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Neun (9!) Lehrpersonen für 22 Schüler

von Daniel Niklaus

Letzten Mittwoch organisierte mein Lehrer aus der vierten Klasse einen Elternabend. Als er erzählte, dass heute 9 Lehrpersonen für 22 Schüler zuständig sind, musste ich 3x leer schlucken. Logopädie-, Religion-, Sport-, Sonderwasweissichauchimmerpersonal. Verrückt. Beim Nachzählen fiel ihm sogar ein, dass es 10 sind. Denn für den Schwimmunterricht muss er eine weitere Person mitnehmen, weil pro 10 Schüler eine Aufsichtsperson nötig ist. Verrückt. Da frage ich mich ernsthaft, wie konnte unsere Klasse (26 Schüler) damals mit ihm und dem Religionslehrer alleine auskommen?

Offenbar schlugen Experten, Ämter und Politiker zu. Ich befürchte, wenn das so weiter geht, werden wir in der Schweiz schon bald ein Solariumverbot haben, weil man sich einen Sonnenbrand holen könnte. Tanten benötigen eine Bewilligung, wenn sie die Kinder hüten wollen und Eltern schickt man in einen Erziehungskurs, wenn ihre Kinder über die Stränge schlagen. Verrückt!

Verrückt? Halt da ist doch was
Tatsächlich droht ein Solariumverbot, Bewilligungspflicht für Tanten und Erziehungskurse für Eltern. Bundesbern produziert pro Jahr 5′000 Seiten Gesetze und Verordnungen, um uns zu sagen, wie wir unser Leben zu leben haben. Fürsorgerischer Freiheitsentzug lautet ein Artikel der Zeit, wie die Schweiz zur Gebots- und Verbotsgesellschaft wird. Wir glauben offenbar, alles wird schlimmer. Mehr Jungendkriminalität, mehr Stadionausschreitungen, mehr Autounfälle. Aber das Gegenteil ist wahr. Die Statistiken fallen, nur die öffentliche Wahrnehmung scheint dies nicht zu interessieren. Und das schon eine lange Zeit:

    Die Welt macht schlimme Zeiten durch, die jungen Leute von heute denken an nichts anderes mehr, als an sich selbst. Sie haben keine Ehrfurcht vor Ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig und unbeherrscht. Was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit. Und was die Mädchen betrifft, sie sind unweiblich in ihrer Ausdrucksweise, in ihrem Benehmen und ihrer Kleidung.
    Mönch Peter 13. Jahrhundert

Was hat das jetzt alles mit dem Internet-Briefing zu tun?
Interessiert mich ein Solariumverbot? Oder interessiert es mich, wenn in Thurgauer Wäldern kein Paintball gespielt werden darf, auch nicht in einem privaten Wald? Sicher nicht. Mich betrifft nicht einmal mehr eine Kinderbetreuungsverordnung, “Junior” hat die 18 überschritten…

Es interessiert sich aber auch keiner für “uns”
Wem die Vorratsdatenspeicherung egal ist, wird diese akzeptieren. Wer keine Killerspiele spielt, wird nicht für Killerspiele aufstehen. Und weil sich niemand für die Interessen der anderen “Minderheiten” interessiert, spielen Experten, Beamte und Politiker Gebot und Verordnung munter weiter.

Ausschreibungen für Schulinformatik muss geregelt werden!
So verlangt es die Parlamentarische Gruppe für digitale Nachhaltigkeit.

    Es tauchen immer wieder öffentliche Ausschreibungen auf, die von vornherein nur Angebote auf Microsoft Windows zulassen.

Die Frage wird gestellt, warum nur Windows? Vielleicht, weil die Lehrer damit einigermassen klarkommen und mit anderen Betriebsystemen überfordert sind? Für Beamte mag es toll sein, wenn sie komplizierte Ausschreibungen durchführen dürfen, vielleicht hat sogar der Informatiker Freude, wenn er auf Kosten der Allgemeinheit Neues lernen darf. Aber macht dass Sinn? Bei meinem ehemaligen Lehrer werden heute Mac’s eingesetzt und ich finde das gut. Es ist mir egal, ob Mac, Windows oder Linux. Hauptsache ist, dass die Schule wählt, was sie am Besten im Griff hat. Der Informatiker soll sein Netzwerk unter Kontrolle haben und die Lehrer sollen mit ihren Kenntnissen etwas anfangen können. Wenn sie Gimp kennen, super. Wenn sie lieber Photoshop einsetzen, auch gut. Aber lasst die Schulen doch Bitte selbst entscheiden.

