Wir haben Ihre Emailadresse gekauft…
“Wir haben Ihre Emailadresse gekauft”, heisst es in einem Mail das ich heute morgen erhalten habe. Gekauft? Muss ich nun meine Mailadresse dem Käufer überschreiben? Ach nein, man will mir ja nur einen Newsletter zusenden und bittet mich, meine Daten zu aktualisieren:
Um Ihnen qualitativ hochwertige Newsletter senden zu können, würden wir Sie bitten Ihre Daten zu aktualisieren.
Zögern Sie nicht – als kleines Dankeschön erhalten die ersten 9999 Interessierten, die Ihre Daten aktualisieren Einen von insgesamt 9999 Einkaufsgutscheinen.
Natürlich ist unser Newsletterdienst absolut kostenlos für Sie und kann jederzeit gekündigt werden.
Ihre Emailadresse haben wir von der Marketingagentur Bertucio & Bornhoeft GbR (als geprüfte Opt-In Adresse*) bezogen.
Apropos: Welche Daten soll ich denn aktualisieren? Schliesslich haben die doch nur die eMailadresse gekauft? Und wer ist die Marketingagentur Bertucio & Boernhoeft, die nicht mal Google kennt?
Aber wer wird denn gleich misstrauisch werden, schliesslich zählt der Käufer meiner Mailadresse zu den Grossen, wie es auf der Webseite weiter heisst:
NoSpam24 schafft vertrauen und davon können auch Sie profitieren. Mit mehr als 24 Mio Subscribern zählt NoSpam24 zu einem der Größten Newslettersystemen weltweit.
Hoppla, 24 Millionen Abonnenten sind eine ganze Menge. Nur: Bis zum 16. Juni 2007 waren auf der Domain keinerlei Inhalte hinterlegt (PDF des Google Cache) und auch Google ist das grosse Newslettersystem kaum bekannt.
Aber der Versuch war gut. Wer vermutet in Zeiten von zunehmendem Spam schon, dass sich hinter dem Namen NoSpam24 vielleicht doch Spam versteckt…
(Crossposting von BloggingTom auf Wunsch von Reto)



Thomas schrieb:
Spammer werden immer bescheuerter…… Und an Ideen mangelt es denen auch nicht. Aber leider gibt es auch immer wieder User, die auf derartige Mails reinfallen und das für “bare Münze” nehmen. Denkt man nur an die E-Mails die angeblich von Google kommen….. “aus dem Index geflogen”.
Kommentiert am 26-Jun-07 um 1:16 pm | Permalink
Oliver schrieb:
“Toll” ist auch, dass besagte Firma offenbar munter weiterverkauft. Ich bekomme mittlerweile Spam von ominösen Urlaubs-Verscherblern, die dreister Weise behaupten, ich hätte B&B das Einverständnis zur Weitergabe meiner Adresse gegeben.
Schön, wenn man den vermeintlichen Kunden schon in der ersten Mail angreift, was er doch für ein Idiot sei und ständig vergesse, wo er sich überall angemeldet habe. Marketingtechnisch “äußerst vorteilhaft.” :)
Kommentiert am 11-Jul-07 um 12:32 pm | Permalink
Reto Hartinger schrieb:
Tom – vielleicht bekommst du als einer der 9999 ersten gratis SPAM zugestellt oder was verkauft eine Firma die NOSPAM heisst?
Kommentiert am 14-Jul-07 um 3:29 pm | Permalink
rstmuc schrieb:
Habe bereits im Mai Strafanzeige gegen Bornhoeft bei der Staatsanwaltschaft Hamburg gestellt und alles, was in Deutschland Rang und Namen hinsichtlich Spambekämpfung hat, informiert. Passiert ist bisher *nichts*, im Gegenteil, er betreibt sein “Geschäft” munter weiter und baut es offenbar noch aus.
Kommentiert am 29-Jul-07 um 6:09 pm | Permalink
Thomas schrieb:
Das solche Dinge “gerne” mal bei Staatsanwaltschaften etwas länger liegen bleiben bedeutet nicht, dass sie unter den Tisch fallen, sie dauern eben etwas. Wenn Du Strafanzeige gestellt hast, erhältst Du auf jeden Fall ein Replay von dort. Ob dabei natürlich etwas heraus kommt steht auf einem anderen Blatt, zu hoffen wäre es!
Kommentiert am 29-Jul-07 um 6:46 pm | Permalink
Dirk Seidel schrieb:
Auch wir haben die DVD mit den Mailadressen erwerben wollen, die Firma hat nicht gesendet, sondern Tage später die Transaktion rückgängig gemacht, wir werden Klage einriechen wegen Wettbewerbsverzerrung (KEINE IMPRESSUM-KEINE STEUERNUMMER)
Außerdem sind wir in den Mails beleidigt wurden und uns fallen schon noch einige Dinge ein!
