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Verlegerische Suche nach der richtigen Strategie

von Reto Hartinger

Die Verlage haben zu kämpfen, mit Anzeigenkunden, Redaktionen,  Bundessubventionen, aber vor allem mit sich selber. Sie müssen eine Strategie finden, eine Ueberlebensstrategie. Irgendwie will das Businessmodell nicht mehr wie früher. Haben sie begriffen, dass verlegen und Papier keine Synonyme sind? Kaum, so lange die Investitionen in Druckmaschinen so hoch und die Einnahmen aus Onlinewerbung so klein sind. Haben sie begriffen, dass die Distribution der Inhalte auch anders als über Personen gehen kann? Kaum so lange sie eine teure eigene Frühzustellung diskutieren.

Gleich zwei Ereignisse haben mich zum Nachdenken über die Verlage  und deren Futurereadyness gebracht

Der ex Verlagsleiter von cash, Christoph Bauer, wird CEO der AZ Medien. Er hat versucht, mit Cash das Produkt der Zukunft zu machen. Seine Visionen waren durchaus richtig und haben die oben gestellten Fragen beantwortet. Gescheitert ist Cash trotzdem. In der Theorie hat da zwar alles gestimmt, die praktische Umsetzung war aber mangelhaft. So basierte die Onlineversion auf einem ePaper das keine Links erlaubte und von Suchmaschinen keinen Traffic erhielt. Papier war immer noch das Lead Medium – online nur der Abklatsch davon. Trotzdem – es ging darum Verlag und Redaktion schon einmal richtig zu beüben – es ist nicht einfach wenn eine Zeitung plötzlich multimedial wird und der Vertriebskanal oder die Verbreitungsform nicht mehr im Vordergrund steht. Jounalsiten mussten einmal lernen statt nur zu schreiben auch zu fotografieren. Neu mussten sie lernen, welches Medium sie in die Hand nehmen sollten um die Story umzusetzen: Video, Podcast, Bild, Text oder gar eine und welche Mischung daraus?

Eine Antwort scheint der wirblige Urs Gossweiler hat “als erster Verlag eine Antwort auf Google gefunden“, wie persoenlich.com titelt. Er war 21 (glaub ich) als er durch den plötzlichen Tod seines Vaters den Verlag und damit die “Jungfrau Zeitung” übernehmen musste. Seither ist er ein unaufhörlicher Innovator. Ok, nicht immer mit Erfolg gesegnet, das hängt aber vor allem auch mit der Lage und seiner Jugendlichkeit zusammen. Die etablierten Medien(bosse) wollen (können) weder das Einzugsgebiet noch den “Jüngling” Gossweiler richtig ernst nehmen.

Auch Gossweiler lanciert seine Zeitung als multimediale Plattform (Papier, online und mobile), bezieht aber gleich die Werbung noch mit ein. Wer bei der “Jungfrau Zeitung” online nach Themen sucht, bekommt nicht nur einen entsprechenden Artikel sondern dazu auch was noch passt z. B. Gratulationen, Leserkommentare, Immobilienangebote oder aktuelle Gebrauchtwagenangebote und die suchrelevante Werbung.

Ich zitiere ihn aus dem persoenlich.com Interview:

Statt mit nervigen Bannern, werben wir auch Online mit den Inseraten, die in der Printversion der “Jungfrau Zeitung” erscheinen. Die Print-Anzeigen werden in einem selbst entwickelten System erfasst und mit den Web-Sites der jeweiligen Anbietern verlinkt. Online bleiben die Anzeigen dann jeweils drei Tage. Wir haben so alle drei Tage mehr Wechsel der Werbeflächen als das “Newsnetz” der Tamedia in einem Monat.

Das sieht dann so aus

So bleibt auch Gossweiler auf halbem Wege stehen. Die Werbung im Internet soll die Werbung im Print sützen. Zu kurz gedacht? Wie soll ein User wissen, dass eine solche Anzeige angeklickt werden kann. Wo bleibt die Multimedialität des Mediums? Die Anzeige bleibt 3 Tage online – wird also kein Traffic erhalten.

