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Texten im Internet: So werden die Inhalte gelesen

von Beat Z'graggen

Internetbesucher sind ungeduldig. Wenn sie nicht innerhalb von 6 – 8 Sekunden erkennen, dass sie auf der richtigen Seite sind, ziehen sie weiter. Ausserdem unterscheidet sich das Leseverhalten im Internet in einigen Punkten wesentlich von gedruckten Unterlagen. Deshalb ist es nicht nur wichtig, was Sie sagen, sondern auch, wie Sie es sagen!

Beim Texten im Internet reicht es nicht aus, so wie im Printbereich zu texten. Am Bildschirm wird langsamer und ungenauer gelesen. Dies ist das Ergebnis mehrerer Untersuchungen. Die Lesegeschwindigkeit ist gegenüber Papier um 25 bis 30 Prozent geringer. Nur 16 Prozent lesen einen Text von Anfang bis Ende. Der Inhalt wird ungenauer und unkonzentrierter wahrgenommen, maximal die Hälfte des Textes bewusst aufgenommen.

Die meisten überfliegen den Inhalt lediglich und bleiben bei Schlüsselwörtern hängen, nach denen sie suchen. Informationen, welche ohne Scrollen sichtbar sind, finden besondere Beachtung und die Botschaft, weswegen man die Seite lesen sollte, gehört an den Anfang der Seite.

Mit diesem vierstufigen Aufbau werden Ihre Internettexte beachtet

  • Die Überschrift verrät sofort, um was es geht: Internetleser entscheiden meist schon bei der Überschrift, ob sich das Weiterlesen lohnt. Formulieren Sie diese deshalb so, dass der Leser sofort erkennt, ob ihn der Text persönlich betrifft und welcher Nutzen für ihn drinsteckt.
  • Die Einleitung fasst das Wichtigste des Texts zusammen: Konkretisieren Sie den in der Überschrift angedeuteten Nutzen, indem Sie das Wichtigste des Texts am Anfang kurz zusammenfassen. Sorgen Sie dafür, dass sich die Einleitung vom restlichen Text deutlich absetzt, zum Beispiel durch eine fette Schrift.
  • Der Hauptteil liefert die Detail- und Hintergrundinfos: Bieten Sie ohne Umschweife die Fakten. Zum Beispiel eine Produktbeschreibung oder eine Anleitung. Hier einige Hinweise zum online Texten.
  • Eine Handlungsaufforderung gehört auf jede Seite! Mit der Handlungsaufforderung soll eine Reaktion beim Leser ausgelöst werden. Ob er direkt auf eine Kontakt- oder Bestellseite gelenkt wird, hängt vom Inhalt ab. Letztendlich soll er aber auf dem Auftritt bleiben, bis sie den Leser auf Ihr gewünschtes Ziel hingelenkt haben.

Grundsätzlich müssen Sie bei Texten im Internet drei Fragen beantworten: Warum soll Ihr Leser etwas tun? Diese Frage muss bereits in der Überschrift und Einleitung beantwortet werden. Was soll er tun? Beantworten Sie diese Frage im Hauptteil in Form von Lösungsansätzen. Wie geht er konkret vor? Was soll er als Nächstes tun? Achten Sie darauf, dass jede Seite eine Handlungsaufforderung hat.

Internet Texte werden kaum gelesen. In der Regel werden sie nur überflogen. Machen Sie sich diesen Umstand zunutze, indem Sie Ihre Leser mit Schnellstrassen durch den Text leiten und ihnen die Essenz des Inhalts präsentieren. Wie gehen Sie beim Texten im Internet vor? Verpacken Sie Schlüsselwörter und Nutzenaussagen in folgende Elemente:

  • Haupt- und Zwischenüberschriften
  • Hervorhebungen, wie farbige oder fette Textstellen
  • Aufzählungen
  • Hyperlinks
  • Bildunterschriften

Weitere Tipps, die Ihre Internet Texte leichter lesbar machen

  • Kurze Absätze: maximal fünf bis sieben Zeilen, durch Leerzeilen getrennt
  • Schriftgrösse mindestens 10 Punkt: Arial bzw. Helvetica als Schriftart ist am Bildschirm am besten zu lesen
  • Textbreite maximal 12 cm: Zum Beispiel im Rahmen eines Dreispaltendesigns mit dem Fliesstext in der Mitte
  • Einfache Satzkonstruktion: Vermeiden Sie Verschachtelungen. Ein Gedanke, ein Satz und lieber ein Punkt als ein Komma.

