Suchen:

Googles next big thing

von Reto Hartinger

Wenn der Mensch im Zentrum und die Kommunikation im Vordergrund stehen – wie das beim Internet der Fall ist – wird sich Google nicht als Suchmaschine definieren, sondern als Kommunikations- und Produktivitäts-Plattform für den Menschen.

Als ich den ersten Marketingplan für search.ch kreiert hatte waren die Ziele ganz einfach:

Von den 10 wichtigsten Dingen die der User im Internet macht, bieten wir 7 an. Diese waren nicht definiert – Bedingung war, dass man sie über kontextgerechte Werbung finanzieren konnte (wir hatten ja damals schon als weltweit erste Keywordwerbung). Deshalb kam für uns E-Mail als Dienst nicht in Frage, weil keine Zielgruppe herausgefiltert weren konnte.

Wir bieten Datenbanken online gratis an, die noch nicht zugänglich sind
Da war natürlich das Telefonbuch, der SBB-Fahrplan, das Autonummernverzeichnis, Kleininseratemärkte etc. im Visier.

Wir bieten Tools und keine Inhalte an
Wenn etwas im Netz bereits existiert, wollten wir das besser aggregieren (Mehr Quellen zusammenführen mit besserer Usability) oder den grössten Anbieter bei uns einbinden. Wen jemand bei uns sucht, haben wir das oberhalb der Suchresultate kontextsensitiv querverlinkt (äh was heisst das nun?). Suchte jemand beispielsweise nach Audi A4 gesucht, konnte er mit einem Klick gleich die Suche im Occasionautomarkt auslösen (Resultate haben wir keine angezeigt).

Bei allem was Google macht, finde ich immer Paralellen zu den Strategien, die wir damals entwickelt und teilweise umgesetzt haben. Sie machen das mit grösseren Möglichkeiten und in einer fortgeschritteneren Technologie und Zeit.

Die Google Vision
Google hat eine ziemlich ähnliche Vision, wird sich aber kaum auf das Internet beschränken. Dem Mensch das Wissen zugänglich machen (aber keines selber produzieren) und ihm die Tools anbieten, die er zur Wissensverarbeitung und Kommunikation braucht.

Nicht vergessen, Google besitzt physische Datenleitungen. Was hat Google damit vor? Google baut in Städten gratis WiFi. Was hat Google damit vor?

Die Datenleitungen haben sie nicht mit dem Ziel gekauft, sofort einen Dienst anzubieten – es war einfach eine Kaufgelegenheit, welche in die Vision passte. Später wird man dann ein Produkt finden, welches darauf aufbauen kann und wenn es zu Beginn nur dazu dient, die Responsezeiten zu verkürzen.

Google Unified Messaging
Neu hat Google mit Grandcentral ein Unified Messaging Dienstleister eingekauft. Damit erhält der (Google)-User für sein ganzes Leben eine einzige Telefonnummer für alle Dienste: Festnetz, Mobile, E-Mail etc. Der Anrufende oder anmailende kontaktiert diese Nummer und der Google-User bestimmt worüber er diese erhalten will. Ruft jemand auf das Festnetz an aber der Google-User ist nicht zuhause, erhält er den Anruf auf dem Handy oder auf dem PC in Google Talk – gerade so wie es passt.

Mit der Unified Messaging Identifikation, den Datenleitungen und WiFi Netze, kann Google immer noch entscheiden, ob es Carrierdienste anbietet will.

Wird die Unified Messaging Identifikation zum Single Sign on für alle Dienste über alle Kommunikationskanäle?


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