Selbstverantwortung statt Regeln
Denn sonst sind im Klassenzimmer meines ehemaligen Lehrers beim nächsten Elternabend nicht 9, sondern 12 Lehrpersonen im Raum. Ein weiterer für Windows, einer für Mac und einer für OpenSource…

Nov 5 – Young Female Entrepreneurs & Executives Apéro

von CaroleHofmann

Dear Ladies

The Young Female Entrepreneurs & Executives Netzwerk invites you to join the Networking Apéro on November 5, 2009, from 6.30 – 9 pm, at Galerie Incontro in Zurich (http://www.galerieincontro.ch).

We network young, emerging business women in Switzerland and abroad. A large part of business and personal success is based on a good network. We all know what the right contact at the right time is able to do.
We offer the opportunity to network and exchange ideas in a relaxed atmosphere, among women with of equal status and similar interests.

There is no attendance fee. YFEE offers fingerfood. Drinks are available at the Incontro Bar at a very reasonable price (e.g. Prosecco CHF 6).
We are pleased to announce, that “Women in Business” gives the latest issue of their magazine to all attending women.

We hope you find the time and look forward to seeing you. Please let us know if you are participating via our website:
http://www.yfee.org/event/event_en.php
We thank you for your registration before November 3.

We also run a group on XING: https://www.xing.com/net/yfee
and you are invited to join our network on our Website http://www.yfee.org.

Last but not least: if you know of any interested and interesting women in your network: please forward this invitation. Thank you very much!

Warm regards,
Carole Hofmann.

Arthur Hefti – Welcome Google Docs

von Reto Hartinger

Arthur gib uns Stichworte zu Deiner Person: 7c518e11f.3498059_s3
- Software Entwickler in etwa seit es PCs gibt
- Eigene kleine Softwarefirma seit 1996
- ETH Abschluss in Betriebs- und Produktionswissenschaften

An was arbeitet Du gerade?
Wir erstellen massgeschneiderte Lösungen für KMUs, machen Migrationen / Erweiterungen Client/Server Richtung Web und Google Desktop Gadgets zwischendurch

Welche Desktop Gadgets habt ihr bereits entwickelt?
- Gadget zur Verwaltung der Tasks auf www.rememberthemilk.com.
- Gadget zum Abspielen der eigenen Songs aus www.mp3tunes.com.
- RSS Reader für Secure Feeds inkl. Login auf eigener URL.
- Gadget als Schnellstartleiste für Programme
Alle Gadgets sind in JavaScript geschrieben und Open Source. Details unter: http://desktop.google.com/plugins/i/RTMTasksbyCATsoft.html

Welche Technologien behälst Du im Auge?
- Nächste Version Visual Studio
- Silverlight
- F# (funktionale Programmiersprache von Microsoft)
- iPhone Entwicklung

Was hälst Du von Silverlight?
-Es lassen sich relativ einfach browserunabhängige Web Applikationen entwickeln. Das GUI hat mehr Möglichkeiten als HTML. Das Problem ist die geringe Verbreitung, kann aber bei firmeninternen Programmen gelöst werden.

Wieso Silverlight und nicht Flash?
- Wir haben OpenLaszlo/Flex/Flash angeschaut, doch da wir mehrheitlich in der .NET Welt tätig sind, liegt uns Silverlight mehr

Funktionale Programmiersprache tönt spannend, was muss ich mir darunter verstehen?
Eine funktionale Programmiersprache basiert primär auf Funktionen. Ist der Wert einer Variabeln einmal bestimmt, kann dieser nicht mehr geändert werden (mit Ausnahmen). Funktionale Programmiersprachen sind relativ einfach parallelisierbar. Prinzipien dieser Sprachen sind z.B. auch in C# eingeflossen
Viel mehr Details: http://de.wikipedia.org/wiki/Funktionale_Programmierung

