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Print-Werbung stürtzt ab

von Reto Hartinger

Gleich mit 22,7 % weniger  Inserate als Juli des Vorjahres müssen die Schweizer Zeitungen leben. Das ist happig aber liegt im Trend. Bis dato beträgt der Inseraterückgang nämlich 23,1%. 

Zusammengebrochen sind mit -44.8% vor allem die Stellenanzeigen. Immobilieninserat sackten um 18,5%  und kommerzielle Inserate um 17,9% ab. Prospektbeilagen gaben um 20% nach.

Böse erwischte es die Sonntagspresse mit -35,7% und die Publikumspresse  mit -30,8%.

Klar ist, dass Rubrikeninserate ins Internet abwandern. Dort kann günstiger, flexibler und mit mehr Details beworben werden. 

Vermehrt werden aber auch Imagekampagnen im Web geführt

Onlinebudgets

Das IAB befragte 300 Werbeverantwortliche führender europäischer Unternehmen zu ihrem Mediabudget und ihrer Mediastrategie im 2009.  Satte 70 % werden die Online-Werbeausgaben 2009 erhöhen,  37 % sogar deutlich. Dies geht vor alle zu Lasten des Prints. 

Werbefranken folgt den Eye-balls

Mediennutzungszeiten

Das Internet hat Print in der Mediennutzung längst überhohlt. Dass sich auch der Werbefranken danach richtet, ist logisch.

Ob die Online Werbeinvestitionen in Display oder in Textwerbung geht, weiss ich nicht. Es ist anzunehmen, dass Text- sowie andere Performance-Werbeformen stärker gewinnen als Displaywerbung.

‘Let-it-steal’ als erfolgreiche Marketingstrategie für Software?

von Markus Hegi

Der Softwaremarkt ist ein Beispiel eines “natürlichen Monopols”. Das Spezielle an diesem Markt ist ja, dass die Produktkosten praktisch nur aus fixen Kosten bestehen: Was wir bezahlen sind die Entwicklungs- und die Marketingkosten – Eine einzelne Lizenz zu “produzieren” ist nur ein Kopiervorgang und kostet nichts. Deswegen sind die Gesamtkosten etwa dieselben, ob die Software nun 1000 mal verkauft wird, 1 Million mal oder gar nicht.

Wie würde zum Beispiel der Automobilmarkt aussehen, wenn er nach den gleichen Regeln funktionierte wie der Softwaremarkt? Das hiesse dann also, dass ein Autoproduzent alles Geld in die Entwicklung und das Marketing eines Modells investiert. Und wenn der Produzent ein erstes Modell entwickelt hat, könnte dieses ohne Kosten identisch “kopiert” werden. Was wäre das für ein Markt? Und was wären da die erfolgreichsten Strategien der Autoproduzenten?

Ein Produzent, ein Modell

Um die Kosten zu minimieren würde erst mal jeder Produzent die Anzahl der Modelle minimierne, welche er entwickelt – dafür aber für eine möglichst breite Käufergruppe, indem er möglichst viele Extras in das Modell reinpackt: Schnell und sportlich wie ein Ferrari, Sicher wie ein Mercedes und bequem wie ein Rolls-Royce. Und mit allen denkbaren Zusätzen: Minibar, top Musikanlage, TV, Boardcomputer, Traktionskontrolle, rundum Airbags etc etc

Und der Markt würde in einem Monopol enden: Denn die eine Firma mit dem besten und günstigsten Modell (nennen wir sie “MacroCar”) wird den besten Absatz haben, und wiederum mehr in Forschung & Marketing investieren können, und noch besser werden … oder vieleicht doch nicht? Firmen ohne Konkurrenz entwickeln ja nicht mehr weiter. Dann wahrscheinlich langfristig eher in einem Markt mit 2 Konkurrenten: MacroCar mit etwa 90% Marktanteil (denn für die Masse ist das billigste mit allen Features gut genug), und einem kleineren Challenger mit vieleicht 10% Marktanteil (für die “Elite”) -

Aber wie kriegt man das Monopol?

