Wie viel Geld ist ein Browser wert?
Es war schon erstaunlich, als Apple ins Browsergeschäft eingestiegen ist. Schliesslich ist dieses Stück Software gratis – es lässt sich also kein Geld damit verdienen. Apple hatte das Problem, dass Microsoft die Mac-Version des Explorers immer schlecht aussehen liess (auch der MSN Messenger hinkt total hinterher). So war Apple gezwungen, einen eigenen Browser zu programmieren, damit sich die Leute nicht vom Macintosh verabschieden. Dieses Jahr ist dann auch eine Windows Version dazugekommen. Hm, wieviel Marktanteil kann Apple dort gewinnen? Kaum der Rede wert. Wieso also investiert Apple in dieses Produkt? Wo Safari entscheidend punkten konnte, war die Mobile-Version. Aber das ist proprietär und rechtfertigt keine Windowsvariante.
Dass nun auch Google einen Browser bringt, erstaunt doch. OK – Google kann den Browser eher monetarisieren. Aber das wird kaum der Grund gewesen sein. Google bezahlte letztes Jahr Mozilla 69 Millionen Dollar, damit die das Suchfenster in Firefox einblenden. Es ist also ziemlich wertvoll, welche Suchmaschine die Resultate anzeigt. Ginge der Marktanteil von Firefox zugunsten von Google zurück, liesse sich das direkt in der Bilanz sehen.
So gesehen, bezahlt Mozilla die Google Entwicklung ;-). Das ist aber immer noch nicht der entscheidende Punkt für Google einen Browser zu entwickeln. Viel wichtiger wäre, dass Firefox, Safari und Google Chrome mehr Marktanteil erhielten. Wieso? Damit nicht Microsoft die Architektur des Browsers bestimmen kann. Heute müssen die Browser nachbauen, was Microsoft macht, sonst läuft das Web nicht mit ihren Browsern. Mit dem sich zuspitzenden Krieg zwischen Microsoft Software (Office) und Google Onlinedienste (Docs), wäre es für Microsoft möglich Features im Explorer so zu bauen, dass eine Onlinevariante einer Software der Offlineversion immer unterlegen ist. Oder zumindest, sollte Microsoft Office online bringen, diese immer besser mit dem Browser (Explorer mit 75 % Marktanteil) kompatibel ist und mehr kann.
Dieses Monopol will Google knacken! Deshalb ist der Browser und die Technologien dahinter Open Source und es wäre Google mehr als Recht, wenn sie auch im Explorer angewendet würden.
Gegenüber der Verbreitung der Suchmaschine sind Googles Webapplikationen ziemlich erfolglos. Sicher ist Google Docs super – aber nicht einmal 10 % der Google User nutzen es. Obwohl es gratis ist. Einzig Gmail kommt auf ansprechende Userzahlen, wirkt aber gegenüber Microsofts Hotmail wie ein Knirps, obwohl Gmail um Welten besser ist.
Die Google Applikationen werden ihre Kraft dieses Jahr erst ausspielen. 2008 können die Google Applikationen das Minimum, was eine Software jeweils können muss. Jetzt ist jedes Feature das dazu kommt ein Grund, Google Applikationen einzusetzen. Jedes Feature mehr begeistert mich und Office lässt mich immer mehr kalt. Die nächste Office-Version wir sicher 200 neue Features haben, von denen ich 194 nicht brauchen werde. Also werde ich mich weniger dafür begeistern – Google bringt aber das ganze Jahr über Neues, das ich entdecken und lieben werde.
Browsermarktanteile im August
72,2 % Explorer
19,7 % Firefox
6,4 % Safari
0,7 % Opera
Google Chrome soll es nach 3 Tagen bereits auf 1,2 % bringen



Thomas Eppler schrieb:
Google hat eigene Ideen, schaut sich die User und deren Ziele und Aufgaben genau an und experimentiert mit verschiedenen Lösungen. Dabei ist Google sehr schnell und lernt dadurch auch schnell und wird ebenso schnell besser. Mich begeistert dieser Ansatz.
Microsoft tickt halt nunmal anders und teils eher eine Verteidigungs- und Bewahrungsstrategie und war eher immer Early Follower. Beide Strategien können gewinnen – ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung.
Kommentiert am 04-Sep-08 um 12:55 pm | Permalink
Saint Germain schrieb:
Google-Chrome ist sehr schnell, aber es gibt keine addons…. Firefox ist “THE BEST”.
Kommentiert am 04-Sep-08 um 4:44 pm | Permalink
mcguillan schrieb:
Noch gibt es keine Addons, aber ich denke, dass da noch etwas nachkommen wird…
Kommentiert am 04-Sep-08 um 5:01 pm | Permalink