Wir haben weder die Zeitung noch den Verlag der Zukunft gefunden. Verleger, denkt weiter nach. Es geht nicht um eine Onlinestrategie, es geht um die Ueberlebensstrategie

Zurück ins Dorf

von Daniel Niklaus

Hier kennt jeder jeden. 15′000 Einwohner hat der Kanton Appenzell Innerrhoden. Privatsphäre ist ein Fremdwort. Das Wort Fremd ist aber nicht schlimm, hier sind Fremde sehr willkommen, solange sie als Touristen einreisen, Geld bezahlen, angezogen sind und dann auch wieder nach Hause fahren (o.k., als Gastarbeiter sind sie auch willkommen).

Wer in Appenzell aufwächst, hat wenig Privatsphäre. “aha, em Dörig sin Junge vo de hindere”. Und schon kennt jeder die Lebensgeschichte von drei Generationen zurück. Hier bleibt nichts verborgen, wer etwas wärmer veranlagt ist, braucht kein Coming out, dass wurde schon längst von den Mitschülern erledigt und hat sich im Dorf herumgesprochen. Wer einen “Seich” macht, wird sein Leben lang gebrandmarkt. Ich selbst wohne im Ausserrhoden und hier ist es ein wenig besser, aber es kennt trotzdem immer noch jeder jeden.

180px-Appenzeller_LandsgemeindeFür Städter mag dies seltsam klingen, aber hier bedeutet das soziale Netz Gemeinschaft. In schweren Zeiten hält man zueinander und wenn es darauf ankommt, setzt man sich für einander ein. Die Geschicke des Kantons, werden noch von Hand an der Landsgemeinde bestimmt. So wie es sich gehört – für viele leider mit den Frauen.

Was haben es die Städter da doch besser. Dort kennt nicht jeder jeden. Geschichten und Eskapaden gehen vergessen und man erhält immer eine Chance als unbeschriebenes Blatt neue anzufangen.

Will das der Städter?
Ich frage mich, will der Städter diese Anonymität? Er meldet sich bei Twitter an und erzählt uns von seinem Pizza-Erlebnis, peinliche Videos verfolgen ihn auf Youtube ein Leben lang und über Facebook, Xing & Co. ist jeder mit jedem verbunden.

Im sozialen Internet kennt jeder jeden. Das ist schon fast wie in Appenzell.

Video für die Website müssen gut gemacht sein

von Daniel Niklaus

1996 war es “egal”, ob eine Website gut gemacht war oder nicht. Usability war ein Fremdwort und die Leute waren froh, überhaupt eine Website von einem lokalen Anbieter zu finden. Kurze Zeit später stiegen die Ansprüche und dasselbe wird vermutlich mit den Ansprüchen an Videos im Internet passieren. Die Ansprüche steigen.

Thomas zeigt, dass Videos die Verkaufszahlen nach oben schnellen lassen. Das ist gut. Um 9% mehr bei fahrrad.de, weil der Video in erster Linie Authentisch ist. Reto kontert “ist ja ätzend – das Video”. Ist Reto einfach ein Miesmacher oder würde sich das Zubehör mit einem besseren Video gleich doppelt gut verkaufen?

Vermutlich wird es ähnlich wie bei den Webseiten sein. Heute finden wir es toll, wenn es zu einem Produkt überhaupt ein Video hat, aber schon bald steigen die Ansprüche, weil wir uns besseres vom TV gewohnt sind und weil die Mitbewerber ebenfalls besser werden.

Videos zu drehen, ist relativ einfach. An erster Stelle steht Steven Spielbergs Credo: Story, Story, Story (was ist deine?). Die Story muss sauber strukturiert werden. Eine Variante ist: was ist das Problem, was geschieht, wenn du es nicht löst, schau mal mein Produkt, damit wird alles toll, jetzt kauf mich. Dies alles sollte mit der richtigen Kamera, gutem Licht und Ton in der richtigen Umgebung aufgenommen werden. Und dann ist es von Vorteil, wenn der/die hinter und vor der Kamera ihr Handwerk verstehen – oder zumindest eine Ahnung davon haben. Simpel.

Um einen Start zu geben. Mona Vetsch hat auf SF einen tollen Einstiegskurs für ambitionierte Videofilmer. Und Inspiration wie eine Firma dargestellt werden kann findet ihr bei http://www.youtube.com/user/yellowpages. Es braucht nicht viel…aber etwas Zeit sollte man sich nehmen.

