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RSS & Co. – die grossen Produktivitätskiller?

von Daniel Niklaus

Alles gleichzeitig, lautet an vielen Arbeitsplätzen das Gebot der Stunde: Telefon, viele Computerprogramme und ein Handy streiten zeitgleich um die Aufmerksamkeit. Wer sich aber so vereinnahmen lässt und alles auf einmal tun will, macht mehr Fehler, verschwendet Zeit – und verlernt das Denken.

So berichtet Spiegel Online und zeigt auf, dass wir Menschen schon an simplen Multitasking Aufgaben scheitern. Unser Hirn kann wohl hunderte Informationen gleichzeitig zu einer Gesamtinformation verarbeiten. Zum Beispiel entscheiden wir innerhalb weniger Sekunden, ob uns ein Mensch sympathisch ist oder nicht. Dazu verarbeiten wir gleichzeitig die Stimme, Bewegungen, Aussehen, Gerüche und das Umfeld zu einer Gesamtinformation. Müssen wir aber mehrere Informationen zu unterschiedlichen Themen gleichzeitig verarbeiten, gerät unser Hirn an seine Grenzen. Wer während des Autofahrens telefoniert, egal ob mit oder ohne Freisprechanlage, hat ein viermal so hohes Unfallrisiko. Die Reaktionsfähigkeit entspricht der eines Angetrunkenen mit 0,8 Promille im Blutalkohol.

Werfe ich einen Blick in unserem Büro auf die Arbeitsplätze, sehe ich einen Kampf um Aufmerksamkeit; geöffnete Arbeitsprogramme, der Mailclient meldet jede neue Nachricht, 8 RSS-Feeds sind abonniert, das Arbeitstelefon klingelt ungeniert, das private Handy summt bei jeder SMS und der Browser für den nächsten Blogeintrag ist auch nur einen Klick entfernt.

Täglich empfehlen wir unseren Kunden neuere, bessere und mehr Technologie einzuführen. Deshalb ist es auch unsere Aufgabe über den sinnvollen Einsatz der neuen Technologien nachzudenken. Und wenn Ablenkung wirklich die Produktivität senkt, dann stellt sich die Frage: wie bringe ich es fertig, dass die privaten Handys während der Arbeit freiwillig abgestellt, RSS Feeds ausgeschaltet und die Mails nur noch alle 60 Minuten abgeholt werden?


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2 Kommentare zu “RSS & Co. – die grossen Produktivitätskiller?”

  1. Reto Hartinger schrieb:

    Anfang letzten Jahrhunderts wurde behauptet, dass der Zug durch seine sagenumwobene Geschwindigkeit von 30 Kmh die Menschen völlig nervös mache. Also jetzt brausen wir mit 300 Kmh im Teschewe und sind tatsächlich nervöser. Aber der Mensch gewöhnt sich daran und wenn die Bedingungen für alle gleich sind, empfinden wir das nicht als Problem. Es stresst uns kaum mehr (äh, schon wir merken es einfach nicht mehr so).

    Ich war früher eine totale Maschine – habe 4 Jobs gleichzeitig gemacht. Alles in Mikroentscheidungen aufgesplittet und alle 5 Sekunden eine solche getroffen. Hat mir jemand ein Konzept erzählt so habe ich sobald dass er sein Mund zu hatte eine ganze Liste von das ist gut und das ist scheisse heruntergedonnert. Ein Kunde hat mir mal gesagt, ich sei der Schrecken all jender die es gut gemeint hätten (aber ihre Idee oder ihr Konzept einfach nicht gut genut war). Jetzt gehe ich alles viel langsamer an und vor allem alle 3 Monate für 1 Monat in die Ferien. Man bekommt jetzt sogar mit mir einen Termin – etwas das früher fast unmöglich war.

    Ich habe aber früher sicher viel mehr Werte und Wertvolles erschaffen als heute. Dafür gehe ich – wie gesagt – mehr in die Ferien.

    Und bin weniger nervös. Ich habe mich damals aber nicht als nervös betrachtet.

  2. Severin Ulrich schrieb:

    Interessant was du da schreibst, frag mich derzeit auch ob diese vielen RSS Feeds nicht eher kontraproduktiv sind, besonders jene von grossen Newsportalen. Den wir sind ja nicht alle Daytrader welche diese Infromationen wirklich zum Arbeiten brauchen.

    Die Frage bleibt, welches nützliche Wissen bzw welche konkreten Aktionen resultieren aus all dem Gelesenen?

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