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Aufstieg und Fall Sozialer Netzwerke

von Reto Hartinger

Thomas Hutter hat die Zahlen von Google AdPlanner für Facebook vom Juni 200 unter die Lupe genommen. Facebook ist sicher das erfolgreichste Soziale Netzwerk in der Schweiz, mit einer Reichweite von 35.8%, 35 Millionen Seitenaufrufen und einer Benutzungsdauer von 18:20 Minuten. Das Verhältnis von Männern zu Frauen ist mit  52:48 ziemlich ausgeglichen. 24% der Nutzer leben in einemHaushalt mit Kindern.

Alter CH
0 – 17 19%
18-24 12%
25-34 24%
35-44 21%
45-54 12%
55-64 10%
65 - 2%

Die Hälfte der Facebook User ist unter 35 Jahre alt und in diesem Segment hat Facebook eine Sättigung erreicht. Bei den Familien ist Facebbok auch noch nicht angekommen. Sind es also mehrheitlich die funorientierten ausgehfreudigen, die Facebook bevölkern? Könnte man meinen, ist aber nicht so. Der Treiber ist nicht das Ausgehen. Es sind die sozial aktiven, die sich mit Freunden treffen. Ganz einfach weil man sich kennen muss um sich bei Facebook verknüpfen zu können. Ein Soziales Netzwerk macht erst Sinn, wenn es auch rege genutzt wird, d.h. wenn die Anzahl der verbundenen Kontakte ausreichend hoch ist und ein gewisser Austausch stattfindet.

Die Famlien ziehen sich auf  engere Kreise zurück, der Sinn bei Facebook dabei zu sein schwindet. Man könnte behaupten, dass Facebook mit der Zeit deshalb immer mehr Nutzer wegfallen. Sie werden älter und nutzen Facebook seltener. Es kommen weniger nach, weil ja schon alle dabei sind/waren.

Facebook Juni 2009 Schweiz

Es gab auch schon Befürchtungen, dass die Jungen sich zurückziehen weil die Plattform zusehends überaltert. Die Jungen streben dann wieder einer Plattform zu bei der sie wieder unter sich sind.

Anscheinend sind Soziale Netzwerke irgendwann einmal sowieso out und seine User migrieren zur nächsten Plattform – wie war das mit myspace? In Deutschland wächst Facebook noch, weil die User von Studivz abwandern. Andere Plattformen können die nötige kritische Masse gar nie erreichen wie hier unddu.de oder in der Schweiz das vom Tamedia gepushte youme.net.

Unddu.de: Zwei Jahre ohne Erfolg

Ich hab die Befürchtung, dass auch XING der Abstieg droht. Und zwar wegen seiner Öffnung für Developper. Nicht eine der Drittapplikationen hat sich als gut erwiesen. Twitterbuzz habe ich auf der Homepage – lese aber keinen Tweet genausowenig wie die XING News.

Vattenfall verstößt gegen Bewährungsauflagen
16 Stunden zuvor  - Presseportal.de – Ress…

Noch banaler ist XING-Mitglieder Fragen. Was haben Fragen wie

Was tun, ausser schlafen, gegen Langeweile in der heutigen Nacht

in einem Business-Netzwerk zu suchen? Die Apps werden XING ad absurdum führen. Die bestehenden Nutzer werden keinen Sinn in den Applikationen sehen und neue User werden den Sinn von XING nicht begreifen.

Seine Funktionalität nicht ausweiten ist nicht die Lösung. So war meinbild.ch einmal der unbestrittene Platzhirsch bei den Jugendlichen. Sie sind zum cooleren Facebook abgewandert. Meinbild.ch hat es verpasst, weiter Funktionalitäten einzubauen z.B. einen Chat – das von den User meistgenannte fehlende Feature.

Apple glänzt

von Reto Hartinger

Apple steigerte den Umsatz von 7,46 Milliarden auf 8,34 Milliarden Dollar  und verdiente 1,23 Milliarden (1,35 US-$ pro Aktie). Zwar hat Apple im letzten Quartal mehr Kisten verkauft (2,6 Mio), damit aber weniger eingenommen (Absatz +4% Umsatz -9%), Preissenkungen zufolge.

