Baut Apple einen eigenen Chip? Wofür?
Es gab bereits Gerüchte, dass Apple in seinen MaBooks eigene Chips einbauen würde. Apple hat die Chipdesign Firma PA Semiconductor für $278 Millionen., gekauft. Sie stellt eine Variante des PowerPC Prozessors her. PowerPC? Ist das nicht der Chip den Apple zugunsten der Intel Prozessoren aufgegeben hat? Apple sagte, dass sie nicht an den Produkten oder der Produkt Road Map interessiert wären – nur an den Skills der Leute. Also doch nix mit PowerPC Zukunft?
Kürzlich hat Apple Mark Papermaster, IBMs Vizepräsident für Microprozessor Entwicklung, abgeworben. Ein Topshot, den IBM nicht ziehen lassen will und auf der einjährigen Konkurrenzklausel besteht. Papermaster soll eng mit Steve Jobs zusammenarbeiten und ihm technische und strategische Ratschläge geben. Wirklich? Also so viele Leute die nur darüber nachdenken, wie die Dinge sein sollten? Wieso sollte Papermaster, der 26 Jahre bei IBM war und die Verantwortung über deren Chips hatte, nun einfach persönlicher Berater eines CEOs werden? Ist das ein Challenge? IBM sagt, er sei der Topexperte des PowerPC Chips und habe Einblick in viele Geschäftsgeheimnisse. Also wieder dieser PowerPC. Papermaster war auch verantwortlich für die Blade Server Linie, die auch auf dem PowerPC basiert. Hm, das würde dann eher darauf hindeuten, dass Apple stärker in die Corporate Welt oder in die Cloud Computing eindringen will. Macht das Sinn? Apple will doch keine Nischen mehr – Apple ist eine Consumerfirma geworden.
Apple kann auch nicht einfach so einen Chip wechseln. Das bedeutet jedes Mal enormen Anpassungen des Betriebssystems und damit einher geht, dass Dritt-Software nicht mehr darauf läuft. Wo um Himmels Willen will Apple einen eigenen Chip einsetzen?
- Bei einem absoluten Massenprodukt
- Bei einem Produkt wo Drittsoftware keine (grosse) Rolle spielt
- Bei einem Produkt das nur Teile des Betriebssystem benutzt
- Bei einem Produkt, wo der Prozessor einen grossen Teil der Kosten ausmacht
- Bei einem Produkt, wo der Prozessor die Differenz ausmacht, eine Innovation bringt
Steve Jobs ist ein Controllfreak. Er möchte Produkte aus einem Guss. Da spielt der Prozessor eine entscheidende Rolle um sich von der Konkurrenz abgrenzen zu können. Mit einem eigenen Prozessor könnte Apple noch bessere Produkte machen. Hat der Prozessor aber keine enorme Stückzahl wird er zum finanziellen Pferdefuss – zur Sackgasse. Siehe PowerPC Prozessor. Bewegt er sich zu weit weg von Standarprozessoren, wird niemand für ihn entwickeln.
Wenn ich die obigen Kriterien ansetze, mache ich nur 2 Felder aus: Das iPhone oder den TV-Markt. Beim iPhone ist es riskanter, da fast alles des Betriebssystem benötigt wird. Bei iTV (also nicht Apple TV) wäre das weniger der Fall – ist der Anteil des Chips an den Gesamtkosten weniger hoch. Ich rätsle. Oder kommt Apple mit etwas ganz neuem? Dann müsste es etwas mit dem Internet zu tun haben.



Reto Hartinger schrieb:
Papermaster Problem elegant gelöst, nachdem Tony Fadell, Senior Vice President für die iPod-Sparte, den Hut nimmt, übernimmt Papermaster seinen Job. Ätsch IBM, aus der Klage wird wohl nix und ob der Mann wirklich iPod macht, wird man wohl auch nie erfahren – wenigstens ein Jahr lang nicht.
Kommentiert am 04-Nov-08 um 3:43 pm | Permalink