Web 2.0: 2/3 der Schweizer Kommunikationschefs lesen Blogs
Marcel Bernet präsentierte am Lunch-Event des Internet-Briefing eine Studie zum Web 2.0 auf Basis einer Umfrage bei den 200 grössten Unternehmen und Organisationen der Schweiz. Eines der Resultate: Zwei Drittel der Kommunikationschefs der grossen Organisationen lesen bereits Blogs. Einen eigenen Blog haben aber erst 7 %. Hier eine Zusammenfassung für diejenigen, die nicht dabei sein konnten.
Bei der Umfrage wurde nach den bisherigen Einsatzgebieten von Web 2.0 Anwendungen gefragt. Demnach wird die Kommentarfunktion für normale Webseiten bereits von 24 % der Schweizer Unternehmen und Organisationen eingesetzt und weitere 24 % planen, dies einzuführen. Viele der anderen Möglichkeiten von Web 2.0 werden zuerst intern ausgetestet bevor man diese öffentlich einsetzt.
Besonders überraschend war, dass bereits zwei Drittel aller Befragten angeben, dass sie im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit Blogs lesen. Marcel Bernet hat zwar die Befürchtung geäussert, dass die Umfrage verfälscht sein könnte. Wenn Umfragen zum Leseverhalten gemacht werden, geben auch die meisten an, sie würden renommierte Zeitungen wie die NZZ lesen und kaum jemand das Penthouse. Da Blogs heute in sind und zum guten Ton gehören, ist es denkbar, dass die Zahl ein wenig höher ist als dies dem effektiven Leseverhalten entspricht. Aber auch dann ist nicht zu übersehen, dass sich die Blogs einen festen Platz im Medienkonsum der Kommunikationschefs ergattert hat.
Journalisten glauben eher Mitarbeiter-Blogs als Firmenblogs
Nur 8 % der Befragten versenden Pressemitteilungen auch an Blogger. Dort herrscht sicher noch ein Nachholbedarf. Gemäss Marcel Bernet wissen auf der anderen Seite die Journalisten der NZZ nie, ob sie eher den offiziellen Pressemitteilungen von Microsoft glauben sollen oder als Informationsquelle nicht eher die Blogs der Microsoft Mitarbeiter nutzen sollen.
Erst 12 % der befragten Unternehmen führen selber einen Blog. Die Ängste sind gerade bei grossen Organisationen noch gross, die neuen Möglichkeiten nicht handhaben zu können. 63 % der Befragten haben angegeben, dass sie bereits Video-Podcasts einsetzen oder dies zumindest geplant haben. Es ist hier allerdings zu vermuten, dass die Befragten einfach an irgendwelche online zur Verfügung gestellten Videos gedacht haben und nicht unbedingt an Podcasts.
RSS wird von den wenigsten genutzt. Nur gerade 13 % setzen RSS ein. 45 abonnieren die Inhalte per E-Mail. 7 % der Befragten gaben an, auf Second Life präsent zu sein. 92 % sagten aus, dass sie keine Absicht haben, dieses Medium zu nutzen.
Gemäss der Umfrage betreiben 13 % eigene Wikis, vor allem für interne Zwecke. Und 13 % planen die Einführung einer solchen von mehreren Autoren geführten Informationssammlung für die nächsten zwei Jahre. Fast die Hälfte der Schweizer Unternehmen und Organisationen betreibt ein Monitoring von Online-Inhalten. Überraschend war, dass viele davon klassische Mediendienste wie Argus verwenden.
An der anschliessenden Diskussion wurden auch Dienste wie Trigami besprochen, über welche Blogger bezahlt werden können, etwas zum eigenen Angebot zu schreiben. Trigami kennt zwar ca. 1′500 Blogger aber die grossen und wichtigen Blogs sind zum grössten Teil nicht darunter.
Cross-Posting von
http://news.worldsites-schweiz.ch/web-20-23-der-schweizer-kommunikationschefs-lesen-blogs.htm



Philippe Surber schrieb:
Mich persönlich überraschte hauptsächlich die Zahl der angeblich eingesetzten Podcasts. Ein Blick in die Studie offenbarte dann allerdings, dass nicht nach Podcasts, sondern nach Videos gefragt wurde. So gesehen liegt hier m.E. eine Unschärfe in der Interpretation vor.
Kommentiert am 07-Nov-07 um 10:58 pm | Permalink
Reto Hartinger schrieb:
Kann ich auch nicht glauben – da liegt bei den Befragten ein Missverständnis vor. Wenn wir in der CH Bevölkerung nach dem Begriss Poscast fragten, würden wohl nur 2 % oder weniger eine gescheite Antwort rausrücken. Deshalb wohl die hohe Zahl.
Kommentiert am 07-Nov-07 um 11:37 pm | Permalink
Beat Z'graggen schrieb:
Der Begriff Podcast ist für viele sicherlich nicht klar von online Videos abgegrenzt. Auch bei der Fernsehsendung Eco wird jeweils erwähnt, dass man die aktuelle Sendung als Podcast herunterladen kann. Wer nicht weiss, dass man Podcasts abonnieren kann denkt also, dass er sich einfach ein Video herunterladen kann und dadurch wird Podcast zum Synonym für online Video.
Kommentiert am 08-Nov-07 um 10:57 am | Permalink
Reto Hartinger schrieb:
Ich höre immer, dass Firmen schreibfaul seien. Hey – es muss mehr Leute geben die lesen als schreiben. Das Verhältnis Lesen/Kommentieren/Schreiben muss ein Trichter sein. Schade ist, dass viele Blogeinträge auf mehr Artikel als Kommentare kommen. Das ist beim Internet Briefing z.B. nicht der Fall. Wir haben etwa doppelt so viele Kommentare wie Einträge
Das hat natürlich damit zu tun, dass wir den Blog rund um eine bestehende Community machen und nicht einen Blog der seine Community zuerst sucht.
Kommentiert am 08-Nov-07 um 2:09 pm | Permalink
Internet Briefing Blog / Google: Der Kampf gegen Linkverkäufer geht weiter schrieb:
[...] den Internet Briefing Blog liest? Wir hatten ja kurz über das Thema Trigami gesprochen (s. Web 2.0: 2/3 der Schweizer Kommunikationschefs lesen Blogs). Auch wenn derzeit der Schwerpunkt bei englischsprachigen Blogs liegt: Gemäss Google [...]
Kommentiert am 19-Nov-07 um 11:25 am | Permalink