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Tipps vom Schreibcoach

von Daniel Niklaus

Langweilige Texte vergraulen Kunden. Um zu verstehen, was einen guten Text ausmacht, buchte ich beim Gründer von Supertext ein Schreibchoaching für unser Produkt DEMANDIT. Seine Tipps möchte ich euch nicht vorenthalten und ein Text bei supertext.ch kann ich nur empfehlen. Die Resultate sind für wenig Geld oft supertext.

Tipp 1: Machs kurz.
47% der Sätze in der Bildzeitung haben vier Wörter und weniger. Laut DPA liegt die Grenze der Verständlichkeit eines Satzes bei neun Wörtern. Wähle, wo immer möglich, das kürzere Wort. Schreib nicht über «die Grundproblematik» oder «den Problemkomplex» oder gar über «den eigentlichen Problembereich». Schreib über «das Problem».

Tipp 2: Kernige Aussagen statt leere Wortspiele.
Reime und Wortspiele lenken nur der Botschaft ab und entlarven den Werbetext sofort als solchen. Mit Sätzen wie «Webentwicklung die Spass macht» stichst du definitiv nicht mehr aus der Masse heraus. Versuche den Hauptnutzen von DEMANDIT zu dramatisieren. In der Make-up Branche geht das so: «Probieren Sie unsere Anti-Aging-Creme. Du wirst sehen, wie schnell sie wirkt.»

Tipp 3: Behaupte nicht. Beweise es.
Es scheint kein Unternehmen zu geben, das nicht innovative Produkte, kompetente Mitarbeiter, moderne Techniken und attraktive Preise hat. Geh mit Adjektiven sorgsam um. Ein Satz wie «Alle unsere Mitarbeiter haben MBA» ist viel überzeugender als «Wir verfügen über kompetente und professionelle Mitarbeiter». Wenn der Zirkusclown in die Manege ruft “Ich bin lustig” findet ihn noch niemand lustig. Schreib nicht «Wir sind günstig», mach objektive Preisvergleiche, die dich als Preisbrecher profilieren. Nenne Auszeichnungen, wenn du Qualität vermitteln möchtest. Oder gib den Menschen zumindest einen Grund, bei dir vorbei zu schauen: «Ich bin doch nicht blöd.»

Tipp 4: Hat dein Text Blähungen?
Vermeide Wörter, die deine Sätze unnötig in die Länge ziehen. Streiche in deinem Text folgende Dinger: in etwa, irgendwie, sowieso, ganz, etwas, eigentlich, nämlich, übrigens, also, auch, noch, demnach. Dein Text wird kürzer und knackiger.

Tipp 5: Lass keine Zweifel aufkommen.
Modalwörter scheinen der zurückhaltenden Schweizer Mentalität zu entsprechen. «Wir können Ihnen helfen eventuell mehr zu verkaufen», klingt weniger selbstbewusst als «Wir holen Ihre Verkaufszahlen aus dem Keller.» Der Einsatz von Modalwörtern vermittelt nicht Anstand und Respekt. Eliminiere Modalwörter (können, dürfen, müssen, wollen, sollen, mögen) konsequent aus deinem Vokabular. Argumentiere aus einer Position der Stärke. Das schafft beim Leser Sicherheit und Vertrauen.

Tipp 6: Formuliere aktiv statt passiv.
Hier geht es um ein ähnliches Problem wie bei den Modalwörtern. Viele Menschen benutzen den Passiv, weil er weniger verbindlich ist: «Damit Ihre Projekte effizient realisiert werden.» Besser: “Wir realisieren Ihre Projekte effizient.”

Tipp 7: Werben mit Verben.
«Hier steht ein Baum. Dort steht ein Auto. Und da steht eine Frau.» Die drei Sätze wirken statisch und wenig konkret. Verwende Verben, die Dynamik erzeugen: «Hier wächst ein Baum. Dort parkt ein Auto. Und da wartet eine Frau.» So einfach machen Sie Ihre Texte interessanter. Und lassen Sie Verben Verben sein. Ersetze Substantivierungen wie «das Erarbeiten», «beim Aufbauen», «durch Fokussieren» oder gar «dank dem Zustandekommen».