Wir warten auf eine Geräteinnovation

apple-tablet-patent-400

Kommt der Tablett-Mac im Herbst endlich. Die entsprechenden Bildschirme sollen gekauft sein. Der iTouch ist weder ein Netbook – dafür wird er zu teuer sein noch ein Notebook – dafür kann er zuwenig. Kommt das Teil ohne Tastatur? Welche Anschlüsse wird es haben? Apple hat ein Patent für Handschrifterkennung angemeldet (ja schon wieder). Wird es einen Stift geben – hoffentlich nicht.  Apple will natürlich eine neue Gerätekategorie schaffen. Das iTablett muss voll mit Multimedia glänzen – integrierte iSight-Kamera, Microphon und Lautsprecher eignet es sich zum Videokonferenzen, Audio – bzw Videonotitzen machen und Filme ansehen. Aber kein DVD!

Preislich sehe ich den iTablett in der MacMini Höhe. Also zwischen 600 – 800.- Franken.

Was passiert mit dem Mac Mini? Was mit dem MacBook Air?  Für das Air sehe ich keine Chance mehr und der Mac Mini müsste unbedingt mehr Features erhalten (Ausbau zum AppleTV?). Das iTablett könnte in einer Grossversion mit Halterung und Tastatur sogar den iMac ablösen. In der Grossversion eignet er sich mit seiner Multitouch-Technologie sogar als Multiplayer-Gerät. Einfach aus der Halterung nehmen auf den Tisch legen und zu zweit spielen. Ich hoffe Apple macht nicht wieder den Fehler eine zu umfangreiche Produktepallette zu unterhalten.

iPod-Verkäufe rückläufig

Auch von den iPods hat Apple 7 % (0,2 Millionen) weniger abgesetzt. Es ist eigentlich erstaunlich, dass die iPod-Verkäufe nicht stärker eingebrochen sind.

iPhone bricht Rekorde

Brilliert hat Apple wieder mit dem Telefongeschäft. Im 3. Quartal verkaufte Apple 5,2 Millionen iPhones und hat jetzt mehr als 10 % Marktanteil bei den Smartphones. Apple hätte gar noch mehr verkaufen können, wenn die Lieferbereitschaft höher gewesen wäre. Im ganzen Handymarkt macht Apple 2009 nur 3 % des Umsatze, sahnt aber satte 31 % des Gewinnes ab (RIM mit seinem Blackberry gar 35 %). Hm, auch wenn diese Schätzung wohl falsch ist, im Prinzip ist sie richtig. Die Konkurrenz ist hoffnungslos im Hintertreffen. Bei solchen Zahlen müssen irgendwann sogar die Ausgaben für Forschundg und Entwicklung darunter leiden. Ein Teufelskreis in die Abwärtsspyrale. Nokias Marktanteil hat sich innerhalb von 3 Jahren halbiert!

iPhone mit Apple-eigenem Chip

Das Rennen gegen RIM und Android kann Apple nur gewinnen, wenn es mit einem eigenen Chip kommt. Wahrscheinlich the next “just one other thing” – diesmal nicht an der MacWorld in San Francisco. Schade.

Bill Gates legt sich mit Frau Holle ins Bett

von Reto Hartinger

Was macht ein arbeitsloser Milliardär? Er rettet die Welt. Nein Superman war nicht Milliardär, nur Journalist und dass es die kaum zu Milliarden bringen zeigt sich jedes Mal an einem Buffet (äh nein auch nicht Warren, sondern warmen Buffet). Noch nie ist ein Journalist an einem Buffet gestorben aber schon in Wirbelstürmen (Reto komm endlich zur Sache und hör endlich auf herumzulabbern oder ist es dir einfach zu heiss). So nimmt sich Bill Gates allen uns noch verbliebenen Problem persönlich an z.B. Hungersnot oder Aids. Das ist gut so und wir verdanken es ihm. Sein neuester Streich ist die Bändigung des Wetters und seiner Kapriolen.

