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Socialmania: Wir werden alle Freunde – überall

von Reto Hartinger

Vor zwei drei Jahren war alles klar im Web 2.0. Es gibt die grossen Sozialen Netzwerke für Private wie MySpace und für Business LinkedIN und XING. Das Web 2.0 war verteilt und sein Sinn war erklärt. Dann kam Facebook. Nein es war nicht anders, es war auch ein Soziales Netzwerk und das hatten wir doch schon. Wie aber kann es sein dass es immer wieder eine neue Site gibt, welche den klaren Leader vom Thron stösst. Haben wir etwas nicht ganz begriffen? Wir sind daran gegangen und haben die Unterschiede analysiert und auch gefunden. Wir habens begriffen. Und just in diesem Moment kommt Google und macht aus seiner individuellen Homepage iGoogle ein Soziales Netzwerk. Hä? Damit nicht genug, auch iTunes soll Freunde-Features erhalten.  Wie sollen wir da noch die Uebersicht behalten wo wir mit wem verbunden sind? Macht das Sinn, werden die User das annehmen?

Ja sie werden. Wir müssen in einer neuen Kategorie denken. Das Web 2.0 ist anscheinend etwas mehr als – so sehe ich aus und das sein meine Freunde. Mir scheint, dass eine neue Qualität dazu kommt und die wird unser Leben und einige Geschäftsmodelle ziemlich durchrütteln.

Die Vernetzung mit Freunden oder durch Freunde bekommt die gleiche Bedeutung wie der Link an sich. Nachrichten und Produkte werden durch Freunde erst bekannt gemacht oder empfohlen.

Es wird zur Kunst, wie man empfohlen wird und Personen erhalten ihr spezifisches Gewicht (oder sowas ähnliches wie den Personenpagerank). Es wird etwas anderes sein, wenn eine gewichtige Person über etwas spricht und dies in seinen Sozialen Netzwerken sichtbar wird oder ob das jemand mit wenig Followern tut. Vielleicht kommt dies sogar einmal Gewicht im Rankingmechanismus von Suchmaschinen. Nur schon um herauszufinden, was gerade Trend ist – was für wie lange höher in die Suchmaschinen gehört.

Wir sind erst am Beginn der Sozialen Vernetzung und suchen noch nach den Geschäftsmodellen und wie wir mit Empfehlungen und dem Sozialen Buzz in Twitter, Facebook und allem was noch kommen wird, umgehen werden. Das wird das Netz nochmals umkrempeln. War das WWW zu Beginn ein nonprofit wir sind alle so lieb  Netz, wurde es zum Commerce-Netz, jetzt scheinen sich die persönliche und die kommerzielle Welt wieder zu vereinen, geradezu zu verschmelzen. Es wird ein neues Weberlebnis kommen.

Es kann nicht jeder beliebig ein Soziales Netzwerk bauen oder solche Komponenten in seine Website einbauen. Am gescheiterten Beispiel youme.ch wird Marcel Meier am nächsten Berner Internet Briefing aus dem Nähkästchen plaudern. Wir analysieren, wieso es nicht geklappt hat eine in sich funktionierende Community aufzubauen und wie es hätte klappen können. Komm auch, diskutiere mit –  das wird spannend.

Apple has done it again

von Reto Hartinger

Noch nie war mir vor Veröffentlichung von Apples Quartalszahlen so mulmig. Der Hype war einfach zu gross, die Erwartungen im Himmel. Das konnte doch Apple nie und nimmer erfüllen. Trotzdem habe ich die Aktien nicht verkauft. Und ich wurde belohnt. Apple hat die riesigen Wall Street Erwartungen sogar noch übertroffen.

iPod – 8%

Apple verkauft weiterhin über 1o Millionen iPods pro Quartal. Das Produkt geht zwar langsam der Schnauf aus – aber eben nur gaanz langsam.

