie schütze ich meine Wertschöpfungskette

Major Labels wie Warner Bros. Pictures wollen sicherstellen, dass ihr Inhalt “geschützt” zu den Zuschauern kommt. Das bedeutet für z.B. Harry Potter: im Kino soll der Zuschauer pro Person bezahlen. Auf DVD sollen die Zuschauer pro Film und 1 bis 5 Personen bezahlen. Im Abo-TV soll z.B. der Teleclub pro Mitglied bezahlen und im Fernsehen soll die Fernsehanstalt pro Potential bezahlen.

Eine hervorragend eingespielte Verwertungskette wird durch “die Gier” der Zuschauer gestört. Auf einmal wollen diese über P2P Börsen gratis an das Filmmaterial gelangen. Das erzeugt bei den Majors “Angst” und gleichzeitig auch “Habgier”. Auf der einen Seite verklagen die Majors deshalb jeden der ihren Inhalt raubkopiert und sie sperren sich vor den neuen Vertriebswegen. Auf der anderen Seite reizt sie aber auch die Vorstellung, neue Vertriebswege aufzutun und in Zukunft selbst die gesamte Vertriebskette zu beherrschen.

Zattoo oder Windows Mediaplayer?

TV Sender möchten ihren Inhalt vorzugsweise selber senden. Dabei ergibt sich aber ein Rechteproblem. Die Lizenzkosten für einen Harry Potter richten sich an den potentiellen Zuschauern eines TV Senders. Kann also SF gegenüber Warner Bros. Pictures keine Garantie abgeben, dass der Film nur in der Schweiz ausgestrahlt wird, verzehnfachen sich die Lizenzgebühren. Zattoo löst genau dieses Problem und ist damit für SF ein idealer Partner.

Zattoo hat einen weiteren Vorteil für SF & Co. Der kleine Nischenanbieter verfügt über wenige Zuschauer und ist abhängig von den Fernsehanstalten und deren Inhalten. Zattoo kann also in Verhandlungen keinen Druck ausüben. Würde sich SF auf Microsoft einlassen, sähe dieses Spiel anders aus. Microsoft ist ein starker Verhandlungspartner und hat eine grosse Zuschauerzahl. Sie sind mit dem Mediaplayer, der X-Box und dem MediaCenter hervorragend positioniert. Damit bieten sie dem Zuschauer viel Bequemlichkeit – vor dem Fernseher, auf dem Computer/Handy und das alles mit einem integrierten Player.

Aus dieser Perspektive ist Zattoo ein idealer Übernahmekandidat für Microsoft. Hat Zattoo alle Verträge mit den TV Stationen abgeschlossen, muss Zattoo nur noch gekauft und die Funktion des Zattoo Players in den Windows Media Player integriert werden…

User generated Content – oder auch EgoTV

User generated Content will immer eine möglichst grosse Zuschauerschaft erreichen. So wäre für kyte.tv Star Felix der nahe liegende Schritt, seinen SwissGerman Kurs auch auf youtube anzubieten. Doch wer interessiert sich dort für die Schweiz? Viel interessanter für Felix ist dagegen der Schritt ins Privatfernsehen oder gar zu SF. Das Potential hat er und dort würde Felix massiv mehr Zuschauer erreichen als mit youtube.

Und die Gewinner sind…

…auf den Punkt gebracht: die Zuschauer. Das Angebot wird vielfältiger, interessanter, günstiger und es wird überall Verfügbar sein.


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1 Kommentar zu “Wer gewinnt im Videomarkt”

  1. Internet Briefing Blog / Onlinevideo Vortrag Internet Briefing schrieb:

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