Suchen:

Was läuft schief mit Betriebssystemen

von Reto Hartinger

Windows Vista kommt nicht gut an, das nächste Apple Betriebssystem wird keine neuen Features bringen und Linux ist allenfalls eine Kopie der obgenannten. Seit der Idee den Personal Computer als eine Bürooberfläche zu sehen, ist nichts Neues dazugekommen. Das Multimedia-Betriebssystem BeOS ist gescheitert. Und heute, behaupte ich ist die Metapher Bürooberfläche genauso ausgelaufen wie der personale Computer.

Der PC ist tot
An diesen veralteten Konzepten festzuhalten ist der Tod der Betriebssysteme. Der eigene Computer mit eigener Software, Datenmanagement und Programmiermöglichkeiten gab den Nutzern zur Zeit des Grosscomputers Power in die Hände und machte sie unabhängig. Heute ist das überflüssig geworden. Die Power liegt in den Netzen – der Firmen – oder der Welt – sprich Internet. Wir arbeiten auch nicht als Insel. Unsere Arbeit hängt wesentlich damit zusammen, dass uns Andere mit Informationen eindecken und Arbeiten gleichzeitig erledigen. Es wird nicht mehr sequenziell gearbeitet sondern paralell. Auch hierfür ist der PC nur schlecht konzipiert. Allerlei drumherum musste programmiert werden, damit solches Arbeiten ermöglicht wurde.

E-Mail ist veraltet
Der elektronische Briefkasten hat unser Arbeiten wesentlich verschnellert. Wir könnten heute aber viel schneller arbeiten, wäre E-Mail nicht so gstabig und vermüllt. In grossen Inboxen findet man sich nicht zurecht. Zusammenhänge werden nicht erkannt. Instant Messaging ist auch keine Lösung, weil nicht alles in kleinen Häppchen sofort diskutiert werden muss. Instant Messaging ist nur eine Ergänzung.

Aber Hartinger, was zum Teufel brauchen wir denn? Die neue Metapher ist nicht der persönliche Schreibtisch sondern die Netze in die wir eingebunden sind – in denen wir arbeiten. Diese sind multipel firmen-und disziplinenübergreifend.

Collaboration ist eine Krücke
Die heutige Lösung für dieses Problem heisst Collaboration. Für mich ist dies aber nur so lange eine Lösung, bis die Betriebssysteme die Team-Metapher aufgenommen haben. Deshalb habe ich in Collanos investiert. In einem Workspace (das hätte man auch Deutsch sagen können) werden alle Dokumente geteilt werden, Nachrichten sind projektbezogen und deshalb SPAMfrei etc. Es ist quasi die Betriessystemkrücke. Super an Collanos ist, es ist gratis. Einfach zu warten und zu bedienen. Schlecht daran ist, dass es eigentlich kein Programm sein sollte sondern ins Betriebssystem gehörte. So muss man eine Software herunterladen und Leute einladen – das könnte man auch anders haben, viel integrierter.

Collaboration gehört in die Prozesse
Collaboration auf Betriebssystemebene oder Programmebene ist nur der erste Schritt. Collaboration gehört in die Prozesse. Ich bin dabei eine Business-Software zu entwickeln. Diese beherrscht Collaboration auf Prozessebene. Es werden Leute eingebunden – und zwar nur gerade dort, wo man ihre Informationen oder Dokumente braucht – oder sie erhalten genau die Informationen die für sie wichtig sind – auch wenn sie am Prozess gar nie mitgearbeitet haben. Das beschleunigt und erleichtert die Arbeit nocheinmal wesentlich.

Die nächste Betriebssystemgeneration wird es nicht schaffen
Ich mache jede Wette, dass das nächste Microsoft Betriebssystem Collaboration nicht schaffen wird und deshalb Collanos oder Konkurrenten eine grosse Verbreitung erhalten werden. Google bringt Collaboration in die Progamme und hängt damit Microsoft ab – obwohl diese eine viel grössere Featuretiefe haben. Diese Kategorie Software wird noch von der Collaboration/Prozesse-Software ergänzt werden.


yigg this! yigg this!save to del.icio.us save to del.icio.us

10 Kommentare zu “Was läuft schief mit Betriebssystemen”

  1. Matthias Leisi schrieb:

    Dieses Märchen von der “überfüllten Inbox” mag ich so langsam nicht mehr hören.