Tipp 8: Deine Leser denken nur an sich selbst.
Menschen sind Egoisten. Dein DEMANDIT und deine On Demand WebApps mögen spannend sein, den Leser interessiert nur, was er davon hat. Und weil er faul ist, denkt er nicht von sich aus darüber nach. Schreibe deshalb nicht darüber wie gut dein Produkt ist, sondern wie gut es deinen Kunden macht! Stelle dir beim Schreiben jemanden vor, der deinen Text lesen wird. Versetze dich in ihn hinein und überlege dir genau, wie du eine Reaktion hervorrufst.

Tipp 9: Entferne den Stopp-Werbung-Kleber an deinem Briefkasten.
Lies und analysiere die Werbebriefe, Prospekte und Internetseiten deiner schärfsten Konkurrenten (Apple, Ruby, Web-o-mat, etc.). Und beobachte dich selbst. Auf welche Werbesendungen reagierst du selbst positiv? Bei welchen Werbebriefen liest du nur den ersten Satz und wirfst ihn dann weg?

Tipp 10: Lass deine Texte von professionellen Texter/-innen überarbeiten.
Mehr Besucher am Anlass, mehr Direktverkäufe, steigende Umsätze ? Ein guter Werbetext wirkt Wunder. Die Zusammenarbeit mit professionellen Texter/-innen lohnt sich. Rechne selbst: Wenn du einen Werbebrief 300 Mal verschicken, sind das Briefpapier und die Briefmarken dafür bereits teurer als eine komplette Überarbeitung des Briefinhalts.Nur dass auch das schönste Briefpapier noch nichts verkauft und keinen einzigen neuen Kunden bringt. Das kann nur ein guter Werbetext.


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3 Kommentare zu “Tipps vom Schreibcoach”

  1. adrian schrieb:

    weitere gängige tipps:
    - vermeide (oder erkläre) fremdwörter
    - keine wortkreationen, floskeln, etc.
    - auch bei werbetexten gilt lead-system (das wichtigste, aktuellste zuerst)

    weitere tipps von mir:
    - übertreibe nicht und bleibe ehrlich/transparent: Ein Beispiel aus dem oberen Text: «Alle unsere Mitarbeiter haben MBA» ist viel überzeugender als «Wir verfügen über kompetente und professionelle Mitarbeiter» –> ist auch nicht das gleiche! mitarbeiter können kompetenz und proffesionalität aufweisen, ohne einen MBA zu haben und ein MBA sagt auch nichts über die beiden Werte aus ;) da zweifle ich als empfänger an der aussage, glaubwürdigkeit und auch am werber selbst (aufgrund oben genannter folgerung)
    - sei kritisch! hinterfrage dich! –> bringt mehr als tipp 10!
    - eine aussage (und evt. 1-2 nebenaussagen) reicht vollkommen!

  2. Internet Briefing Blog / Leichtlesbar.ch – der Selbsttest für Texte schrieb:

    [...] Zurück zum Schreibstil und leichter lesen Wie gesagt, sind Blick Texte für die Leser süffiger und werden auch lieber gelesen. Aber nicht nur lieber gelesen. Studien zeigen, Leser schätzen die Intelligenz des Autors eines Textes umso höher ein, je einfachere Worte er braucht. Und je klarer der Autor seine Sätze formuliert. Jetzt kann ich das alles so behaupten und stehen lassen, aber wie ein Texter empfiehlt: Behaupte nicht. Beweise es. [...]

  3. Internet Briefing Blog / Das Auge liest mit schrieb:

    [...] Link das Resultat zu wünschen übrig lässt, leicht lesbare Texte, die mit den besten Tipps vom Schreibcoach geschrieben wurden, müssen richtig angerichtet werden, damit der Text sein gesamtes Bouquet [...]

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