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iPhone gibt den Ton an: 60 % Marge, bald in China

von Reto Hartinger

Das iPhone ist der Taktangeber in der Bilanz von Apple und das nach nur zwei Jahren. Schon fast vergessen ist der atemberaubende

China Unicom iPhone specsErfolg des iPods, der sich übrigens immernoch wacker verkauft. Bald soll auch noch China als Absatzmarkt hinzukommen. Die  Meinungen über das Erfolgspotenzial in China gehen auseinander. Apple konnte sich mit der klaren Nummer 1, mit China Mobile, nicht einigen. China Mobile waren die Umsatzbeteiligungen von Apple schlicht zu hoch. Es wird deshalb im September den iPhone Konkurrenten OPhone von Levono auf den Markt bringen.

Exklusivvertrag garantiert 1 Mio Stück pro Jahr zu $440

Apple hat mit China Unicom einen Exklusivvertrag über drei Jahre abgeschlossen und kommt auch im

September auf den Markt. Unicon soll Apple $439 pro Stück bezahlen das Gerät aber unter diesem Preis verkaufen und 1 Mio Stück pro Jahr garantieren. Unicon erwartet aber viel mehr zu verkaufen.

Bereits heute gibt es 500 000 iPhone Nutzer in China.

iPhone macht 60 % Marge!

Nicht nur, dass sich das iPhone immmer schneller verkauft, es macht auch noch eine unglaubliche Marge von nahezu 60 %! Dies weil Apple überall dort die hohle Hand macht, wo Umsatz generiert wird.

Muller's iPhone margins spreadsheet

Quersubventionierung von anderen Apple-Produkten

Diese unverschämt hohe Marge erlaubt es Apple, seine anderen Produkte zu subventionieren. Die Marge für Apple liegt bei 34 %. So lassen sich auch in schwierigen Zeiten Produkte verkaufen. Aber was verkauft Apple mit weit tieferer Marge? Ich denke nicht, dass Apple Produkte mit Verlust verkauft, dafür sind sie einfach zu teuer.

schiller-palm-wwdc

Apples AppStore ist das Mass aller Dinge

Der Siegeszug von Apple geht auch bei den Entwicklern weiter. An unseren Internet Briefings zu Mobile Applikationen wurde gesagt, dass die Kunden eigentlich nur eine iPhone-Applikation verlangen würden. Android ist wird kaum erwähnt. Das zeigen auch die verfügbaren Mobile Apps pro Plattform deutlich. Auf Apple folgt abgeschlagen Android.

In China wird Apple mit einem chinesischen AppStore aufwarten, mit bereits einigen chinesischen Applikationen. Levono wird sein OPhone mit einer chinesischen Variante des Android-Stores beglücken.


Schweizer Webdesign – wo stehst du?

von Daniel Niklaus

Von Zeit zu Zeit gehe ich auf einen Streifzug durchs Internet und surfe im klassischen Sinn von Website zu Website. Ziel ist es neue Ideen zu finden, andersartige Websiten aufzuspüren und zu verstehen, wo die Trends hingehen. Dieses Mal surfte ich auf Schweizer-KMU Webseiten. Das Ergebnis war…naja…

Etwa 250 verschiedene Websites surfte ich an. Schlosser, Schreiner, Restaurants, Hotels, Feng-Shui, Berater. Vieles ist Einheitsbrei. Die ausgefallenste Website kam von Koller Internet aus Appenzell, die bei der Kinderinsel eine völlig andere Navigation wählten.

Einheitsbrei kann auch gut sein
Zumindest dann, wenn die Arbeit ordentlich abgeliefert wurde und die Surfer alle notwendigen Dinge auf der Website finden. Einige Agenturen liefern konstant hohe Qualität ab, bei anderen sieht man, wann der Grafiker wechselte. Damit ihr jetzt nicht selbst 250 Websites absurfen müsst, gibt es hier 38 zufällig ausgewählte Seiten. Wie gesagt, die einen schön, die anderen gut, und die ganz schlimmen lies ich aus (glaubt mir, von den Schlimmen gibt es immer noch viel zu viele).

Wer selbst ein paar gute, schöne, ausgefallene, geistreiche Webdesigns/Websites kennt, hinterlasse hier doch einen Kommentar mit Link. Vielen Dank!

