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Das Auge liest mit

von Daniel Niklaus

Was der Koch weiss, kennt die Werbung schon lange. Richtig angerichtet, schmeckt das Essen gleich doppelt gut. So sieht das Geschnetzeltes Zürcher Art richtig fein aus – auf den ersten Blick. Wenn auch bei diesem Link das Resultat zu wünschen übrig lässt, ein leicht lesbarer Text, der mit den besten Tipps vom Schreibcoach geschrieben wurde, muss richtig angerichtet werden, damit der Text sein gesamtes Bouquet entfaltet.

Mit einfachen Gestaltungs-Regeln helfen wir dem Leser unseren Text aufzunehmen und machen in “gluschtig” auf mehr. Die Gestaltungs-Regeln schaut man sich am Besten bei Zeitungen und Zeitschriften ab. Mehrere Jahrhundert Erfahrung mit Papier nützt auch im Web. So leite ich meine Blog-Beiträge mit einem Einleitungstext in Fett ein. Für den Leser ist dies das Zeichen: “Wenn ich nur das lese, weiss ich, um was es geht”. Wie bei einem Blinde-Date kann er sich auf einen kurzen “Testlauf” einlassen und entscheidet erst dann, ob er weiterlesen möchte.

Titel und Absätze erleichtern das Scannen
Setzen Sie regelmässig Überschriften und Absätze. Dass ist wie ein Salat mit mundgerecht geschnittene Blättern. Worte wirken leichter und das Sättigungsgefühl setzt erst später ein. Diese Leichtigkeit unterstützen Sie auch mit einem erhöhtem “Durchschuss” also der Zeilenhöhe. Die Abstände jeder Zeile nach oben und unten, sollte mindestens 150% der Schriftgrösse betragen, weil Weissräume das Lesen erleichtern.

line-height

Verwenden können Sie dazu line-height: 150%; em, pt oder auch px. Warum der Einsatz von em empfehlenswert ist, erfahren Sie hier. Die Titel helfen dem Leser auch zu verstehen, was er gleich lesen wird. Achten Sie darauf, wie Sie der nächste Titel darauf vorbereitet, was Sie im folgenden Abschnitt lesen werden.

40-60 Buchstaben und dann: neue Zeile
Ist Ihnen schon aufgefallen, dass sämtliche Zeitungen ihr Layout in mehrere Spalten aufteilen? Machen Sie einmal den Selbsttest. Maximieren Sie ihr Browserfenster und lesen Sie diesen Text über die Typografie. Etwa in der Mitte stoppen Sie und verkürzen das Fenster in der Breite. Der Leseteil soll etwa so breit wie der bei der NZZ oder dem Blick sein (das sind ca. 50 Zeichen pro Zeile). Fällt Ihnen auf, um wie viel einfacher Sie jetzt den Text lesen? Ihr Auge findet die nächste Zeile schneller, ihr Hirn bekommt die Wörter in freundlich, kurzen Happen präsentiert. Ein einfacher Trick – der wirkt.

Für Ü40
Alterssichtigkeit ist eine Sehschwäche, die sich bei den meisten Menschen ab dem 40. Lebensjahr einstellt und eine Folge der natürlichen Alterung ist. Diese führt dazu, dass die Linse des Auges die für das Scharfstellen der Bilder erforderliche Flexibilität verliert. Die Symptome sind ähnlich wie bei Kurzsichtigkeit: Bücher, Zeitungen und andere Texte sind verschwommen und nicht mehr ohne Sehhilfe zu lesen – das ist der Moment, wo die Arme immer länger werden, damit die Zeitung gelesen werden kann. Weil Monitore aber nicht an den Armen gehalten werden, sollten wir beim Design darauf achten, grössere Schriften zu wählen – auch wenn kleinere Schriften edler wirken.