Software hat ja, im Gegensatz zum Auto, eine hohe Einstiegsbarriere: Es braucht oft viel Übung um sie gut & effizient zu bedienen. Und wenn man eine gut bedienen kann, heist das noch lange nicht, dass man andere auch bedienen kann. Also muss man die Leute an seine Software gewöhnen. MacroCar kann natürlich Autos (um wieder auf das Beispiel zurückzukommen) gratis verschenken, zum Beispiel an Studenten und hoffen, dass diese später die selben Autos kaufen. Dann macht MacroCar sich aber ev den eigenen Markt kaput: Was nichts kostet ist nichts wert. Und die Studenten könnten ja ihre gratis Kopien auch weiterverkaufen oder verschenken.

Eine erfolgreichere Strategie wäre zum Beispiel die Folgende: MakroCar produziert Autos, und lässt diese offen auf dem Fabrikareal stehen – mit Zündschlüssel, und ohne abzuschliessen. In der Nacht würden dann junge Leute vorbeikommen und Autos “mitnehmen”. MacroCar würde dann Pressemitteilungen machen, dass dies nicht erlaubt sei (man will ja glaubwürdig bleiben), und Schilder anbringen mit der Aufschrift, dass das stehlen von Autos strengstens verboten sei. Einen Zaun oder so würde MacroCar natürlich nicht montieren, und rechtliche Schritte nur “gegen unbekannt” einleiten.

“Stehlen lassen” als erfolgreichste Strategie?

Das “Stehlen” der Autos würde dann weitergehen und MacroCar hätte bald eine gute Verbreitung im Zielsegment erreicht. Ein paar wenige “ehrliche” würden natürlich bezahlen, und so hätte man auch einen gewissen Umsatz.

Wenn Dann Firmen vorbeikommen, um Autos für ihre Angestellten in grossem Stil mitzunehmen, macht MacroCar erst mal auch nichts. Erst später, wenn das Auto fast ein Monopol ist, und Alternativen fehlen, beginnt MacroCar dann, den Umsatz zu steigern: Firmen, welche gestohlene Autos einsetzen, werden “sehr nett” kontaktiert. MacroCar macht die Firmen darauf aufmerksam, dass die Autos gestohlen sind. Wenn sie alle diese nun bezahlen, wird MacroCar jedoch auf strafrechtliche Schritte verzichten …

In Zukunft alles gratis?

Wird dieser Markt nun zusammenbrechen mit dem Web 2.0, und alle Software gratis sein? – oder wird es eine neue Welle von bezahlter Software geben, sobald grosse Firmen voll auf das Web setzen?

Liveshopping – oder ätsch du hast das Schnäppchen verpasst

von Reto Hartinger

Es war vor 2 oder gar 3 Jahren (ich glaub beim Betty Bossi Vortrag), da hat ein Mitglied gesagt, dass sie mit Tchibo einen neuen Weg erfolgreich bestritten haben. Nur ein Produkt einen Tag lang anbieten. Schweigen im Saal. Ich habe auch mehr als nur die Stirn gerunzelt und er hat es weiter erläutert. Es war für uns zu früh, kämpften wir doch alle damit, überhaupt genug Leute auf die Site zu locken und Umsatz mit allen Produkten genügen Umsatz zu machen.

Liveshopping hat sich bewährt

Es wird nur eine begrenzte Anzahl eines Produktes zu einem sensationellen Preis angeboten. Der Kunde muss schnell handeln, viele Spontankäufe sind die Folge.

Achtung, keine Ladenhüter anbieten. Das hat einen negativen Effekt auf das Image.

