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Nieder mit WebtoAdliazing!

von Christoph Hugenschmidt

Gestern hatte ich ne Sitzung. Mit unserem Online-Vermarkter. Ich schlug folgenden Deal vor: Lieber Vermarkter: Du bekommst mehr Werbeflächen bei uns, die darfst du exklusiv vermarkten (das heisst im Büro sitzen und warten, bis MEIN Kunde bei DIR bucht) und dafür müssen wir nicht mehr soviel bei dir abdrücken. Also nicht mehr – äh – im Vertrag steht, ich darf nix vom Inhalt desselbigen sagen – also sagen wir nicht mehr mehr als die Hälfte des Ertrags, sondern weniger. Wesentlich.

Und dann all meine Argumente: Wir sind cool, die Finanzindustrie liest uns und schon nur 1 (einer) unserer geschätzten Leserschaft (jaja – es sind nicht soviele wie bei 20 Minuten – nur 25′000 unique visitors pro Monat) hat mehr Informatikbudget als sagen wir – 100′000 Kiddies, die irgendwo ein Tool herunterladen. Das kann ich sogar beweisen. Nur: Mein Argument lässt sie kalt, weil es ihre Kunden, die Agenturen kalt lässt, weil die sagen: “Wir wollen billige Klicks”. Who cares, dass die viel umworbenen CIOs nicht auf Werbung klicken aber es trotzdem wichtig ist, in ihren Köpfen präsent zu sein? Dafür macht unser Vermittler nun “User-Profiling”. Um da dabei zu sein, sind wir aber zu klein – und eh – die Preise sinken dadurch nur, sagt meine Gesprächspartnerin.

Also: Sie blieb knüppelhart. Das Delkrede könnte ihre Firma vielleicht selbst übernehmen, und wenn wir den Kunden selbst auf ihre Schlachtbank schleiken, dann hätten wir ein bisschen weniger als “technische Gebühr” abzudrücken. Sonst gibt’s nix. Vogel friss oder flieg (raus). Was sollen wir tun? Wechseln zum nächsten Blutsauger?

So hocken wir denn da und rudern zwischen Skylla und Charybdis. Gottseidank vermarkten wir die wirklich guten Sachen (S-P-O-N-S-O-R-I-N-G) selber. Klar: Wir könnten im Duo-einhalb-Pol ein bisschen herumwechseln. Wir könnten zu jener Ostschweizer Vermarkter-Firma, die mit viel besseren Konditionen lockt. Leider war deren Approach zu uns nicht glücklich: “Wir haben einen Kunden, der will Euch. Aber wir sagen nicht wer, und wenn ihr nicht unsere Bedingungen erfüllt, dann ist der Kunde Tschüss.” Dann lieber bleiben, wo wir sind.

Was werden wir tun? Wohl die Kröte schlucken – weiterhin unserem Online-Werbevermarkter viel zu viel Marge abdrücken, an unseren Inhalten arbeiten (das ist nämlich das Ding, wovon alle leben!), die Site verbessern und direkt verkaufen, was immer wir können. Direkt! Dafür haben wir die Plattform (Selbstbedienung für Werbekunden) mit ihren Schwächen und Stärken. Und hoffen, dass erst die Vermarkter, dann die Agenturen, dann die Kunden, den Wert von Qualität zu schätzen lernen. Oder so. Vielleicht. Irgendwann mal.


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7 Kommentare zu “Nieder mit WebtoAdliazing!”

  1. Daniel Niklaus schrieb:

    > hoffen, Qualität schätzen, vielleicht, irgendwann mal

    So lässt sich natürlich schwer ein Produkt verkaufen. Wo ist da die echte Überzeugung?

    > die wirklich guten Sachen vermarkten wir selbst

    Oha, also lieber Vermarktungspartner, ich verdiene bei den guten Sachen selbst und du kannst meinen Ausschuss an den Kunden bringen – aber tue dies bitte mit Leidenschaft!

    > MEIN Kunde bei DIR Vermarkter bucht

    Mhh, ob der Vermarkter das auch so sieht? Wem gehört der Kunde, der im Coop 6 Liter Flaschen Coca Cola kauft – Coca Cola oder dem Coop?

    > 25′000 Visitors.

    Liege ich mit 6 Views pro Visitor falsch? Weil dann sind es bei einem TKP von 40.- und einem Bannerplatz ca. Fr. 6′000.- Einnahmen pro Monat. Sprich für den Vermarkter mit 50% Provision Fr. 3′000.- im Monat. Und das auch nur, wenn er 100% verkaufen kann.

    Oder anders gefragt: wie viel verdient heute der Vermarkter mit euch und wie viel Zeit darf er überhaupt für eure Plattform aufwenden?

