yahoo schwärzt google in Europa an
Die Dominanz von Google im Werbemarkt ist erdrückend und die Konkurrenten wissen nicht, wie sie Terrain gut machen können.
Wie gut, gibt es Vater Staat der alles richten könnte. So hat schon Microsoft in Amerika gegen die DoubleClick-Uebernahme von Google lobbiert. Nun macht Yahoo das gleiche bei der Europäischen Kommission.
- die Übernahme könnte die Preise für Online-Werbung in die Höhe treiben
Wie denn? Bis anhin hat Google eigentlich die Preise immer nach unten gedrückt, weil es total auf Performance-Basis bezahlt wird.
- die Übernahme könnte die Werbeeinnahmen von Onlinepublikationen verringern
Tatsächlich. Weil eben das erste Argument nicht stimmt und nun immer mehr Werbung performancebasiert agewickelt würde. Vielleicht macht Google Doubleclick für Sitebetreiber gratis. Das wäre dann wenigsten ein Zustupf an die verlorenen Erlöse. Aber wieso soll das den Wettbewerb behindern? Welchen Wettbewerb? Immerhin könnte Google weil es dermassen dominiert, den Prozentsatz der an die Sites ausgeschüttet wird verringern. Äh, da möchte ich mich verhört haben. Vermarkter reissen den Sitebetreibern mehr Geld aus den Taschen als Google. Allein für das Adserving belasten sie zwischen 10 und 15 Prozent. Was man Google vorwerfen kann ist, dass sie nicht offenlegen, wieviel sie pro Kunden einnehmen und demnach weiss niemand, wieviel Prozente man Google eigentlich abgibt und ob das mit rechten Dingen zugeht. Das ist in der Tat störend. Auch ist es nicht leicht, sich auf Google als Partner zu verlassen. Schon mancher wurde einfach aus dem Adsense-Programm rausgeworden, ohne überhaupt Geld zu bekommen. Unschön. Aber genau hier liegt ja die Chance der Konkurrenz. Verhält sich Google ungeschickt, können Yahoo und Microsoft paroli bieten. Bereits heute lösen Websites bei Yahoo und Microsoft mehr Geld pro Klick als bei Google. Beide sind aber nur für sehr grosse Sites geeignet, weil viel Handarbeit dabei ist.
So ist z.B. Digg von Google Adsense zu Microsoft übergelaufen. Microsoft beteiligt voraussichtlich mit 5 % an Facebook, um den Werbedeal mit ihnen zu sichern.
Adsense ist bereits bei 25 % der europäischen Online-Werbeflächen anzutreffen. Mit DoubleClick könnte sich der Anteil nochmals drastisch erhöhen. Adsense/Analytics/Doubleclick ist ein Winning-Trio, dem die Konkurrenz (noch) nichts entgegenzusetzen hat. Mit DoubleClick weiss Google einfach immer mehr über das Verhalten der Nutzer und kann entsprechend Werbung schalten. Aus Sicht des Benutzers gar nicht so schlecht. Wenn schon Werbung, dann die die mich interessiert.
Hoffentlich lässt sich weder der Amerikanische Kongress noch die Europäische Komission auf Heimatschutz ein. Es sollen sich die besten Produkte, nicht die besten Anwälte durchsetzen.



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