Wirbelstürme entstehen in der Passatwindzone wenn sich das Wasser zu stark erwärmt. Was liegt da näher als kaltes Wasser aus der Tiefe hochzupumpen oder umgekehrt warmens in die Tiefe? So sollen erst gar keine Hurrikanes mehr entstehen oder viel zamer verlaufen (so ein von ihm eingereichtes Patent). Aha. Ja und was passiert wenn das Meeres-Oekosystem durcheinander gebracht, die Strömungen eine andere Richtung annehmen? Dann haben wir vielleicht ganz andere Probleme.

Da stellt sich mir eine grundsätzliche Frage: Ab wann dürfen wir ein Risiko eingehen? Dürfen wir solche Eingriffe mit unbestimmtem Ausgang riskieren?  Sollen wir es, sonst ändert sich ja vielleicht auch nie etwas im positiven Sinne? Die ETH hat ein gentechnisch “verbesserten” Reis hergestellt. Wollen wir ihn verdammen oder davon profitieren? Soll der Heimatschutz alle Gebäude erhalten, dann entsteht nie Neues. Testen wir alle Sites im Usability-Labor so werden alle Sites gleich aussehen. (jetzt beginnt sogar Google mit Menüs rechts siehe iGoogle). Wie ziehen wir die Grenze zwischen Risiko und Chance, zwischen Altem und Neuen?

Bringt ein App-Store endlich den Durchbruch für Open Source?

von Reto Hartinger

Apple hat es vorgemacht. Das iPhone hat für ein neues Gerät eine neue Applikationswelt erschaffen und mit dem äusserst erfolgreichen App-Store für die verbreitung der Software gesorgt. Erstaunlich, dass die Apple gelungen ist, denn gerade für Apple wurde in den letzten 10 Jahren einfach nichts mehr entwickelt. Aber halt, auch für die Windowswelt ist kaum mehr eine neue Standardsoftware entstanden. Wieso?

Standardsoftware hatte ein Innovations- und Distributionsproblem

Microsoft geht in jeden Softwarebereich. Lange vernachlässigt wurden CMS, Business- und Grafitk-Software. Microsoft ist schon längst drin. Meist eher mit weniger Erfolg. Sie können aber Innovation erfolgreich plattwalzen indem

- Microsoft kündigt an, “nächstes Jahr” mit einer XY-Software auf den Markt zu kommen. Die Konkurrenz verliert sofort an Schwung. Viele Kunden warten nun auf das Microsoft-Produkt welches frühestens in 2 Jahren mehr als Beat-Version denn als anständiges Produkt auf den Markt geworfen wird.

- Microsoft kauft sich in den Markt ein. Microsoft hat noch nie den Besten oder Zweitbesten eines Marktes gekauft. Meist ist es die Nr. 4. Ein ziemlich rudimentäres Stück Software das aber mit der oben beschriebenen Methode gepusht wird.

- Hat auch das keinen Erfolg, wird die Software einfach Office beigefügt. Dann ist es um die Konkurrenz defintiv geschehen. Denn damit ist das Produkt quasi gratis und verfügt über eine grosse Verbreitung. Die Konkurrenzprodukte sterben, die Innovation ist tot.

Dieses Problem hätte Open-Source Software nicht. Sie ist gratis, wird von vielen Entwicklern getragen und schert sich eigentlich nicht um die Konkurrenz, denn Open-Source Software kennt schon im eigenen Lager viel Wettbewerb. Open-Source Software fehlt es aber an Distribution.

Apple hat es vorgemacht. Niemand hat mehr für das Macintosh Betriebssystem entwickelt. Für das iPhone hat Apple aber eine enorme Anzahl Entwickler hinter sich gebracht, dem AppStore sei Dank. Die Entwickler haben eine Plattform um bei den Usern bekannt zu werden.

Dasselbe versucht nun Sun mit einen AppStore für Open-Source Software auf Java-Basis. Die schwindelerregenden Zahlen über das Potenzial mit dem Sun sich den Erfolg bereits vorgerechnet hat, möchte ich euch ersparen. Es ist einfach obsolet. Das Problem des Java AppStores ist, das ihm selbst das Distributionsmodell fehlt.

Ich bin skeptisch. Da messe ich Goolges AppStore für Android bessere Chancen aus sowie dem AppStore der voraussichtlich dem Chrome OS zugrunde liegt. Aber die haben mit Java oder Open Source selber nichts am Hut und richten sich auch eher an Cloud Computing den an Desktop Software.

