Preise und das mobile Internet
Kurz: für das mobile Internet sind die aktuellen Tarife annehmbar. Auf IMAP umsteigen. Dataoption für den Auslandbesuch bei der Swisscom bestellen. Und 3G zugunsten besserer Batterienleistung abschalten.
14 Franken für eine Stunde Internet. So viel kostete 1994 das Internetsurfen (plus 150 Franken Grundgebühr pro Monat). Die Einführung des nationalen Tarifes durch die Swisscom und anschliessend die ADSL-Flatrate schaffte 1998 bis 2000 die Voraussetzung für den Durchbruch des Internet in der Schweiz. Erst die tieferen Preise machten das Internet für alle attraktiv. Genauso hohe Apothekerpreise wie damals verlangte die Swisscom bis heute für das mobile Internet. Entsprechend kam es auch nicht auf Touren.
Mit dem iPhone ist Bewegung im Preis.
Endlich senkt die Swisscom ihre unverschämt hohen Tarife für den Datenverkehr und bietet halbwegs anständige Angebote an. Somit ist der Weg frei für den Durchbruch des mobilen Internets in der Schweiz.
Ein Preisführer kann ich hier leider nicht abgeben, ich weiss nämlich selbst noch nicht, welches der richtige Preisplan für mich ist. Bis jetzt bezahlte ich mit meinem business pro Abo 30.- Rappen pro Stunde und Anruf auf Swisscom Fixnet und Mobile (Abo 45.-). Beim iPhone kann ich für 10 Franken mehr im Monat 250 MB versurfen. 250 MB ist nicht allzu viel. Alternativ könnte ich auf den liberty grande Tarif umsteigen. Dort bekomme ich 1 GB Datenvolumen bei einem Abopreis von 55 Franken, bezahle dann aber 50.- Rappen pro Stunde und Anruf auf Swisscom Fixnet und Mobile. Verwirrt*? Ging dem iPhone Verkäufer und mir auch so. Zumal wir die Preispläne von Orange noch gar nicht anschauten…Empfehlung, einen Tarif nehmen, drei Monate damit surfen und dann bei der Swisscom nachfragen, welches der beste Tarif ist. Erstaunlicherweise hilft einem die Swisscom grosszügig.
Roaming – eine Frechheit
Die Frage stellt sich aber, warum verwirrt die Swisscom ihre Kunden immer wieder? Und warum ziehen sie uns dann noch mit schmutzigen Taschenspielertricks das Geld aus der Tasche? Happige Vorwürfe. Ein Branchenkollege verbrachte vor kurzem ein paar Tage in Paris – mit seinem iPhone. Als er zurück kam, erhielt er eine Datenrechnung von über 1′000 Franken. Jedes Mega kostete ihn 14 Franken! So hätte ich natürlich in der Toskana auch nicht gesurft. Wer vorher bei der Swisscom anruft, erhält für eine monatliche Gebühr von 5 Franken nachher das Mega für 3 Franken. Was für ein hinterhältiger Trick! Schon beim ersten Abruf des Wetterberichts habe ich diese 5 Franken eingespart. Bitte liebe Swisscom, lasst solchen Blödsinn und ändert sofort dieses Preismodell.
Mit der 5 Franken Auslandoption hielten sich die Kosten in Grenzen. Um die Kosten gering zu halten, hilft auch die Wireless Funktion mit. Datenintensive Abrufe machte ich vorwiegend im Hotel oder an Hotspots. Den nächsten Hotspot findet ihr über iphone.spotigo.net oder iphone.jiwire.com. Hier sollte noch jemand eine App schreiben, die auf das GPS zugreift. Wer übrigens Grenznah wohnt und Angst hat, dass die Daten von einem teuren Roaming Netz kommen, kann in den “Einstellungen” das Roaming ausschalten.
