Wer glaubt, dass wir in der Schweiz schnell surfen, liegt falsch. Grundfalsch. Wir schleichen. Besser gesagt, tuckern im digitalen Zeitalter auf einem alten Klappergestell im Internet herum.
Was uns Swisscom & Co. als superschnell verkaufen wollen, reicht nicht einmal für das weltweite Mittelfeld. Das meistgebuchte 3500 DSL Angebot von bluewin ist im Vergleich zu den Japanern 20x langsamer. Wenn also ein Japaner die 100 Meter in 10 Sekunden rennt, brauchen wir in der Schweiz 3 Minuten für dieselbe Distanz!
Wer glaubt, dass wir dafür günstig surfen, wirft einen Blick auf diese Statistik. Richtig, wir sind bei den teuren Ländern auf der rechten Seite.
Cablecom sorgt für Speed
Man kann von der Cablecom halten was man will. Vor einigen Jahren zwangen sie die Swisscom mit höheren Geschwindigkeiten zum Nachziehen und jetzt tun sie es wieder. Und zwar richtig. Im ersten Halbjahr 2009 surfen die ersten Kunden mit 100 Megabit/s!
Mit dieser Geschwindigkeit wurden im Jahr 2000 Firmennetzwerke aufgebaut. Damit verhält sich das Internet in Zukunft beim Laden von Dateien etwa so, wie wenn Sie vor 8 Jahren eine Datei vom lokalen Server in der Firma öffneten. Wie lange das Speichern dauert, ist noch offen. Aber ich hoffe schwer, dass die Cablecom Mut zu einem schnellen Upstream hat.
Wichtig für die Schweiz
Für was braucht es diese Geschwindigkeit? Ist doch nutzlos. IBM sagte einst; 5-6 Computer braucht die Welt, mehr nicht. DEC meinte in den 80er; niemand will zu Hause einen Computer und die Kutschenbauer sagten um das Jahr 1700 bestimmt; es gibt kein Mensch, der schneller als ein Pferd reiten will. Es würde ihm ja nur schlecht…
Diese massive Erhöhung der Bandbreite bringt die Schweiz in einem der wichtigsten Zukunftsmärkte nach vorne. Dateien und Programme verschwinden schon bald in der Cloud. Dem Netzwerk im Internet. Länder die eine gute Infrastruktur zur Verfügung stellen, sind im Vorteil. Denn in Zukunft lohnt es sich SaaS-Dienste anzubieten. Und Schweizer Firmen werden diese Dienstleistung nutzen und somit ihre eigenen Abläufe optimieren.
Auf gut Deutsch (mit etwas Eigenwerbung)
Vor kurzem starteten wir mit dem IFJ das Businesscockpit. Für 100 Franken im Monat erhält ein KMU über den Webbrowser eine eigene Homepage, mit Newsletter und E-Shop. Dazu hat er eine Adressverwaltung mit CRM, Projektverwaltung und Faktura. Alles Programme die er früher einzeln installieren musste. Jetzt ruft er sie über den Browser ohne Installation auf. Von zu Hause, im Büro oder aus den Ferien in Hawaii. Backup und Virenkontrolle muss er auch keine mehr machen, dass erledigen wir für ihn.
Neue Dienste, neue Firmen, neue Möglichkeiten
Höhere Bandbreiten helfen Online-Dienste auf breiter Basis durchzusetzen. Ob Onlinebackup, Google Docs oder Fotoverwaltung. Die Technologie spart gesamtwirtschaftlich Geld und erhöht gleichzeitig die Effizienz. Neue Unternehmen werden gegründet und für viele Menschen wird die Technik einfacher.
Ein tolles Angebot! Hoffentlich zieht die Swisscom bald nach.
ps: die Cablecom will 100 Megabit/s anbieten. Damit brauchen wir für die 100 Meter nachher nur noch 6 Sekunden!