von Tom Brühwiler
“Wir haben Ihre Emailadresse gekauft”, heisst es in einem Mail das ich heute morgen erhalten habe. Gekauft? Muss ich nun meine Mailadresse dem Käufer überschreiben? Ach nein, man will mir ja nur einen Newsletter zusenden und bittet mich, meine Daten zu aktualisieren:
Um Ihnen qualitativ hochwertige Newsletter senden zu können, würden wir Sie bitten Ihre Daten zu aktualisieren.
Zögern Sie nicht – als kleines Dankeschön erhalten die ersten 9999 Interessierten, die Ihre Daten aktualisieren Einen von insgesamt 9999 Einkaufsgutscheinen.
Natürlich ist unser Newsletterdienst absolut kostenlos für Sie und kann jederzeit gekündigt werden.
Ihre Emailadresse haben wir von der Marketingagentur Bertucio & Bornhoeft GbR (als geprüfte Opt-In Adresse*) bezogen.
Apropos: Welche Daten soll ich denn aktualisieren? Schliesslich haben die doch nur die eMailadresse gekauft? Und wer ist die Marketingagentur Bertucio & Boernhoeft, die nicht mal Google kennt?
Aber wer wird denn gleich misstrauisch werden, schliesslich zählt der Käufer meiner Mailadresse zu den Grossen, wie es auf der Webseite weiter heisst:
NoSpam24 schafft vertrauen und davon können auch Sie profitieren. Mit mehr als 24 Mio Subscribern zählt NoSpam24 zu einem der Größten Newslettersystemen weltweit.
Hoppla, 24 Millionen Abonnenten sind eine ganze Menge. Nur: Bis zum 16. Juni 2007 waren auf der Domain keinerlei Inhalte hinterlegt (PDF des Google Cache) und auch Google ist das grosse Newslettersystem kaum bekannt.
Aber der Versuch war gut. Wer vermutet in Zeiten von zunehmendem Spam schon, dass sich hinter dem Namen NoSpam24 vielleicht doch Spam versteckt…
(Crossposting von BloggingTom auf Wunsch von Reto)
von Harald Taglinger

Second Life hinterlässt, auch wenn der Hype inzwischen deutlich abflacht, seine Spuren. Zum Beispiel in der 3D Mailbox, die herein trudelnde Mails als Figuren am Pool darstellt. Klar, die bösen Spams sieht man als üble Schurken. Ich vermute, dass eine ältere Frau durch das Bild hoppelt, wenn Mama wieder „Junge, iss wenigstens anständig in der Schweiz“-Mails schreibt. Währenddessen baut das Militär eine virtuelle Welt nach, um das zu tun, wofür es gedacht ist: Anderen auf die Mütze hauen. Nur eben digital. Der zynische Ansatz: Man kann per Knopfdruck ausprobieren, wie es einem Land geht, sobald die Wasserversorgung zerstört ist. Also Vietnam für Daddler. Ich wäre ja vorsichtig mit solchen Simulationen. Da haut man ein Land in die Pfanne (Vietnam), dann versucht man Freundschaft mit der Knarre wegen niedriger Spritpreise zu erhalten (Irak), und dann finden andere ausgerechnet in Vietnam die grössten Ölvorkommen der Weltgeschichte. Das hätte man so am Bildschirm nicht vermutet. Oil happens.
von Harald Taglinger
Nur noch fünfmal schlafen, dann weiss man, was man in Europa derzeit nicht bekommt. Das iPhone steht bekanntermassen ab 29.6.2007 in allen AT&T-US-Shops zur Verfügung. Lieferzeiten sind nicht bekannt. Aber ein Tröschterli gibt es für ROW (Rest of World): Dieses Tutorial. Nett. So gesehen ist das iPhone alle, das man schön längst einmal EINFACH auf seinem Handy haben wollte. Aber zu ernst nehmen sollte den Hype nicht. Das tut auch die Parodie von Microsoft Surface ganz richtig. Es sind doch nur Maschinen, Jungs. Atmet tiefer.
von Thomas Lang
“Post hilft Kunden virtuell auf die Sprünge”

So “tönt” es letzten Freitag aus der Mail-Inbox. Wer will denn nun wem auf die Sprünge helfen? Die von der Post versandte E-Mail würde m.E. doch den Tatbestand von Spam erfüllen, haben wir nun damit einen ersten schönen Präzedenzfall in der Schweiz?