Liveshoppingsüchtige erzählen ihre Deals in Twitter weiter

Ich habe in Twitter schon oft gelesen, dass jemand etwas gekauft oder einen Deal verpasst hat. Jäggi scheint ein Liveshoppingbesessener zu sein. Eine immer grösser werdende Anzahl leute besucht täglich seine liebling Liveshopping Site, denn was angeboten wird, wird je nach Anbieter vorher nicht angekündigt.

Diese Verknappung, dieses Exklusive, gibt einen besonderen Kick, schafft ein neues Kauferlebnis. Ich nehme an, dass sich das auf den normalen E-Commerce-Umsatz eine Anbieters positiv auswirken kann.

Ich bin gespannt was Malte Polzin von Daydeal am nächsten Internet Briefing darüber berichten wird. Habt ihr Erfahrung als Käufer oder Anbieter?

HTML5 canvas: Der Browser lernt zeichnen, animieren und Graphiken

von Reto Hartinger

Canvas ist eigentlich schon ein alter Hut. Apple hat begonnen Canvas-Funktionen in Safari einzubauen, Mozilla und Firefox sind nachgezogen und Novell sowie Google verleihen sogar dem Internet Explorer solche Qualitäten.

 

Flash- und Photoshop-Fähigkeiten im Browser 

Es gibt die Pixelkoordinaten Höhe und Weite auf dem Bildschirm an und mit diesen kann danach etwas auf den Bildschirm gezaubert werden  zum Beispiel:

 

- Grafiken erstellen

- Fontrendering und -platzierung

- Tabellengenerierung

- Spiele Grafiken und Animationen zeichnen

- Dynamisch Bilder in 2 und 3D erstellen

- Fotos manipulieren

indem man Befehle zum Skalieren, Rotieren oder Transformieren anwendet und angibt wie stark oder mit welcher Farbe der z.b. der Pinselstrich gezeichnet werden oder welche Form ein Element haben soll. Es können alle möglichen Effekte, wie man sie von Bildbearbeitungsprogrammen her kennt (blur, Verlauf, Schatten etc.), verwendet werden.

Wieso HTML5 wenn das Flash schon kann?

Aber das kann doch  Flash schon. Zum Teil richtig nur, dass man damit alle Probleme von Flash auch noch mit einfängt und sich durch HTML5 canvas besser in die Webseite integriert und mit dem übrigen HTML, Javascript und Events harmoniert. Keine feste Fenstergrösse, alles kann sich anpassen.

Unter HTML5 sollen die bereits vorhandenen Canvas-Möglichkeiten ausgebaut und harmonisiert werden. Ein Patent darauf liegt in Apples Händen (schon wieder Patentprobleme?) welche aber freigegeben werden, sobald ein W3C Standard vorliegt.

Wo einsetzen?

Ich bin mir am überlegen, wo man das alles sinnvoll einsetzen könnte. Wenn wir unseren Code schon auf HTML5 anpassen, müssen wir uns von der Konkurrenz abheben können. Habt ihr Ideen, Links zu Beispielen oder selber schon etwas gemacht? Sonst diskutieren wir das auch am TechTalk zu HTML5.

Portals

von RobBetgem

Why this Blogpost;
In the recent couple of years Portal technology has become increasingly popular concept discussed about in IT and many organisations. Portal technology has been significantly matured since the introduction of first generation portals. From start on introducing of portals, one of the main problems for companies was to get a clear understanding on the concept and the way how to benefit from this technology and how to fit this concept onto their business processes. The expectation is that in the near future more than half of the companies will be owner of some kind of portal implementation. A good reason to have a more closer look on what portal technology is about. Hopefully this Blog is a starting point for an active discussion about issues like, basic architecture,  the major portal contenders, future trends, best practises on setting up portals in your organization, what is the impact on integrating portals with your existing application and database infrastructure, and when to decide between commercial product or open source, and so on.

