von Paul Frey
Mit Interesse folgte ich am Internet Briefing anfangs April den Ausführungen von David Rosenthal zu “Rechtliche Stolpersteine im eBusiness“. Meiner Meinung greifen seine Ausführungen zum Thema Disclaimer zu kurz. Wieso möchte ich am Beispiel „ein vertrauliches eMail landet beim falschen Empfänger“ gerne mit Euch diskutieren:
Wie die NZZ kürzlich berichtete, zieht ein fehlgeleitetes eMail der Credit Suisse in Amerika schwerwiegende Konsequenzen mit sich. Verschiedene Investmentbanken, darunter die Credit Suisse hatten zwei Private-Equity Firmen einen Kredit zugesagt, damit diese die US-Firma Clear Channel kaufen können. Aus einem fehlgeleiteten eMail der Credit Suisse wurde für die beiden Käufer jedoch ersichtlich, dass die Banken den zugesagten Kredit platzen lassen wollten. Nun wurden die betroffenen Banken vor Gericht geladen. Ein kostspieliger Monsterprozess bahnt sich an.
Dieser Vorfall zeigt eine Schwäche des herkömmlichen eMail-Verkehrs. Ein falscher Klick und eine eMail kann fatale Folgen haben. Meistens haben diese Versehen keine direkte Auswirkung, doch wie dieser Fall zeigt, können solche Fehler zu erheblichem finanziellem und Reputations-Schaden führen.
Hilfsmittel erlauben solche Vorfälle zu minimieren. Mit Secure Messaging gibt es massentaugliche Lösungen, welches den Benutzer vor solchen Fehltritten schützt. Nur der authentisierte Empfänger kann auf die Nachricht mit einem Zugangscode zugreifen.
Der eMail-Verkehr wird schon lange nicht mehr nur als „Plauder-Kanal“ genutzt, ein Grossteil der geschäftsrelevanten Kommunikation wird heute per eMail abgewickelt. So sollte eine saubere Klassifizierung von sensibler Geschäftskommunikation gemacht werden und auch die Sicherheitsvorkehrungen angepasst werden. Die negativen Folgen einer Fehlleitung hat dieser Fall klar ersichtlich gemacht. Die Credit Suisse und die anderen beteiligten Banken wurden von einem Wirtschaftsanwalt in USA auf Schadenersatz von über 26 Mrd. $ eingeklagt.
Was meint Ihr zum Thema eMail Fehlleitungen? Habt Ihr auch schon nicht für Euch bestimmte Mails mit interessanten Informationen erhalten? Oder wurdet Ihr gar schon Opfer von einer ungewollten Fehlleitung?
von Peter Hogenkamp
Die Bieler Internetagentur orange8 (die übrigens mit der gleichnamigen Mobiltelefoniefirma nichts zu tun hat – hallo Mike Schwede, kleiner Scherz, die gut abgestandenen sind eben die besten), wurde heute verkauft an den Vermarkter Goldbach Media, wie diverse Online-Medien berichten (das «Bieler Tagblatt» am ausführlichsten).
Eine interessante Entwicklung, denn sicherlich kann man nicht nur gegenseitiges Cross-Selling machen, sondern Goldbach hat nun auch eine Agentur im Haus, die ihre Vermarktungsideen auch gleich umsetzen kann. Und vermutlich wollte orange8 schon lange mal nach Zürich, denn von Biel ist es ja doch ein ganzes Stück zu fahren.
«Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart», heisst es immer so schön. Wir schalten daher jetzt um zu Reto Hartinger, der hier für uns, exklusiv und im kleinen Kreis, sicher eine gute Schätzung über den Kaufpreis abgeben wird. (orange8 hat 30 Mitarbeiter und hat seinen Umsatz 2007 um 37% gesteigert, aber man weiss nicht, auf welchen Betrag. Was schätzen wir? 4 Millionen?)
von Beat Z'graggen
Während im allgemeinen die meisten Firmen (trotz besserem Wissen) die Werbeausgaben zurückfahren, wenn die Konjunktur schwächer wird, läuft der online Markt anders. Befürchtungen über eine Schwäche des Online-Werbemarktes fegte Google mit einem Ergebnisplus von 30 Prozent beiseite. Folgen der Konjunkturflaute in den USA bekam Google nach eigenen Angaben nicht zu spüren.
