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SPAM macht keine Ferien – Weltbild auch nicht

von Reto Hartinger

Sicher sind Sie verwundert, diese Nachricht von jemandem zu erhalten, den
sie nicht personlich kennen.

Nein, eine solche Mail wundert mich gar nicht. Ich mache Ferien um alles zu vergessen. Einzig die SPAMer vergessen mich nicht. Es scheint, dass viel mehr Mails durch den SPAM-Filter rutschen als vor den Ferien. Das täuscht wohl, ich bekomme viel weniger Mails, weshalb die Palmen, Schuhputzgeräte, Bürostühle, Uhren und Börsenempfehlungen plötzlich mehr Gewicht erhalten.

Ganz begriffen mit dem SPAM habe ich es aber auch nicht. Mein Hotmailaccount lässt fast nur spanische SPAMs durch – weil ich dort auch fast ausschliesslich Spanisch schreibe. Mein Gmail kennt fast nur spanische und englische SPAMs obwohl ich dort nur Deutsch schreibe und meine IMAP-Accounts bekommen alles ausser spanischen SPAM doch Apple-Mail filtert die meisten zuverlässig raus. Einige Pokerfaces und Apothker bekomme ich zwar immer noch zu Gesicht und sind auch nach 300sten Mal als SPAM markiert, beim nächsten Mal nicht automatisch im SPAM-Folder.

Unverschämte Methoden von Weltbild – schickt unbestellte Ware
Noch dreister ist der Versandhändler Weltbild: während meiner Abwesenheit sendet er regelmässig völlig unbestellte “Sammlereditions”. Einmal eingeschrieben eine Schmuck-Kollektion: billigste Schundware. Ein Ringordner zum Einsortieren der schönen Dekorationsvorschlägen aus “Dekorieren Feiern Geniessen”, ein 2er-Set Deko-Tüten, eisblau, und dann noch die schöne Buchserie “Bergdoktor”. Huch und weil des Schönen nicht genug, legen sie jedesmal noch Prospekte und Geschenke bei wie z.B. Faszination Wildnis und den Themenflyer Schule. Weltbild gehört meines Wissens der katholischen Kirche – sozusagen heiliger SPAM mit realem Einzahlungsschein. Teuflische Methoden. Eine Dreistigkeit sondergleichen: ich habe einen solch billigen, unverkäuflichen Mist nie bestellt. Da es sich um Sammler-Editionen handelt, bekomme ich nun regelmässig unbestellte Ware. Rechtlich ist es so, dass ich das Zeugs nicht bezahlen muss und sie unverlangt gesandte Ware bei mir abholen müssten oder sonst geht es nach 2 Monaten in mein Eigentum über. Trotzdem – es ist nicht nur lästig sondern auch ärgerlich. Was rechtens ist, ist dem Verlag eh egal. Ich bin sicher, dass sie mich mahnen und vielleicht sogar betreiben werden.

Weltbild darf hier gerne Stellung nehmen.


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6 Kommentare zu “SPAM macht keine Ferien – Weltbild auch nicht”

  1. ThomasKolb schrieb:

    Reto, Google meint, Du bist nicht allein mit den Methoden des Verlags. Ja – Weltbild ist ziemlich katholisch. Die verkaufen (versenden) nur, was ins Weltbild passt.

    Das Verbrauchermagazin des SWR berichtet dazu:
    http://www.swr.de/infomarkt/archiv/2007/02/08/beitrag7.html?navigid=270

    “an den Hüften umgürtet mit Wahrheit” und “immer ehrlich sein!”

    Biebel-TV schaun… mit Oliver Kalkofes Interprätation auch erträglich.
    http://youtube.com/watch?v=NVOL-cnQg74

  2. weltbild schrieb:

    Der Kunde hat Weltbild aufgefordert, Stellung zu nehmen, was wir hier gerne tun.
    Wir verschichen keine unbestellte Ware. Es handelt sich bei dem Vorfall um Produkte aus dem Bereich Sammler-Editionen. Diese werden schriftlich, per Internet oder auch im Telefonmarketing bestellt. Es kommt manchmal vor, dass sich Kunden nicht mehr erinnern, telefonisch eine Zusage erteilt zu haben oder dass es beim Telefonieren Missverständnisse gibt. Manchmal bestellen auch andere Familienmitglieder und vergessen dann, dies dem Empfänger mitzuteilen. Es ist auch schon vorgekommen, dass sich jemand einen Joke damit macht, und auf den Namen eines anderen (Nachbar, Lehrer etc.) Bestellungen aufgibt, um denjenigen zu ärgern. In einem solchen Fall ist es für uns nicht möglich, dies herauszufinden.
    Natürlich können diese Sammler-Produkte jederzeit gestoppt, resp. zurückgeschickt werden. Ein Anruf genügt.
    In dem beschriebenen Fall ging es gleich um drei verschiedene Editionen. Der Kunde hat zwar angerufen, vermutlich ist hier aber der Hinweis, dass mehrere Serien laufen nicht angekommen und somit wurden die anderen Produkte nicht gestoppt.

    Es ist aber absolut nicht der Fall, dass Weltbild ungefragt Produkte verschickt. Der Kunde hat nun per e-mail auf diesen Umstand aufmerksam gemacht und natürlich werden wir die Serien sofort stoppen. Das ist eigentlich auch kein Problem. Allerdings kann passieren, dass die nächste Sendung zum Zeitpunkt der Meldung bereits unterwegs ist – diese kann dann nicht mehr gestoppt werden. Aber auch dieser Fall kann in unserem Kundendienst absolut kulant gelöst werden.

    Weltbild hat viele zufriedene Sammler-Editionen-Kunden, die sich jeden Monat über die neue Sendung freuen und auch kein Problem haben, bei Bedarf die Lieferungen zu stoppen oder auf ein anderes Produkt umzuschwenken.

    Weltbild-Team

  3. ThomasKolb schrieb:

    Gut — der Aspekt mit der “Fake-Bestellung” und auch der vergessenen Bestellung ist sicher nicht von der Hand zu weisen und plausibel!

    Im e-Commerce wird man sicher ein Lied davon singen können.

    Der Mechanismus der Bestell-Bestätigung wäre zwar administrativ aufwendig – würde solche Situationen jedoch wirklich nahezu gegen Null drücken können.

    Wenn Besteller bzw Recnungsempfänger und Lieferungs-Empfänger getrennt erfasst sind, wäre auch der Überaschungs-Effekt bei Geschenken erhalten.

  4. Marcel Widmer schrieb:

    Bei “eigentlich” werde ich immer skeptisch:

    [...] und natürlich werden wir die Serien sofort stoppen. Das ist eigentlich auch kein Problem.

  5. robert schrieb:

    Hallo Reto,

    Wäre es nicht möglich die 8,5 Millionen US$ auf mein Konto zu legen, dafür dann Zinsen kassieren

    (bei 0,5% und 8 Tagen ca. 1000Euro)

    und dann das ganze der Kripo übergeben ?

    (antwort bitte an meine emailadrese)
    gruss
    r.

  6. Jürgen schrieb:

    Hatte jetzt auch ein unbestelltes Päckchen vom Weltbildverlag erhalten.
    Nach Beschwerde an info@weltbild.de wurde das ganze gecancelt,man entschuldigte sich und ich durfte das Päckchen umsonst behalten.
    (War im übrigen eine Modellbahn DVD–Schade,daß ich mich dafür nicht interessiere)

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