What is Portal
In general, a portal is basically a web site containing a set of modules (portlets) exposing content to the user from different sources. On top of this, offering users the ability to create a site that is personalized for individual interests.
Evolution of portals
First generation portal technologies were mainly supporting internet search and navigation capabilities, providing start point for web consumers for exploring the web. Meanwhile the market for portal technology focuses increasingly on delivering better cooperative information to dedicated user groups. 
The next step was offering instrumentation for allowing personalization, notification, collaboration, workflow, knowledge management, groupware and integration of business applications. The general idea is to collect information from different sources, creating a single secured point of access to this information as a library of categorized and personalized content.

When is there a need for a portal
Nowadays lots of companies depend on the information and services they provide to their users via web technologies, say internal staff members, external customers, business partners, etc… In organizational environments where users increasingly make extensive use of web applications, users might be easily get exposed to information overload and find it difficult to locate the needed information or services, in this case there is an obvious need in streamlining and grouping information. To eliminate problems described it would be desirable to set up a portal infrastructure for streamlining and organizing the large flow of information in an effective and efficient manner, so that different type of data owners can be identified by the portal, personalized information is serviced out on relevance and interests of the users according a profile that can be centrally managed by the supporting organization. In this case portal technology can fit in the needs on supplying these kind of services.

Key factors and desired functionality:

  • In general portals should support the following list of features.
  • Enable single secured access to one look and feel entry point, enabling the user to gain access to different information and services that are offered via different systems.
  • Information integration (CMS), enabling different departments to setup and update tailored information for different user groups according a common user profile.
  • Personalization, allowing individual users to select the information that are of his interest, able to customize the presentation of this information.
  • Task management and workflow, business process modeling . Collaboration and groupware facilities, enabling plugin facilities for enriching the portal environment with all nowadays groupware wikis, IM, alerts, RSS, etc..
  • Integration technology to other systems, and other portals via WSRP

Platform and product considerations;
Multiple commercial software vendors have been delivering portal solutions, products from IBM, Oracle (BEA), MS and other solutions all come with relatively high license fees. The costs of integration and implementing can add considerably high investments on top of these license costs. Most of these commercial products have highly advanced application integration features allowing quick linking in with ERP, back offices platforms, CMS, etc.. For many small to medium companies this is far too much than needed and not even desired for. Alternatively there is a large number of OS portal software initiatives enabling ease setup of all needed basic portal facilities, almost out of the box, which can than be customized to individual needs. Aspects to be considered when starting the OS selection process are, easiness of managing and setting up the product, the quality of documentation, the size of community (users and developers), what features come out of the box without requiring additional development, is the product based on nowadays standards, has the product any features beyond authentication and site administration, like CMS, collaboration, and much more things to be considered.

Hope this short introduction will lead to an active discussion on this complex but highly interesting topic.

Keine Rezession in der Internet Branche?

von Reto Hartinger

E-Commerce boomt, Internet Dienstleister haben volle Auftragsbücher, Onlinewerbung ist nicht eingebrochen. Die Rezession scheint im Internet noch nicht angekommen zu sein. Das sind Feedbacks aus den Medien und einzelnen Gesprächen. Die Schweiz tritt immer später in eine Rezsession ein als das Ausland, es dauert dafür auch länger, bis wir wieder heraus sind. Das Internet scheint nochmals eine Verzögerung zu kennen. Viele Projekte sind noch nicht abgeschlossen oder noch zu guten Zeiten verabschiedet worden. Es kann sein, dass die Rückgang also noch kommt. Trotzdem, die kurzfristigen Komponenten wie E-Commerce und Werbung kenne keine Bremsspuren.

Die Kunjunkturdaten aus den USA und Deutschland stimmen positiv, die Börsen weltweit haben wieder Mut gefasst und sind seit Anfang Jahr bis zu 60 % gestiegen. Ist der Spuck bereits wieder vorbei? In der Schweiz erwartet man einen heissen Herbst, die Exporte haben drastisch abgenommen, erhohlen sich aber wieder leicht.

Ist es möglich, dass die Internet Branche ungeschoren davon kommt?

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Alles spricht von Rezession. Wie sieht das in der Internet Branche aus?