Google hat mit einem kräftigen Gewinnsprung zum Jahresanfang allen Gerüchten und Konjunktursorgen getrotzt. Nachdem noch vor einigen Wochen Gerüchte aufkamen, dass das Wachstum im Suchmaschinen Marketing zumindest in den USA nur noch gering sei, hat Google mit den nun vorliegenden Zahlen das Gegenteil bewiesen.
Gemäss dem Marktführungsinstitut Comscore haben amerikanische Google-Nutzer im März zwar nicht mehr so stark auf Anzeigen neben den Suchergebnissen geklickt. Die Zahl der Klicks auf die Anzeigen stieg gemäss Comscore im März 2008 im Vergleich zum Vorjahresmonat nur um 2,7 Prozent. Im gesamten ersten Quartal haben die Klicks auf die Suchmaschinen Werbung nur um 1,8 Prozent zugelegt. Im Schlussquartal 2007 hatte es noch ein Wachstum von 25 Prozent gegeben nach 48 Prozent im dritten Vierteljahr. Dies hat Gerüchte und Sorgen um das Wachstumstempo von Google genährt. Einige Experten interpretieren dies als Bremsspuren der schwachen US- Konjunktur.
Dabei wurde übersehen, dass Google auch gezielt Massnahmen durchgeführt hat, um die Qualität der Klicks zu steigern. Google selbst führte den Rückgang unter anderem auf Massnahmen gegen ungewollte Zufallsklicks zurück. Zudem sind die Einnahmen von Google ja nicht nur von der Anzahl der Klicks sondern auch von Preis eines Klicks abhängig. Nun hat Google die Befürchtungen über eine Schwäche des Online-Werbemarktes mit einem Ergebnisplus von 30 Prozent beiseitigt. Folgen der Konjunkturflaute in den USA bekam Google nach eigenen Angaben nicht zu spüren. Dies ist auch nicht verwunderlich, gehen doch die meisten Experten davon aus, dass der Anteil der Werbegelder, welche in den online Bereich fliessen, weiterhin massiv zunehmen wird (siehe auch 2015 wird jeder dritte Werbe-Euro in Internet-Marketing investiert und Online Marketing wird 60 % vom Werbebudget erhalten).
Der Umsatz von Google sprang im ersten Quartal um 42 Prozent auf 5,19 Milliarden Dollar. Erstmals in der Firmengeschichte nahm Google mehr Geld ausserhalb der USA als auf seinem Heimatmarkt ein. Allerdings kommen immer noch 49 % des Umsatzes aus den USA und auch der schwache Dollar hat diesen Anteil beeinflusst. Die Bemühungen von Google, seine Stellung ausserhalb der USA weiter auszubauen tragen aber Früchte (siehe auch Google-Forschungszentrum in Zürich ausgebaut).
Der Gewinn lag im ersten Quartal mit 1,31 Milliarden Dollar knapp ein Drittel über dem Vorjahr. Gemäss Konzernchef Eric Schmidt haben die Auswirkungen der US-Wirtschaftsschwäche bislang keine erkennbaren Auswirkungen auf Google. Die Google-Aktie legte entsprechend stark zu und an der Börse ist man erleichtert, dass der US-Wirtschaftsabschwung die Google-Geschäfte nicht beeinflusst hat.
Ursprünglich publiziert unter http://news.worldsites-schweiz.ch/google-trotzt-schlechter-us-konjunktur.htm
von Beat Z'graggen
Verschiedene Studien zeigen auf, wie wichtig die Kundenbewertungen im Internet für die Reisevorbereitung geworden sind.
Gemäss einer letztes Jahr von Österreich Tourismus präsentierten Studie sind beim Entscheid für den Urlaub Kundenbewertungen von grosser Bedeutung:
Glaubwürdigkeit von Kundenbewertungen für die Reisevorbereitung

Einfluss von Kundenbewertungen für die Reisevorbereitung

Auch bei einer anderen Studie, welche die Marktforscher von Fittkau & Maaß erstellt haben, unterstreicht die Bedeutung des Web 2.0 für die Reisevorbereitung. Über ein Drittel der Internet-Nutzer gibt bereits heute an, sich vor der Buchung einer Reise auch auf Hotelbewertungs- beziehungsweise Meinungsportalen zu informieren! Besonders Personen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren verlassen sich auf die Meinungen der bisherigen Gäste. Hier liegt der Anteil der Nutzer bei fast 40 Prozent. Unter denjenigen, die das Internet aktiv zum Buchen von Reisen nutzen, besucht sogar mehr als jeder Zweite Hotelbewertungs-/Meinungsportale, um sich vor seinen Reisebuchungen zu informieren.