Macintosh + 17%

Ganz erfreulich ist die Situation bei den Computern: Mit über 3 Millionen Verkäufen kann Apple weiter Marktanteile gewinnen. Also auch ohne Innovation, ohne NetBook oder iTablet. Samstag fuhr ich im Zug vom Tessin nach Zürich: Macanteil 50 %. Man wagt sich mit einer Dose nicht mehr in die Öffentlichkeit und schon gar nicht in ein Starbucks, dort sei der Macanteil schon über 100%.

iPhone + 7%

Man könnte sagen, dass das bei einem so gehypten Produkt nicht viel sei, in Zahlen sind es 7.4 Millionen. Ob Apple zu Weihnachten noch sticht? Die Androidkonkurrenz wird immer grösser.

Profit + 46 %

Die Aktie hat sich in diesem Jahr verdoppelt und ist 20 % teuerer seit den letzten Bilanzzahlen. Um dies zu gerechtfertigen, muss Apple viel mehr verdienen und hat es mit fast 50 % mehr auch kräftig getan. The Hype can go on. Steve Jobs ist sichtlich zufriefen: ” Wir sind für Weihnachten gut aufgestellt und haben für 2010 gute Produkte in der Pipeline”.

Apple Inc.

Q4 2009 Unaudited Summary Data

Q3 2009         Q4 2008         Q4 2009
---------       ---------       ---------

CPU    Revenue   CPU   Revenue  CPU    Revenue
Operating Segments         Units K   $M    Units K   $M    Units K   $M
------- ------- ------- ------- ------- -------
Americas                   1,147  $3,827   1,121  $3,572   1,252  $4,297
Europe                       626   2,006     611   1,723     761   2,491
Japan                        108     416      78     320      79     434
Retail                       492   1,496     596   1,718     670   1,867
Other Segments (1)           230     592     205     562     291     781

-----  ------   -----  ------   -----  ------
Total Operating Segments     2,603  $8,337   2,611  $7,895   3,053  $9,870
=====  ======   =====  ======   =====  ======

Revenue         Revenue         Revenue
Product Summary            Units K   $M    Units K   $M    Units K   $M
------- ------- ------- ------- ------- -------
Desktops (2)                 849  $1,129     936  $1,363     787  $1,086

Portables (3)              1,754   2,200   1,675   2,257   2,266   2,866

Subtotal
CPUs                        2,603   3,329   2,611   3,620   3,053   3,952
10,215   1,492  11,052   1,660  10,177   1,563
Other Music
Related
Products and
Services (4)                        958             832           1,018
iPhone and
Related
Products
and
Services (5)              5,208   1,689   6,892     806   7,367   2,297
Peripherals and
Other Hardware                      341             428             393
Software,
Service and
Other Sales             iPod        528             549             647
---             ---             ---
Total
Apple                              $8,337          $7,895          $9,870
======          ======          ======

Year/
Sequential Change         Year Change
---------------------      -------------
Operating Segments            CPU Units    Revenue  CPU Units    Revenue
-----------  -------  -----------  -------
Americas                          9%        12%        12%        20%
Europe                           22%        24%        25%        45%
Japan                           -27%         4%         1%        36%
Retail                           36%        25%        12%         9%
Other Segments (1)               27%        32%        42%        39%

Total Operating Segments           17%        18%        17%        25%

Year/
Sequential Change         Year Change
---------------------      -------------
Product Summary                  Units      Revenue    Units      Revenue
-------    -------    -------    -------
Desktops (2)                     -7%        -4%       -16%       -20%

Portables (3)                    29%        30%        35%        27%

Subtotal
CPUs                              17%        19%        17%         9%
iPod                              0%         5%        -8%        -6%
Other Music
Related Products
and Services (4)                            6%                   22%
iPhone and Related
Products and
Services (5)                    41%        36%         7%       185%
Peripherals and
Other Hardware                             15%                   -8%
Software, Service
and Other Sales                            23%                   18%
Total
Apple                                        18%                   25%

Würgt Apple den Mobile-Commerce ab?

von Thomas Lang

Wie inside-it heute berichtet, ist die kostenlose SBB iPhone Applikation für das Nachschlagen im Fahrplan wie auch dem mobilen Billettkauf nicht mehr online. Gem. Recherchen von inside-it geben sich die Verantwortlichen bedeckt.