Kontrast – aber das ist doch Gelb
Hellgrau auf Weiss…Weinrot auf Schwarz…Vielleicht sieht das auf dem gedruckten Papier toll aus. Womöglich hat der Designer auf seinem Bildschirm eine Farbkombination gewählt, die fantastisch wirkt. Doch dann ruft der Kunde an: “Hallo, dieses Orange ist hässlich”. Dabei hat man doch ein Gelb gewählt?! Regel Nr. 1 da draussen hat es Millionen Monitore und jeder ist ein Individualist. Die einen sind altersschwach und blass, die anderen falsch eingestellt und wiederum andere spiegeln wie die Hölle und mit ein wenig Lichteinfall ist gar nichts mehr zu erkenne. Vergessen Sie alles, was Sie an Farbe so schön designen, es sieht auf jedem Monitor anders aus. Was auf Ihrem Monitor noch gut zu lesen ist, kann beim nächsten schon fatal unleserlich sein. Stellen Sie Ihren Notebook neben Ihren Hauptcomputer, öffnen Sie bei beiden dieselbe Website und Sie sehen, was ich meine.

Überprüfen Sie den Farbkontrast
Und wie finden Sie jetzt heraus, ob Sie einen guten Farbkontrast wählten? Auch hier hilft uns wieder einmal der Computer (Computer haben schon immer geholfen, Probleme zu lösen, die wir ohne sie nicht hätten). Snook.ca hält einen Contrast Check bereit. Sie geben die Vorder- und Hintergrundfarbe ein und Sie erhalten die Helligkeit- und Farbdifferenz mit einer Empfehlung was gut und was ungenügend ist.

Wer tiefer in die Wahrnehmungspsychologie und Typografie tauchen will, ein guter Startpunkt ist www.kommdesign.de.

iPhone in China

von Reto Hartinger

China Unicom wird nun tatsächlich Apples iPhone in China ab 4. Quartal vertreiben. Unicom ist der zweitgrösste Carriere in China mit 270 Mio Kunden, was Unicom zum weltweit drittgrössten Mobilanbieter macht – im Vergliche ATT hat nur 78 Mio Kunden.

China Unicom hat das iPhone für 3 Jahre exklusiv und möchte damit dem Leader China Mobile (700 Mio) Kunden abjagen. Das wird vor allem davon abhängen, ob der AppStore genügend chinesische Software hat.

Grösster Konkurrent dürfte Android sein. China Mobile setzt voll auf Googles Betriebssystem.

Mit China penetriert Apple den letzten uneroberten grossen Markt

[iPhone]

ERP-Systeme – das Getriebe im E-Commerce

von Thomas Lang

Sie gehen oft vergessen, wenn heute über neue E-Commerce-Trends und -Geschäftsmodelle geschrieben wird. Die Systeme, die das gesamte Fulfillment orchestrieren. In der Regel sind das Anwendungen, die zur Gattung der ERP-Systeme zählen, die sog. Enterprise Resouce Planning Applikationen.

Während die Shop-Systeme die Produkte ins rechte Licht rücken, für die optimale Indexierung in den Suchmaschinen sorgen und auch selber ein ausgeklügeltes Sucherlebnis bieten, die Kommunikation mit und v.a. auch zwischen den Usern ermöglichen und Checkout-Optionen und Zahlungsmethoden anbieten, die von den Benutzern bedienbar und akzeptiert sind, sorgen die Umsysteme für die effiziente Abwicklung der Aufträge.

Erst ERP-Anwendungen ermöglichen den betriebswirtschaftlichen Erfolg im Onlinevertrieb. Unabhängig, ob Pure-Internet-Player oder Multi-Channel-Anbieter, Produktsortimente müssen gepflegt, Lieferanten und Lager bewirtschaftet und v.a. Aufträge und Debitoren angelegt werden. “Kommerz” entsteht v.a. auch erst dort, wo Umsätze erzielt werden, was die Organisation der Zahlungsströme voraussetzt. Debitoren-Kontrolle, Forderungsmanagement, Mahnwesen und die Koordination der Gutschriften aus den unterschiedlichen Zahlungsmethoden wie Rechnungen, Kreditkarte, Nachnahme oder Drittsysteme wie Paypal und vieles mehr.

Wie man “aus Fremden Freunde macht und wie Freunde zu treuen Kunden werden” hat Seth Godin in seinem Standardwerk beschrieben. Aus Kunden werden aber erst Stammkunden, wenn das Fulfillment stimmt. Kein Käufer wird jemals wieder in einem Shop einkaufen, wenn die Lieferung falsch ist oder gar verschleppt wird, die Zusammenarbeit mit dem Logistikpartner nicht klappt, die Belege irritieren, die Rechnungen nicht korrekt sind oder gar irrtümlich gemahnt werden.