Microsoft und Yahoo geben Gas

von Reto Hartinger

So der Deal ist unter Dach. Nö keine Uebernahme von Yahoo durch Microsoft und keine teure Zahlung an Yahoo für den Deal. Die beiden Firmen haben einfach unter sich aufgeteilt wo sie stärker sind. Excellent, gratuliere. Keiner ist der Senior Partner. Um was geht es

Bing wird die Suchmaschine von Microsoft und Yahoo

Mit dem Markteintritt von bing.com hat Microsoft gezeigt, dass seine neue Suchmaschine gefällt. Eigentlich ist sie ja auch etwas wie ein Zwitter zwischen dem frühen Yahoo und einer Suchmaschine. Die Suchresultate werden von Menschenhand auf gewissen Themen getrimmt (aufwändig aber erfolgreich). Die Nummer zwei hinter Google wird in einigen Märkten sehr valabel. Vor allem in den USA.

Yahoo verkauft die Werbung

Endlich hat Microsoft begriffen, dass es keine Werbung verkaufen kann. Darin ist Yahoo besser und darf die Werbung über beide Netzwerke verkaufen. Interessant und sicher erfolgreich – auch klassische Onlinewerbung! Damit entsteht der absolut grösste Pool für Display Onlinewerbung.

Ein guter Deal in meinen Augen. Beide Firmen werden sich auf dem Nutzermarkt immer noch eigenständig behaupten (ausser im Suchbereich, welches exklusiv an Microsoft abgetreten wird). Es wäre doch eine Katastrophe gewesen, hätte Microsoft einen Einfluss auf die Portal-Strategie von Yahoo bekommen. Für Yahoo ist interessant, dass sie grosse Kostenblöcke sparen können. Man muss ja nicht alles besitzen um gutes Geld zu machen. Yahoo kann sich eine gute Position im Werbemarkt aufbauen ohne den Usermarkt aufgeben zu müssen.

Microsoft kauft sich nicht eine schwer zu integrierende Firmenkultur und ein kaum zu bereinigendes Produktportfolio. Die Sites und Dienste sind oft zu ähnlich. Möge der Bessere gewinnen. Das wird der User entscheiden und nicht die Hackordnung eines Firmengiganten.

Der Einfluss auf Google

Google wird nicht vor Angst erzittern. Ob sich Bing durchsetzen wird hängt von Google ab und wie gut sie ihren Suchcode weiterentwickeln.

Dass Adwords-Kunden zu Bing abwandern ist möglich – wahrscheinlicher aber ist, dass schlicht beide Plattformen genutzt werden. Onlinewerbung kann auf Kosten anderer Werbeformen  noch mehr Terrain gewinnen. Vor allem dank Yahoo wird Online-Display-Werbung noch attraktiver. Ob die Marktausweitung genügt um das Googlewachstum am laufen zu halten?

Wie wird sich der Microsoft/Yahoo Deal auswirken? (Mehrfachnennungen möglich)

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Android OS schon tot?

von Reto Hartinger

Ganz so sicher über den Erfolg des Android-Netbook war sich ACER nicht und hat angekündigt, neben Android auch noch Windows zu installieren und bereits 2009 mit mehreren Modellen auf den Markt zu kommen. Daraus wird nix. ACER verschiebt die googlegetriebenen Netbooks auf 2010.

Kein Wunder. Erstens war die Android Unterstützung halbherzig und zweitens, wenn schon Google selber nicht weiss auf welches Betriebssystem man sich stützen soll, wie soll es ACER wissen? Vielleicht wartet man einfach die Entwicklung im Hause Google ab (und kommt dann hoffnungslos zu spät, sollte Apple mit einem Tablett herauskommen).

Wie reagieren die anderen Hardware-Hersteller die ein Android Netbook angekündigt haben? Es gibt zurzeit kein Zugzwang mehr. Google wird Android als Netbook Betriebssystem auch nicht mehr gross pushen – es dürfte demnach nicht richtig oder nicht rechtzeitig fertig werden. Das Augenmerk ist auf das Google Chrome OS gerichtet, welches für Netbooks konzipiert wurde.

Wird ACER Chrome und Windows auf seinen Maschinen laufen lassen? Das macht nicht wirklich Sinn.

