Suchen:

Social Network Marketing Erfolg für Indiana Jones

von Beat Z'graggen

Beim neuen Indiana Jones Film “Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull” wurde mit Hilfe von Facebook gezielt Social Network Marketing betrieben. Eine der bisher erfolgreichsten Aktionen dieser Art.

Das die grossen Filmstudios auf Promotion wie Spiele setzen, ist nicht neu. Paramount hat sich nun eine interessante Form des Werbens auf Facebook ausgedacht. Dabei wurde die alltägliche Funktion des “Pokens” genutzt, mit der man seine Freunde oder einfach andere User bei Facebook grüsst bzw. kontaktiert. Paramount schloss einen Vertrag mit Facebook ab, der es ermöglichte, diese Poke-Funktion über einen gewissen Zeitraum zu sponsern und im Indiana Jones Look zu gestalten.

Social Marketing auf FacebookNun konnten die Facebook User ihre Freunde mit kleinen Peitschen kontaktieren und bekamen so einen ersten Eindruck auf das neue Abenteuer von Indiana Jones. Die virtuelle Peitsche, das Markenzeichen von Indiana Jones, brachte zudem noch den Vorteil, dass man plötzlich mehrere Facebook-User gleichzeitig anschreiben konnte.

Am Tag bevor der Film in die Kinos kam erhielten zudem Facebook Nutzer die Chance, ihren Freunden ein kleines Geschenk in Form einer digitalen Form des klassischen Filzhutes von Indiana Jones zu senden. Während einige Geschenke $ 1 kosten, war der Filzhut kostenlos erhältlich. Nachdem der Filzhut am Mittwoch ab 4 Uhr 30 erhältlich war, hatte Paramount um 15.00 sämtliche 250′000 Filzhüte ausverkauft. Bei solchen Aktionen ist es üblich, die Menge an erhältlichen Geschenken zu limitieren, damit deren Wert gesteigert wird.


Artikel ist ursprünglich unter
http://news.worldsites-schweiz.ch/social-network-marketing-erfolg-fuer-indiana-jones.htm
erschienen.

Bild-Werbung auf Google noch dieses Jahr

von Beat Z'graggen

Auf der gestrigen Google Factory Tour hat Google unter anderem angekündigt, dass spätestens 2009 auch Bild-Werbung eingeführt wird. Mit VisualRank und BuzzTargeting werden zudem neue Algorithmen eingeführt, welche dabei helfen, Bilder und Videos zu finden, die für den Suchenden relevant sind.

Bild-Werbung auf GoogleGoogle wurde mit Textanzeigen neben den Suchresultaten reich. Nun verstärkt der Suchgigant seine Anstrengungen, auch Bild-Werbung zu schalten.

Der Kauf von DoubleClick half offensichtlich dabei, dieses neue Feld aufzubauen. Nach erfolgreichen Tests wird Google die Bild-Werbung vorerst innerhalb der Bildersuche anzeigen. Die Bildersuche wäre damit die erste Google-Suche die mehr als reine Textanzeigen anzeigt. Wie das aussehen wird, zeigt das nebenstehende Bild.

Google ist auch daran für weitere Aspekte der Bild-Suche neue Algorithmen zu testen. Der neue VisualRank soll in den nächsten Monaten innerhalb der Google Labs an den Start gehen. Damit sollen digitale Bilder miteinander verglichen und den Bildern ein Wert für eine Suche zugewiesen werden können. Die Ähnlichkeit von Bildern kann mit dem neuen Algorithmus gemessen werden.

Eine andere neue Technologie soll nun auch die Popularität von Video-Clips messen können. Von BuzzTargenting erwartet Google auch, seinen Werbekunden die Werbung zukünftig gezielt im Umfeld solcher Video-Clips schalten zu können. Im Vordergrund stehen dabei die Videos, welche in der Beliebtheits-Skala der Nutzer ganz weit oben stehen. BuzzTargeting soll voraussagen können, wie sich die Popularität eines Videos in der Nutzergemeinde entwickeln wird. Dabei berücksichtigt BuzzTargeting Faktoren wie Abrufe, Rankings oder Markierung als Favorit.