Habt ihr schon etwas fürs iPhone entwickelt?
Bis jetzt nicht.  Unser Ziel ist nicht eine Killer-Applikation im Appstore sondern Zusatzfunktionen für bestehende Kundenlösungen

Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?
- Kostengünstige, webbasierte, massgeschneiderte Lösungen für kleine Firmen
- Bei der (für die Lösung) “richtigen” Technologie dabei sein

Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investtionen, Innovationen, Start-ups?
- Riesige Flut an Informationen: Was ist wichtig für die Firma?
- Web basiert: Dank Google Apps und CVSDude betreiben wir keine eigenen Server.
- Ideen: Wie (Personen/Technologien) setze ich die Ideen um?

Habt ihr Microsoft Office zugunsten von Google Docs rausgeschmissen?
So weit wie möglich. Dokumente, die formatiert in Word abgegeben werden müssen, werden einfacher direkt in Word geschrieben. Google Docs mit der Möglichkeit gleichzeitig und verteilt am gleichen Dokument zu arbeiten ist genial.

Was hälst Du von SaaS ist das Konzept bei den Kunden schon angekommen?
Erste kleine Schritte sind gemacht. Z.T. spielt Citrix dabei eine Rolle

Vortrag: Umfassendes automatisiertes Code-Testing

von Patrice Neff

(Fast) alle Entwickler finden Testing sinnvoll. Viele Entwickler sind sich aber unsicher wie starten. Besonders bei bestehenden Web Applikationen stellt sich aber oft die Frage, wie hier Testing richtig eingeführt werden kann.

Im Rahmen des Internet Briefings werde ich am 3. November über Testing sprechen. Als Mitarbeiter bei local.ch, der grössten lokalen Suche Website in der Schweiz, habe ich früh im Bereich Frontend-Entwicklung eine komplette Testing-Suite eingeführt. In meinem neuen Startup Nektoon, haben wir von Beginn weg stark auf Testing gesetzt.

Im Rahmen eine längeren Serie von Blog-Beiträgen lege ich auf meinem Weblog unseren Ansatz dar (Mit Links = erschienen):

Ich freue mich darüber persönlich im Rahmen des Vortrags am 3. November sprechen zu können.

Dorian Selz: High Toon

von Reto Hartinger

Dorian gib uns Stichworte zu Deiner Person:  dorian_selz_Bild

Dr. Dorian Selz, 38, verheiratet, Vater einer Tochter, interessiert an zeitgenössischer Kunst – unsere Famile betreibt im Jura eine Galerie (www.selz.ch), Eisenbahnliebhaber (Weltrekord 1989)

Aktuell Mitgründer und CEO der Nektoon AG in Zürich.

Vormals Mitgründer und CEO der local.ch AG und Partner der namics ag.

Noch vormaliger: Studien in St.Gallen, Genf und Aberdeen.


An was arbeitet Du gerade?

Zur Zeit sind wir ca. 2 Wochen vor Beta-Release unseres ersten Products – memonic. Mit memonic kann sich jede und jeder auf einfachste Weise (digitale) Informationen und (digitales) Wissen merken und diese Wissenschnipsel anschliessend weiterverwenden und mit andern teilen.

Seit Januar sind wir am Aufbau der Firma und der Umsetzung unserer Produktidee. Wieder heisst es bei Null beginnen und der neuen Firma Kontur und Inhalt geben. Wie bei den vormaligen Startups eine spannende und herausforderungsreiche Zeit.

Jetzt so kurz vor Beta-Launch sind wir natürlich gespannt auf die Reaktionen der ersten Nutzer.


Was war die grösste Herausforderung bei der Entwicklung memonic?

Die Idee von memonic ist einfach: Das Wesentliche behalten. Mittels memonic kann eine Wissensarbeiterin sich einfach digitale Wissensschnipsel merken und in einem persönlichen digitalen Notizbuch ablegen.