Der Beitrag wurde ursprünglich unter
http://news.worldsites-schweiz.ch/online-kundenbewertungen-sind-entscheidend-fuer-die-reiseverobereitung.htm
publiziert.
von Daniel Niklaus
In der nächsten Ausgabe der OnlinePC-Zeitung gibt es einen Bericht zu “Berufe im Internet”. Der Artikel zeigt auf, wie finde ich über die Lehrberufe “Informatiker” und “Mediamatiker” den Berufseinstieg. Welche Umschulungsmöglichkeiten wie “Multimediaproduzent” und “HF Fachrichtung Informatik” stehen zur Verfügung. Was bringen WebPublishing-Kurse?
Erfahrungsberichte und Wünsche gesucht
Welcher Arbeitgeber hat besondere Wünsche/Anforderungen an seine zukünftigen Mitarbeiter? Was verbessert die Berufs- und Branchensituation. Und welcher Arbeitnehmer hat positive oder negative Erfahrungen mit dem einen oder anderen Bildungsweg gemacht?
von Reto Hartinger
Ich habe die beiden gestrigen Vorträge Sicherheitslücken in Webapplikationen – Die grössten Probleme und deren Lösungen sowie Rechtliche Stolpersteine im E-Business – Fälle aus der Praxis im Forum des Memberbereich des Internet Briefings zum Download zur Verfügung gestellt. Logge Dich ein und lade sie herunter.
Erste Veranstaltung in Basel
Hier noch eine Veranstaltung in Basel, die wir mit Luc Halidmanns Swiss Made Software realisieren:
Swiss Made Business-logic (Event in Basel)
16.04.2008 09.00-12.00
http://www.internet-briefing.ch/swissmadebasel
Reserviere Dir bereits den 28. und 29. Mai! Wir verantalten eine grosse Entwicklerkonferenz zum Thema Rich Internet Application Entwicklung. Bist Du im Projektmanagement oder Entwicklung, wird Dich dieses Event interessieren. Die heissesten Themen servieren wir in coolen zwei Tagen.
Provisorisches Programm
RIA Entwickler Konferenz
28. Mai Projektmanagement und Entwicklungsmethoden
- Agile Softwareentwicklung mit Scrum und XP
- Software Design – Das Stiefkind der Softwarequalität
- Projektsanierung – Zucker, Brot oder Peitsche? Wie man ein Projekt aus der Klemme holt
- Code Reuse, Motivation, Koordination, Kollaboration oder Was Entwicklerteams von Open Source Communities lernen können
- Near- und Offshoring: Best praticies
……..
http://www.internet-briefing.ch/RIA1T
29. Mai Rich Internet Application Entwicklung
- AIR vs Silverlight vs XHTML/AJAX
- Zusammenspiel von Frameworks und Libraries bei RIA
- AIR, Gears & Co – Webtechnologien entern den Desktop
- Data Portability
………
http://www.internet-briefing.ch/RIA2T
Du kannst übrigens noch Referatsvorschläge für beide Tage machen unter http://www.internet-briefing.ch/call_for_speakers
Internet Briefing im Mai:
Was Du schon immer über Deine Konkurrenz wissen wolltest – Internetforschung: Tools, Analysen, Mediaplanung
06.05.2008 17.30-20.00 anschliessend gemeinsames Abendessen
Brasserie Lipp, Zürich
http://www.internet-briefing.ch/netaudit
von Beat Z'graggen
Nachdem letztes Jahr bereits eBay damit begonnen hat, die Besucher noch stärker einzubinden und ein Social Network für Produkte aufzubauen, macht jetzt auch Amazon einen grossen Schritt in diese Richtung. Amazon-Kunden können die Produkte mit Tags (Stichwörtern) indizieren und werden dafür auf den Produktseiten präsentiert und somit gleichsam automatisch Mitglieder einer Produkttag-Community.
Seit kurzem sieht man, wie Amazon in den USA Produkttags nutzt, um – wie Amazon es nennt – “Customer Communities” aufzubauen. Diese enthalten Diskussionsforen, Wunsch- und Geschenklisten, Produktempfehlungen und weitere Elemente, um die Besucher stärker einzubinden. Eher ungewöhnlich für einen klassischen E-Commerce Anbieter ist dabei, dass dazu auch die Nutzer präsentiert werden, die das entsprechende Tag vergeben haben. Wohl ein Massnahme, um möglichst rasch möglichst viele dazu zu bringen, die neuen Möglichkeiten zu nutzen.