Dieser Artikel wurde ursprünglich unter
http://news.worldsites-schweiz.ch/bild-werbung-auf-google-noch-dieses-jahr.htm publiziert.

“Als die Grünen Gnome wandern lernten” … ein zeitgenössisches Deutschländer Meinungs-Märchen

von ThomasK

*Simsalabim* call-in-tv.de gehört plötzlich der Callactive…

Grüne Gnome müssen zwangs-wandern!


  • «Gnome sind entweder neckende Kobolde oder helfende Wichtel. Zu letzteren gehören auch die Heinzelmännchen, die im Haushalt helfen.»


Manche Web-Gemeinden und Figuren sind deswegen da, weil es Bedarf an ihrer Existenz gibt! Diese Gnome sind ein dramatisches Beispiel

Die Aktiven davon, kennen sich ohnehin schon und über mehrere Kanäle und Plattformen. Aber die Herrscher der lukrativen Telefonleitungen kennen da keine Gnade, denn für sie stellen diese Gnome und ihr Forum bestimmt keine helfenden Wichtel dar!

Der Medien-Ritter Niggemeier verkündet:

  • «Die Firma hat aus verschiedenen Prozessen über Äußerungen im Forum noch offene Forderungen gegen Marc Doehler, den Betreiber des Forums.»

und seine Fußzeile meint dazu statt der Kommentar-Funktion:

  • «[Disclosure: Die Firma Callactive führt auch gegen mich mehrere Rechtsstreite.]»


War es eine Domain-Pfändung?

Die letzten Einträge unter Rubrik “Unser Rechtsstreit” bei den grünen Gnomen spricht von der drohenden Pfändung der Domain und verwirrt etwas… was sich dann wohl derweil erübrigt hat.

Namensrechtliche Geschütze rollen

Marc Doehler selbst im redled-Blog am 24.5. dazu:

  • «das mit den Namensrechten an “CALL-IN-TV” ist leider bereits geschehen. Sie planen da wohl größeres. Und werden uns auch in den kommenden Tagen bestimmt wieder mit der einen oder anderen “Aktion” überraschen.

    Ich denke mal, hier ist die letzte Schlacht noch nicht geschlagen.»


Es bleibt spannend im Deutschländer Meinungs-Märchenland

Schauen Sie öfter mal in die Blogs und wenn sich vielleicht mal nicht wissen, wo sich diese Gnome diesmal wieder herumtreiben, probieren Sie einfach eine andere TLD aus oder folgen Sie dem gnomigen Grün!

Aber halten Sie etwas Abstand, wenn es wieder mal einen Schauprozess gibt mit einem Schuldigen, der die alte Volksweisheit nicht lernen wollte: Halt – das darfst du nicht sagen!

Denn im benachbarten Meinungs-Märchen-Land ist vieles möglich, was man für irrational hält.
Aber zum Glück gibt’s da ja noch mehr Serverstandorte auf dieser Welt.

Leider weiss ich nicht was ich wissen müsste, sonst wüsste ich es ja

von Reto Hartinger

Der Mensch ist durch seine Erfahrungen geprägt und diese hängen von seinem Umfeld ab. Wir sind im Internet tätig, haben uns wahrscheinlich einem Betriebssystem und einer Technologie verschrieben auf der unser Applikationen laufen und die unsere Daten zugänglich machen. Ja und was will er jetzt sagen. Dass uns das und was uns umgibt einschränkt. Wir erfharen einfach nicht was in Zukunft angesagt ist. Wir könnten vom Konkurrenten überholt werden, der andere Erfahrungen gemacht und in einem anderen Umfeld verkehrt und wir merken es gar nicht.

Deshalb müssen wir uns immer wieder von Leuten inspirieren lassen, die sich für uns auf die Suche nach Trends machen und uns diese und deren Potenzial erläutern. Jürg Stuker hat das für uns gemacht und 7 Technologien identifiziert:

- On/Offline-Applikationen
- Rich Handy Plattforms
- Hackable Gadgets
- WOA (Web Oriented Architecture)
- Amazon Webservices
- User Generated Infrastructure
- Clientcode Frameworks (YUI, jQuery, Prototype, Dojo etc.)