Suns Initiative ist aber sicher zu begrüssen.

Warum Chrome ein Riesenerfolg für Google ist

von Daniel Niklaus

Um das erfolgreiche Dr-Dos vom Markt zu verdrängen, baute Microsoft einst Fehler in ihr Windows 3.1 System ein. Ziel der Aktion: Konkurrenz auszuschalten. Gewonnen haben sie, Dr-Dos verschwand. Microsoft zahlte dafür später einen hohen Preis. Der kleinere Preis sind ca. 275 Millionen an Caldera. Der grössere Preis: Google hat bei Microsoft gelernt und setzt zu Präventivschlägen an.

Wenn wir heute die Cloude als Konkurrenz zum Offline-System anschauen, sind langsame Browser, ein gutes Argument Excel & Co. treu zu bleiben, statt auf Google Docs & Co. zu setzen. Der Nummer 1 Browserhersteller Microsoft hatte also allen Grund, so lange wie Möglich mit der Version 8 ihres Browsers zu warten und keinen schnelleren, kompatibleren Browser zu präsentieren.

Marktanteil ist Zweitrangig
Um Microsoft unter Druck zu setzen, lancierte Google Chrome. Weniger wichtig war und ist der Marktanteil, viel mehr beugt man “fehlerhaften” und vor allem langsamen Browsern vor. Chrome wurde deshalb mit einer neuen Javascript Engine auf Geschwindigkeit getrimmt. Damit fühlt sich Google Docs & Co. flüssiger an und die Bereitschaft der User vom Desktop in die Cloud zu wechseln steigt.

Mit der Lancierung von Chrome setzt Google ihre Mitbewerber Microsoft und Firefox unter Zugzwang, ebenfalls eine schnellere Javascript Engine in deren Browser einzusetzen. Damit verbreitern die beiden für Google mit einem Schlag die Basis an Personen, die in Zukunft ihre Dokumente, Mails & Co. in der Cloud verwalten. Beim Firefox hat es schon funktioniert, dem 3.5er wurde ein Turbo spendiert. Auch die Benchmark Anbieter reagierten. Der Peacekeeper testet zum Beispiel einzig die Javascript Geschwindigkeit. Eine Diskussion die Microsoft kaum gefallen wird, aber auf die sie sich einlassen müssen.

Google hat von Microsoft gelernt und lässt sich nicht ausbremsen. Als Nebeneffekt wird mit dieser Aktion die Cashcow Windows & MS Office von Microsoft geschwächt.

Futuremark

Wenn Onlineshops in Suchmaschinen floppen

von Thomas Lang

Auf Bitten von Reto Hartinger folgendes Crossposting, das ursprünglich im carpathia:e-business//e-commerce.blog erschienen ist.

Der Schweizer E-Commerce verzeichnet eine wahre Welle neuer Onlineshops, Relaunches und trendigen Startups. Dass man trotz neuer Technologien und Methoden immer noch so ziemlich viel falsch machen kann, sei an folgenden Beispielen demonstriert:

Esprit Onlineshop

Die Navigation des Esprit-Onlineshops ist für Suchroboter schlichtweg nicht lesbar, alle Inhalte bleiben den Crawlern verborgen. Umso schlimmer ist, dass die Top-2 Listings in den Google Suchresultaten ins Nirvana führen:

Esprit Onlineshop bei Google

Esprit Onlineshop bei Google

Das erste Suchresultat führt auf eine leere Dummy-Seite, das zweite auf die Fussnavigation. Welcher Kunde wendet sich spätestens hier nicht einem anderen Modeanbieter zu?

Keller Fahnen

Ein weiteres schönes Beispiel bietet Keller Fahnen; brandneuer Shop, umgesetzt von einem renommierten Schweizer ERP-Anbieter. Leider ging da bei der neuen Shoplösung vergessen, dass man nicht nur für die Kunden programmiert, sondern durchaus für die Suchmaschinen, denn dort liegt das (noch unbekannte) Potential des Shops. Schade – nur ein einziges Listing bei Google:

kellerfahnen.ch bei Google

kellerfahnen.ch bei Google

Digitec

Auch das Potential der erfolgreichen Digitec dürfte ungleich grösser sein, wenn man die unsägliche Framelösung des Shops endlich abstellen würde. Die Suchresultate sind denn im Vergleich zum Angebot sehr mager und bzgl. Aussagekraft stillen sie nicht mal den kleinen Hunger.

