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Sicherheit und Privtaspähre pipegal

von Reto Hartinger

Aber da hät dä Usär bedänke. Wieviel Mal hört man diesen Einwand in Gesprächen und bei der Konzeption eines Internet Dienstes. Immer wieder in den TechTalks oder den Internet Briefings werden Sicherheitsbedenken oder Bedenken wegen Offenlegung der Privatspähre des User moniert. Aber – ich habe diesen Satz deutlich und langsam gleich drei Mal wiederholt.

Privatsphäre und Sicherheit sind den Usern egal

Ich hätte jedem Teilnehmer einzeln das Kinn wieder einrenken können. Jetzt hats dem Hartinger endgültig ins Gehirn gesch…., haben wohl einige gedacht. Bis ich den Nachsatz eingeschoben habe

sofern der daraus erzielte Nutzen grösser ist“.

Wer hätte sich vor 20 Jahren vorstellen können dass er einmal das Bedürfniss haben wird, im Zug zu telefonieren? Zentrale Datenbank und biometrischer Pass sind uns doch Wurst, wenn wir damit nach Amerika reisen können.

Ja aber auf deinem SaaS-Dienst hast du doch heikle Daten, ob der User bereit ist, diese einfach (passwortgeschützt) ins Netz zu stellen? Es gibt wohl nichts privateres als einen Liebsbrief und davon werden heute 80 % über einen SaaS versendet – via Hotmail, Yahoo oder gmail nämlich. Hat sich je jemand darüber Gedanken gemacht? Meine Ex-Freundin hat mir zu allen ihren E-Mail-Accounts und Sozialen Netzwerken ihre Passwörter gegeben. Von sich aus, sie wollte es, damit ja nie irgendwelche Bedenken aufkommen können.

Der User möchte wissen wo seine Daten sind. Wirklich? Ist er sie schon einmal besuchen gegangen? Er möchte nicht wissen wo sie sind sondern wie er zu ihnen kommt und wer sonst noch.

Privatspähre wird immer heikler und immer weniger wichtig. Wir machen uns selber zum gläsernen Menschen indem wir fast alles in unseren Sozialen Netzwerken veröffentichen. Es gibt aber auch Daten, die ohne unser Wissen veröffentlicht werden. Zum Beispiel gibt es immer mehr Leute die über places.com oder Google latitude veröffentlichen wo sie gerade sind oder bei wem. Möchte ich, dass die Leute wissen, dass Peter Helfenstein gerade bei mir ist? Da er places.com benutzt kann man das wissen – es ist öffentliches Gut. Es gibt Dienste die Personen über das Handy orten, ohne dass der User gefragt wurde.

Ich würde mal meinen, dass Dienste die so viel Transparenz über Personen schaffen wie möglich, einen reissenden Absatz finden werden. Aggregation von WerWoWas ist ein Thema – uh diesen URL habe ich vor 10 Jahren einmal registriert. Gehört er mir noch oder habe ich ihn der Post verkauft?

Ich nehme die Diskussion gerne auf. Wer hält dagegen?


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5 Kommentare zu “Sicherheit und Privtaspähre pipegal”

  1. blogstone schrieb:

    Die These sehe ich genau so. Nur einige wenige User machen sich Gedanken über die Privatsphäre und die Sicherheit ihrer Daten. Facebook ist das beste Beispiel. Wie du sagst, solange der Mehrwert des Dienstes überwiegt wird vieles akzeptiert. Erst wenn es keinen Mehrwert mehr gibt, oder bessere Möglichkeiten oder etwas radikal geändert wird, dann machen sich die User Gedanken.

  2. Frank Purmann schrieb:

    Der Mainstream denkt sicher so, wie du es beschreibst. Es ist sicherlich aber auch eine gewisse Naivität des aktuellen Zeitgeistes. Privatsphäre ist ja nicht nur etwas nur für Paranoide oder “dä öppis zverstäcke hät” sondern auch ein simpler Selbstschutz vor Leuten, die einem das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Und davon gibt es weiss Gott viele! (der kleine Teil von denen der kriminell ist arbeitet übrigens sehr professionell im Internet)

  3. Markus Hegi schrieb:

    Sicherheits-Diskussionen sind oft ‘Pseudo’ Diskussionen

    Sicherheit ist auch immer ein sehr gutes Argument, wenn man gegen eine Software oder Dienst ist, aber keine wirklich guten Argumente hat. Denn Sicherheit ist wichtig, und dagegen kann ja (speziell in der Schweiz) niemand sein! – interessant ist nur, dass sobald der Dienst dann benutzt wird, die Sicherheit oft kein grosses Thema mehr ist … oder sogar ganz vergessen wird.

  4. Sebastian schrieb:

    Ich lese hier einiges und oft. Aber diesmal ist mir (persönlich) der Artikel ziemlich reisserisch und geradezu inhaltslos.

    Das Portale wie FB, Xing, StudiVZ und Co. aufgrund von User-”Protesten”/Druck ihre Datenschutzbestimmungen massiv ändern mussten ist bekannt.

    Das CH-Portale reihenweise das in der CH gültige Datenschutzgesetz verletzen(?) – das wäre ein Thema zum Thema Datenschutz. Man müsste sich reinhängen, recherchieren und einen fundierten Artikel schreiben ;o) – Vielleicht der Nächste?

    PS: Artikel 4: “Die Beschaffung von Personendaten und insbesondere der Zweck ihrer Bearbeitung
    müssen für die betroffene Person erkennbar sein.” – wozu wird meine Email hier verwendet?
    ;o) *just kidding

  5. Reto Hartinger schrieb:

    Sebastian – Deine Ausführunge widersprechen meiner These in keinster Weise. Die geänderten Datenschutzbestimmungen haben eben dem Nutzer keinen Nutzen gebracht – deshalb war er dagegen. Deshalb gibts Proteste. Er empfindet es heute aber als gut, wenn sein Lebenslauf im Netz steht – früher undenkbar.

    Ein totales Tabuthema ist heute noch der Lohn. Wieviel verdient jemand. Bei tagged.com kann man angeben ob man viel, normal oder wenig verdient. viele machen es. ihnen scheint der nutzen dieser information grösser zu sein als mögliche nachteile.

    vielleicht ist es in 10 jahren üblich, dass wir auf xing das exakte einkommen deklarieren. ich weiss es nicht.

    behalte meine aussage “Privatsphäre und Sicherheit sind den Usern egal, sofern der daraus erzielte Nutzen grösser ist”, einfach einmal im hinterkopf. du wirst feststellen dass sie stimmt. solltest du einen internet dienst konzipieren, dann musst du das auch im kopf behalten sonst würdest du a priori sagen das feld verdienst nehmen wir nicht ins formular.

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