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Wieso Google seine Applikationen verkaufen wird

von Reto Hartinger

Diese Aussage kommt für viele überraschend, sie werden es für unmöglich halten. Mag sein, dass sie früh kommt. Innerhalb von 2 bis maximal 5 Jahren wird google seine Applikations-Suite nur noch teilweise gratis zur Verfügung stellen.

Keine ideologische Schranken

Ich hatte dies bereits einmal für Display Ads vorausgesagt. Es ging auch nur 2 Jahre bis es eintraf. Denn eines müssen wir sehen. Amerikanische Firmen sind Wachstum und Gewinn verschrieben – nicht irgendeiner Ideologie. Sollte das Wachstum mit dem bestehenden Businessmodell nicht mehr gewährleistet sein, so drehen sie es.

Google steckt in einer Wachstumsfalle

Ausser der Suchmaschine und Adsense gibt es keine Umsatzbringer. Beides ist von zwei Seiten in Gefahr. Zuersteinmal – mehr als 100 % Marktanteil gibt es nicht. In Europa ist Google bei praktisch 90 % angelangt. In den USA gäbe es noch Wachstum aber mit Bing haben Microsoft und Yahoo eine Antwort gefunden, um wenigstens ihre Position halten zu können. Womöglich nimmt Bing Google aber auch Marktanteile weg.

Traffic wandert vom Web zu mobile

Dann wandert auch immer mehr Traffic in soziale Netzwerke – das hilft auch nicht. Wahrscheinlicher aber wandert zunehmend Traffic auf mobile Geräte. Das hat auch Google erkannt und setzt seit Jahren auf mobile. Dort ist aber für Google – wenigstens zurzeit – weniger Geld zu holen als online.

Viele Initiativen ohne Businessmodell

Google ist zureit echt innovativ (ich habe früher das Gegenteil behauptet). Leider bringen weder Google Wave noch Chrome oder Chrome OS bzw Android Geld in die Google Bilanz. Es sind Kostenfaktoren, die man gerne via OpenSource auf die globale Entwicklergemeinde wenigstens teilweise auslagern möchte. 

Google sticht als Microsoft-Konkurrent nicht

Mir gefallen die Google Docs und Co und ich benutze sie täglich – gratis. Ich habe auch noch nie auf eine Werbung in Google Mail geklickt und Docs & Co haben sie gar nicht. Microsoft Office benutze ich nur noch 1 x pro Woche und werde kaum auf eine höhere Version umsteigen. Das ist ja schön für Google – bringt aber nur Kosten.

Microsofts Antwort als Chance für Google

Es gräbt aber am Umsatz von Microsoft. Deshalb schlägt Microsoft zurück und bringt nächstes Jahr eine Onlineversion seines Office Packets. Dem gebe ich dann wiederum eine Chance – vielleicht wird das besser als Google Docs. Ganz sicher gibt es aber eine gute Integration in das offline Office und eine bezahlte Online-Version. Genau hier ist die Chance von Google. Microsoft wird dem collaborativen Arbeiten zum Durchbruch verhelfen und seine Nutzer gewöhnen, für den Premium-Service zu bezahlen. Das könnte Google auch einführen. Auch von Google gibt es bereits Bezahlvarianten seiner Produkte. Wieviel wir in den nächsten Jahren noch gratis bekommen, hängt von den Wachstumsmöglichkeiten von Google in anderen Bereichen ab.

HTML5: Datenbank im Browser

von Reto Hartinger

Vieles was in HTML5 definiert wird macht viel Sinn.Bei zweiter Betrachtung wieder weniger. Ist es nicht toll, im Browser bzw. beim Client eine Datenbank zu haben? Das verschnellert doch alles – und wir werfen Ballast vom Server und verringern die ständige Kommunikation zwischen Client und Server.

