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Next Generation Internet mit Steve Ballmer

von Beat Z'graggen

Steve Ballmer, der CEO von Microsoft, kam nach Zürich um über die Zukunft des Internet zu sprechen. Desktop-Computing und das Internet verschmelzen immer mehr. Dies ermöglicht ganz neue Arten von Software, neue Internetdienste und eine neue Benutzererfahrung. Mit der Kombination von neuen Technologien und Hilfsmitteln können schneller bessere Webdienste und -Seiten entwickelt werden. Was ist heute bereits möglich und wie müssen wir auf diese Entwicklung reagieren?

Steve Ballmer ist für seine äußerst extravertierten Auftritte bei Firmenveranstaltungen bekannt. Er musste schon einmal an den Stimmbändern operiert werden, nachdem er bei einem Meeting länger „Windows, Windows, Windows“ geschrien hatte. Auch an dieser Veranstaltung war seine kräftige Stimme markant! Im Gegensatz zu sein Ruf war seine Körpersprache aber nicht so extrem, wie sonst.

Als Sohn eines Schweizer Einwanderers (und Großneffe des Schweizer Anthroposophen und Malers Karl Ballmer) wuchs Ballmer in Detroit auf. Seite heute morgen ist er Ehrenbürger von Lausen (Baselland). Am 11. Juni 1980 wurde er der 24. Mitarbeiter Microsofts und der erste Manager. Seit dem 13. Januar 2000 ist er der Nachfolger von Bill Gates als Geschäftsführer (CEO) von Microsoft.

Steve Ballmer kam für einen Tag an die Internet Briefing Veranstaltung in Zürich. Als Europapremiere wird zum ersten Mal Microsoft Surface präsentiert. Johann Kurz, Chef von Microsoft Schweiz meint, dass die Tatsache, dass Steve Ballmer in die Schweiz gekommen ist auch mit dem speziellen Bezug zur Schweiz zu tun hat. Die Besprechungen der Zahlen über die Schweiz gehen bei Microsoft anscheinend immer besonders lang. Er will erreichbar sein und kann über steveb@microsoft.com angesprochen werden.

In den letzen 5 Jahren hat Microsoft stark daran gearbeitet, ein online Geschäft aufzubauen. Dies nicht nur in Form von Infrastruktur sondern auch in Form von Services. Gleichzeitig ist Microsoft auch einer der weltweit grössten Werbetreibenden im Internet. Steve Ballmer zeigte sich als guter Verkäufer seines Unternehmens und erwähnte die wichtigsten Angebote, welche Microsoft vertreibt.

Damir Tomicic, Geschäftsführer der St. Galler Firma Axinom GmbH, welche neue online Dienste entwickelt, erläutert die Möglichkeiten von Premiere Internet TV, aufgebaut auf Silverlight von Microsoft. Die Filme starteten in der Demo von Premiere Internet TV ohne die Verzögerung, wie sie normalerweise bei online Filmen üblich sind, welche abgerufen werden. Diese Anwendung wurde dank Silverlight von 2 Leuten in 5 Tagen entwickelt!

Steve Ballmer ging auch auf die markanten Änderungen am Benutzerinterface von Office ein. Sogar Bill Gates hat z.B. bei Excel neue Funktionen gefunden und war davon überzeugt, dass diese noch nie in Excel waren. Es zeigte sich, dass diese bereits seit 10 Jahren da waren und Bill Gates bezeichnet sich als Excell-Spezialist. Dank der neuen Benutzerschnittstelle von Office hat er aber auch Bill Gates völlig neue Möglichkeiten gefunden.

An der Demo von Microsoft Surface, dem vielgerühmten Tisch, welcher auf Berührungen reagiert, wurden vor allem Spielereien gezeigt. Digitalfotos, die auf dem Tisch herumgestossen werden können etc. Eigentlich handelt es sich gemäss Steve Ballmer nur um einen Windows Vista PC mit 5 Kameras und einigen Softwareergänzungen. Mit Hilfe von Smartcards erkennt das System Bilder oder Inhalte und reagiert darauf. Eine konkrete Anwendung wurde von T-Mobile gezeigt. Wenn ein Handy auf den Tisch gelegt wird, erkennt das System, um welches Modell dass es sich handelt und kann Informationen dazu anzeigen.

Gemäss Steve Ballmer waren die Suchmaschinen eine der am wenigsten innovativen Bereiche in Bezug auf Benutzererfahrung. In den nächsten paar Jahren sind da einige Innovationen zu erwarten, damit Google in dieser Beziehung überholt werden kann.

Auf die Frage, ob Windows Vista aufgrund der Startschwierigkeiten nicht ein Hemmschuh für neue Entwicklungen sein kann, hält Steve Ballmer fest, dass er zufrieden ist mit der Entwicklung von Vista. Es gab nur Probleme im Business-Umfeld, da die neuen Sicherheitseigenschaften bei vielen Programmen zu Kompatibilitätsprobleme führten.

Auf die Frage, ob Microsoft eine Zukunft hat, wenn in Zukunft alle Applikationen wie bei Google Apps nur noch auf dem Internet laufen, erläutert Steve Ballmer, dass er eine Mischung von online Applikationen mit lokalen Applikationen sieht.

