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Antwort: Softwarepreise USA – CH

von Daniel Niklaus

Heute kam die Antwort des Preisüberwachers und weil ich das ganze öffentlich machte, will ich sie auch 1:1 in den Blog stellen.

Zusammengefasst, Herr Stefan Meierhans tritt bei diesem Thema in den Ausstand. Verständlich und o.k. Eine Preisdifferenz zwischen den USA und der Schweiz ist festgestellt. Es besteht aber keine grosse Differenz zwischen der Schweiz und Europa. In diesem Fall müsste die Europäische Kommission reagieren.

Antwort:
Sehr geehrter Herr Niklaus

Wir danken Ihnen für Ihre E-Mails vom vergangenen 15. und 28. Juni 2009. Wir haben uns natürlich auch Ihren Blog angeschaut und möchten Ihnen gerne folgende Rückmeldung geben:

Sie erwähnen auf Ihrem Blog selber, dass Stefan Meierhans bei Microsoft gearbeitet hat. Sie verstehen deshalb sicher, dass er in diesem Dossier im Ausstand ist. Ansonsten würde ja sofort der Vorwurf der Befangenheit an ihn herangetragen – oder die Verletzung von Geschäftsgeheimnissen – oder beides!

Er hat somit auch Ihre Meldung nicht zu Gesicht bekommen, sondern diese wurde ausschliesslich durch die Mitarbeitenden der Preisüberwachung bearbeitet.

Für die etwas längere Dauer der Beantwortung bitten wir Sie um Nachsicht. Wir haben seit Anfang dieses Jahres quasi eine Verdoppelung der Bürgeranfragen verzeichnet und sind deshalb mit deren Beantwortung etwas in Verzug geraten, was wir sehr bedauern.

In der Sache können wir Ihnen Folgendes mitteilen:

Wie Sie ebenfalls selber herausgefunden haben, war Microsoft im Jahr 2000 ein Fokusthema der Preisüberwachung. Wir konnten seinerzeit feststellen, dass für Microsoft-Produkte regelmässig tatsächlich höhere Preise als in Nordamerika zur Anwendung kommen, dass aber kaum Preisunterschiede zwischen den Ländern Europas bzw. zwischen den Preisen in der Schweiz und denjenigen in Europa herrschen. Spätere Überprüfungen unsererseits haben wiederum dasselbe Resultat zu Tage gefördert.

Mehrere Begründungen für höhere Preise in Europa als in Nordamerika lassen sich nicht bestreiten: So fallen einerseits Kosten für die Anpassungen an die hiesigen Gegebenheiten (insb. Übersetzungen!) an, andererseits herrschen aber auch ganz andere Strukturen beim Vertrieb: In Europa (und insbesondere in der Schweiz) sind die Märkte deutlich kleiner, die Umsätze deshalb geringer und die Einheiten damit im Vertrieb teurer. Schliesslich sind auch die Arbeitskosten bei uns höher als in Nordamerika, was ebenfalls einen gewissen Teil der Differenzen im Preis erklären mag.

Ob dadurch die Preisunterschiede zwischen Nordamerika und der Schweiz in jedem Fall gänzlich erklärt werden können, mag zweifelhaft sein. Für die Preisüberwachung ist aber eine Intervention ausgeschlossen, weil gegenüber dem europäischen Ausland keine Diskriminierung nachgewiesen werden konnte.

Falls man sich auf den Standpunkt stellen möchte, dass auch über die Kontinente hinweg gleiche Preise herrschen müssen (das würde dann auch bedeuten: gleiche Preise in Asien und Afrika wie in der Schweiz) müsste realistischerweise die Europäische Kommission intervenieren.

Was diese letztere betrifft, verfolgen wir regelmässig deren Aktivität – auch im Dossier Microsoft.

Wir bedauern, Ihnen keine konkretere Hilfestellung bieten zu können, und danken Ihnen für das entgegengebrachte Vertrauen.

Meine Frage zurück
Vielen Dank für Ihre Antwort. Sie können mir doch noch eine konkrete Hilfestellung geben. Wo muss ich mich bei der Europäischen Kommission melden? Ich sehe keinen Grund, Preisunterschieden von US-Software die über den Download des Herstellers bezogen wird, zu akzeptieren.

(früher spielte man Monkey Island…;-)


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1 Kommentar zu “Antwort: Softwarepreise USA – CH”

  1. Reto Hartinger schrieb:

    Da sind wohl auch gleich noch die Strafgebühren eingerechnet, die Microsoft der Europäischen Kommission bezahlen muss.

    Ich hätte die Antwort weniger ausführlich gemacht, weil, sobald die höheren Preise gerechtfertigt werden, Angriffspotenzial besteht. Der Hinweis, dass die Preise nicht über Europa stehen, hätte genügt .

    Ich bin noch nicht zufrieden. Es ist wohl eher ein Medienthema – wenn genug darüber berichtet wird und der Preisunterschied angeprangert wird, dann muss Microsoft eher einschwenken.

    Aber wagen es die Journalisten überhaupt dieses Thema aufzugreifen (hugi?) oder zieht hier der vorauseilende Gehorsam, weil Journalisten auf Informationen bzw. Gutbehandlung von Seiten von Microsoft angewisen sind und der Verlag auch die Werbemacht von Microsoft befürchtet (ist zwar völlig unbegründet denn Microsoft macht immer weniger Werbung – vor allem in Fachzeitschriften)

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