Amazon macht also beim Trend zum Social Shopping mit und treibt in der neuen Version den Wandel hin zu einem Social Shopping Network, in dem sich die Nutzer untereinander weitaus direkter austauschen können. Während Ebay die entsprechenden Aktionen gross angekündigt hat, macht es Amazon derzeit eher noch still und heimlich durch die Hintertür.
Erst vor kurzem hatte Amazon ein Widget für Facebook veröffentlicht, mit dem die Kunden nun auch beim Online-Händler einkaufen können, ohne die Community verlassen zu müssen. Ein weiteres ECommmerce-Widget, das Amazon für Facebook entwickelt hat, streamt Aktivitäten auf Amazon zu Facebook. So wird beispielsweise angezeigt, wenn sich Bewertungen ändern oder Rezensionen zu einem Buch hinzukommen.
Artikel wurde ursprünglich unter
http://news.worldsites-schweiz.ch/amazon-im-trend-social-network-beim-online-shopping.htm
publiziert.
von PeterStevens
Ich brauche Eure Hilfe: Ich bereite einen Vortrag zum Thema, “Warum Projekte scheitern und wie man es verhindert.”
Einer meiner Lieblingsaufgaben aus meiner Scrum-Training war die Uebung, alle Möglichkeiten aufzulisten, wie man ein Projekt zum scheitern bringt. Und so möchte einen Liste erstellen, die in der Erfahrung von vielen Leute gegrundet ist.
Meine Bitte: Einen kurzen kommentar schreiben, mit Euren Kandidaten (oder noch besser, die Geschichte einer “Lieblingskatastrophe” erzählen).
So bald ich genügend Kandidaten habe, werde ich einen Poll aufsetzen, damit wir abstimmen können, was sind wirklich die Top-Super-GAU-Verursachern.
Selbstversändlich werde ich die Ergebnisse hier veröffentlichen.
Vielen Dank im voraus.
Peter
P.S. Ich werde meine Kandidaten auch noch bekannt geben, nachdem etwas Feedback hier vorliegt. Ich will ja die Ergebnisse nicht beeinflussen.
P.P.S – wer wie ich lieber auf englisch schreibt, kann die gleiche Frage auf meinem Blog beantworten. Ergebnisse werden konsolidiert.
von Reto Hartinger
Das Bankgeheimniss ist unbestritten ein Auslaufmodell. Pech, dass gerade dieses den Reichtum der letzten Jahrzehnte ermöglicht hat. Wie weiter? Wie kann die rohstoffarme Schweiz auf Kosten Anderer weiter bestehen? Ich möchte das nicht als Vorwurf gegen die Schweiz formuliert wissen – wenn bei uns keine Werte zu holen sind, müssen wir dies künstlich erschaffen, das ist legitim. Ein Mittel waren schon immer Steueranreize – diese werden so wie sie zurzeit sind nicht genügen – sind sie doch von der EU unter Dauerbeschuss genommen worden.
Die FDP macht nun einen erstaunlichen Vorschlag: Steueranreize für Firmen die in der Schweiz forschen und entwickeln. Sie sollen diese Ausgaben mit 125 – 300 Prozent von den Gewinnsteuern abziehen können. Auch für die Verwertung der Patente sollen geringere Steuern anfallen.
Wow – ich bin begeistert. Sollte das realisiert werden, wird die Schweiz auf lange Sicht sehr wohlhabend bleiben. IBM, Google, Microsoft und neu Yahoo haben es vorgemacht – die neue Steuerregelung würde Ansiedlungen von High-Tech-Unternehmen (und damit den Zuzug von tausenden intelligenter Ausländer mit entsprechendem Einkommen) mehr als nur zum Trend machen. Unser Reichtum basiert darauf, dass wir zusammen mit den USA nach den beiden Weltkriegen die einzigen Nationen waren, die sofort Patente umsetzen konnten. Mit diesem Steuergesetz würde diese Situation, in anderer Form, wieder geschaffen. Bravo – meine Unterstützung ist da.
Zudem würden wir wohl eine “Neue Börse” erschaffen können und die Schweiz zum Zentrum für Private Euquity in Europa. Die Chance, dass wir diese Gesetz erhalten, halte ich aber für bescheiden. Vorerst ist es erst ein Grundlagenpapier und wie lange es braucht um aus Grundlagen in der Schweiz Realitäten zu schaffen, wissen wir.
“Wenn das nur kein Aprilscherz it” :-)