Im Empfänger steht “EDV – Beratung Carpathia Consulting GmbH” – wunderbar, so steht’s effektiv nur im Telefonbuch, sonst nirgends (ist ja nicht wirklich knackig & sexy). Also hat sich da die Post mal des Directories anderer Ex-Staatsbetriebe bedient für den Versand!?
Nehmen wir zudem die gute Checkliste von Nemuk zur Hand und verifizieren die Pflicht-Punkte:
- “Die Empfänger haben explizit zugestimmt, Informationen per E-Mail zu erhalten. Ausgenommen sind eigene Kunden.” – nun ja, Kunden sind wir alle von der Post, können uns ja nicht wirklich wehren.
- “Wir bieten unseren Kunden ausschliesslich eigene und ähnliche Produkte an oder solche, die sie bereits bezogen haben.” – dito.
- “In jedem Massenmail befindet sich ein funktionierender Abmeldelink.” – Erster Tatbestand erfüllt für Spam
- “Wir lassen keine Drittanbieter in unserem Auftrag Werbemails verschicken, die sich nicht andas neue Gesetz halten.” – Gem. Mail-Header ist www.dcl.ch für den Versand verantwortlich (”identity=helo; helo=mail.dcl.ch; client-ip=195.141.96.135“)
Die Herkunft der Adressen scheint eindeutig zu sein (Directories), Abmeldelinks fehlen im Mailing und ein Drittanbieter war auch für den Versand verantwortlich wobei (noch) nicht geklärt ist, ob sich dieser an das Gesetz hält.
Also, wer hilft der PostMail nun auf die Sprünge, nicht nur virtuell sondern vor dem Kadi?
(Crossposting von carpathia:e-business.blog auf Wunsch von Reto)
von Reto Hartinger
Internetseiten haben immer etwas mit Inhalten zu tun: Inhalte sind der Politik nicht egal. Bei Politik gehts um Inhalte – manchmal.
China will sie kontrollieren (um seine Bürger vor schädliche Inhalten zu schützen) und Deutschland will sie überwachen um seine Bürger vor schädlichen Bürger zu schützen.
So will Deutschland keine anonymen E-Mail-Konten mehr und verpflichtet alle Mailer, sich zu identifizieren. Das will Google nicht akzeptieren und droht ganz einfach, die deutsch GMail-Accounts zu schliessen. Google argumentiert mit der Freiheit des Internets und dass sich die Leute damit vor Spam schützen würden. Hä? Etwa Postspam? Spammer interessiert nicht, ob ein Account überprüft ist oder nicht.
Dass sich Google mit Regierungen einigen kann, zeigt der Fall China. Der Schutz der Freiheit kann es nicht sein.
Die Blogszene vermutet, Kostengründe. Muss Google die Richtigkeit der angegebenen Daten überprüfen, ist dies schlicht zu teuer.
Kann nicht sein, web.de tut dies bereits. Wer den vollen Zugriff auf sein Mail-Konto will, muss dem per Brief erhatlenen Aktivierungscode eingeben.
Ich orte einen anderen Grund: Mit der Registrierung wäre Googles Businessmodell in Gefahr. Sobald Google weiss, wer sich hinter einem Computer verbirgt, darf Google aus Datenschutzgründen keine Daten mehr sammeln oder aggregieren. Dies beträfe natürlich nicht nur den E-Mail-Dienst sondern alle Goolge-Dienste. In der Schweiz zum Beispiel, hätte jeder das Recht, bei Google die Offenlegung der über ihn gespeicherten Daten zu verlangen. Schlicht nicht handlebar.
Da ist es lohnender, Deutschland aufzugeben (gmail.de gehört nicht google). Aber wie? Alle Deutschen (ip-Adressen) aus gmail.com aussperren?
Herr Schäuble wird sich von Google und seinen Problemen kaum beeindrucken lassen – zu verbissen führt er den Kampf gegen den Terror.
von Thomas Lang
So warnt Mitglied Hugenschmidt vom Besuch der Website von Internet-Briefing in inside-it:
So stellt sich “Internet Briefing” (Achtung: auf der Seite wird man von einem potthässlichen Avataren empfangen) selbst dar und so ist es unserer Erfahrung nach auch in der Realität. (hc)
Irgendwie muss man Hugi bzgl. dem Avataren irgendwie schon Recht geben – finde ich.
von Reto Hartinger
Die Grundversorgungskonzession geht an Swisscom, hat die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) entschieden. Swisscom ist verpflichtet, während der nächsten zehn Jahre die Grundversorgungsdienste im Fernmeldebereich allen Bevölkerungskreisen und in allen Landesteilen anzubieten.
