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Hier ist das FBI, dürfen wir ihre Konten plündern?

von Reto Hartinger

Regierungen und deren Geheimdienste befassen sich mit weit mehr als uns lieb ist. Ihre Möglichkeiten in unser Privatspähre einzudringen ist fast unbeschränkt. China z.B. unterhält hunderte von Hackern, die Firmen in der ganzen Welt ausspionieren. Wie die New York Times berichtet, erwog das FBI 2003 alle Konten von Saddam Hussein zu blockieren und das Irakische Finanzsystem lahmzulegen. So hätte der Iraq keine Mittel um Nachschub zu kaufen oder seine Truppen zu bezahlen. Das ist doch saubere Kriegsführung.

Was dieses Verhalten zeigt ist, dass eine Regierung das machen wird was möglich ist, sofern der Nutzen grösser ist als der Schaden. In diesem Falle wurde es nicht gemacht, weil man den Zusammenbruch des globalen Finanzsystems hätte befürchten müssen. Das Telekommunikationssystem wurde aber trotzdem angegriffen.

Wer bitte kontrolliert den Staat?

Unter dem Deckmantel von 9/11 wird der Bürger per se zum Verdächtigen. Resultat: Biometrischer Pass und Vorratsbespitzelung. Wenn wir dem Staat so weitreichende Vollmachten geben, möchte ich wenigstens ein Gremium haben, welches diese Aktivitäten beaufsichtigt und mögliche Missbräuche aufdecken bzw. überprüfen könnte. Und zwar auch auf Vorrat, nicht erst wenn es zu spät ist. Der Staat muss einem Gremium Rechenschaft über seine Tätigkeit ablegen.


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7 Kommentare zu “Hier ist das FBI, dürfen wir ihre Konten plündern?”

  1. ThomasK schrieb:

    Der Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: “Ich, der Staat, bin das Volk.”

    Nietzsche, Friedrich

  2. Reto Hartinger schrieb:

    wow gaaanz schön gesagt

  3. Daniel Niklaus schrieb:

    Da haben wir doch ein schönes Beispiel aus der Vergangenheit. Erst sollten nur ein paar Telefonate überprüft werden und am Schluss hatten wir die Fichen-Affäre. http://www.ideesuisse.ch/7.0.html.

  4. Paketdienst schrieb:

    Die Frage “Wer bitte kontrolliert den Staat?” finde ich schon sehr berechtigt. Darüber habe ich mir noch nie so richtig Gedanken gemacht, denn ein Staat sollte immer das Beste wollen. Sollte auf jeden Fall..

  5. Reto Hartinger schrieb:

    Der Staat muss im Finanziellem der Rechnungsprüfung Rechenschaft ablegen. Sowas brauchen wir auch in Sachen Persönlichkeitsschutz, so denn der Staat quasi ungehinderten Zugang zu unserer Privatsphäre will.

    Wir kennen das Bankgeheimnis. Wir möchten nicht dass der Staat Zugriff auf unsere Finanzen hat – aber soll er Zugriff auf unser totales Privatleben bekommen – weil einfach alles was wir tun gespeichert wird?

    Die Datenschützer haben in der Schweiz keine Macht, sie haben keine Handhabe und keine Instrumente. Ich weiss auch nicht ob sie die richtigen sind um den Staat zu kontrollieren.

  6. ThomasK schrieb:

    Habe ne Weile drüber nachgedacht und kam zu dem Schluss, dass es nur eine Instanz geben kann, die überhaupt den Staat bzw. konkreter seine Vertreter und Politiker “kontrolllieren” kann. Und das ist AUFMERKSAMKEIT.

    An Gremium, Institution, Organisation kann ich nicht glauben.

    Aufmerksamkeit aus Sicht der Leser und Reichweite aus Sicht der Publizierenden. Man kann auch sagen “die vierte Macht” (Neben Legislative, Judikative und Exekutive) die freie Mediale. Einziges Problem dabei: auch das klingt utopisch bis naiv — denn die Medien sind gerade so frei, wie es die Schaltung von Werbung erlaubt.

    Tja — die ganze Medienlandschaft beugt sich dem Mammon. Die ganze? Nein – ein kleines unbeugsames Blog leistet dem Lobby-Diktat Widerstand…

    Stimmt nicht — ist nicht nur ein Blog — ist sogar ne ganze Sphere.

    PS: Nietzsche ist seit beinahe 110 Jahren tot – und alles, was man “verbessern” könnte, wäre das Wort “Staat” durch “Staatenbund” zu ersetzen…. bittere Pille!

    Fragt sich nur ob die rote oder die blaue….

  7. Internet Briefing Blog / Nacktscanner für unsere E-Mails: US-Regierung liest bei Gmail mit, China auch schrieb:

    […] wird die Sache für alle Beteiligten. Haben wir einmal die Rollen von Gut und Böse verteilt, erscheint doch auf der Internet-Achse des Bösen China und auf der guten Seite die […]

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