Aber wollen wir das wirklich? Wollen wir keine Kontrolle über die Daten mit denen der User arbeitet? Können wir dann noch deren Richtigkeit garantieren? Was passiert wenn andere User auf diese Daten zurückgreifen sollen?  Hm, dann können die Daten also nicht permanent auf dem Client liegen. Oder würden Daten auf dem Server gespiegelt um für andere Verfügbar zu sein? Damit wäre doch der ganze Spass wieder vorbei.

Mir erschliesst sich der  Sinn nicht ganz – ok, ich habe das technische Konzept nicht gelesen. Dort wird es wohl drinstehen was man damit genau anstellen kann.

Uebrigens, Microsoft spührt den Druck von HTML5 auch und möchte nun auch seine Ideen einfliessen lassen. Damit ist klar, dass die nächsten Browsergenerationen im nächsten Jahr schon viel mehr HTML5fähiger sind. Wir müssen uns definitiv damit befassen.

Was mir immer noch nicht herunter geht ist, wieso HTML5 auch keinen Serverpush kennt. Es wäre doch schön wenn der Client nicht dauernd den Server abfragen müsste ob sich etwas geändert hat.

Bald “Kiss Goodby” den Prämienvorteilen bei Online-Krankenkassen?

von Thomas Lang

Die Medien pfeifen es wie Spatzen von den Dächern, uns steht ein heisser Prämienherbst bevor. Wie könnte es sein, die Rede ist von den Krankenversicherern (die sich überhaupt nicht gerne als Krankenkassen bezeichen, doch das ist ein anderes Thema).

Heute lancierte nun auch die Sanitas mit Sanitas Compact eine reine Onlinekasse wie schon früher andere Versicherungen auch. Grund dazu ist die sog. “Jagd nach guten Risiken” – also Versicherungsnehmer, die vornehmend über digitale Kanäle mit den Anbietern kommunizieren, demnach nicht alt jünger sind und damit mutmasslich weniger Gesundheitskosten verursachen.

Neu ist diese Entwicklung nicht – spannend ist sie trotzdem. Heute ziehen Argumente wie Online-Gesundheitsberatung, Web-Administration uvm. auch in dieser Branche. Genau solche Argumente, welche ich bereits vor 7 Jahren in einem pfannenfertigen Konzept inkl. klickbarem Prototypen lancierte, damals mit mässigem Erfolg. Heute zeugt nur noch Archive.org von diesem Vorhaben, das wir mit dem Label vimeca.com (virtual medi care) versahen.

Die Entwicklungen bei den Versicherern hinken der Finanzbranche leider gut und gerne ein knappes Jahrzehnt hinterher. Um die Jahrtausendwende waren es die Onlinebankings, die nicht nur den technologischen Weg ebneten sondern auch die Akzeptanz bei den Anwendern aufbauten. Heute wäre ein Bankbetrieb ohne die Online-Administration – sprich u.a. die Erfassung von Zahlungs- und Börsenaufträgen durch die Kunden selbst – nicht mehr bewältigbar.

Die Krankenversicherer stehen nun in etwa genau an der Stelle bzgl. Verlagerung von Onlineprozessen an die Kunden, wo die Banken ca. 2002 waren – diese sind mittlerweile bereits viel weiter. Sie verlangen heute (wieder) für gänzlich durch die Kunden erfasste Transaktionen überhöhte Gebühren. Dort sind die Gebührenvorteile passé – die Prämienvorteile bei den Billigkassen wird man wohl auch mittelfristig “kiss goodbye” sagen können.

New Coke und die Regeln fürs Re-Design

von Daniel Niklaus

Im letzten Blogeintrag warnte ich mit dem New Coke Beispiel auf Kunden hören kann Marktanteile kosten. 1985 entschied Pepsi den Blindtest regelmässig für sich. Pepsi schmeckte besser. Coca Cola reagierte mit einer verbesserten Formel, einer Mega-Werbekampagne und präsentierte New Coke – der grösste Flop der Company. Eine kleine Gruppe von Kunden startete einen lauten Protest. Kurz darauf strich Coca Cola die Segel. Brachte wieder das original Cola und New Coke fristete ein Nischendasein. Alles war wieder beim Alten. Zumindest fast alles, denn die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt.

