Suchen:

Von iSearch zu iGoogle

von Reto Hartinger

Ich wage es nicht zu sagen: Heute habe ich meine Einstiegsseite von serach.ch auf iGoogle gewechselt. Dabei sieht doch meine iGoogle-Seite fast genau gleich aus wie meine personalisierte search.ch Seite. Als wir – ich glaub 1999 oder 98 – die Personalisierung bei search.ch einführten, wollten wir die search.ch-Startseite zum Informationsübersichtspunkt machen, viele verschiedene Dienste in die kleinen Kästchen einbauen die der User selber zusammenstellen könnte. Ja wir haben Widgets im Web erfunden und das heutige iGoogle kann auch nicht viel mehr als das was wir 1999 anboten. Geplant hatten wir sogar noch themenspezifische Reiter z.B. für Business, Frauen, Sport etc. So hätte man auf verschiedene zielgruppengerechte vordefinierte Einstellungen zurückgreifen und diese nochmals personalisieren können. Ich hätte dann jederzeit von Sport auf Business wechseln können etc. etc. Es war sogar so angedacht, dass einer dieser Views ein kleines Intranet hätte sein können, weil man allerlei interne Dinge hätte einbauen können. Genial, einfach genial, wie vieles was in unseren Köpfen als Konzepte herumschwirrte. Ja wir haben es nicht gemacht. Zugegeben wir hatten auch mindestens 9995 Entwickler weniger als Google und neben Suchmaschine, Adserver, Telefonbuch, Server-Cluster, selbstgeschriebene GridSoftware usw. auch alle handvoll zu tun. Wir haben uns auf neue Dienste konzentriert. Schliesslich haben wir mit unseren 2 -5 Kämpfern auch immer alles gleichzeitig machen müssen (Betrieb, Dienste entwickeln und ständig haben einige Entwickler sogar noch für Dritte gecodet). Die Homepage wurde immer unwichtiger und die Funktion Suche im Web auch.

Und wieso wechsle ich nun auf iGoogle? Weil ich damit, sofort wenn ich mein Safari starte, meinen Aktien-Depot und meine Mails sehe. Das habe ich bei search.ch nicht. Ich muss also nicht mehr 6x am Tag meine Finanzseite ansteuern um die Aktienkurse zu überwachen. Zudem machen Google-Dienste immer mehr von dem aus, was ich ansteuere z.B. Google Analytics und Docs. Es wird nicht lange dauern, bis ich auch von dort die wichtigsten Infos über iGoogle einsehen kann.

Lieber Denis, Röbi und Rafi: gebt mir mein iSearch.ch wieder zurück! Baut die Startseite nicht einfach so um, dass sie grössere Werbemittel anzeigen kann. Baut sie zur Schaltzentrale für die Schweizer Surfer aus. Mit RSS, Mashup und Konsorten ist das heute weniger aufwändig als damals.

Dann wäre auch der Sieg am Master of Swissweb wieder fällig und ich kehre reumütig zu meinem geliebten search.ch zurück.


yigg this! yigg this!save to del.icio.us save to del.icio.us

4 Kommentare zu “Von iSearch zu iGoogle”

  1. 2ni schrieb:

    Ist leider immer noch so, dass bei uns wenige Programmierer alle Hände voll zu tun haben, auch wenn alles “einfacher” geworden ist :-(
    Kleiner Wehrmutstropfen: Du kannst auf unserer Startseite einen beliebigen RSS integrieren und siehst dann in einem Modul die letzten Beiträge davon. Das geht seit dem Redesign Ende letztes Jahr.
    Zum Thema swissweb: Der hat mich dieses Jahr sehr enttäuscht. Natürlich nicht wegen dem Gewinner, sondern wegen dem ganzen “Vorgehen”. Es hat mich sehr ans anthrazit erinnert, bei dem hauptsächlich die Geldgeber in den vorderen Plätzen liegen (Zufall oder nicht). Aber auch andere Punkte, die imho nicht korrekt abgelaufen sind und für mich klare Indizien sind, dass die Objektivität der Rangierung leidet. Kurz, wenn es nach mir ginge, würde ich zur Zeit auch dann nicht ans swissweb anmelden, wenn wir 100% sicher wären zu gewinnen.

  2. Reto Hartinger schrieb:

    uh das Thema Best of Swiss Web habe ich ja in einem Beitrag
    http://blog.internet-briefing.ch/2007/05/16/localch-ist-best-of-swiss-web-gewinner/
    ausführlich behandelt und es hat eine spannende Diskussion gegeben.

  3. Internet Briefing Blog / iGoogle vs search.ch schrieb:

    [...] habe an dieser Stelle bereits gebeichtet, dass ich statt search.ch als Startseite auf igoogle geweschselt habe. Es ist an der Zeit eine [...]

  4. Internet Briefing Blog / iGoogle MIT search.ch schrieb:

    [...] Reto, ausgemosert!! Wie Du ja hier «Von isearch zu iGoogle» schon treffend erwähnst, sind wir ca. 9995 Entwickler weniger als beim Big Brother. Wir [...]

Schreibe einen Kommentar

*Required
*Required (Never published)
 

Recent Artikel

Recent Kommentare

Letzte Trackbacks