Die Kundenloyalität nachhaltig beeinflussen auch die After-Sales-Services wie z.B. der Umgang mit Retouren und Reparaturen. Es muss nicht weiter erwähnt werden, dass die Wirtschaftlichkeit von Onlineanbietern unmittelbar von der Effizienz der nachgelagerten Prozesse abhängig ist.

Wenn also von erfolgreichen E-Commerce Playern die Rede ist, dann sind nicht nur die (für die Zielgruppe sichtbaren) Shopsysteme alleinig dafür verantwortlich. Einen sehr grossen Anteil am kommerziellen Erfolg haben v.a. auch die ERP-Systeme, die für die effiziente Abwicklung der Aufträge besorgt sind.

Doch welche ERP-Systeme eigenen sich besonders gut für den Onlinevertrieb? E-Commerce ist eine vielschichtige Disziplin – auch aus diesem Grunde organisiere ich erstmals im Rahmen der grössten ERP- und Business-Software-Messe topsoft einen eigenen E-Commerce Track mit vier spannenden Referaten.

E-Commerce Track an der topsoft in Winterthur, Donnerstagmorgen 24. September 2009Messe-Eintritt und Referate sind übrigens kostenlos!

(Crossposting)

Schweizer Software zum Abhören von Skype

von Reto Hartinger

Schon einmal wurde berichtet, dass eine schweizer Firma im Luzernischen Software entwickle, welche Telekoms erlaubt, Skypegespräche zu stören.

Jetzt outet sich ein Ruben Unteregger. Dass er bei seinem früheren Arbeitgeber ERA IT Solutions in Domat/Ems Malware programmiert hat, welche dem Abhören von VoIP-Telefonaten dient.

Wie das ganze publik gemacht wurde, riecht mir irgendwie nicht echt. Vorstellen kann ich es mir aber.

Einen Eintrag in tel.search.ch oder local.ch gib es über Rueben Unteregger nicht aber einen Wikipedia Eintrag.

Ruben Unteregger (* März 1976) ist ein Programmierer aus der Schweiz, der aufgrund der Entwicklung einer Trojaner-Software zur Aufzeichnung von Skype-Gesprächen bekannt wurde. Diese Software entwickelte Unteregger in der Zeit von 2001 bis 2008 als Angestellter bei ERA IT Solutions. In gegenwärtigen Projekten arbeitet Unteregger an Software zur Stärkung von E-Banking-Sicherheit und Absicherung von VoIP-Gesprächen.

Dieser ist zur Löschung beantragt.

relevanz? Zenit 00:29, 23. Aug. 2009 (CEST)

Sehe ich auch keine. Google weist auch fast nur blogs etc. auf – - WolfgangS 00:31, 23. Aug. 2009 (CEST)

Jemand, der in einem Bereich bekannt sein soll, der direkt mit dem Internet zu tun hat, aber im WWW nur 83mal gefunden wird, der kann nicht relevant sein. –85.3.67.113 13:07, 23. Aug. 2009 (CEST)

Zumal viele von diesen Hits sich nicht mal auf ihn beziehen, sondern auf einen Sportler – - WolfgangS 13:33, 23. Aug. 2009 (CEST)

Es sind nicht viele und dieser Sportler ist auch er, aber spielt ohnehin keine Rolle. –85.3.67.113 14:50, 23. Aug. 2009 (CEST)

Ich verweise auf die mediale Relevanz, öffentliches Interesse an den BundestrojanernJARU 21:03, 24. Aug. 2009 (CEST)

ruben wer??? der mann ist maximal für sein unternehmen relevant. hier ist er es aber nicht! daher löschenEspundia 12:33, 26. Aug. 2009 (CEST)
Aber machen wir mit der eigentlichen Story weiter. Ruben will keine Vertragsstrafe zahlen, deshalb nennt er den Kunden nicht, veröffentlich aber ein Inteveriew und Auszüge aus dem Source-Code.