Ochsner Sport

Ich habe durchaus Sympathien für Ochsner-Sport und wollte sie diesmal verschonen. Doch wer ein robots.txt in seinem Shop führt, der grundsätzlich alle Suchmaschinen vom gesamten Angebot und Sortiment fernhalten will, der scheint einfach Angst vor Umsatz zu haben.

Ochsner-Sport bei Google

Ochsner-Sport bei Google

Google Betriebssystem – Durchbruch oder Rohrkrepierer

von Reto Hartinger
    Ja dass man Google irgendwann als Betriebssystem benutzen kann habe ich ja schon öfters georakelt – aber hä auf Google Chrome Basis? Und Android? Für Netbook gibts ja bereits Herteller, die ein System mit Android angekündigt haben. Ich glaub ich verstehs jetzt nicht mehr. Aber wenn der erste Schock einmal überwunden ist, wollen wir das ganze einmal nüchtern betrachten.

    Die Motivation von Google

    Geht es einfach nur darum, Microsoft eins auszuwichen, Microsoft da zu treffen wo es wirklich weh tut, wie es so viele Komentatoren vermuten? Nein. Vor 2 Jahren habe ich in der Tagesschau des Westschweizer Fernsehens bereits einmal zum Krieg Microsoft/Google Stellung genommen:

    Microsoft ist die Desktopwelt, Google online. Der Krieg der beiden ist die Verlagerung vom Desktop in die Cloud – um es modern auszudrücken. Je mehr Zeit jemand online verbringt desto mehr kann Google daran verdienen. Gelingt es sogar zu bestimmen, was der User ansurft, wird das Ganze für Google noch interessanter. Google verdient derzeit mit Onlinewerbung gleich viel wie Microsoft mit ihrer Office Suite. Google ist also in der Lage aus Surfminuten Geld zu machen. Microsoft könnte das auch – kann es aber nicht. Es hat Adsense oder Adwords nichts Vergleichbares entgegenzusetzen und würde sich deshalb zu stark kanibalisieren.

    Die Applikationen mit denen Google Microsoft direkt konkurrenziert haben, sind ziemlich erfolglos. Niemand nutzt Google Docs und der Erfolg von Gmail ist auch bescheiden (vor allem auch verglichen mit Hotmail). Noch schlimmer ist es um die Verbreitung des Chrome Browsers bestellt. Und mit keiner dieser Applikationen generiert Google Werbeeinnahmen. Die Werbefläche ist entweder gar nicht vorhanden oder unnütz (oder wer hat schon einmal auf eine Textwerbung in Gmail geklickt?). Es sieht ganz so aus als ob niemand auf Google als Applikationsbauer gewartet hat. Demnach ein Misserfolg auch für Chrome OS?

    Was macht ein Betriebssystem

    Es organisiert für uns mittel Filesystem die Dokumente, regelt den RAM- und Harddisk-Zugriff, Zaubert die Pixel auf den Bildschirm, steuert die angeschlossenen Geräte was und zum Beispiel drucken lässt. Alles ziemlich unspannende Dinge die uns im täglichen Gebrauch gar nicht auffallen. Vor allem aber erst dann, wenn etwas davon nicht mehr tut, wir einen Treiber nicht haben oder Dokumente nicht mehr finden.

    Chrome OS soll eine Abkürzung sein – den Desktop kriegen wir voraussichtlich gar nicht zu sehen – sonderen starten direkt im Internet. Vorraussichtlich iGoogle, welches wir für unsere Zwecke einrichten können. Desktopprogramme brauchen wir nicht mehr – wir haben ja Google Docs als Office-Ersatz und viele andere Programme beziehen wir als SaaS.

    Was habe ich selber auf dem Desktop:

    Apple Mail - dass ich das noch brauche, obwohl ich mir die ganzen Mails noch auf Gmail forwarde. Könnte ich heute bereits weglassen.