Es wird vermutet, dass die Freischaltung der “In App Purchase” Funktion für kostenlose Applikationen vom vergangenen Donnerstag Grund für die Entfernung von kostenlosen iApps sei. Demnach soll Apple gratis Applikationen aus dem iTunes AppStore entfernen, die mobile Umsätze ermöglichen, jedoch nicht die Apple eigene Abrechnungs-Plattform benutzen. Denn Apple beteiligt sich gerne am Umsatz – über “In App Purchase” mutmasslich mit 30% - und dürfte keine Freude daran haben, wer mit kostenlosen iApps Umsatz macht, den Konzern aus Cupertino jedoch nicht daran beteiligt. Anderseits kann sich kein Onlinehändler leisten, 30 Umsatzprozente an eine Abrechnungsplattform abzugeben.

Noch sind mir bekannte Onlineshopping Anwendungen aufgeschaltet, wie lange noch? Oder ist das ganze doch nur ein Sturm im Wasserglas?

(Crossposting)

Die häufigsten Fehler im E-Commerce

von Thomas Lang

Das Smashing-Magazine publizierte kürzlich die 15 häufigsten Fehler im E-Commerce und was dagegen getan werden kann.

Aus meiner Erfahrung kann ich diese Liste kommentarlos übernehmen und widergeben:

  • Produktbezeichnungen fehlerhaft oder zu wenig detailliert
  • Kontaktinformationen versteckt oder nicht vorhanden
  • Checkout-Prozess zu lange oder zu kompliziert
  • Registrierung vor der Bestellung notwendig
  • Ungenügende Suchfunktionalitäten
  • Unzulängliche Kundendienst-Möglichkeiten
  • Zu kleine Produktbebilderungen
  • Nur ein Bild pro Produkt
  • Untaugliche Warenkorb-Funktionalitäten
  • Nicht akzeptierte Zahlungsoptionen
  • Keine Produktempfehlungen
  • Irritierende Navigation
  • Versteckte Versand- und Verpackungskosten
  • Nicht sichtbare oder nicht vorhandene AGBs
  • Das Produkt und der Verkaufsprozess ist nicht im Mittelpunkt

Dem hinzuzufügen wären noch folgende Punkte, die u.a. den Gesamtkontext des E-Commerce betreffen:

  • Onlinevertrieb ist nicht in unternehmensweites Vertriebs-, Kommunikations- und Marketing-Konzept eingebunden
  • Produktsortiment ist nicht E-Commerce fähig
  • Indexierung des Shopangebots durch Suchmaschinen unmöglich
  • Präsentation von Produkt, Sortiment etc. sowie Shop-Technologie ist nicht suchmaschinen-optimiert
  • Prozesse sind nicht optimal abgestimmt (von Einkauf über Fulfilment bis zu Logistik und After-Sales)
  • Fehlende Skalierbarkeit der Lösung
  • Technologische Mängel (Performance, Kompatibilität zu Browser und Endgeräte, Schnittstellen etc.)
  • Kein Einbezug von Sozialen Medien und Social-Commerce Komponenten
  • Falsche oder fehlende Kooperationsoptionen (Affiliates, White-Labellings, Loyalitätsprogramme)
  • und einiges mehr, was mir jetzt off-hand nicht gleich einfällt.

Der Originalbeitrag bei Smashing-Magazin listet zu den 15 ersten Punkten weiterführende Erklärungen und dokumentiert Beispiele, die Abhilfe schaffen.

(Ursprünglich erschienen im carpathia: e-business/e-commerce Blog mit Crossposting - zusätzliches Crossposting hier auf Wunsch von Reto)

Offshoring – Quo Vadis?

von Reto Hartinger

Unter diesem Titel veranstaltet die SwissICT eine Veranstaltung an der ich ein Podium moderiere. Ja schon die Römer haben gewusst, dass man ohne ausländische Mithilfe nix auf die Beine stellen kann. Nicht einmal ein Weltreich.

Meist will man etwas günstig einkaufen und bekommt of viel mehr – manchmal mehr Leistung, manchmal mehr Probleme. Am 5. November von 18.30 Uhr bis ca. 21.30 Uhr im Swissôtel Zürich-Oerlikon geht es um die Betrachtung der verschiedenen Ausgangslagen, Vorgehensweisen und Erfahrungen rund um das Thema Offshoring aus unterschiedlichen Blickwinkeln. In Impulsreferaten und anschliessender Paneldiskussion werden die Dos und Donts diskutiert.