Ruben Unteregger, Megapanzer, Bundestrojaner, ERA IT Solutions

Ruben Unteregger: Nachdem die
schweizerische “Sonntagszeitung” im Oktober 2006 einen Artikel über einen Trojaner veröffentlichte, welcher es ermöglichen soll, abhörsichere Skype-Gespräche mitzuschneiden und d
ass das UVEK (Departement für Umwelt, Verkehr und Kommunikation) bereits Interesse daran gezeigt habe, wollte auch die Öffentlichkeit mehr darüber erfahren. Dass der Bund sich Mitteln bedienen will, welche bis
anhin nur in negativen Zusammenhang erwähnt und nur von Internetkriminellen verwendet wurden, löste Diskussionen und Erklärungsbedarf aus. ERA IT Solutions AG hat dann in einem Interview die Existenz dieser Software bestätigt.
Ruben Unteregger: Wenn man sich den öffentlichen Quellen bedient, stellt man fest, dass nebst ERA IT das BKA selbst an einem Trojaner gearbeitet hat und dieser zu Jahresbeginn fertiggestellt wurde. Heise meinte, dass eine BKA-Studie aufgetaucht sei, die “Online-Durchsuchungen, Skype-Abhörmaßnahmen und die Chat-Teilnahme von Kriminalbeamten in den Jahren 2006 bis 2008 analysiert.”. Ich spekuliere mal, dass auch das BKA sein Arsenal an forensischer Software aufgestockt hat.
Wie gesagt, ich kann mir vostellen dass dies alles ein Fake ist, aber auch das es der Wahrheit entspricht. Ich würde als Ruben jedenfalls nicht meine berufliche Karriere aufs Spiel setzen nachdem ich 7 Jahre sowas entwickelt hätte und erst noch eine Klage riskieren. Ob man so über einen Auftrag eines früheren Arbietgebers reden darf?

Niedergang und Aufstieg der Presse

von Reto Hartinger

Es gibt Leute die vor Jahren darauf gesetzt haben, dass die York Times bankrott gehen werde. Ich glaube sogar Andreas Göldi war auch darunter. Wieso weiss ich nicht mehr.

The New York Times bald kein Pfifferling mehr wert?

Seit Anfang 2004 ist The New York Times Company von 40 Dollar auf 8 Dollar herunter gerutscht. Es gab für die Aktie nur eine Richtung, südwärts. Nicht einmal ein Zwischenhoch. Besser erging es News Corporation, da setzte der Abwärtstrend erst im Oktober 2007 ein, von 24 auf 11 Dollar.  Gut die haben mehr Online drin und sind breiter aufgestellt. Wie es den anderen Presseerzeugnissen ging, konnte ich nicht herausfinden. Sie sind in privater Hand oder gehören wohl grösseren Mediengruppen an.

Online kann die Verlage nicht retten

Online ist aber nicht die Rettung der Verlage und das wissen sie auch. Es kann höchstens das Überleben verlängern. So sieht ein Verlag online eben auch als Konkurrent und trifft deshalb nicht die richtigen Entscheidungen. Die Verlage haben die Preise für Onlinewerbung immer künstlich hoch gehalten. Oder sie verlinken nicht gegen aussen z.B. zu einem Konkurrenten oder einer anderen Quelle. Schweizer Sites verstehen nicht einmal das Cross-Selling der eigenen Artikel und mit Usergenerated Content können sie “fast” nichts anfangen.

Die Konkurrenz kommt vom Online only

In Amerika läuft eine Online-Zeitung der traditionellen Presse den Rang ab: The Huffington Post. Es ist eine News-Site wie sie viele gibt und versteht sich auch als Newsagregator. Sie ist auch nicht anders organisiert wie eine normale Zeitung. Bezahlte Journaliste recherchieren Stories oder schreiben Associated Press Meldungen um. Aber sie macht auch etwas anderes. Zum Beispiel wie die Weltwoche, hat sie Stars unter Vertrag. Ron Howard, ein Blogger und Filmregisseur oder den Schauspielerblogger Alec Baldwin und den Talkmaster und Filemacher Bill Maher.

In The Huffington Post haben ebenfalls ihre Meinung gebloggt haben Barack ObamaHillary ClintonMichael MooreAlec BaldwinNorman MailerMadeleine Albright,  Mia Farrow,  Gary HartEdward KennedyJohn KerryNancy PelosiJamie Lee Curtis oder Donatella Versace.

Heute gilt die Huffington Post als Meinungsmacher und wird von den Printmedien zitiert – zwangsläufig. Es gilt als “chic” der Huffington Post ein exklusives Interview zu geben.