Reagiert der Preisüberwacher auf meine Anfrage?

von Daniel Niklaus

Sehr geehrter Preisüberwacher

Am 15. Juli fragte ich Sie wegen den überhöhten Softwarepreisen von Adobe- und Microsoftprodukten in der Schweiz gegenüber den USA an. Bis heute hörte ich nichts von ihnen und habe keine Ahnung, ob die Anfrage bei Ihnen eingegangen ist. Deshalb erlaube ich mir nochmals einen Versuch.

Bei einem kurzen Vergleich zwischen den US und Schweizer Preisen von Adobe und Microsoftprodukten stellte ich eine Preisdifferenz von weit mehr als dem doppelten fest. Es handelt sich dabei nicht nur um lokal angepasste Softwareprodukte, es sind darunter auch absolut identische Pakete, welche als Download vom Server der Hersteller herunter geladen werden – also maximal ein Mehraufwand von Nullkommanullgarnix entsteht.

Mehr Infos gibt es auf diesem Blogeintrag
http://blog.internet-briefing.ch/2009/06/15/schweizer-richtig-ueber-den-tisch-gezogen-ii/

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Freundliche Grüsse

Produktvideos erhöhen Konversionsrate im Onlineshop

von Thomas Lang

Dass sich Produktvideos in Onlineshops immer grösserer Beliebtheit erfreuen, berichte ich regelmässig in den beliebten Trends im E-Commerce Referaten.

Am Internet World Kongress dieser Woche in München berichtete der Gründer von Fahrrad.de – übrigens ein Paradebeispiel für den Einsatz von Produktvideos – wie sich die Videos rechnen.

Wie Twive! gestern schrieb, verzeichnet Fahrrad.de bei Produkten mit Video im Schnitt eine um etwa 9% höhere Konversionsrate. Sind keine Bewegtbilder vom Hersteller verfügbar, produziert Fahrrad.de die Videos in eigener Regie. Um die Kosten tief zu halten, wurde eigens ein Video-Producer angestellt, der pro Film rund 2 – 3 Std. aufwendet bis zur Fertigstellung.

Wer nicht selber produzieren kann oder will, für den gibt es bereits einige Plattformen im deutsch-sprachigen Raum die Produktvideos anbieten wie z.B.

Im Rahmen meiner Dozententätigkeit an der FHNW sind Produktvideos im Onlinevertrieb immer ein aktuelles Thema. Das Schulbeispiel stammt jeweils von Fahrrad.de. Meiner Meinung nach kann dies an Authentizität kaum überboten werden:

Produktvideo bei fahrrad.de

(Crossposting)

Apple bald mit eigenem Chip?

von Reto Hartinger

Wie ernst es Apple mit einem eigenen Chip ist, untermauert die Tatsache dass Apple seinen Anteil an der Britischen Chipdesignfirma Imagination von 3 auf 9.5 % erhöht hat.

Ein Produkt auf dem Apple eignen Chip steht demnach nicht kurz bevor, sonst hätte Apple den Kauf nicht machen dürfen und dies erst noch mitten in der Tradingphase der Börse.

Neben Imagination baut Apple auf eigene Leute rund um den ex-IBM-Mann Mark Papermaster (dort verantwortlich für den PowerPC Chip). Z.B.

Raja Koduri, ex CTO bei AMD und Bob Drebin, CTO bei Koduri. Eine Suche auf LinkedIn fördert bereits über 100 Personen zu Tage die jetzt bei Apple werkeln früher aber Jobs bei  Intel, Samsung oder Qualcomm und Konsorten hatten. Weiterhin gesucht werden Leute mit Erfahrung in Handschrifterkennung!!! (äh, kennen wir das nicht von früher?)

Apple braucht einen eigenen Chip um im Mobile- und iPod-Markt führend zu sein. Eine Plattform einzig aus zusammen gekauften Komponenten genügt nicht, um in diesem Markt zu bestehen. Apple bleibt der Herausforderer der sich Differenzieren muss. Damit Apple die Entwicklergemeinde auf seiner Seite behält sind auf die patentierten Technologien optimierte Geräte nötig. Steve Jobs selber hat zugegeben, dass die Chips für bessere Gamegrafik und längere Batterielaufzeit sorgen soll. Jobs wird die Katze nicht vollständig aus dem Sack lassen.