Die grösste Herausforderung ist zweifach: Erstens, wie kann eine Wissensarbeitern so einfach wie möglich in beliebigen digitalen Programmen Informationen markieren und wie können wir das einfach und effizient ablegen. Zweitens, wie muss ein Organisationsinterface aussehen, dass jede und jeder sofort verstehen, was damit gemacht werden kann.

Wir haben einige Probleme gelöst, haben aber noch einen langen Weg vor uns.


Wo seit ihr technologisch angestossen und warum?

Wir haben bei der Umsetzung von memonic sehr von den Erfahrungen beim Aufbau von local.ch profitiert. Wir haben auf der grünen Wiese beginnen können und uns von Beginn weg darauf konzentriert, eine sehr gut skalierbare Platform zu bauen.

Wie in verschiedenen Beiträgen auf unserem Blog dokumentiert, setzen wir stark auf Automation und Virtualisierung (blog.nektoon.net). Wir setzen voll auf Cloud-Computing. Für uns als Startup eine sehr mächtige Option, um ohne kostspielige Server Investitionen an den Start gehen zu können.

Hier haben wir aber auch Grenzen gesehen: Zum einen gabs in den letzten Monaten einige grössere Pannen bei verschiedenen Cloud-Computing Anbietern, zum andern missfällt uns die einseitige Abhängigkeit. Wir haben deshalb die Platform so ausgelegt, dass wir verschiedene Cloud-Anbieter einsetzen können.

Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?

Natürlich unser Beta-Launch!


Welche Technologien behälst Du im Auge?

Technolgien, die für uns direkt relevant sind: Cloud-Computing in vielerlei Facetten, Objective-C (Apple iPhone) und andere mobile Frameworks, Python, Entwicklungstools wie Puppet, Hudson, Selenium und andere. Ein bisschen vorausgeschaut: HTML5.

Wie relevant findest du Html5 für die Entwicklrgemeinde?

Insgesamt: Viele der Elemente die HTML5 bringt, sind heute mit Drittapplikationen meist recht ordentlich gelöst. Aus Nutzersicht ist nicht zu erkennen ob ein Video native im Browser abgespielt wird, oder mittels universell verfügbarem Flash-Player. D.h. es ist nicht notwendig hier einen Upgrade zu fahren, was automatisch die Adoptionskurve weit in die Zukunft streckt.

Andererseits ist zum Beispiel die Möglichkeit einen kompletten Offline Storage anzulegen für uns sehr spannend. Vereinfacht gesagt: Wir müssen unsere Software einmal schreiben und können trotzdem Desktop-Applikationen auf verschiedenen Zielsystemen anbieten.


Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investitionen, Innovationen, Start-ups?

Wir stehen mitten in einem raschen Wandel. Der etwas in die Jahre gekommene Slogan der „Attention Economy“ – die Ökonomie der Aufmerksamkeit – trifft voll zu. Täglich sind wir einem schier unendlichen Strom von Informationen auf verschiedensten Kanälen ausgesetzt: (Gratis-)Zeitungen, Fernsehen, Internet in verschiedensten Formen (Videos, Blogs, News-Websites, RSS-Feeds, Twitter, Facebook, Xing, etc.). Kaum bewältigbar. Der Trend wird vorläufig so weitergehen. D.h. eine nächste digitale Innovationswelle wird sich mit der Organisation dieser schier unendlichen Informationsmengen befassen.

Zu hoffen ist, dass es weiterhin mutige Leute gibt, die trotz Krise ein Startup gründen. Uns als Beispiel, gehts im Moment hervorragend. Wir arbeiten mit viel Freiraum an einer echten Herausforderung, wir haben ein spannendes Produkt und wir haben Spass.


Sind wir schon am Ende von web 2.0 oder wie siehst du die weitere Entwicklung?

Der Begriff wurde damals von Tim O’Reilly entwickelt mit der Idee die rasche Entwicklung im Netz zu veranschaulichen. Heute wird er meist synonym mit dem Begriff des „Mitmach-Webs“ verwendet. Es ist verlockend wie bei Software, die Versionnummer raufzuzählen und das Web 3.0 auszurufen.