    FileMaker (ich verwünsche dieses Programm das mich ständig zu einem teurne Upgrade zwingt den ich eigentlich nicht will. Meine Daten hätte ich auch lieber in der Cloud – unabhängig von einem Server den ich selber nicht unterhalten will – mit Zugriff aus der ganzen Welt auf meine Daten)

    Microsoft Word, benutze ich fast nicht mehr. Ich schreibe meine Texte in Docs und teile sie dann mit anderen. Genau so ergeht es mir mit Microsoft Excel

    Microsoft PowerPoint ziehe ich dem gstabigen Google-Pendent vor. Die haben das zu früh lanciert. Ich habs angesehen und für nicht gut befunden. Eine zweite Chance hatte das Teil nie bei mir. Ich könnte aber auf prezi ausweichen oder überhaupt auf die ganze Suite von zoho, die ist nämlich viel besser und umfangreicher als die Google Werkzeuge.

    Max BulkMailer, tja es ginge doch viel einfacher Massenmails via Internet zu machen.  Ich switche auf die Mayoris-Lösung sobald ich eine gute Einführung bekomme.

    Skype – tatsächlich das würde mir fehlen. Google Talk und konsorten sind noch nicht so weit. Auch MSN hat kein gutes Pendent im Netz.

    iPhoto - dafür habe ich Picasa. Doch ich möchte dort keinen Speicherplatz bezahlen. Also auf Flickr und andere soziale Plattformen verteilen?

    TimeMachine - nö brauche ich nicht mehr, wenn meine Daten in der Cloud sind. Dieses Problem ist ausgelagert.

    Stuffit Expander - nö auch nicht – das dient ja nur dazu Dinge auf den Desktop zu bringen den ich nicht mehr will

    Acrobat Reader - den gibts ja auch auf dem Netz ohne dass ich ihn spühre

    Den Rest mache ich eh schon  im Netz:

    Mail, Blog, Twitter, Youtube, Bloglines, XING etc, CMS, leShop, Übersetzungssites, E-Banking, SBB, Statistiken, Wikipedia, Spiele etc.

    Ich verbringe also jetzt schon 90 % meiner Zeit im Netz. Ich kümmere mich nicht mehr um Updates, Datensicherung, Server und kann von überall zugreifen. Wieso soll es nicht auch Hardware geben, die genau auf das Zugeschnitten ist? Geht das Teil kaputt, kauft man einfach ein neues. Als Macianer habe ich viel weniger zu installieren als die Windowsbrüder. Die können beim Aufsetzen eines PCs verzweifeln.

    Fast alle Hardwarehersteller haben sich zu Google Chrome OS bekannt. Sie glauben also an das Konzept. An Chrome OS werden sie aber nicht vorbehaltslos glauben. Machen wir uns nichts vor. Das ist nur dann für sie interessant, wenn sie wirklich günstigere Geräte anbieten können. Dazu genügt das Wegfallen der Lizenzgebühr an Microsoft alleine nicht. Es muss mit weniger RAM auskommen und weniger Batteriehungrig und schneller sein. Dann hat Google einen Winner. Wieso soll ich mir eine Krücke kaufen wenn ich für ein bischen mehr Geld ein Gerät kaufen könnte das beides kann?

    Was hat Google davon?

    Google würde kontrollieren, welche Programme ein User zu Gesicht bekommt. Diese Stelllung ist so stark wie die von Microsoft Office. Microsoft konnte jedes Programm zum verschwinden birngen wenn es eine schlechte Variante davon ins Office aufnahm (so war es für die User gratis). So geschehen mit Access und Powerpoint. So wird Google entscheiden welchen Fotodienst mit einem Klick zu benutzen ist. Es gäbe also im Nu einen Aufschwung für seine erfolglosen Dienste.

    Google wird sicher auch einen AppStore anbieten (wie in iGoogle) auch mit bezahlten Applikationen.

    Die Schwächen

    Noch mehr Abhängigkeit von Google wird nicht allen gut bekommen. Googles Stellung wäre noch mächtiger als die von Microsoft heute. Die Riposte von Microsoft zeichnet sich bereits ab. Microsoft macht dasselbe einfach mit besseren Produkten. Die Office-Suite online wird immer besser sein als Google-Docs. Microsoft wird immer ein Betriebssystem anbieten welches auch Windows Desktop Applikationen laufen lassen kann. Die Kunden werden diese Geräte kaufen.