Als Mitglied des Internet Briefings kannst du für Fr. 80.- statt Fr. 180.-  teilnehmen, wenn Du bei der Anmeldung Internet Briefing ins Bemerkungsfeld schreibst.

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IAB die Zweite

von Reto Hartinger

Der Verband Internet Advertising Bureau macht seinen zweiten Anlauf in der Schwei. Seit dem 1. Oktober 2009 gibt es das IAB Schweiz Chapter wieder. Ein Verband der vorher in der Schweiz nicht einen Fuss vor den anderen kriegte und doch zur Stärkung und Weiterentwicklung des Online-Werbemarktes in der Schweiz hätte zuständig sein sollen. Ausser einer schweineteuren Mitgliederbeitrag von Fr. 2500.- haben dessen Mitglieder aber nichts von ihm gespührt.

Das soll mit Ueli Weber als Präsidenten anders werden. Er möchte aktiv Gattungsmarketing für den Online-Werbemarkt betreiben, Standards etablieren, die Planbarkeit der Online-Werbung vereinfachen und erst noch die rechtlichen Grundlagen für den Online-Werbemarkt schaffen.

Ist das nicht schon wieder zuviel Programm? Das tönt wieder nach einem Fulltime-Job. Aber halt das IAB  hat Arbeitsgruppen gebildet, welche in den Bereichen Ausbildung, Forschung, Standards, Events, Kommunikation, Lobbying sowie Recht tätig sind.

Das erste Event ist aufgegleist:

Am 25. November 2009 werden zwei Vertreter Schweizer Forschungsinstitutionen zur Internetforschung Schweiz referieren. (weitere Details sollen folgen)

Der Vorstand besteht aus

- Ueli Weber, Ringier Media Sales, Präsident

- Urs Flückiger, Goldbach Media AG, Vizepräsident

- Roger Baur, NetProfit, Geschäftsführer

- Roger Baltensweiler, swissclick

- Tim Dührkoop, PubliGroupe

- Patricia Gross-Gonzalez, Swisscom AG

- Arend Hendriks, Microsoft Advertising

- Simon Morton, admazing

- Stephan Obwegeser, Tamedia

- Yvan Piccinno, Plan.Net Suisse AG

- Renato di Rubbo, Simsa

Also alles was Rang und Namen hat ist dabei. Es könnte also klappen. Ob es ausser dem Vorstand auch noch Mitglieder hat, möchte die IAB-Website nicht oder noch nicht verraten.

Ueli Weber, Ringier Media Sales, Präsident Urs Flückiger, Goldbach Media AG, Vizepräsident Roger Baur, NetProfit, Geschäftsführer
Roger Baltensweiler, swissclick Tim Dührkoop, PubliGroupe Patricia Gross-Gonzalez, Swisscom AG Arend Hendriks, Microsoft Advertising Simon Morton, admazing Stephan Obwegeser, Tamedia Yvan Piccinno, Plan.Net Suisse AG Renato di Rubbo, Simsa

Einladung zum 5. Welt-Usability-Tag – „Nachhaltigkeit nutzergerecht gestalten“

von VeraBrannen
Vera Brannen

Vera Brannen

Die Usability Professionals’ Association (UPA) begeht dieses Jahr zum 5. Mal in Folge den von der UPA ins Leben berufene Welt-Usability-Tag (WUD). In der Schweiz wird der offizielle UPA WUD-Anlass am 12. November 2009 vom lokalen Schweizer UPA Chapter organisiert, in enger Zusammenarbeit mit der internationalen UPA-Vereinigung.

5. Welt-Usability-Tag – „Nachhaltigkeit nutzergerecht gestalten“
Das von der UPA ausgegebene Leitthema des 5. Welt-Usability-Tags “Designing for a sustainable World”, soll mit aufzeigen, dass optimale Usability und nutzerzentrierte Entwicklung mithilft, Produkte und Services mit Fokus auf Nachhaltigkeit zu gestalten.