Sascha P. Corti war stolz, sich als Kollege von Steve Ballmer zu präsentieren und nach dem Hauptvortrag des Microsoft CEO konkrete Anwendungen zu zeigen, wie moderne Benutzeroberflächen entwickelt werden können.

Gezeigt wurde ein Beispiel mit Windows Presentation Application für die British Libary, in welcher die Bücher interaktiv durchgeblättert werden können.

Einige der Möglichkeiten von Silverlight wurden auf einem Mac gezeigt, was für eine Microsoft Veranstaltung sicher bemerkenswert ist. Da es sich bei Silverlight um ein Plugin handelt, welches zuerst alle Internetnutzer herunterladen müssen, bevor die Anwendungen funktionieren, wird sich zeigen, ob es sich durchsetzt.

Ein Beispiel wurde von Andreas Windler von SwissTXT präsentiert. Die Firma ist das Multimedia Kompetenzzentrum der SRG SSR Idee Suisse und konzipiert, entwickelt und betreibt für ihre Kunden Web-, Mobile- und Content-Lösungen. Beim Beispiel handelt es sich um ein Interface, mit welcher Werbevideos hochgeladen und bewertet werden können. Das ganze soll unter pitch-it.ch online gehen. Vorgestellt wurde auch Silverlight Straming, bei dem bis 4 GB Filme kostenlos online gestellt werden können. Die Quintesenz des gezeigten war, dass die Anwenderführung des Internet sich immer mehr derjenigen auf Desktop-Applikationen anpasst.

Cross posting von
http://news.worldsites-schweiz.ch/next-generation-internet-applications.htm
http://news.worldsites-schweiz.ch/next-generation-internet-mit-steve-ballmer.htm


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3 Kommentare zu “Next Generation Internet mit Steve Ballmer”

  1. Reinhard Anton schrieb:

    Die Veranstaltung war sicher ein Highlight durch Steve Ballmer’s Präsenz und durch die Super-Präsentation von Silverlight und Expression durch Sascha Corti. Leider wurde die Podiumsdiskussion den Erwartungen nicht gerecht – dass SUN gerne auf teuere Server und Thin Clients fokussiert, wissen wir seit einigen Jahren … wen interessiert’s noch? Sich als Mac-Unhänger und Google-Nutzer zu outen, scheint zum sich ewig wiederholenden Ritual zu werden. Ich hätte gerne mehr Neues und Spannendes gehört, über spannende RIA-Projekte in der Schweiz, über Microsofts Live.com-Initiativen und über Innovationen wie Popfly, Photosynth und ähnliches. Schade eigentlich, dass der Abschluss den Highlights des Nachmittags nicht gerecht werden konnte ….

  2. Paul Frey schrieb:

    Die gestrige Veranstaltung mit Steve Ballmer war spannend. Einer der zentralen Passagen des Podium war für mich die Aussage, dass es in 5-10 Jahren schwierig sein wird zu wissen welche Daten von wo kommen. Da Daten immer gut wie auch schlecht sein können, schaudert mich, als Managed Security Service Provider, diese Vision bezüglich Sicherheitsimplikationen. Dieses mulmige Gefühl in der Magenhöhle wurde auch mehrmals angesprochen vom Publikum während des Panels. Die Durchführung fand jedoch nicht statt und damit bleibt die Konklusion offen. Vermutlich wäre dies sogar ein Thema für eine ganze Veranstaltung: “Brave New Internet World vs Security”.

  3. Reto Hartinger schrieb:

    Ein Grund, wieso Microsoft das Internet Briefing als Plattform für Steve Ballmers interessant gemacht hat, ist eben der Umstand dass es Leute gibt, die sich als Mac-Anhänger und Google-Nutzer outen”. Zu Microsoftveranstaltungen kommen eben immer nur Microsoft Fans. Soll Microsoft innovative Hard und Software einfach nur seinen Claqueuren zeigen, oder sich in die Höhle des Löwen wagen? Bemerkenswert war ja die Aussage von David Nüscheler, der gemeint hat, dass er und seine Firma schon seit Jahren ohne Microsoftprodukt auskommt aber dass Silverlight ihm Lust gebe, wieder ein Microsoft-Produkt einzusetzen. (Jaja obwohl es Flash gibt das verbreiteter ist etc. etc.). Ohne diese Veranstaltung hätte er nie Kontakt mit Silverlight bekommen und seine Aussage macht das Produkt für das Publikum viel glaubwürdiger.

    Im Vorfeld habe ich mit einem anderen wirklich wichtigen Mann (Googler), der in der Linux/AJAX-Welt angesiedelt ist, gesprochen. Er hat Silverlight überhaupt nicht gekannt und sah kein Grund sich das anzusehen. Da habe ich gesehen, wie stark diese Welten auseinander klaffen und es doch immer wieder gut tut, über den Zaun zu schauen. Er hat sich für diese Event angemeldet, konnte dann aber trotzdem nicht kommen. Schade.

    Deshalb ist Interne Briefing eine unabhängige Organisation, welche die Türen in alle Welten öffnet. Z.B. eben auch mit dem nächsten Anlass, wo wir bereits zum zweiten Mal zu Google gehen und uns in ihre Entwicklungsmethoden ansehen.

    Google’s Engineering Culture – Wie bei Google Software geschrieben wird
    http://www.internet-briefing.ch/2google_visit

    Dass wir auch dort alles hinterfragen, gehört eben zum Stil und Erfolg des Internet Briefings.

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