Die neue Konzession verpflichtet die Swisscom dazu, zusätzlich zum analogen und zum ISDN-Anschluss auch einen Breitband-Internetanschluss bereitzustellen.
von Beat Z'graggen
Das Internet hat einen wesentlichen Einfluss auf das Kaufverhalten und das Vertrauen der Konsumenten. Die klassischen Medien und die Werbung verlieren demgegenüber an Bedeutung für den Kaufentscheid. Dies ergab eine Studie des renomierten Gottlieb Duttweiler Instituts mit dem Titel „Vertrauen 2.0: Auf wen sich Konsumenten in Zukunft verlassen“.
Das Internet hat sich zu einer der wichtigsten Informationsquellen vor der Kaufentscheidung entwickelt (siehe auch Die Kunden in der richtigen Kaufphase ansprechen). Das Internet hat nicht nur den Zugang zu Informationen und Kaufmöglichkeiten jeder einzelnen Variante eines Produktes eröffnet, sondern auch zu den Erfahrungen und Einschätzungen von Millionen anderer Kunden. Im Internet gibt es unzählige von Einschätzungen zu einem Produkt. Welche Kamera ist am Besten? Welche hat welche Vor- und Nachteile? Die sozialen Netzwerke, Foren mit Kundenfeedbacks oder Preisvergleichsdienste spielen beim Kaufentscheid vieler Produktkategorien eine wachsende Rolle.
Ebenfalls eine hohe Glaubwürdigkeit besitzen Experten und unabhängige Institutionen wie die Stiftung Warentest. Demgegenüber gehören gemäss dem Gottlieb Duttweiler Institut die herkömmlichen Quellen wie Herstellerinformationen, Werbung und Ratgeber-Publikationen ebenso zu den verlierern wie die klassischen Medien. Letzeren schenken gemäss dem Bericht die Befragten zwar immer noch ein hohes generelles Vertrauen; sobald es aber um eine konkrete Entscheidungsfindung geht, spielen TV, Radio und Zeitungen nur noch eine marginale Rolle.
Und auch die Händler verlieren zunehmen die Kontrolle über die Kommunikation, selbst am Verkaufspunkt! Konsumenten agieren zunehmend im Kollektiv und holen sogar bei Spontankäufen noch Meinungen via Mobiltelefon bei Freunden oder der Familie ein.
Bei der Untersuchung, worin Vertrauen im Internet basiert, kommen die Studienautoren zum Schluss, dass es da vor allem um Reputation durch das gegenseitige Bewerten der Teilnehmer geht. Die neue Mitmachkultur des Internets führt ausserdem dazu, dass Firmen sich keine Fehler oder Falschaussagen erlauben können, da dies früher oder später im Internet aufgedeckt und zu einem Verlust der Reputation führen würde.
…
Beitrag wurde ursprünglich unter
http://news.worldsites-schweiz.ch/das-internet-beeinflusst-das-konsumentenvertrauen-massiv.htm veröffentlicht.
von Harald Taglinger
Wie Interfaces auch aussehen können zeigt Sandberg mit der Hilfe eines scheinbar sehr einfachen Gitternetzes und Wieden+Kennedy mit einer Timeline, die die eigenen Projekte zeigt. Das ist so nettes Eye-Candy und auf Gebrauchsseiten wenig verwendbar, aber es zeigt, dass eigentlich viel mehr geht als auf langweiligen Websites.
von Reto Hartinger
Aus dem Kreise der Internet-Briefing Mitglieder wurde der Wunsch geäussert, den Bereich Banking vertiefter zu behandeln. Kornel Szabo nahm das Votum auf und startete eine Umfrage, um erste Themenschwerpunkte zu eruieren für entsprechende TalkSessions.
Für unsere erste TalkSession “Internet & Banking im Fokus” haben wir “Online-Marketing und Kundenbindung via Internet” als Leitthema definiert. Dazu konnten wir den Bereich “Online Kanal” der PostFinance für die erste Banking-Session gewinnen.
Die Verantwortlichen der PostFinance halten eine Einführungsreferat, danach diskutieren wir unsere Erfahrungen:
- Kann der Online-Auftritt mehr, als “nur” Basisinformationen anbieten und Interessenten in Filialen zuführen?
- Instrumente im Einsatz: Kampagnen, Newsletter, Customer Intelligence, Partnernetzwerke
- Wo liegen deren Chancen und Limiten
- Welche Konversionraten sind möglich?
- Wie und wann kann der Kunde angesprochen werden?
- Welche Finanzprodukte sind “online-tauglich”?
Es würde mich freuen, wenn Du dabei wärst. Melde Dich hier an.