Verschiedene Test zeigten auf, hätte Coca Cola auf die Kunden gehört und die Formal in kleinen, aber regelmässigen Abständen angepasst, Coca Cola hätte jeden Blindtest ohne teure Werbekampagne gewonnen. Was mit New Coke passierte, ist ein Lehrbeispiel für das Re-Design einer Website.

Nehmen wir Amazon. Im “Blindtest” würde diese Website wohl jeden Vergleich verlieren, dennoch arbeitet das Unternehmen erfolgreich. Im Jahr 2008 setzte Amazon etwa 20 Milliarden Dollar um. Nebenbei, die Mirgros setzt im Detailhandel Schweiz 14.66 Milliarden Franken um. Amazon gehört zu jenen Seiten, die bei einem Re-Design am meisten acht gegeben müssen. Amazon hat einen hohen Stammkundenanteil, also viele Kunden die gewohntes vorziehen. Wenn Amazon ihre Website vollständig umkrempelt, werden die Kunden verwirrt auf der Website herumklicken und womöglich einem Mitbewerber eine Chance geben oder den Einkauf lassen. Wie also die Website anpassen und gleichzeitig keine Kunden verprellen? In kleinen Schritten vorwärts gehen. Und das machen sie hervorragend. Hier ein Vergleich der Webseiten aus dem Jahr 2000, 2008 und 2009.

amazon_vergleich_startseite

Amazon testet sehr intensiv, was wie funktioniert. So sind die Änderungen oft von kleiner Natur und doch grosser Wirkung. Der Einkaufskorb im Jahr 2000 zeigt noch gegen die Schrift “Mein Konto”. Richtig ist, dass der Einkaufswagen heute zur Schrift zeigt, was den Lesefluss erleichtert. In den ersten Jahren begrüsste man vor allem Neukunden, heute immer noch Neukunden, aber zuerst kommen die wiederkehrenden Kunden: “Hallo! Melden Sie sich an, um persönliche Empfehlungen…”. Nachdem man merkte, dass “Kostenlose Lieferung” hervorragend funktioniert, wurde der Button gleich in die Startliste eingefügt.

Regeln, wie Sie Ihr Re-Design anpacken sollten.

In kleinen Schritten
Wenn Sie einen hohen Stammkundenanteil haben. Diese pro Besuch viel klicken und sie viele Mitbewerber haben, zu denen die Kunden einfach wechseln können. Beispiel Amazon.

Mit Vorsicht
Wenn Sie ebenfalls viele Stammkunden haben, diese auch oft klicken, aber die Kunden nur wenig Alternativen finden. Beispiel Facebook Re-Design. (Von einem soziales Netzwerk wandert man nicht so schnell zum nächsten. Weil die Freunde ja alle noch beim alten sind…)

Forciert
Wenn Sie viele wiederkehrende Besucher haben, aber diese nur wenig klicken. Sollten Sie mehr Klicks pro Besucher wünschen, müssen Sie ein komplettes Re-Design ins Auge fassen, weil offensichtlich machten Sie in der Vergangenheit etwas falsch.

Zeitgemäss
Gelegentlich wiederkehrende Kunden und wenig Klicks der Stammkunden, dafür einen hohen Anteil an Neukunden. In diese Kategorie fallen die meisten KMU Websites. Firmenportraits des Schreiners, Treuhänder, Hotel. Alles Internetseiten die dazu da sind, dass die Kunden beim Erstkontakt vertrauen gewinnen. Diese Webseiten sollten dem “Zeitgeist” angepasst werden. Es braucht nicht alle zwei Jahre ein Re-Design (auch wenn wir dies gerne verkaufen würden) sondern dann, wenn eine Website anfängt “Altbacken” zu wirken.

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