Ich denke eher, das Internet wird sich in eine andere Richtung entwickeln. Heute konsumieren wir das Internet in der Regel über Bildschirme. Sei es bei PC-, Notebook, oder Mobilbildschirm. Das Internet wird sich aus dieser Zwangsjacke befreien und weitere Teile unseres täglichen Lebens und unseres alltäglichen Raums vereinnahmen.


Colayer’s approach to collaboration software

von Michael Marth

Chances are you have not heard of Colayer, a Swiss-Indian company producing a SaaS-based collaboration software. I did a small project with the guys, that is how I got to know. When I first saw their product I immediately thought the guys are onto something good, so it is worthwhile to share a bit of their application concepts. They follow an approach I have not seen anywhere else.

On first look Colayer seems to be a mixture between wikis and forums: the logical data structure resembles a hierarchical web-based forum and the forum entries are editable and versioned like in a wiki. But there is more: presence and real-time. All users that are currently logged in are visible and one can have real-time chats within the context of the page one is in or see updates to the page in real-time (similar as in Google Docs). These chats are treated as atomic page elements (called sems in Colayer parlance) just like the forum entries or other texts. Through this mechanism, all communication around one topic stays on one page and in the same context.

There are two more crucial elements: time and semantics. All sem’s visibility is controlled by their age and their importance. As such, a simple chat is given less weight that a project decision and will fade out of view after some time. All new items from all pages (i.e. discussions or topics) are aggregated on a personal home page and shown within the context where they occurred.

Below is a screenshot of such different sems in one page. One page corresponds to one topic or forum or wiki page. You can see the hierarchical model and the different semantics (denoted by the colors).

Discussion in context

Discussion in context

Here is an example screen shot that aggregates different recent sems on one page (essentially a context-aware display of new items including time and context in the same display). Note that this way of displaying new items manages to map importance, time and context into a two-dimensional page, which I find a very cool achievement.

Different discussions in one page ordered by relevance and time

Different discussions in one page ordered by relevance and time

The funny thing about Colayer’s product (especially when compared to Google Wave) is that one “gets it” when first looking at it. It solves a problem I am facing in my work on a daily basis: where to put or find crucial information – on an internal mailing list or on the wiki?

The Colayer application is delivered as a browser-based SaaS solution (mainly targeted towards company-internal collaboration). This limits potential usage scenarios outside of the firewall. It would be cool if Colayer found a way of opening up their application to other data sources or consumers. It would be worth it, the app rocks.

Die Kraft des Netzes

von Reto Hartinger

Heute erreicht mich dieses Mail. Eigentlich wäre es ja Spam weil ich den Absender nicht kenne und der Absender und die Antwortadresse nicht übereinstimmen.

Aber es geht letztendlich darum, einem Konzern der sich nicht ethisch verhält, die Stirn zu bieten. Es wird so wohl nicht verfangen – denn sie werden die Reaktionen mit gleichem Inhalt kübeln. Scheint mir auch etwas kindisch aufgesetzt.

Wahrscheinlich hast du das Mail auch bekommen, sonst lies selbst

Hallo,
wir alle regen uns über die Abmahnwelle von Jack Wolfskin auf.

Wirklich Eindruck machen aber nur reale Aktionen, die man nicht per Filterregel in den virtuellen Papierkorb befördern kann. Unten findest Du den Text für eine Unterlassungserklärung ganz im Stil, wie Jack Wolfskin sie gerne haben würde. Nur eben ein kleines bischen anders. :)

Kopiere sie in Word, drucke sie aus und faxe sie, oder verschicke sie per Post. Wenn Säcke voll Erklärungen in der Zentrale eingehen, dann wirkt das auf jeden Fall. Der Clou: Es könnte auch eine echte Unterlassungserklärung eines Abmahnopfers sein. Also MUSS Jack Wolfskin jede einzeln prüfen.

Wie immer: Leite die Mail bitte weiter, blogge die Idee, stell es in Foren ein und helfe mit.

Der Haken an der Sache: Es muss jetzt ganz schnell gehen!