Online only hat eine ganz andere Kostenstruktur

Die Macher der Huffington Post haben begriffen, dass ein Verlag keine Druckerei und kein Verteilzentrum ist, sondern ein Meinungsmacher. Diese Einsicht reduziert die Kosten enorm. Ein teil der Journalisten bemüht sich nicht, eine Story zu schreiben sondern bewegt Persönlichkeiten, dies in der Huffington Post zu tun.

Online only verkauft sich besser – nicht der Artikel steht im Vordergund sonder die Community

Da Internet das Medium ist, wird Internet auch ausgereizt. Allerlei Möglichkeiten sich zu beteiligen wie

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interne Verlinkung

Read More: (interne Artikel)

und

Read more from Huffington Post bloggers: (Beiträge interner Blogger)

Aber was haben sie gemacht. Einfach eine zwar aktuelle und gute Geschichte einfach von Associated Press

Associated Press writers Pauline Jelinek in Washington, Philip Elliott in Oak Bluffs, Mass., and Denise Lavoie in Boston contributed to this story.

genommen, mit anderen Artikeln verlinkt sowie den Bloggern. Ziemlich billig – so 20Minutenmässig, einfach besser.

Jeder Artikel ist in sich ein Marketinginstrument.

Die Kommentare werden nicht einfach so freigeschaltet, sondern auch ausgemüllt wie die NZZ das macht. Die Huffington Post ist ein Qualitätsblatt. Man sieht aber auch immer, wieviele Kommentare noch nicht freigeschaltet sind. Innerhalb der Kommentare entstehen Diskussionen. Man kann also auch einen Kommentar kommentieren.

Mit fremden Inhalten wird billigst noch mehr eigener Inhalt generiert

Es gibt einen Videokanal. Da werden z.B. NBC Videos gezeigt, eingebettet in die oben beschrieben Umgebung. Aus viel fremden Content entsteht eigener sowie User Generated. Billig, clever und vor allem es ist und bleibt guter Inhalt. Da ist kein Journalist einmal von seinem Pult aufgestanden.

Gratiszeitungen produzieren günstig, gegenüber online only immer noch zu teuer

Gratiszeitungen sind deshalb so erfolgreich, weil sie fast nicht zum produzieren kosten, aber gegen die Huffington Post ist das noch zu teuer und vor allem inhaltlich zu schwach.

Es wäre die Weltwoche die den Schritt zur schweizer Huffington Post machen könnte. Sollten die Inserate noch mehr einbrechen und die Druckkosten den Verlag an die Wand drängen, dann, Roger Köppel, solltest Du Dir dieses Konzept überlegen. Aber dann ist es zu spät.

Besser wäre du beginnst heute schon damit – damit du ready bist, wenn du die grossen Kostenblöck los werden musst.

Die Rettung für die Verlage sind nicht neue Einnahmen, es ist die readikale Reduktion der Kosten. Nicht vergessen 2/3 der Kosten könnten eingespahrt werden und heraus käme ein noch besseres Produkt. Oder lesen wir die Weltwoche wegen ihres Pfadidesigns? (ok, ich lese die Weltwoche nicht mehr – sie ist inhaltlich nicht mehr geniessbar).

Leichtlesbar.ch – der Selbsttest für Texte

von Daniel Niklaus

Warum der Blick besser ist? Weil er eigens Texter beschäftigt, die bessere Texte schreiben. Als ich mich Selbständig machte, stand die Schweiz mitten in einer Rezession (1993) und der Blick lancierte: Aufschwung beginnt im Kopf. Ein Journalist interviewte mich und stellte mir seinen Text per Fax zu. Alles war in etwa so, wie besprochen. Als ich dann aber den Blick aufschlug, fragte ich mich nach dem lesen: “Wow – kenne ich den? Aber cooler Bericht.”

Da wird nicht nur die Rechtschreibung überprüft. Nein. Der Blick überarbeitet, optimiert, komprimiert und superlativisiert was ihm die Journalisten zur Verfügung stellen. Und so liest sich der Blick süffiger, als der Tagi, die NZZ oder die Weltwoche (wenn die Weltwoche, dann auch ein wenig Werbung für die WOZ (haben die doch einfach meine Weltwoche in ein solch voraussehbare, langweilige, rechtslastige SVP Postille abgefrackt-grrrrr)).