Erfahrungsbericht: Google wave der erste Eindruck

von Daniel Niklaus

Wow! Etwa so waren die Reaktionen auf die Vorstellung von Google wave. Der E-Mail Killer, das nächste grosse Ding – die ultimative Waffe von Google um endgültig die Herrschaft im Internet zu übernehmen. Aber wie ist der erste Eindruck, wenn man wave selbst ausprobiert? Wow! Es könnte wirklich das nächste grosse Ding werden. Aber vorher, hat es noch einige Klippen zu umschiffen.

Der Reihe nach
Google wave macht wirklich Spass. Nach dem einloggen fühlt es sich wie auf dem Präsentations-Video an. Neues Wave eröffnen, Text scheiben und Antworten abwarten. Weil man aber in der aktuellen Beta-Phase (noch) niemanden kennt, sind die Frage etwa dieselben, wie wenn man mit 16 Jahre ohne Englischkenntnisse in London steht: “hat’s hier auch Schweizer?”. Tatsächlich, die meisten Fragen der Beta-Tester erinnern an die ersten IRC-Chat Gespräche. “Testing”, “Hi there” oder “Nederlandse wave”. Noch weiss keiner recht, wie er wave nutzen soll. Aber das Potential sieht jeder.

Wie funktioniert Google wave?

Es ist wie ein E-Mail
Ich habe meine Kontakte, eine Inbox und versende ein wave mit CC an mehrere Personen. Zum Beispiel mit einer Einladung für einen Kinoabend.

Es ist wie ein Doodle
Meine Freunde können gleich darauf antworten. Weil ich eine Umfrage einbaute, sehen auch gleich alle, wer kommt.

Es ist wie ein Skypechat
Weil man nicht nur anhacken kann, wer wann kommt, sondern in Realtime sieht, was die anderen sagen, chattet man 1:1 und bestimmt, welches der Film der Wahl ist.

Es ist wie ein Twitter
Hat der Film gefallen, gebe ich in meinem eigens angelegten Twitter-wave ein Statement ab und alle meine anderen Freunde sehen dieses.

Es ist wie ein Blog
Sobald ich etwas mehr Zeit habe, schreibe ich in meinem wave-blog, der den alten Blog ablöste, einen Beitrag dazu.

Es ist wie ein Forum
Die Antworten funktionieren ebenfalls über ein wave. Sogar noch besser, weil es eine Mischung aus Realtimechat und Forum ist.

Es ist wie ein delicious
Weil ich hier alle guten Kinolinks wie tch.ch speichere ;-)

Ist Google wave auch etwas Eigenes?
Nerds und Journalisten fallen gerne auf die Konvergenzfalle herein. Also ein Gerät das alles in einem kann. So wie das iPhone; Telefonieren, Fotografieren, TV, Surfstation, E-Mail, Routenplaner und vieles mehr. Das fasziniert und ist eine Story wert. Tatsache aber bleibt, die Konsumenten bevorzugen spezialisierte Programme und Geräte. Sie ziehen den eigenen Fotoapparat der Handykamera vor, behalten den TomTom und gespielt wird doch lieber mit dem Handheld, so wie ein E-Mail auch später am Computer geschrieben werden kann. Darum muss Google wave ebenfalls etwas eigenes sein. Ist es das? Ohh JA!

Google-wave für die Projektabwicklung
Was haben wir nicht schon alles ausprobiert, um Kundenanfragen und -wünsche in Webprojekten Meister zu werden. Die Anfragen kommen per E-Mail, am Telefon oder wenn man vor Ort eine Besprechung hat. Also rein in Checklisten oder ins Extranet oder ins Ticketsystem oder per Google Sheet die Task aufgelistet oder mit Confluence also Wiki, E-Mail & Co. Irgendwie ist nichts davon befriedigend. Weil alles mit viel Aufwand verbunden ist, Inhalte müssen kopiert, sortiert und priorisiert sein und meistens ist dann doch die gute alte Kopfarbeit gefragt. Google wave könnte die Erleichterung sein. Ich sehe grosses Potential, dass wir aus dieser Mischung von E-Mail, Forum und Wiki die Zusammenarbeit mit dem Kunden und innerhalb der eigenen Firma massiv erleichtern. Dies wird eine der ersten Funktionen sein, wo wir Google wave integrieren.