Kommentiert am 11-Okt-07 um 7:19 pm | Permalink
rstmuc schrieb:
So, inzwischen ist über ein halbes Jahr vergangen und nach wie vor habe ich auf meine Anzeige keinerlei Rückmeldung erhalten (das Aktenzeichen erst auf Nachfrage). buonecose.com gibt’s immer noch.
Was soll man von diesem Staat und seinen Organen da noch halten…
Kommentiert am 12-Okt-07 um 2:13 pm | Permalink
ThomasKolb schrieb:
Aloa… erstmal nen anti-spammigen Gruß nach München!
Ich will Dich nicht frustrieren.. es ist auch nur meine eigene Meinung bzw Sichtweise. Ohne Gewähr!
* Vielleicht hättest Du statt Strafanzeige zu einem $AasfresserGefiederMitLangemHals Abmahnanwalt gehen sollen und ne einstweilige Verfügung erwirken sollen?
* Solche (virtuell / elektronisch thematisierten= Prozesse im Strafrecht solltest Du zeitlich in KOSMISCHEN MASSSTÄBEN betrchten!
Ein halbes Jahr ist ein Wimpernschlag da hat sich die Erde nicht einmal um die Sonne gedreht…
* In meinen Augen sind diverse Organe dieses Staates in solchen Fragen hoffnungslos überfordert. Und sei es auch “nur” personell.
Niemand wurde ermordet, vergewaltigt, ausgeraubt… das ist ja “bloß irgendsowas mit Datenschutz und Spam uns so…”
Wer sind überhaupt die Geschädigte?
Wie hoch ist denn bei sowas Schaden?
Welche Gesetzesgrundlage greift denn da?
Welche vergleichbaren (Grundsatz-)Urteile gibt es eigentlich?
Welche Beweise liegen überhaupt vor?
Welche Beweise haben gerichtlich anerkannte Qualität und Form?
Auf welchem Stapel lag diese Akte nochmal?
*sfz*
Vielleicht solltest Du in Jupiter-Jahren rechnen…
Achja – viel Glück!!
Kommentiert am 13-Okt-07 um 11:40 am | Permalink
ThomasKolb schrieb:
PS: @Dirk und Oliver
Beleidung ist doch schonmal was “handfestes”!
Wie handfest allerdings E-Mails als Beweismittel sind, kann ich nicht sagen..
Werden Ausdrucke anerkannt?
Hat jemand Erfahrung damit?
Kommentiert am 13-Okt-07 um 11:44 am | Permalink
rstmuc schrieb:
@ThomasKolb:
Merci vielmols für den Gruß, ebensolchen zurück.
Das mit den Anwalt hab ich versucht, mein eigener Wald-und-Wiesen-Anwalt meinte, er könne die Sache nicht für mich kostenneutral abwickeln, da die Recherchen bez. der ominösen Firma ihm auch für den Fall, daß der Typ zahlt, nicht erstattet werden und somit ich sie tragen muß. Wollte ich nicht.
Der andere, auf Internetrecht spezialiserte (http://www.it-recht-kanzlei.de), hat mich erst wochenlag vertröstet und dann nichts mehr hören lassen.
Das mit den kosmischen Maßstäben denke ich auch, allerdings dreht sich bei Juristen doch die Sonne um die Erde, oder? ;-)
Den Eindruck, daß es “nur Datenschutz” ist, habe ich auch bei so manchen Landes-Datenschutzstellen, die sind auch nicht besonders engagiert und akzeptieren eine Aussage wie “da hat jemand unter unserem Namen eine Spammail verschickt” ohne weitere Rückfrage als Entschuldigung, und das war’s dann.
Kommentiert am 13-Okt-07 um 1:28 pm | Permalink
ThomasKolb schrieb:
Danke.
Autsch – der letzte Absatz ist echt traurig!
Es kristallisiert sich gerade hier die Crux des ganen Spam-Problems heraus.
-> Es ist einfach nichts zu holen für die Anwälte!
=================================
* Kein klar fixierter Streitwert
* kaum Erfahrung (bzw keine für viele Fachfremde),
* unklare Aussichten auf Erfolg
* viel Aufwand bei Recherche im Nebulösen
Mein Fazit:
Das ganze Feld juristisch rund um Spam ist deswegen so wenig beackert, weil es derbe unfruchtbar ist!
Vergessen wir das “im Recht sein” im gewohnten Sinne und sehen wir die Sache unter dem Gesichtspunkt von Aufwand und Ertrag aus Sicht einer Kanzlei…
Wenn man es reflektiert, kann man es verstehen, wenn die allermeisten von solchen risikoreichen Datenschutz-/ Spam-Prozessen Abstand nehmen.
Vielleicht sollten wir uns einfach damit abfinden, dass Justitia Lichtjahre hinter der Realität herläuft und den Pfad der Tugend vor lauter Datenmüll nicht mehr finden kann…
Kommentiert am 13-Okt-07 um 2:57 pm | Permalink