Zurück zum Schreibstil und leichter lesen
Wie gesagt, sind Blick Texte für die Leser süffiger und werden auch lieber gelesen. Aber nicht nur lieber gelesen. Studien zeigen, Leser schätzen die Intelligenz des Autors eines Textes umso höher ein, je einfachere Worte er braucht. Und je klarer der Autor seine Sätze formuliert. Jetzt kann ich das alles so behaupten und stehen lassen, aber wie ein Texter empfiehlt: Behaupte nicht. Beweise es.

Texte können bei leichtlesbar.ch nach der Flesch-Formel überprüft werden.

    Der Flesch-Index (auch: Lesbarkeitsindex, Lesbarkeitsgrad) misst, wie leicht ein Text auf Grund seiner Struktur lesbar und verständlich ist. Über den Inhalt sagt der Index nichts aus. Er basiert vor allem auf der Tatsache, dass kurze Wörter und kurze Sätze in der Regel leichter verständlich sind als lange, wobei die Länge der Wörter ein grösseres Gewicht hat als die Länge der Sätze.

    Der Index ergibt in der Regel eine Zahl zwischen 0 und 100, wobei auch Werte jenseits dieser Grenzen vorkommen können.

    20 bis 40 sind typische Werte für anspruchsvolle Zeitungen wie die NZZ, FAZ usw. 50 bis 60 finden Sie bei Boulevardzeitungen

Wie können wir überprüfen, ob eine solche Formel funktioniert?
Äusserst simpel. Indem wir einen Blick- mit einem NZZ-Text vergleichen. Der FCZ qualifizierte sich heute für die Champions-League. Blick: Guten Morgen Millionen erreicht einen Flesch Wert von 54 (Boulvardzeitung) und die NZZ mit FC Zürich in Europas Königsklasse erzielt einen Wert von 43. Dasselbe Thema beim Blick deutlich leichter zu lesen. Wie sieht es bei Wirtschaftsnachrichten aus? Blick OC Oerlikon: Der Handlanger von Vekselberg räumt auf Wert 49 (knapp Boulevard). NZZ Chef von OC Oerlikon entlassen mit Wert 30 (Anspruchsvolle Zeitung…). Was im Titel schon klar erkennbar ist, zieht sich durch den gesamten Text durch.

Hausaufgaben
Ich gehe davon aus, dass Ihre Websitebesucher verständliche Texte erwarten dürfen. Ob diese auch einfach zu lesen sind, testen Sie am besten gleich selbst unter www.leichtlesbar.ch.

Dieser Blog-Eintrag hat einen Flesch-Wert von 63 (eingängige Werbebriefe).

Onlinewerbung bei 5 %

von Reto Hartinger

Im Januar 2005 habe ich im Savoy eine Umsatzprognose für Onlinewerbung für die nächsten 3 Jahre gewagt und im Herbst habe ich dasselbe im Mövenpickhotel in Regesndorf nochmals gemacht, da aber die Online Displaywerbung mit Annahmen zu Textwerbung und Rubrikenmarkte ergänzt. Problematisch war immer, dass die Zahlen z.B. in den USA und Deutschland immer auch diese Werte beinhalteten, die Schweizer Zahlen aber lediglich die Bannerwerbung. So sah die Schweiz immer wie ein Entwicklungsland aus. Schlimmer, in den USA-Zahlen warebn die europäischen Werte inbegriffen, weil Google diese nicht separat ausgewiesen hat.

Mediafocus erhebt und schätzt

Media Focus veröffentlicht nun Zahlen, welche auch Rubriken, Display, Textwerbung  und dazu noch Affiliate Werbung umfasst. Die Zahlen werden geschätzt und hochgerechnet. Sie sind also genau so verlässlich wie meine damals waren.

Online Werbung im 1. Halbjahr 2009

56 Mio Rubrikenmarkt

50,2 Mio Online Display Werbung

39,5 Mio Suchmaschinen-Werbung

4,1 Mio Affiliate-Marketing

Adword und Adsense werden immer noch unterschätzt

Für 2005 schätzte ich für das ganze Jahr bei Adwords (andere Textanzeigen gab es nicht) bereits auf 40 Mio. Die letzte gesicherten Zahlen hatte ich  für 2003: Banner 25 Mio gemäss WEMF AIS,  und Adwords 32 Mio. Diese 32 Mio für 2003 hatte ich von Google, da wir damals mit search.ch mit ihnen in Verkaufsverhandlungen standen. Diese Zahl ist auch ziemlich plausibel. Wir haben den US-Umsatz pro Suchabfrage auf das Suchvolumen der Schweiz angewandt und sind haben sie als plausibel gewertet. Das hat sich dann auch bestätigt, weil search.ch daraufhin google Adwords bei seinen Suchen eingeblendet hat.