———schnipp———-

Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung

Name:
Anschrift:

verpflichtet sich hiermit gegenüber

Jack Wolfskin Ausrüstung für Draussen GmbH & Co KGaA
Jack Wolfskin Kreisel 1, 65510 Idstein / Ts.,Telefax: 06126 954-159

ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht, gleichwohl mit ewigem Bindungswillen

1.      keine Produkte der Marke „Jack Wolfskin“ mehr zu kaufen
2.      keine Produkte der Marke „Jack „Wolfskin“ mehr zu verkaufen
3.      keine Produkte der Marke „Jack Wolfskin“ mehr zu verschenken, oder solche  anzunehmen
4.      jeden an die Abmahnwelle von “Jack Wolfskin” zu erinnern, der die Produkte kaufen, verkaufen, oder anderweitig in Verkehr bringen will.

Für jeden Fall der Zuwiderhandlung soll mich der Blitz treffen.

Ort, Datum, Unterschrift

Die Frage die ich mir Stelle ist, ob Jack Wolfskin den Druck des Webs zu spühren bekommt so dass sie reagieren müssen. Zurzeit läuft im Schweizer Fernsehen eine grosse Fernsehkampagne, die könnte darunter leiden oder aber auch so wirken, dass sie den Imageschaden aufhebt

Gib uns Deine Meinung – mit Einschätzung im Kommentar

Drei Antworten sind zulässig

Was glaubst Du wird mit/um Jack Wolfskin passieren

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Pascal Geronimi: looking at the big picture

von Reto Hartinger

Hier nochmals ein Interview mit einem Internet Briefing Mitglied: Pascal Geronimi. Pascal hat unsere Fragen in Enlisch beantwortet.

Pascal gib uns Stichworte zu Deiner Person:

- Started tweaking Websites in year 2000.
- Software Engineer since 2004, passionately learning about User
Experience, Interface Design, Guerilla Usability.
- @ Puzzle ITC since 2008 as User Experience Consultant.

An was arbeitet Du gerade?

- User Interface redesign for a big legacy app, sketching, brainstorming, interviewing users, convincing customers..

Wo sind die grössten Probleme dabei

- Difficult to convince the client that usability is important, that listening to the users will ultimately let them spare costs.

- Feature creep: App that tries to do everything for everyone, without
vision.

- Bad development process, code at once without thinking

Welche Technologien behälst Du im Auge?

- Rails + REE, already very Mainstream but I like it

- Scala + Lift, the next cool functional language and its pending rails-inspired web framework: http://liftweb.net/

- Compass, a css framework based on Sass: http://compass-style.org/

Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?

- to fix bad development processes

Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investtionen, Innovationen, Start-ups?

More wishes than predictions:

- Web 2.0 coming in Switzerland

- Small, innovative, transparent and customer-friendly ‘niche’ startups gain power

Second Life? Vielleicht? Virtuelle Welten? Logisch!

von HansFischer

Gastbeitrag auf Einladung von @RetoHartinger.

Für Schnellleser die Essenz vorneweg genommen: (…) dass auf Kundeninteraktion angewiesene Unternehmen ohne virtuelle Umgebungen längerfristig nicht überleben können.

Und nun von Anfang an: Gestern habe ich in einem Tweet zum Computerwoche-Beitrag “Zweite Chance für Second Life und Co.?” als Kurzantwort auf die Frage festgehalten: “Virtuelle Spielwelten sind etabliert, die Biz-Welt folgt.” Eine Meinung, die einige Gesprächspartner seither nicht teilten. Nun, ich habe keinen Zweifel und gehe sogar davon aus, dass auf Kundeninteraktion angewiesene Unternehmen ohne virtuelle Umgebungen längerfristig nicht überleben können. Die Überlegungen dazu habe ich unter anderem im Fachartikel “Drei virtuelle Thesen zum Bankkunden von morgen” festgehalten – der Artikel ist zwei Jahre alt, der Inhalt scheint mir immer noch stimmig zu sein.

“Es kann durchaus sein, dass «Second Life» wieder von den Bildschirmen verschwinden wird. Es steht aber kaum zur Debatte, dass neue virtuelle Parallelwelten entstehen werden. Die kommenden Bankkunden bewegen sich nämlich so gern wie engagiert in den Spielwelten. Sie investieren viel Geduld und manchmal auch Geld in die Gestaltung ihrer Spielfi guren, die so genannten Avatare. Die Identifi kation mit ihnen ist so gross, dass die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt perforiert werden.