Unternehmens-Wiki? Google-wave
Ich finde Wikipedia toll, aber Unternehmenswiki haben mich noch nicht allzu sehr begeistert. Wie bei der Projektarbeit finde ich die Einstiegshürden zu hoch und für die User sind sie zu umständlich. Die wave Vereinfachung könnte auch die Unternehmens-Wikis ablösen. Dasselbe mit Bedienungsanleitungen. Vor einiger Zeit erstellte ich für unsere Software DEMANDIT ein Wiki. Gepflegt wird es wenig. Weil es umständlich ist, sind immer noch viele Tipps, Hinweise und Anleitungen in Worddokumenten abgelegt. Auch hier sehe ich in Google wave eine echte Alternative.

Noch viele Möglichkeiten mehr
Onlinegames mit einem Bot oder Bots die mit Fragen von wave zu wave surfen und dann die Antwort zurück bringen (ja, ja, ein alter Traum…). Ein wave kann auch gut in die eigene Software eingebettet werden, damit die User untereinander kommunizieren und sich gegenseitig helfen. Google wave gilt es zu entdecken. Es ist keine DB, aber auch kein losses E-Mail. Es ist ein neues, gutes Zwischending.

Und ein Ökosystem?
Jede erfolgreiche Technologie benötigt ein Ökosystem. Der Erfolg des iPhones beruht darauf, dass viele Leute Geld verdienen oder einen Prestige-Gewinn haben. Sei dies nun der Telefonprovider, der sich höhere Einnahmen verspricht und das iPhone intensiv vermarktet, der Programmierer, welcher sein App bei 100′000 Kunden installiert sehen will oder die Zeitung, die mit einem eigenen App User gewinnt. Genauso braucht auch wave ein Ökosystem. Mit der offenen Plattform legte Google die Grundlage dazu. Zum Beispiel den wave-Dienst selber als Serverversion anzubieten. Wave läuft nicht nur bei Goolge. Bluewin, ein speziallisierter Provider oder Amazon webservices können in die Hose steigen und wave vermarkten. Anwendungsschreiber integrieren kleine Applikationen für Google wave, welche alle Nutzer einsetzen können oder so wie wir das machen werden, wave in das eigene Intranet einzubauen, damit die Kunden und wir die Anfragen und Wünsche in Zukunft dort platzieren.

Wie ausgereift ist wave?

Noch ist es buggy. Abstürze sind an der Tagesordnung und alles verhält sich ein wenig Zähflüssig. So wie es sich für eine ordentliche Beta gehört – beruhigend zu sehen, dass auch Google diese Probleme hat. Wenn Google im Herbst mit wave auf den Markt will, können sie entweder zaubern oder sie haben im Hintergrund eine Version, die schon viel weiter ist. Egal was die wahre Antwort ist, die grosse Herausforderung für Google wird im Erfolg von Google wave selbst liegen. Sie sind keine kleine Firma mehr, die mit wenigen Usern startet und dann Schritt für Schritt wächst. Wenn sie loslegen, werden Millionen Google wave stürmen und Traffik verursachen. Diesen Ansturm in den Griff zu bekommen, benötigt aus meiner Sicht eine Meisterleistung.

Wo Licht ist, ist auch Schatten
Ist wave ein Erfolg, erhält Google noch mehr Macht im Internet. Google weiss noch mehr über uns und die User. Der Erfolg könnte Google dereinst gefährlich werden. Mit wave betritt Google ein neues Zeitalter. Wie einst IBM und Microsoft wird der grösste Konkurrent nicht mehr ein Mitbewerber sein, sondern das Kartellamt.

Hilfe wir sind Blind! Usability Testing während der Entwicklung

von Reto Hartinger

Nächste Woche stehen Usability Tests für unseren B2B SaaS Dienst an. Sicher kämpfen wir dauernd mit der Usability – da sind die Inder einfach nicht die Stärksten und wir sind manchmal vor lauter kritisieren total abgekämpft. Wir versuchen vorher noch die grössten Böcke herauzunehmen. So haben vorab noch einige Tester Feedback gegeben und jeman hat einen technischen Review. Dabei haben wir festegestellt, dass wir total Blind sind. Einige so offensichtliche Dinge haben wir nie bemerkt. 

Wir haben bei Verifikationscodes vergessen, dass man einen neuen anzeigen lassen kann. So haben viele User wohl die allererste Hürde nicht geschafft weil sie den Verifikationscode nicht lesen konnten

Neues Passwort anforder ist ebenso unter gegangen. Peinlich, hat jemand sein Passwort vergessen kommt er nie mehr zu seinen Business-Daten.