Die tatsächlichen Zahlen sind nochmals viel besser

Es ist nicht anzunehmen, dass Bannerwerbung plötzlich Adwords überhohlt haben sollte. Es ist eher so, dass Textwerbung noch weiter davongezogen ist. Zumal zu Adwords noch der Adsense Umsatz dazu gekommen ist. Wieso kann sich eine solche Diskrepanz in die von Media Focus erhobenen Zahlen einschleichen? Media Focus berücksichtig die schweizer Auftraggeber, nicht aber das Volumen das den ausländischen Kunden für schweizer Klicks berechnet wird. Dies ist bei Displaywerbung verschwindend klein, bei der Textwerbung kann es gut und gerne 50 % oder mehr ausmachen.

Onlinewerbung hängt klassische Medien ab

Trotzdem könne wir mit den Media Focus Zahlen zufrieden sein. Onlinewerbung lässt mit einem Anteil von 5 % am Werbekuchen Teletext, Kino, Digitale Werbeflächen und Radio hinter sich. Das geht munter so weiter : Onlinewerbung hat in der Krise 13,5% zugelegt, der Gesamtmarkt ist 11 % geschrumpft (Kino -43,6% Print -14,9%).

Ich empfehle den Blick auf eine Analyse der Publicitas zu werfen. Diese geht von einem noch grösseren Wachstum für Online-Werbung aus und vergleicht Online mit den anderen Mediengattung.

Gehört eigentlich nicht hierher

von Daniel Niklaus

Was jetzt kommt, gehört nicht in den Internet-Briefing Blog. Aber, ich brauche kurz eine Ablenkung. 65′000 Kundendatensätze mit Bestellungen, Interessen & Co. müssen bis Montagmorgen in ein neues CRM und mir raucht der Kopf.

Eben durchschlug ich noch das Dickicht des Daten-Dschungel um Doppeleinträge auszusortieren. 40 Datensätze können schon einmal 60 Minuten beanspruchen und dann müssen die Gedanken raus. Damit ich mit freiem Kopf die nächste Tabelle anpacken kann. Und so kommt es, dass ich hier zur Ablenkung eine Frage zur UBS stelle.

Sehe ich das falsch?
Unser ehemaliger Bundesrat und heutige VR-Präsident der UBS gab im Blick ein Interview. Folgendes bringt mich zum Nachdenken:

Blick: Dann bleibt also alles beim Alten?
Villiger: Schweizer Banken versteckten sich jahrelang hinter dem Bankgeheimnis. Kunden haben eine tiefere Performance akzeptiert, weil ihr Geld in der Schweiz sicher war. Mit dem Wegfall der Unterscheidung zwischen Betrug und Hinterziehung ist die Konkurrenz grösser geworden. Jetzt muss die Leistung der Schweizer Banken besser werden, als sie bisher war. Es braucht perfekten Service und gute Performance.

Aha, die UBS hatte also mit ihren 20% und mehr Rendite eine schlechte Performance vor dem Absturz, muss also für die Kunden in Zukunft noch höhere Risiken eingehen, als dies andere Banken machen? Hätte er doch einfach gesagt:

Blick: Dann bleibt also alles beim Alten?
Villiger: Ja

8500 iPhone Apps pro Woche

von Reto Hartinger

Apple muss begründen, wieso es Google Voice abgelehnt hat. Dabei kommt Interessantes zum Vorschein. Jede Woche kommen 8500 Applikationen oder Upgrades dazu, welche durch 40 Personen bei Apple geprüft werden. Jede App wird von 2 Mitarbeitern angesehen (die armen Kerle – den ganzen Tag im Eilzugstempo Apps ansehen – uf, das könnte ich nicht). Pro App können die Prüfer 6 Minuten aufwenden und deshalb auch nur das Gröbste beurteilen. Zu Beginn haben sie noch beanstandet, wenn eine App sich nicht genug von der Konkurrenz abheben konnte, keine neuen Features drin hatte. 