    Apple wird ein TablettMac mit Gesture-Bedinung bringen. Der wird zwar doppelt so teuer sein aber für die Leute mit coolness unabdingbar. Google wird die Betriebssysteminnovation nicht in der Hand haben oder dabei riesige Aufwände in Kauf nehmen.

Die Schlacht ist eröffnet. Wie sieht eure Prognose aus?

Zu spät aufs Internet gesetzt – 3 Milliarden Verlust

von Daniel Niklaus

Thomas Middelhoff war einst der Star bei Bertelsmann. Er setzte auf eine starke Internetstrategie und beteiligte sich sogar früh an Napster (der ersten P2P Tauschbörse). Middelhoff ein Medienmanager, der das Internet-Potential sah – aber dann grandios scheiterte. Und jetzt steckt er schon wieder mitten in einer Internet-Strategie Diskussion.

Nach seiner Entlassung heuerte er bei Arcandor an, dem Konzern der aus Karstadt und Quelle hervorging. Dieser musste vor kurzem Insolvenz anmelden und die Haupterbin Madeleine Schickedanz gesteht in einem Interview ein: “ich hätte schon viel früher Themen wie Internet im Versandhandel und die Zukunft und Veränderung der Kaufhäuser angehen müssen.” Laut ihren Aussagen verlor ihr Aktienpaket gegen 3 Milliarden Euro an Wert.

Bestimmt ist das Internet nicht alleine Schuld. Aber ein Spruch zur Technologieentwicklung besagt: Kurzfristig werden wichtige Entwicklungen immer überschätzt, aber langfristig unterschätzt.

Zeit Flagge zu zeigen – aber welche?

von Daniel Niklaus

Internet Briefing wird politisch aktiv, hiess es vor kurzem von Reto. Dies nachdem ich fragte, ob wir weiterhin durch Abwesenheit glänzen, wenn die Politik “Internet-Weichen” stellt. In einer Blitzumfrage meldeten sich bei Reto über 40 Mitglieder und es entstand eine rege Diskussion. Mir stellen sich jetzt zwei Fragen. Wenn wir Politisch werden – schwatzen wir nur oder tun wir etwas? Und wenn wir etwas tun – Flagge zeigen – welche Flagge zeigen wir?

Natalie_Rickli_klein_03Wer’s glaubt oder nicht, unsere Branche hat schon eine Vertreterin im Nationalrat. Natalie Rickli arbeitete Jahrelang bei Adlink und war dort für Kampagnen und Plattformen zuständig. Bei den letzten Wahlen schnappte sie sich einen Nationalratsplatz und könnte unsere Branche Medienwirksam vertreten.

Unsere Branche hat sogar schon eine Nationalrätin

Wie stelle ich mir persönlich eine Internet Vertreterin vor? Unserem eigenen Branchenimage nach müsste sie weltoffen und modern sein. Entdeckungshunger und eine priese Risiko gehört dazu. Eine gesunde Skepsis gegenüber dem Staat und dessen Überwachungshunger ist Voraussetzung. Nichts von Reduit-Stimmung, starker Armee und harten Gesetze, viel mehr Selbstbestimmung, Leben und Leben lassen. Schaue ich mir aber das politische Programm von Natalie an, stellen sich mir die Nackenhaare und es läuft mir Eiskalt den Rücken herunter. Eine rechtskonservative SVP-Fundamentalistin soll unsere Branche repräsentieren?

Normverteilung schlug längst zu

Natalie Rickli steht rechts und kommt aus der Internetbranche. Unsere Branche ist aus dem kleinen Kreis der Nerds heraus gewachsen und wir finden heute wohl das gesamte politische Spektrum von Links bis nach Rechts. Einen politischen Konsens zu finden, wird schwierig. Sind bei uns alle gegen das Killerspielverbot, gegen die Netzüberwachung oder für den breiten Einsatz von Open Source? Wohl kaum. Eine Einigung wird längst nicht mehr möglich sein – und muss es auch nicht.