Das Layout sieht noch ziemlich technisch aus. Diesen Punkt können wir erst dann “fast” endgültig erledigen, wenn alle Funktionalitäten eingebaut sind – sonst machen wir das mehrmals. Wir machen das was wir können. Ein Gestaltungsprofi kommt so ziemlich am Schluss zum Feinschliff.

Einige Seiten sind zu langsam – Pseudo-Ajax mit Reload - viel zu langsam – es werden keine  Javascript Events verwendet. Es hat auch unnötige Sessionproblem, bei dem der Status zu lange behalten wird.  Es gibt unnötige Reloads von Seiten und einige Seiten fehlen ebendiese. Nicht alle Programmierer sind gleich gut. Juniors machen halt oft solche Fehler.

Nächste Woche haben wir 4 Personen eingeladen. Sie kennen das Programm nicht, sind aber in der Zielgruppe. Wir werden ihnen Aufgaben geben und ihnen dabei zuschauen. 

Wir möchten wissen:

- wie packen sie die Aufgabe an?

- finden sie sich auf den Seiten zurecht?

- was würden sie als nächsten Schritt erwarten

- finden sie Features die nicht offensichtlich sind?

- finden sie offensichtliche Features nicht?

- wie beurteilen sie unsern Dienst gegenüber anderen Programmen die sie einsetzen

Ich bin überzeugt, dass wir wieder eine Menge lernen werden. Im September möchten wir eine Private-Beta-Phase einläuten. Im nächsten Jahr wollen wir mit einer neuen Version online gehen. Dann sollten wir alle Features eingebaut haben.

Usability Testing mit der Zielgruppe werden wir laufend machen. Wir sind wohl gezwungen dies sogar in mehreren Ländern zu tun. Darauf freue ich mich besonders. Wie wohl die Asiaten reagieren?

Welches sind eure Erfahrungen mit Usability-Tests? Welche Erfahrung habt ihr bei Programmierung? Dieselben Probleme wie wir? Wie geht ihr damit um? Wann und wer macht Usability?


HTML 5 – Die Versprechen unter der Lupe

von Reto Hartinger

Das Internet wird versioniert. Wir sind beim Web 3.0 angelangt. Daran glaub ich irgendwie immer weniger je mehr ich darüber erfahre. Trotzdem versuche ich mir die Zukunft des Webs vorzustellen. Welche Technologien werden es beherrschen? Das Semantic Web oder Web 3.0 wird es nicht sein aber vielleicht beeinfluss die nächste HTML Version das Web: Html 5. Dieser Begriff taucht immer mehr auf. Deshalb habe ich mich etwas eingelesen und bin baff erstaunt was uns die nächste Version der dem Internet zugrundeliegende Technologie alles zu bieten hat.

Es ist das W3C welches das Web standartisiert, HTML 5 wird vom HTML Erfinder Tim Berners-Lee innerhalb einer Arbeitsgruppe entwickelt. Sie haben bereits 4 Entwürfe der HTML 5 Elemente und Standards hervorgebracht, welche HTML 4.01, XHTML 1.0 und DOM 2 HTML durch: HTML 5, XHTML 5 und DOM 5 ersetzen sollen.

Was HTML 5 alles können soll, mutet paradisisch an, weshalb es wohl keinen Zeitpunkt geben wird da HTML 5 fertig wird, sondern die Browser werden sich ständig den Empfehlungen bedienen und diese umsetzen. Zum Beispiel soll der Browser eine Datenbank enthalt! (wobei die Daten selbstverständlich beim User lokal abgespeichert werden können) Videos abspielen ohne Plugin abspielen (Apple stellt sich quer), integriert ein Zeichenporgramm das Vektoren und Animationen versteht (das Ende von Flahs?) oder 3D kann. Google Gears schmeissen wir auch gleich, denn HTML5 kennt auch das offline Arbeiten. Ja und vieles, vieles mehr.

Einige Demos was heute bereits möglich ist

Was wir heute schon davon anwenden können und was HTML 5 für uns bedeutet, besprechen wir im Oktober TechTalk.