    > Kröte schlucken

    ist eine Möglichkeit. Die andere ist, darüber nachzudenken, wie eure Einstellung gegenüber Vermarktern ist und ob diese eine gute Zusammenarbeit fördert oder gar verhindert.

  2. Rafael schrieb:

    Hi Christoph

    Ich empfehle Dir da nur den Alleingang. Mach einen Vertrag mit den Vermittlern die es so gibt, aber vermarkte Dich selber. Die Geschichte des Marktes in der Schweiz lässt gar nichts anderes zu. Seit 5 Jahren sind mehr oder weniger die gleichen Leute an der Spitze in der Vermittlerszene und wo stehen wir? Bei 2% aller Werbeausgaben wenn es hoch kommt……..den Sites dafür die Verantwortung zu geben wäre eine Alternative, das stimmt, aber fast alle werberelevanten Sites haben mehr oder weniger bindende Verträge mit webtoirgendwas oder mit der Goldbachküste.

    Also – weniger über die Vermittler jammern und mehr selber machen. Trotz Adwords ist Werbung nach wie vor ein Geschäft das von persönlichen Entscheidungen abhängig ist. In diese Entscheidungsprozesse musst Du Dich reinsneaken, dann ist Dir auch wurscht, was die nette Dame vom Vermittler so über Dein Bijou sagt – denn die bekommt vom Aufrtraggeber in dem Fall die Weisung:”….und inside-it kommt mit auf den Mediaplan, das will ich so.”

    :-)

  3. Reinhard schrieb:

    Hi Christoph
    Mach es wie epspace.ch, zisch.ch, meinbild.ch usw.: Eigenvermarktung mit cleverem AdServer-Tool ADITION, freie Zusammenarbeit mit verschiedenen Vermarktern/Vermittlern und somit die die Kohle selber kassieren!
    Ihr habt Euer Portal selber aufgebaut und qualitativ sorgfältig platziert, warum den Gewinn nicht selber mitnehmen? ;-)

  4. Reto Hartinger schrieb:

    > die wirklich guten Sachen vermarkten wir selbst

    Dazu muss man sagen, dass diese Sachen wohl nur deshalb gut sind, weil inside-it diese selber vermarktet. Weil das keine Standardprodukte sind, könnte der Vermarkter damit gar nichts anfangen.

    Es ist auch so, dass alle Sites stöhnen sie bekämen zuwenig Werbung von den Vermarktern. Eigenvermarktung ist nicht billig – aber meist erfolgreicher – jetzt noch. Je spezieller die Site desto mehr.

    In der Regel kennen diese ihre Kunden und die Zielgruppen-Kunden kennen hoffentlich sie auch. Sonst muss die Site dort ansetzen und aktiv verkaufen.

    Dabei gibts ein kleines Problem: Wie soll man ohne Adserver Werbung schalten? Es gibt OpenSource-Programme in diesem Bereich. Oft hinken diese aber den neuesten Entwicklungen hinterher und können z.B. keine neuen Format oder RichMedia verarbeiten.

  5. Thérèse Ruedin schrieb:

    Hallo Christoph
    Dein „Problem“ mit der Onlinevermarktung haben andere bereits gelöst. Der Trend: Exklusive Vermarktung ist heute nicht mehr zeitgemäss, die Zusammenarbeit mit verschiedenen Vermarktern ist gefragt. Und natürlich eigene Marketing-Massnahmen. Nachzulesen in Netzwoche Nr. 20 vom 23.5.2007, Seite 4, oder unter http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=67986 usw. Online-Werbung verlangt aber auch den Resultate-Nachweis. Und hier ist Angebots-Transparenz bei der Website gefragt. Vor, während und nach dem Online-Werbe-Einsatz. Dies ist eine Bedingung, die jeder Vermittler im Interesse der Auftraggeber stellt. Ohne diesen Nachweis wird das Interesse an der Site kaum gross sein.

  6. Rafael schrieb:

    Also ich kann Thérèse nur zustimmen. Und Reto auch. Denn die Sache mit dem AdServer ist wirklich noch knifflig. Mir wäre es zu riskant, eine OS-Lösung zu implementieren, denn die “neuen” Werbeformen mit Streaming und Flashprogrammierung sind schon nicht einfach zu handeln. Und bei der Performance haben Kollegen mit OS-Lösungen (auf ihren Hobby-Sites) sehr oft Probleme. In dieser Frage würde ich mit dem grossen Strom schwimmen. Extra-Lösung heisst immer Extra-Aufwand und den wollen längst nicht alle bezahlen….

  7. Reto Hartinger schrieb:

    jetzt bleibt die Frage – gibt es eine Adserverlösung, die für kleine Sites finanzierbar ist?

    Wer weiss Bescheid

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