Nachdem Sie Ihre Seiten erstellt haben, überprüfen Sie diese mit der bekannten AIDA-Formel (ergänzt mit Zufriedenheit) und überprüfen Sie dies auch regelmässig mit geeigneter Internet Statistik:

  • Aufmerksamkeit: Erhält die Seite die Aufmerksamkeit der Besucher und kommt Ihre Botschaft in 8 Sekunden an?
  • Interesse: Stimuliert die Seite das Interesse des Besuchers und wird er darin bestärkt, dass er am richtigen Ort ist?
  • Desire (Verlangen): Inspiriert die Seite zu einer Handlung, die den Besucher zu einem Kauf, der Kontaktaufnahme (oder anderer Ziele) führt?
  • Aktion: Ist es für den Besucher offensichtlich und einfach, diese Handlung auszuführen?
  • Zufriedenheit: Stellt die nächste Seite, die der Besucher gewählt hat, ihn zufrieden, indem er genau das erhält, was er will, auf genau die Art und Weise, wie er es will?

Ursprünglich publiziert unter
Texten im Internet: So werden die Inhalte gelesen
Texten im Internet: Diese Fragen müssen Sie beantworten


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7 Kommentare zu “Texten im Internet: So werden die Inhalte gelesen”

  1. Besserwerberblog • Marketing für Besserwerber schrieb:

    Reichweiten in Reichweite…

    note blog: Über Problementdecker, Problembeschreiber, Problemfinder, Problemerklärer, Problembeobachter, Problemverwalter, Problemmacher und Problembeschäftiger
    In jedem Meeting sollte man 3 x widersprechen, sonst wird man nicht ernst geno…

  2. Internet-heute » Re: rechtsextremismus im Internet? - Neue Internet-Plattform gegen Rechtsextr… schrieb:

    […] immer tiefer sinkenden Themen welche ebenfalls > die breite Masse immer mehr verblöden lassen und damit deren > Interesse an Demokratie immer mehr verschwinden lassen. Demokratie > kann nur […]

  3. Wochen Internet » Re: Kinderpornos schrieb:

    […] publiziert die Ergebnisse ihrer Taten von dort. Der Konsumentenmarkt aber, der ist hier und nur auf den haben wir Zugriff. > Konsument ist heutzutage ja schon jeder, der wirklich zufälig eine > solche […]

  4. Jessi schrieb:

    Danke für den Artikel!

    Hab hier ein interessantes Artikel bzw. Seite mit Tipps und Anleitungen gefunden. Darin sind unter anderem Anweisungen und Bespiele für Professionelles Texten zu finden.

  5. Isabela schrieb:

    Was ein Webtext noch unbedingt ansprechen muss: die möglichen Einwände, die von der Kaufhandlung abhalten können. Dies macht das Texten sicherlich noch zeitaufwendiger, da meistens Einwände nicht offensichtlich sind und einer Recherche bedürfen.

  6. Beat Z'graggen schrieb:

    Mögliche Einwände anzusprechen kann hilfreich sein, kann aber auch Umsatz kosten. Vor allem dann, wenn Einwände angesprochen werden, auf welche der Kunde selber gar nicht gekommen wäre. Hier gibt es nur eins: Testen!

  7. Isabela schrieb:

    Entschuldige mich für die unpräzise Formulierung: Was ich mit dem Ansprechen meinte: unbewusste Einwände auflösen durch den Text.
    Ja, das ist schon eine sehr fortgeschrittene Texttechnik, die nur ein sehr erfahrener Profi bewerkstelligen kann. Hier haben Sie vollkommen Recht, dass es zweischeidiges Schwert sein kann. Für die Beschreibung der Standardprodukte ist es sicherlich nicht notwendig und nicht zielführend. Dafür aber im Fall von erklärungsbedürftigen Produkten, die der Kunde mit einem hohen Kaufrisiko verbindet.

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