Hannes Gassert, CTO und Christian Stocker CEO von Liip, für in die Themantik ein:

-Was bringt HTML5
- Was heisst das für Browser, Autoren, Agenturen und User?
- Noch mehr Inkompatibilität?
- Ein völlig neues Web?
- Das Ende von Flash?

Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion.

Bitte zitiert mich nicht!

von Reto Hartinger

Die Verzweiflung der Verlage ist gross – das Rätselraten wie ihr Überleben gesichert werden kann noch grösser. Es kommen schon Rufe  zur Staats Subventionierung. Äh? Um im nächsten Satz wird doch gleich noch von der vierten Gewalt gesprochen. Wie soll jemand jemanden kontrollieren von dem man Geld bekommt? Noch eine gute Idee lese ich im  FlashExtra – der Verleger-Verbandszeitschrift. Darin empört man sich, dass Fremde mit Inhalten der Verlage Geld verdienen könnten. Ich zitiere

… die eigentlich simple Forderung, dass Profiteure wie Such-Werbemaschinen die Inhaltseigner abgelten und an ihren Werbeeinnahmen beteiligen sollen. Bisher vergeblich, das Web stellt sich einfach taub oder verweigert selektiv die Kommunikation”

Also dann wollen wir uns weder taub stellen noch die Kommunikation verweigern. Was genau wird beanstandet? Dass jemand Geld verdient und ihr Business Modell nicht auf geht. Analysieren wir doch was eine Suchmaschine macht.

Verlage bezahlen nichts für den Traffic von Suchmaschinen, verdienen aber Geld damit

Sie trägt öffentlich zugängliche Inhalte zusammen und verweist auf sie. Punkt. Sie zitiert die Resultate. Soll das verboten sein?  Ich glaube nicht, dass die Verlage etwas dagegen haben – drum der Begriff “Such-Werbemaschinen”. Gratis dürfen Suchmaschinen verlinken, denn die Verlage verdienen ja Geld mit den Personen die über die Suchmaschine auf ihr “Inhalt-Werbeportal” gelenkt werden.

Verlage zahlen kein Geld an Quellen/Personen die sie zitieren, verdienen aber Geld damit

Wenn wer durch Zitieren verdientes Geld teilweise abliefern soll, dann müssen die Verlage mir auch etwas abliefern so sie Bezug auf meinen Blogpost nehmen. Ok, ich behaupte zwar nicht, dass es sich hier um einen Qualitätsinhalt handelt – der ist und bleibt den Verlagen vorbehalten. Schlimmer, sie müssten Christoph Blocher Geld zuteilen und allen die sie zitieren.

Verlage leisten sich Suchmaschinenmarketing um mehr Leser von Suchmaschinen zu erhalten

Es könnte ja auch umgekehrt sein. Viele Firmen bezahlen Geld, damit sie Traffic auf ihre Website bekommen. Wie Blauäugig die ganze Diskussion überhaupt ist beweisst der Umstand, dass Verlage Personen auf der Lohnliste haben oder das Wissen einkaufen, wie ihre Inhalte in Suchmaschinen besser gerankt werden und dadurch mehr Benutzer auf ihre Seiten lenken. Wer von Suchmaschinen nicht gefunden werden will, braucht nur den nofollow Tag zu aktivieren.

Wir müssen diese Diskussion tatsächlich frühzeitig führen, bevor die Verlage unsere Politik beeinflussen kann. Liebe Verlage – wir stellen uns nicht stumm. Ich bitte alle ihre Argumente hier kund zu tun und wir werden sie diskutieren.

Verlage  geben 2/3 für Druck und Distribution aus

Euer Problem ist vor allem auf der Kostenseite. Die Aufwände für Druck und Distribution sind zu gross, bei abnehmenden Leserzahlen. Das ist kein Problem der Inhalte. Wann begreifen Verlage, dass Papier und Zustellpersonen nicht zu ihrem Kern-Business gehören? Ja richtig – Online-Werbung bringt noch zu wenig Geld um riesigen Apparate zu bezahlen. Aber sind diese nötig? Qualitätsinhalte bekomme ich z.B. von inside-it.ch. Die haben eine ganz andere Metrik. Da fliessen nicht 2/3 der Kosten in Druck und Distribution. Im traditionellen Verlag fliesst dem Erstellen der Qualitätsinhalte anteilsmässig zu wenig Geld zu. Das Erfolgsrezept haben die traditionellen Verlage aber gefunden:  Gratiszeitungen, dort macht der redaktionelle Inhalt noch weniger von den Kosten bzw. Einnahmen aus.