Zeigen wir die technische Flagge

Nehmen wir nochmals die Abstimmung zum E-Pass. Andreas Graf bemerkte richtig

    Beim Biometrischen Pass ging es vor allem darum ob Daten zentral gespeichert werden oder nicht. Die Sicherheit des Chips ist im Vergleich zu anderen Sicherheitsaspekten Online wie Offline (E-Mail,unsichere Passwörter, ungeschützte PC, Memory Sticks, Sicherung Büro, Haus, Auto etc.) unbedeutend wurde aber hochstilisiert.

Richtig. Im Verhältnis wurde es hochstilisiert – aber. Ein Bundesbeamter konnte vor laufender Kamera in der Arena behaupten, was schon das Bakom weiss, dass es nicht wahr ist. Frau Widmer-Schlumpf vertrat, was ihr vermeintlicher Experte von sich gab und niemand widersprach. Hier könnten wir vom Internet Briefing einen erheblichen Beitrag leisten.

Beispiel Killerspiele

Verschiedene Parlamentarier gehen aktuell mit diesem Thema auf Stimmenfang. Ihr Ziel ist es, dass Jugendliche von einem vermeintlich schlechten Verhalten abgehalten werden. Nur was passiert, wenn Killerspiele in der Schweiz tatsächlich verboten werden, spielt dann ein Jugendlicher weniger? Nein. Jugendliche kopieren Spiele. Entweder sie laden die Games aus dem Internet illegal herunter oder sie reichen sie unter der Hand auf dem Schulhof weiter.

Mit Wissen gegen Scheinlösungen

Dieses Killerspiel-Verbot wäre eine klassische Scheinlösung. Genauso wie an anderen Orten mit Scheinlösungen hantiert wird, wenn simple Stopp-Schilder vor illegalen Webseiten aufgestellt werden. Dabei hätten einzelne Themen solide, technische Antworten verdient. Wir können oft mehr machen, als es auf den ersten Blick scheint. Dazu müssen Journalisten, die Themen richtig verstehen und Politiker geschult werden. Die Bevölkerung braucht von uns keine technisch, komplizierte Vorträge, sondern verständliche Antworten.

IT und Internet werden in den nächsten Jahren ein erhebliches politisches Thema sein. Wir können aufgeregt mitkreischen oder wir können als nüchterne Berater auftreten. Wir verfügen über das Wissen, wie politische Forderungen technisch umgesetzt werden und wir sind in der Lage Alternativen aufzeigen sowie die Konsequenzen zu erklären.

Das könnte unsere Flagge sein, die wir zeigen. Technisch richtige Antworten auf politische Fragen – unabhängig vom Links-Rechts-Schema.

Der Bund möchte Schweizer in Echtzeit bespitzeln

von Reto Hartinger
Internet-Providerwaren bass erstaunt, als ihnen Vernehmlassungspapiere mit dem Vermerk “vertraulich” ins Haus flatterten. Zu beantworten innherhabl von gerademal 3 Wochen.
Der ‘Wochenzeitung’ (WOZ) liegen diese Papiere vor, die zeigen, dass der Bund eine “Echtzeit-Überwachung der kompletten Kommunikation des Breitband-Internetanschlusses” von verdächtigen Personen plant. Habe ich heute in inside-it gelesen.
Ende Juni 2010 soll der Staat direkt auf das Surfverhalten von Internet-Nutzern zugreifen können E-Mails mitlesen, besuchte Seiten aufzeichnen, verschickte Dateien und Dokumente einsehen oder Videochats aufzeichnen.

Ich frage mich, was nun der ganz dringliche Anlass sein soll 9/11 ist doch schon seit Jahren vorbei – wo ist die dringliche Bedrohungslage? Und wieso dies Geheimnisskrämerei?
Auch der Katalog der Straftaten verrät mir den Grund der Dringleichkeit noch der Geheimhaltung:
Straftaten, bei welchen der Internetverkehr einer Person überwacht werden darf sind Entführung, Erpressung, Kinderpornografie, Drohung gegen Beamte, Landfriedensbruch

Bezahlt soll die Ueberwachungsdienst von den Providern werden. Wollte man einfach austesten, ob die Provider das auch bezahlen oder überhaupt können?
Gerne möchte ich Deine Meinung einholen:

Sollen solche Real Time Ueberwachungen erlaubt werden?

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