Lass Dich inspirieren und diskutiere mit uns über die Zukunft des Internets, beim nächsten TechTalk

Was dir Google beim Buchen von Adwords-Kampagnen verschweigt

von Reto Hartinger

Wenn Du einen Blick in die Statistik Deiner Adwordskampagne wirst, stellst Du fest, dass nur wenige Keywörter wirklich gutes Geld abwerfen. Tja, von denen gibt es leider zu wenig Suchabfragen. Es gibt aber Tricks, wie Du mehr Keywörter zu Cash-Cows machen kannst. In unserem nächsten Internet Briefing gehen wir darauf ein.

Lukas Stuber vermittelt grundlegendes Know-how, wie Google Keywords und Klickpreise behandelt und diskutiert die zentralen Punkte einer AdWords-Kampagne von Buchung über Keyword- Definition und Anzeigentexten bis hin zum möglichen Benefit für SEO-Massnahmen. Anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis verdeutlicht er, wie ein allzu blindes Vertrauen in die Google-Mechanismen die Performance einer AdWords-Kampagne beschädigen kann. Vieles wird einfach automatisch von Google gemacht, ohne dass Dich Google informiert. Du musst bewusst unnütze Dinge ausschalten, um die Performence zu erhöhen. Lukas stellt uns 10 solcher sogenannter Fallen vor, die uns Google stellt:

Die Buchungsfalle: zu breite Streuung Ohne den Werbekunden darauf hinzuweisen, werden AdWords-Kampagnen per Default auch ausserhalb von Google selber eingeblendet. Die Folge: stark gesteigertes Volumen, stark verringerte Performance.

Die Tagesbudget-Falle: unkontrollierter Budget-Einsatz Werbekunden führen oft nur wenige Kampagnen parallel, oder stecken gleich ihr ganzes Budget in eine einzige AdWords-Kampage. Resultat: tendenziell schlecht performende, aber volumenstarke Begriffe absorbieren den grössten Teil des Budgets.

Die Keyword-Falle: 90% der Klicks erfolgen über nie gebuchte Keywords Wer ein Keyword bucht, bucht im Schnitt 9 weitere gleich dazu, ohne dass er davon weiss: Googles Behandlung von weitgehend passenden oder verwandten Begriffen sowie die Berücksichtigung individueller Suchhistories führt dazu, dass ein Werbekunde Klicks für Begriffe berappt, von denen er keine Ahnung hat.

Die Messfalle: Google legt die tatsächlichen Suchbegriffe kaum offen Dieses Wissensdefizit (s. Punkt 3) geht darauf zurück, dass Google die entsprechenden Informationen, welche Suchbegriffe zu Klicks geführt haben, weitgehend unterdrückt, resp. nur sehr umwegig liefert. Wer deshalb seine Google-Kampagne nur mit Google-Tools misst, misst Mist.

Die Textfalle: Schreibfehler en masse Eines der mächtigsten Instrumente zur Performance- Steigerung einer Kampagne sind die «Embedded Keywords» ? die Möglichkeit, den konkreten Suchbegriff gleich live in den Anzeigentext einbinden zu lassen. Folge in der Praxis: Selbst weltbekannte Brands werben orthographisch falsch.

Die AdSense-Falle: Wer Googles riesiges Partnernetzwerk bewusst einsetzen will (vgl. auch Punkt 1), verwendet zumeist die selben Anzeigengruppen, Anzeigen, Texte und Keyword-Listen, die für AdWords definiert worden sind. Mit fatalen Folgen: Die Google-Software die für kontextsensitive Einblendungen im Content-Netzwerk sorgen soll, wird dadurch höchlichst verwirrt, was die Kampagnen-Peformance senkt.

Die Quality-Falle: wer zu breit wirbt oder unsauber verlinkt, bezahlt zu viel pro Klick Für die Berechnung der Einblendposition und des Klickpreises bezieht Google den so genannten «Quality Factor» mit ein, der unter anderem berücksichtigt, wie relevant die Zielpage für den jeweils beworbenen Suchbegriff ist. Wer folglich allzu euphorisch Begriffe bucht, die nur peripher mit dem Content der beworbenen Website zusammenhängen, oder wer sich um keyword-sensitive Verlinkung nicht schert, bezahlt zu viel pro Klick.