Qualitätsjournalismus ist nicht ans Medium gebunden

Nun wird hergebetet, dass für Qualitätsjournalismus immer ein Markt bestehe und dass dafür der Kunde “vielleicht” oder “ganz sicher” zu zahlen bereit sei. Möglich. Trotzdem wird auch dieser Qualitätsjournalismus sich nicht halten können, wenn 2/3 der Kosten aus Distribution und Druck bestehen. Es ist eine Frage der Zeit, bis das Verhältnis Kosten/Einnahmen nicht mehr stimmen und keine Frage der Qualität. Nochmals inhaltliche Qualität hängt weder vom Medium noch von der Distribution ab.

Google: Ein weiterer Schritt zum Betriebssystem

von Reto Hartinger

Langsam macht Google immer mehr Spass. Es wird immer mehr ersichtbarer wie sich die Google SaaS-Dienste dem zukünftigen Betriebssystem annähern.

Das grösste Problem die Google Applikationen wie Docs war und ist das FileSystem beziehungsweise wie orgnisiere ich meine Dateiein.Wer viele Dokumente in Google Docs abgelegt hat, bekundet doch einige Mühe diese wieder zu finden und zwischen den möglichen Versionen zu unterscheiden. Als Suchmaschine ist nur Google der Meinung, dass man alles über eine Suche finden kann und ein Filesystem bzw eine Hyrarchie oder gar im Filesystem browsen, nicht so wichtig ist. Über die Suche lässt sich alles bewerkstelligen.

Da hat Google immer noch eine weiten Weg zu gehen. Ob ich Google alle meine Daten anvertraue hat mit zwei Eltementen zu tun.

1. Komme ich an die Daten wieder heran? Da habe ich das Problem bereits geschildert. Was nützen mir Daten wenn ich auf sie nicht mehr zugreifen kann. Das ist der wichitgere Punkt also – Wo sind die Daten physisch abgelegt.

Jetzt hat Google wenigstens die  Suchfunktionen erweitert auf

- Exakte Übereinstimmung ”  ”

- Ausschliessen durch – Zeichen vor auszuschliessenden Begriffen

-  Oder Funktion mit or

- von “eMailadresse”

Das hilft schon gewaltig, löst aber das Problem noch nicht – z.B. das verschiedene Versionenproblem.

2. Die Vollständigkeit der Daten. Wenn ich in Google nicht alle Daten ablegen kann, nützt mir das ziemlich wenig. Heute verteilt Google die Daten über mehrere Dienste z.B. Fotos in Picasa, Googleeigne Dokumente und PDFs in Docs und E-Mails in Gmail. Wo bleibt der Rest? Wie führe ich sie wieder zusammen? Ein klassisches Betriebssystem erlaubt mir, eine Ordner anzulegen und alle Dateitypen darin abzulegen. Google nicht.

Das könnte sich ändern:

google-docs-generic-files

Wenn ich irgendwelche Dateien hochladen kann, kann ich sie zwar noch nicht gemeinsam bearbeiten aber wenigstens mit anderen Teilen. Dies ist der grosse Unterschied zu  den heutigen Betriebssystemen. Diese kennen zware den shared Ordner – aber das wird kaum benutzt und macht auch wenig Sinn. Google bringt die Collaboration auf das Niveau Dokument. Das macht Sinn, wirft aber auch gleich die Frage auf, wie die Beziehungen zu den Zugriffsberechtigungen verwaltet werden. Ich müsste z.B. sehen könne auf was hat Heinrich Himmelreich bei mir Zugriff.

Chrome OS muss ja alle Dateien unterstützen und richtig verwalten können. Und auch die Zugriffsberechtigungen. Ich bin gespannt.

Chrome wird nicht gratis sein, denn das würde bedeuten, dass Google unendlicher Speicherplatz zur Verfügung stellt. Google wird sein Geld mit Speicherplatz verdienen. Clever. Und mit Adwords.