Zum Fall Google Voice meint Apple, das Produkt ist nicht abgewiesen, es befindet sich noch in Prüfung. Google müsste es nachbessern und vor allem auch sagen, was genau mit den User-Daten geschieht, die zu Google herüberwandern (das ganze Adressbuch des Users). Ein nicht ganz unberechtigter Punkt.

27′000 Franken für richtige Rechtschreibung

von Daniel Niklaus

Heute erhielt ich ein Mail: “währe toll, wenn du mir asap die mail bestätigen kannst”. Den Einen sticht das h in währe in die Augen und stören sich ab dem kleinen m in Mail. Andere werden beides übersehen, weil sie mit der Rechtschreibung und der Grammatik auf Kriegsfuss stehen. So wie ich auch. Und das ausgerechnet in einer Zeit, wo man wahrscheinlich mehr schreibt als je zuvor.

Kurz ein Tweet, ein SMS, ein Blogeintrag oder eine Mail. Ums Schreiben kommt man heute fast nicht mehr herum. Meine Grossmutter behielt Recht: “eines Tages wirst du dir wünschen, in Deutsch besser aufgepasst zu haben”. Wie Recht sie hatte, durfte sie nicht mehr erleben. Vor einigen Jahren verlor ich einen Auftrag über 27′000 Franken, weil der Auftraggeber mich zu einer schnellen Offerte drängte und das Angebot nicht mehr durch die externe Rechtschreibekontrolle lief. So besprach die GL beim Kunden zwei gleichwertige Angebote und entschied sich für den Mitbewerber. Der Einwand eines GL-Mitgliedes: “Wenn die beim Umsetzen so viele Fehler machen, wie im Angebot…”. Für mich der Auftakt ein paar Kurse in der Klubschule zu buchen, mir ein Word-File mit Rechtschreiberegeln zuzulegen und Leute zu bitten, mir meine Fehler zu sagen.

Wisdom of Crowds / die Weisheit der Vielen
Eigentlich müsste heute jeder gut schreiben können. Denn wer einen Text schreibt, hat meistens einen oder mehrere Empfänger. Dieser Eintrag wird bestimmt von mehr Leuten gelesen, die besser schreiben können als ich oder zumindest den einen oder anderen Fehler finden, welchen* ich nicht sehe. Es wäre ein leichtes mich darauf aufmerksam zu machen. Jedes Mal würde ich etwas dazu lernen und irgendwann könnte ich es besser. Nur macht das niemand. Das (mit einem oder zwei s?) ist einem unangenehm. Genauso unangenehm wie es mir war, den Kollegen auf seinen wä(h)re Fehler aufmerksam zu machen. Dabei hätte ich 27′000 Franken mehr verdient, wenn ich besser hätte schreiben können. Wäre es nicht toll, einem Freund oder einer Freundin zu 27′000 Franken zu verhelfen? Tun Sie das!

Verhelfen Sie Ihren Freunden zu 27′000 Franken
Vergessen wir doch einmal die Peinlichkeit, jemanden auf einen Fehler aufmerksam zu machen und sehen wir es als eine gute Tat an. Wenn Sie die nächste Woche Fehler in Mails, Tweets, Blogs oder sonst wo sehen. Senden Sie ein diskretes E-Mail:

    Lieber XY
    Ich möchte dir 27′000 Franken schenken. Mir ist ein Rechtschreibefehler bei dir aufgefallen. _________. Üblicherweise hätte ich geschwiegen, aber auf diesem Blogbeitrag lernte ich, wie teuer solche Kleinigkeiten sein können. Weil ich dir die 27′000 Franken gönnen mag, mein kleiner Tipp: schreibt in Zukunft _________.

    Liebe Grüsse

Das mir der Fehler mit wä(h)re aufgefallen ist, verdanke ich Reto. Er schrieb mir vor ein paar Jahren: “Dani, wäre schreibt man ohne h”. Ich bin im heute noch Dankbar. Seien Sie ein(e) Pfadfinder(in), jeden Tag eine gute Tat.

* kleiner Trick, eigentlich wollte ich den schreiben, war mir aber nicht sicher ob mit einem oder zwei n, deswegen wählte ich welchen.

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