Die SEO-Falle: AdWords-Kampagnen liefern Marktforschungsdaten ? doch kaum einer nutzt sie. Wer Google AdWords einsetzt, betreibt Marketing und Marktforschung zugleich: Kaum ein anderes Instrument liefert so viele und so wertvolle Daten zum Userverhalten, zur Denkweise meiner Zielgruppe und zu den Inhalten meiner Website. Doch nur selten werden diese Erkenntnisse auch auf die Inhalte einer Website umgemünzt: Dank AdWords liesse sich viel effizienteres SEO betreiben, was zugleich ? siehe Punkt 7 ? Klickkosten sparen würde.

Fazit: es läge noch sehr viel mehr drin. Die Fehler, die im Zusammenhang mit AdWords-Kampagnen begangen werden, sind Legion. Teils hängen sie mit Mechanismen zusammen, die Google zu wenig offen legt, teils mit der Unkenntnis der Werbetreibenden, wie das Instrument zu benutzen ist. Die Begeisterung für Google AdWords ist grundsätzlich berechtigt ? aber es läge noch viel mehr drin.

Es würde mich freuen, wenn du bei diesem Treffen auch dabei wärst und mitdiskutieren würdest.
Infos und Anmeldung

Die AdWords-Falle: Was Google Dir nicht sagt und Geheimnisse für erfolgreichere Kampagnen
03.06.2008 17.30-20.00 anschliessend gemeinsames Abendessen
Zunfthaus zum Grünen Glas, Zürich

Stell Dir vor, morgen beginnt die Orbit und keiner bloggt darüber…

von Thomas Lang

Orbit-iEX Blogging-CommunityIm letzten Jahr wurde vor, während und (kurz) nach der Orbit fleissig auf Veranstalterseite gebloggt. Auch in diesem Jahr findet sich auf der Startseite der Messe-Website ein prominent platzierter entsprechender Hinweis.

Im Blog selber herrscht leider gähnende Leere. Nach Retos Zusammenfassung vom Mai 2007 ist nur noch eine Ankündigung vom Januar 2008 publiziert, die einen neuen fleissigen Blogger ankündigt.

Auch dies bleibt leider eine leere Versprechung:

“Normalerweise wird auf diesem Blog nur kurz vor, während und nach der Orbit-iEX geschrieben.”

Wie “kurz davor” darf’s denn sein oder leidet nach Hollywood nun der Orbit-iEX Blog unter einem Autorenstreik?

Aktualisierung: Gerade Mal 162 Minuten nach diesem Posting ist Dornröschen erwacht und drüben bei Orbit-iEX wird ab sofort wieder gebloggt. Ja genau, morgen geht’s los.

Entwickeln wie bei Google

von Reto Hartinger

Was beim Entwickeln von Software eigentlich immer fehlt ist Effizienz. Es geht immer alles länger als man denkt. Übergeben wir den Nutzern danach die Software in die Hände, benutzt er sie nicht so wie wir das gedacht haben, einige Features sogar überhaupt nicht. Was uns auch immer wieder ärgert ist, dass wir mit dem Projekt lernen und mitten drin würden wir am liebsten wieder von vorne beginnen, weil wir jetzt wissen was und wie wir es wollen. Das Budget ist aber schon zu 80 % aufgebraucht und eine Budgetüberschreitung droht sowieso. Und übrigens, wieso haben ausgerechnet wir den Topcrack nicht der das alles innerhalb von kürzester Zeit programmiert?

Kommt dir das bekannt vor?