Allmächtige Überwachung (Vorratsdatenspeicherung) auch in der Schweiz

von AndreasFink

Wer in den letzten Monaten die Diskussionen im nahen Ausland bezüglich Vorratsdatenspeicherung, Online Durchsuchung und die Diskussion um “Zensursula” verfolgt hat, dem wird bekannt sein das es zur grossen Mode gehört das die Politik das Internet als grosses Gefahrenpotential sieht und alles mögliche tut um das Abzuwenden. Allerdings meist mit zweifelhaftesten Mitteln. So werden Grundrechte ausgehebelt (Zensursula), Urteile vom Ankläger gefällt ohne unabhängigen Richter (siehe Hadopi) und ähnliches.

Bis jetzt sind wir in der demokratischen Schweiz davon verschohnt gewesen. Schweizer Politiker sind konsensfähig. Sie überlegen was sie zum Gesetz machen (zumindest meistens) und suchen pragmatische Lösungen statt populistisches Wahlkampfgehabe.

So steht im Gesetz das z.B. Telefonanschlüsse nur Abgehört werden dürfen bei schwerwiegenden Verbrechen und auch nur wenn die Informationen nicht anders beschafft werden können.

Soweit so gut. Nun kommt das Eidgenössische Justiz und Polizeidepartement, Abteilug Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr und Meldet ihren Bedarf an was sie den in Zukunft überwachen wollen und wie. Dies wird als Vernehmlassung deklariert und an alle Internet Provider und Telekommunikationsanbieter im Juni 2009 geschickt. Das Dokument wird als Vertraulich gekennzeichnet und die Technische Dokumentation (40 Seiten!) wurden ausschliesslich in Englisch abgefasst Das ganze wird zur Ferienzeit mit verkürzter Antwortzeit verschickt und wird am 1. August 2009  verbindlich.

Diese Richtlinien beinhalten Dinge wie das automatisierte verarbeiten von Überwachungsanfragen. Jeder Internet Provider wird verpflichtet eine Schnittstelle zur Verfügung zu stellen auf welcher dann die Überwachungsbehörden Ihre Überwachugsaufträge anliefern und die Daten abholen können. Tönt an sich noch nicht schlimm. Fatal ist aber das der Internet Provider nicht nachvollziehen kann ob ein Richter diese Überwachung überhaupt genehmigt hat. Auch ist die Schnittstelle zwingend und produziert jede Mege Kosten für den Provider das zur Verfügung zu stellen (ich schätze mal ca. 100′000 CHF). Dem Internet Provider werden die Kosten aufgedrückt die er nie zurück kriegt.

Die Überwachungsparanoja verlangt aber auch Verbindungsdaten aufgezeichnet werden und 6 Monate aufbewahrt werden sollen. Das EJPD geht hier davon aus das e-mails z.b. solche Verbindungsdaten sind (wer hat wem wann ein e-mail geschickt), verlangt das aber nur von den Telekommunikationsanbietern aber nicht von der Post.

Die Richtlinien verlange weitere Dinge die weder im Gesetz vorhanden sind noch das sie als Rechtsstaatlich erachtet werden können. Eine Vernehmlassung heisst für mich eine öffentliche Diskussion über ein mögliches neues Gesetz sieht das EJPD als 2 wochen zeit kommentare zu äussern zu eine Richtlinie die weitaus weiter geht als das Gesetz es verlangt und die der Polizei Mittel einräumt Daten zu erfassen über Bürger und Bürgerinnen ohne von irgendjemandem kontrolliert zu werden. Das öffnet Tür und Tor für den Missbrauch. Auch wird der Internet Provider Verpflichtet personensensitive Daten aufzubewahren. Auch das produziert Möglichkeiten des Missbrauchs durch Interessierte Kreise wie z.b. Geheimdienste usw.

Wer hier ein paar Beispiele sehen will, den verweise ich auf die Antwort des Chaos Computer Clubs (CCC) zu Handen des deutschen Bundesverfassungsgerichts zum Thema Vorratsdatenspeicherung.

Ich, als kleiner Internet Provider habe daher entschieden in die Offensive zu gehen und habe unsere Antwort an das EJPD öffentlich Publiziert auf

http://www.fink.org/ejpd-antwort.pdf

Ich hoffe es werden mir viele Internet Provider folgen um den Überwachungswahn des EJPD’s zu stoppen. Es kann nicht sein das unsere Grundpfeiler der Demokratie (Gewaltenteilung, Unschuldsvermutung, Privatsphäre) an der Datensammelwut des EJPD’s zu Grunde gehen.

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