    Nur weil die jeweiligen Schreiberlinge entweder die falschen Mailprogramme einsetzen und / oder nicht damit umzugehen wissen heisst das noch lange nicht, dass das Medium Mail kaputt ist.

    In einer vernünftigen Mailumgebung hat man

    * Volltextsuche
    * Sortieren nach “einfachen” Kriterien (eg Datum, Absender, …)
    * Sortieren nach Thread
    * Tags / Labels / Farbcodierungen nach Regeln
    * Automatische Einsortierung in Ordner

    Mehr braucht man nicht für effiziente und universal verfügbare Kommunikation. Und trotz der enormen Mail-Müllberge (Spam, fehlgeleitete Benachrichtigungen etc) kann man mit den zur Verfügung stehenden Tools so effizient arbeiten wie mit keiner alternativen Technik.

  2. Markus Hegi schrieb:

    Neue Metapher: Netze? WorkSpaces? Community?

    Ja, “Bürooberfläche” als Metapher ist wirklich abgelaufen – aber wo gehts heute hin? ist ‘Workspace’ wirklich soviel besser? oder Netze? – welcher Benutzer identifiziert sich schon gerne mit ‘Netzen’? – Dann schon eher “Community” oder “Collaboration Spaces” -

  3. Reto Hartinger schrieb:

    Für mich sind Netze, WorkSpaces, Communities etc alles dasselbe. Die Form wie es aufbereitet wird bestimmt den Einsatz und dort liegt die Herausforderung. In fünf Jahren werden wir auch in so vielen sozialen Netzwerken sein und uns daran gewöhnt haben, dass Netzwerke/Communities selbstverständlich sind.

    @Mathias – nö E-Mail kann nicht sinnvoll gruppieren. Google macht da ein kläglichen Versuch – wenigstens die zusammenhängenden E-Mails darzustellen. Das reicht für die Uebersicht nicht aus.und vor Spam ist auch niemand gefeit. Wer macht schon Tabs und Farbcodierungen. Regeln sind gut helfen aber nur bedingt weiter – eben nicht auf Projektebene und dann fehlt immernoch der Zusammenhang mit den Dingen die sich eben nciht im E-Mail abspielen sondern in Dokumenten – wer kann sich in einem E-Mail-Anhang eine Versionierung von Dokumenten vorstellen? Nö ich nicht. Ich sehe einem E-Mail nicht an, ob das Attachement die letzte Version enthält. E-Mail drei Felder zurück.

  4. Peter Helfenstein schrieb:

    Neue Metaphern braucht es wirklich! Damit die einzelnen Betriebssystemanbieter “ihre” Rechner im Netz über ALLE Betriebssysteme hinweg teamfähig machen werden, wird vermutlich noch einige Zeit vergehen? Ein erster Schritt könnte ja sein, eine gratis Teamwork-Lösung wie Collanos Workplace in die Linux Distribution oder das auf den Rechner vorinstallierte Windows-Image (analog Antivirus-Software) einzubinden. Bisher macht das nur noch keiner. Wer wird wohl der den Anfang machen?

  5. Robert Aeschbacher schrieb:

    Hatte vor 2 Wochen die Idee meinen überfluteten PC komplett auszumisten… dachte mir bei dieser Gelegenheit hauen wir gleicht Windows Vista 64 Bit drauf. Schliesslich ist Vista bereits 1,5 Jahre alt und ich dachte mir die “Kinderkrankheiten” seien nun ausgemerzt, denkste…

    “Was wurde daraus? Ein Alptraum!”

    Nichts läuft so wie es Microsoft verspricht! Hände weg von Vista (zumindest 64 Bit Versionen)! Mit diesem Betriebssystem kann man (bis heute) nicht arbeiten! Shame on you Mr. Gates!

    Selbstverständlich bin ich auch selber schuld… kannte denn alten Spruch schon (wollte aber eine Ausnahme machen):

    “NEVER TWEAK A RUNNING SYSTEM !”

    und an genau das werde ich mich nun halten.
    Nun läuft wieder die gute alte XP Version auf meinem PC.