Um genau diese Probleme anzugehen, gibt es sogenannte agile Entwicklungs- und Projektleitungsmethoden (zum Beispiel Extreme Programming XP oder Scrum). Es wird in kleinen Häppchen definiert, entwickelt und sofort getestet. Dabei kommt dann oft etwas Anderes heraus, als es in einem Pflichtenheft gestanden hätte. Aber es kommt Software heraus, die die Benutzer wirklich wollen und bedienen können. Es geht vor allem schneller. Agile Methoden sind aber noch zu wenig bekannt. Das Management sollte unbedingt davon erfahren. Für Projektowner ist das aber doch ziemlich riskant – wie erkläre ich, dass ich nicht weiss was am Schluss herauskommt? Aber auch die Umsetzer müssen wissen, worauf es ankommt.

In meinem Projekt, dass ich in Indien programmieren lasse, wenden wir auch agile Methoden an. Hm, das beherrschen wir sicher besser als die Wasserfallmethode mit genauestem Pflichtenheft. Aber ganz so einfach ist es nicht in die Praxis umzusetzen. Es ist immer mit einem Lernprozess des ganzen Teams verbunden.

Am 28. Mai führe ich eine Entwicklerkonferenz zu diesem Thema durch. Zuerst erläutert Peter Stevens wie agile Entwicklung funktioniert, auf was zu achten ist, welches die Konsequenzen sind. Danach konkretisiert Jean-Pierre König die einzelnen Schritte Z.B. wie genau man einen Sprint (2-Wochen-Ziel) genau definiert (das ist übrigens eines der Probleme die wir noch nicht im Griff haben). Danach sagt uns Aaron Acros wie sie bei Google entwickeln und wie das Gmail-Team auf agile Entwicklung umgestiegen ist. Welche Probleme sie konkret hatten.

Mich würde interessieren, wer bereits agil entwickelt und welche Erfahrungen dabei gemacht wurden.

Mehr Infos zum Kongress vom 28. und 29. Mai. Wenn Du möchtest, dass bei Euch auch so entwickelt wird wie bei Google, dann musst Du alle Personen die in ein Projekt involviert sind über den Kongress informieren – eben auch die die “nur” entscheiden. Ich werde für das Management eine Ausnahme machen, dass sie auch nur den Morgen des 1. Tages besuchen dürfen. Das Thema ist mir einfach zu wichtig.

yahoo im freien Fall – Uebernahme noch wahrscheinlicher

von Reto Hartinger

Sate 15 % liegt die Yahoo Aktie zurzeit im Minus (es war heute bereits schon bei – 20%). Mit ca 24 Dollar ist Yahoo zwar noch teurer als vor dem Microsoft Übernahmeangebot, damals lag der Kurs bei 19 Dollar. Dafür Aufatmen bei den Microsoft Aktionäre – die Aktie hatte 3 % zugelegt, liegt jetzt aber mit 0.48 ebenfalls im Minus. Die meisten Yahoo-Aktionäre sind wohl stinkesauer auf das Yahoo Management. Der Wert des Unternehmens hat auf jeden Fall gelitten – laufen doch die guten Leute reihenweise dem Unternehmen davon. Ein Outsourcing der Anzeigen an Google wird die Wettbewerbskomission kaum dulden und deshalb ist der Traum von höheren Einnahmen eben doch nur Wunschdenken. Aus eigener Kraft wird der Aktienkurs nicht mehr auf die 28 Dollar vom Freitag klettern und schon gar nicht auf 31 oder gar 33 Dollar wie das letzt Microsoft Angebot gelautet hat.

Yahoo ist mit dem Umbau seiner Plattform eigentlich auf sehr gutem Wege. Der Übernahmekampf hat aber viel Kraft und Aufmerksamkeit gekostet.

Was wird passieren? Eine feindliche Übernahme durch Microsoft wird es nicht geben, Braucht es nicht, die Yahoo-Aktionäre werden genügend Druck aufsetzen, dass das Management umdenkt oder es wird bei der nächsten Wahl (juni) ausgewechselt. Microsoft kann das für den Yahoo-Deal vorgesehene Geld auch für den Kauf von AOL einsetzen – das ja eigentlich mit Yahoo hätte fusionieren sollen. Pech.

Microsoft wird aber nicht locker lassen – ich glaube es wird wieder ein Angebot geben – wahrscheinlich dienen die grossen Yahoo-Aktionäre Microsoft sogar ihre Anteile an. Steve Ballmers grösster Coup wäre es, wenn er Yahoo sogar für weniger als 31 Dollar übernehmen könnte. Er selber hat sehr viel Prestige in diesen Deal gesetzt – es war sein Deal und er war überzeugt, ihn zu bekommen.