Zeit für IMAP
Einer der grössten Datenfresser für das mobile Internet sind E-Mails. Für alle die noch das alte POP-Verfahren einsetzen und die E-Mails auf ihren PC oder ihr iPone laden müssen, wird es Zeit sich die Möglichkeiten von IMAP anzusehen.
3G Batterien Fresser
Schneller ist besser – normalerweise. 3G verbraucht massiv mehr Batterie als das langsamere EDGE – auch im Ruhezustand. Wer also das iPhone möglichst lange nutzen will, stellt die 3G Funktion unter “Einstellungen” ab.
Übrigens; Batterien merken sich, bei welchem Füllstand sie wieder aufgeladen werden und passen sich daran an. Optimal für die Batterie ist, wenn das iPhone genutzt wird, bis die Batterie vollständig entladen ist. Sie behält so am längsten ihre Kapazität. Wer das iPhone schon nach der Hälfte immer wieder auflädt, verliert mit der Zeit Ladekapazität. Das bedeutet, das iPhone macht dann schon nach 2 statt nach 8 Stunden schlapp. Die Notebook Batterie verhält sich gleich. Empfehlung von Apple, einmal im Monat vollständig aufladen und dann völliges Entleeren.
Also viel Spass mit mobile Internet…ich entdecke immer bessere Funktionen!
(was ist das für ein Song, was ist das für ein Song – Shazam)
* Verwirrung ist ein alter Verkäufertrick. Wenn deine Kunden nicht zum neuen Mitbewerber wechseln sollen, musst du deinen Kunden nur durch Verwirrung verunsichern.



Marcel Widmer schrieb:
Stimmt das mit dem sog. Memoryeffekt bei Akkus noch immer? Ich meine, dass diese bei Lithium-Ionen-Batterien nicht mehr der Fall ist. Oder hat das iPhone etwa noch einen “alten” Akku?
Kommentiert am 09-Aug-08 um 11:31 am | Permalink
Dani Niklaus schrieb:
Hier ist die Fachmeinung von einem Experten für Batterien gefragt.
Bei Lithium-Ionen-Batterien sollte der Memoryeffekt nicht mehr bestehen. Vor kurzem sah ich einen Testbericht, der dies widerlegte. Die Quelle suche ich noch. Auf der Apple Seite wird hingewiesen, dass einmal im Monat das iPhone vollständig auf- und entladen werden soll. Mir fehlt selbst noch die Praxiserfahrung, aber da empfehle ich auf Nummer Sicher zu gehen.
Kommentiert am 09-Aug-08 um 12:30 pm | Permalink
Reto Hartinger schrieb:
Verwirren muss Swisscom nicht nur die Kunden, auch Comparis muss durch verschiedensten Tricks ausgehebelt werden. Eine ziemlich anspruchsvolle Angelegenheit, die viel Kreativität erfordert. Wäre ja zu einfach, wenn uns ein Programm sagen könnte welcher Tarif zu uns passt. So weiss es ganz kundenfreundlich einfach niemand.
Dani – ich bin begeistert von Deinen Berichten. Eine tolle Hilfe für mich.
Kommentiert am 09-Aug-08 um 1:11 pm | Permalink
Internet Briefing Blog / Mobiles Internet: muss ich da mitmachen? schrieb:
[...] neuen Angeboten. Es stellt sich die Frage; jetzt wo das mobile Internet sich durchsetzt und auch weniger kostet, müssen Sie auch auf den Zug [...]
Kommentiert am 15-Aug-08 um 11:57 pm | Permalink
Internet Briefing Blog / Mobiles Internet: erste Schritte zum eigenen Angebot schrieb:
[...] 1: Durchbruch des mobilen Internet in der Schweiz Teil 2: Preise und das mobile Internet Teil 3: muss ich da mitmachen? Teil 4: Mobiles Internet: erste Schritte zum eigenen Angebot yigg [...]
Kommentiert am 23-Aug-08 um 4:18 pm | Permalink