Es braucht nicht viel Fantasie, die Folgen dieser Entwicklung zu abstrahieren. Wird ein heute Jugendlicher in einigen Jahren finanziell selbstständig und will ein reales Konto eröffnen, wird er die ihm vertraute Welt mit Interaktionsmöglichkeiten dem realen Gang in eine Bankfiliale vorziehen. Wer diesen Gedanken beim Lesen sofort negiert, sollte nicht vergessen, dass die virtuelle, dreidimensionale Bank der Zukunft Begegnungszonen für Kunden und Interessierte, Diskussionsebenen mit Bankangestellten und Besuchsmöglichkeiten von Trading-Räumen oder Hypothekenabteilungen beinhalten wird – ein Rundum-Wohlfühlpaket für virtuell Geübte. Kommt dazu, dass die Speicherung der Daten und Interessen eine Komplett-Betreuung ermöglicht. Die grössten Anforderungen sind im regulatorischen Bereich anzusiedeln. Dass die Generation an potenziellen Nutzern solch virtueller Bankwelten heranwächst, steht ausser Zweifel.”

Wir twittern @rolotec.

Jack Wolfskin: Negativwerbung in Social Media

von ArthurHefti

Vor knapp einer Woche begann Jack Wolfskin Abmahnungen an Hersteller von textilen Produkten mit Pfotendesign zu versenden. Es handelt sich hier aber nicht um Firmen aus Fernost, die Jack Wolfskin Artikel kopieren,  sondern um Artikel auf DaWanda.de, einem Online Portal für Selbstgemachtes. Die Hersteller erhielten Post von Jack Wolfskin mit einer Rechnung von gegen 1000 Euro und der Aufforderung die Produkte vom Portal zu entfernen.

In der betroffenen Blogger Community machte dies sehr schnell die Runde und eine grosse Solidaritätswelle nahm ihren Anfang. Was zuerst nur bei Insidern bekannt war, zog bald grössere Kreise und verschiedentlich ist zu lesen, dass Jack Wolfskin von nun an boykottiert wird. So findet sich die Geschichte nun z.B. auch auf werbeblogger.de, in englisch auf AdvertisingAge und seit gestern auch auf SpiegelOnline. Die grosse Präsenz in den verschiedensten Blogs hat nun auch zur Folge, dass wenn auf google.ch nach Jack Wolfskin gesucht wird, nicht mehr die Firmen Web Site an erster Stelle erscheint, sondern der Spiegel Artikel “Pfoten-Markenrecht Jack Wolfskin mahnt Bastler wegen Tatzen-Mustern ab‎” und einige weitere Links auf der ersten Google Seite verweisen auf Blogs zu diesem Thema. Die offizielle Stellungsnahme von Jack Wolfskin war noch Öl in das Feuer. Dort wurde nochmals bestätigt, dass die Abmahnung rechtens sei und die verrechneten Kosten von knapp Euro 1000 noch sehr günstig ausgefallen sind.

Im Artikel auf SpiegelOnline sind einige der abgemahnten Designs zu sehen. Diese gleichen, meiner Meinung nach, überhaupt nicht der Wolfspfote von Jack Wolfskin sondern mehr Katzenpfoten. Wir haben auch eine Katzenpfote im Firmenlogo und lassen diese auch auf Baseball Caps sticken. Wir hoffen nun, dass wir deshalb nicht von Jack Wolfskin abgemahnt werden.

Ich denke Jack Wolfskin hat die Auswirkungen dieses Handelns stark unterschätzt und angenommen, dass die abgemahnten Personen die Produkte kommentarlos von Netz nehmen. Die betroffene Blogger Community ist jedoch sehr stark verlinkt, so dass die ganze Geschichte grosse Kreise zog. Der Imageschaden ist, meiner Meinung nach, um sehr viel grösser als der erhoffte Nutzen. Das Beispiel zeigt, wie schnell mit den heutigen Möglichkeiten im Web 2.0 etwas erreicht werden kann.

Eine detaillierte Aufstellung der ganzen Geschichte findet sich auf die.waschkueche.

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