  6. Daniel Niklaus schrieb:

    Schliesse mich dem ersten Votum an. Wer ein Mail richtig bedienen kann, hat darin immer noch eine tolle Kommunikationsform. Das System; Label bei Gmail sollte man sich unbedingt ansehen und der Spam-Filter ist genial.

    Da bleibt mir jetzt nur noch, mich auch noch fuer Vista einzusetzen. Aber Warnung, Ich mochte XP nicht und stieg von W2K direkt auf Vista um (ausser auf meinem Notebook, da war es schon vorinstalliert). Und bin sehr zufrieden mit Vista. Wenn auch enttauescht, dass das von Microsoft geplannte DB-Filesystem nicht ins OS fand. Damit waeren sie noch einen Schritt weiter gegangen, als die Lable-Geschichte von GMail. Das haette der Hammer sein koennen. Zumal sich damit auch neue Welten fuer die Zusammenarbeit ueber das Internet oeffnen.

    Schon XP war kein Meilenstein, ob es das naechste OS sein wird? Nur wenn es von den Moeglichkeiten des Internet gebrauch macht. Wer sich ansieht, was MS mit den Live Diensten in Peto hat, der kann sich tolle Sachen ausdenken…

  7. Reto Hartinger schrieb:

    Dani – ich bin nicht gegen Mail – aber Mail kann sich nicht mit anderen Dingen die zum selben Projekt gehören verbinden. Und ehrlich gesagt auch ist es auch fast unmöglich, Mails so zu gruppieren dass alle die zusammengehören auch zusammen sind – trotz Reglen, Ordner, Farben etc.

    Allen die es nicht glauben empfehle ich, einmal Collanos.com auszuprobieren und damit Team-Work zu machen. Echt ich glaube nicht, dass wer das sagt, schon einmal Collaboration eingesetzt hat. Es ist doch schon eine pain, auf dem PC seine Dinge so zu ordnen, dass man sie wiederfindet. Da ist der Mac dem PC einen Schritt voraus (immernoch). Man kann Collaboration Tools kritisieren. Aber es tönt in meinen Ohren halt immer so als wie damals die DOSler sagten, wer braucht schon ein grafisches Interface.

    Auch Collanos ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss und kann noch viel Features brauchen. Wir sind ja auch erst am Anfang einer Entwicklung.

  8. Daniel Niklaus schrieb:

    Lieber Reto,
    wollen wir uns jetzt wirklich streiten, wer von uns schon Collaboration gemacht hat? Groupware gibt es schon eine ganze Weile…so Novell Systeme unter DOS und so…
    (ich fang jetzt gar nicht an, was mein Archimedes einst alles konnte…)

    Im Windows stecken auch ein paar Feautres drin. Wir haben den Messanger, Exchange, Sharepoint. Und die Uebernahme von Ray Ozzie (Groove) ist auch ein deutliches Zeichen. Da gibt es schoene Funktionen in der Enterprise Edition von Office.

    Natuerlich empfehle auch ich jedem, einmal Collanos zu installieren ;-)

  9. Reto Hartinger schrieb:

    ich wollte nur klarstellen, dass die E-Mail Euphorie fehl am Platz ist, wenn es um wirkliches Teamwork geht.

    Microsoft will das nächste Betriebssystem ja bereits in 3 Jahren bringen. Ok, daraus werden wohl wieder 5 Jahre. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, wie Microsoft es schaffen soll in diesen 3 Jahren das Betriebssystem so radikal umzustellen.

    Enterprise Edition von Office ist eine Antwort auf Google. In diesen 3-5 Jahren werden beide ähnlich weit sein, was Collaboration auf Programmebene betrift. Da bin ich mir ziemlich sicher.

  10. Collanos Blog schrieb:

    What’s Going Wrong With PC Operating Systems?…

    Windows Vista is not well adopted, Apple’s next OS will not offer new features and Linux Desktops, at maximum, are a functional copy of the latter. Since the idea of using the Personal Computer as virtual office desktop no real innovation has happe…

Schreibe einen Kommentar

*Required
*Required (Never published)
 

Recent Artikel

Recent Kommentare

Letzte Trackbacks