Internet Briefing Blog wieder auf dem Traffic wie vor Abstellen

von Reto Hartinger

Erste Ergebnisse. Es hat nicht lange gedauert da sind wir wieder bei 150 – 300 Besucher pro Tag, plus die RSS Feed Leser. Das hatten wir im Januar vor dem Abstellen auch. Es hat sich aber dennoch einiges verändert. Ich glaube, dass wir doch weniger Leser haben. Vor allem die früheren RSS Feed Leser scheinen mir weniger zu sein, was sich bei weniger Kommentaren bemerkbar macht. Ich zum Beispiel kann meinen Bloglines Feed löschen und wieder herstellen wie ich will – Bloglines holt mir immer nur die Post vor Abstellen.

Auch auffallend ist, dass die alten Post weniger Traffic von Google erhalten als früher. Logisch, das war zu erwarten. Wäre aber vielleich ja auch so passiert – es ist aber einfach während dieser Zeit nichts dazugekommen das hätte ständigen weiteren Suchmaschinentraffic bekommen können. Es gab auch keine Links von neuen Posts auf alte, die diese in den Suchmaschinen hätten hochkommen lassen.

Voraussichtlich am Sonntag werden wir den Blog zügeln. Das wird wieder zu einem Einbruch bei Google führen.

Wir haben also noch ein Stück zu gehen, bis wir wieder da sind wo wir waren. Ich danke Dir jedenfalls, dass Du uns wieder liest.

iBanking mit iPhone

von Reto Hartinger

Dem iPhone gelingt der Durchmarsch in die Businesswelt. Eine der weltgrössten Banken, die Englische HBSC, macht sicheres eBanking via iPhone möglich. Immerhin für 325 000 Business E-Bankingkunden. Sie können pro Tag bis zu 100 000 Pfund überweisen, Kreditanträge stellen usw.

Ok, noch ein kleiner Fisch – aber die Richtung stimmt. Wäre die Applikation für Android gekommen, es hätte wohl weniger aufsehen erhoben. Die Appleaktien sind heute auf jeden Fall 3 Dollar im Plus.

Apple hat bei den Entwicklern einfach die Nase vorn und genau solche Applikationen wird die Kunden zu Apple locken.

Bleiben meine Mails im Spamfilter hängen?

von Reto Hartinger

Wer ist Internet Briefing Mitglied und hat dieses Mail nicht bekommen?

Gerne mache ich Dich auf unsere nächsten Internet Briefings aufmerksam. Bitte melde dich doch gleich an:

Interaktive Marketing-Elemente mit alten und neue Medien
01.07.2009 17.30-20.00 anschliessend gemeinsames Abendessen
Zunfthaus zur Schmieden, Schmiedenplatz 5, Bern http://www.schmiedstube.com/adresse.html
Anmeldung und Info:  http://internet-briefing.ch/crosssoll

Conversion-rate Optimierung
07.07.2009 17.30-20.00 anschliessend gemeinsames Abendessen
Brasserie Lipp, Zürich
Anmeldung und Info:  http://internet-briefing.ch/conversion

Usability von mobilen Internet-Diensten
07.07.2009 11.30-14.00
Brasserie Lipp, Zürich
Anmeldung und Info:  http://internet-briefing.ch/mobus

Ich glaube, dass meine Mails viele Mitglieder gar nicht erreichen. Sie werden mit Absender insider@vtx.ch über den Server von Everywhere gesandt. Hast Du das Mail nicht bekommen. Wo könnte das Problem liegen

Google Adsense für Handys

von Reto Hartinger

Gestern hat Google die Betaversion für Google for Mobile freigegeben. Das heisst für die Plattformen iPhone und Android. Früher war Adsense nur in den Browsern einbindbar, neu wird Adsense auch in den Applikationen für diese Plattformen verfügbar.

Das haucht natürlich vielen Gratisprogrammen neues Leben ein, eröffnet neue Geschäftsmodelle. Google wird auch diesen Markt dominieren. Es sind nur kleinere Firmen die bis heute entsprechende Angebote im Markt hatten. Google hat den Mobile-Markt immer sehr ernst genommen, schliesslich gibt es mehr Mobiltelefone als PCs.

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