Mit Zero Marketing zum Erfolg

von Reto Hartinger

Weniger als 10 Jahre hat Google gebraucht um Coca-Cola , General Electrics, Microsoft & Co hinter sich zu lassen und letztes Jahr zur wertvollsten Marke zu werden und dies dieses Jahr zu bestätigen.

Jetzt müsste ich eigentlich alle Bücher über Markenbildung und Markenpflege fortwerfen, denn Google hat das Kunsstück fertig gebracht ohne sich um 4 Ps zu kümmern oder Werbung zu schalten. Nein, nicht einmal PR haben sie nach Lehrbuch richtig gemacht. Als vor 4 Jahren Oskar Grübel an einer Kundentagung meinte, dass das Zeitalter der Markenfirmen passé ist, haben einige den Kopf geschüttelt. Er meinte mit dem Aufkommen des Internets werden Marken weniger wichtig. Was versteht ein Banker schon von Marketing – haben ihm fast alle weise lächelnd verziehen. Er meinte noch, dass Suchmaschinen – nein Google hat er nicht explizit erwähnt aber gemeint – eine grosse Zukunft hätten.

Ticken die Uhren im Internet einfach anders? Lässt sich auch für ein physisches Produkt das Zero-Marketing anwenden? Ich glaube nicht. So einfach lässt sich Internetweisheit nicht in die Offlinewelt übertragen. Einfach das beste Produkt genügt dort nicht, wo es eine physische Distribution braucht. Bestes Beispiel ist Microsoft – hatten nie das beste Produkt. Im Netz stinken sie gegen Google ab, im Offlinemarkt kann sie niemand schlagen. Man muss schon einen Brand haben um überhaupt in die Regale zu kommen und dann noch bei den Verkäufern Top of Mind sein, damit sie das Produkt auch empfehlen. Anders im Internet, wo es keine Intermediäre gibt (mal abgesehen von den Suchmaschinen, die einem den Traffic bzw. die Kunden bringen). Im Internet findet das Markenerlebnis mit dem Produkt unmittelbar beim Gebrauch statt. Deshalb ist es wichtig, das einfachste Produkt zu haben. Wer also im Internet ins Produkt investiert, wird siegen. Das macht es für normale Marketiers so schwierig, denn sie haben bei physischen Produkten praktisch keinen Einfluss auf das Produkt selber – nur dessen Präsentation, Vermarktung und Positionierung.

Was meint ihr, wo die Unterschiede im erfolgreichen Marketing bestehen?

Microsoft gibt sich geschlagen – oder doch nicht? Yahoo Uebernahme nur aufgeschoben?

von Reto Hartinger

Microsoft ist nicht mehr an Übernahme von Yahoo interessiert. Zwar hätte Steve Balmer 33 Dollar statt 31 für Yahoo hingeblättert, Yahoo wollte aber 37 – zu viel um wirtschaftlich Sinn zu machen, meint der Microsoft CEO und lehnt auch eine (teure) feindliche Uebernahme ab. Gibt sich Microsoft damit geschlagen? Vordergründig wohl ja. Die Yahoo Aktionäre werden jetzt wohl stinkesauer sein. Es ist anzunehmen, dass der Druck auf den Verwaltungsrat sich enorm erhöht, sollte sich die Yahoo-Aktie in den nächsten Monaten nicht positiv entwickeln. Die Sache ist noch nicht gegessen. Microsoft wird die Entwicklung abwarten – vielleicht wird der Verwaltungsrat ausgewechselt und die Übernahme später erfolgen. Wirtschaftlich macht es für Microsoft Sinn, Yahoo zu übernehmen. Eine feindliche Übernahme würde den Wert von Yahoo gefährden. Auch für den Markt wäre eine Kombination von Microsoft und Yahoo ein Segen. Es braucht im Werbemarkt ein Gegengewicht zu Google.

Recent Artikel

Recent Kommentare

Letzte Trackbacks