Die Mitglieder des Swiss UPA Vorstandes haben in Zürich wieder einen, so glauben wir, tollen Anlass auf die Beine gestellt. Nähere Infos dazu unter: bit.ly/mp9RV

Teilnahmegebühr
Der Unkostenbeitrag für die Veranstaltung beträgt
CHF 30.00 für Swiss UPA Mitglieder und Internet-Briefing Mitglieder
(Bitte bei der Anmeldung Internet_Briefing bei der Bemerkung einsetzen.)

CHF 50.00 für alle übrigen Teilnehmer

In der Teilnahmegebühr ist der elektronische Zugriff auf die Tagungsunterlagen, das Teilnehmerverzeichnis, sowie die Pausenerfrischung und der Networking-Apéro inbegriffen.

Anmeldung

Anmeldung: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir Sie, sich sobald wie möglich für den Anlass anzumelden: http://swissupa.usability.ch

Wir freuen uns auf einen tollen Anlass und auf ein baldiges Wiedersehen.

Freundliche Grüsse

Vera Brannen

Duden für Deutsch

von Daniel Niklaus

Kongruenz überprüfen. Bitte überprüfen Sie, ob das Substantiv, sein Artikel und eventuell gegebene Adjektive in Kasus, Numerus und Genus übereinstimmen.

Verstehen Sie das? Bei mir ist da nur Bahnhof. Dabei wollte mir doch der neue Rechtschreibe-Dienst vom Duden helfen. Stattdessen bin ich verwirrt. Zwar auf höherem Niveau, aber immer noch verwirrt.

Duden Rechtschreibehilfe für Experten

Bestimmt werden einige Leser jetzt denken, was für eine blöde Frage stellt hier der Autor, es weiss doch jeder, was ein Adjektiv ist. Ich bin ehrlich, ich habe keine Ahnung. Irgendwann in der 3. Klasse entschied ich mich, dass Deutsch für meine Zukunft irrelevant ist. Später stellte sich heraus, dass dies eine dumme Entscheidung war. Nichtsdestotrotz vermute ich, wer ein Adjektiv kennt, wird noch lange nicht verstehen, was der Kasus davon ist. Worauf möchte ich hinaus? Der Duden hat das Expertenproblem.

Expertenproblem auch in der IT

Vor Kurzem fragte mich im Vertrauen ein Berufskollege, kannst du mir verraten, was IT bedeutet? Er verkauft, konzeptioniert und installiert schon seit Jahren erfolgreich Computer und Computernetzwerke. Den Begriff IT hat er bestimmt 100-mal verwendet, weil viele in unserer Branche mit Fachwörtern herumschmeissen. (IT=Informationstechnologie)

Verstehen Sie, um was es geht oder verstecken Sie sich hinter Fachwörtern?

Aus Erfahrung gibt es für mich zwei Sorten von Leuten, die mit Fachwörtern herumschmeissen. Die Einen sind tatsächlich auf einem solch hohen Niveau, dass sie nicht merken, wie unverständlich sie sprechen. Sie bewegen sich meist auch nur unter ihresgleichen und so fällt es gar nicht auf, dass sie längst eine Fremdsprache sprechen. Die Anderen setzen Fachwörter ein, um zu beeindrucken oder sich vor weiteren Fragen zu schützen. Oft merkt man beim nachhacken schnell, dass wenig Verständnis hinter den Fachwörtern ist.

Eine Kunst komplizierte Dinge, einfach zu beschreiben

Ich bin fasziniert von Menschen, die mit simplen Wörtern komplizierte Sachverhalte erklären können. Es ist eine Leistung, den Kern einer Sache zu erfassen und diesen verständlich zu erklären. Zurück auf den Duden. Wie toll wäre es, wenn mir der Duden zur Korrektur auch verraten würde, was ein Kasus ist. So muss ich dann wohl in Google define:kasus eingeben. Dort ist es leider auch nicht viel einfacher beschrieben…so bleibe ich verwirrt. Zwar auf höherem Niveau, aber immer noch verwirrt.

ps: Wenn jemand einen Grammatik-Kurs für Erwachsene kennt, suche schon länger eine Möglichkeit.

Videos fürs Web – MAZ-Kurs

von FrankHaenecke

Im Nachgang zum Video-Abend am 6.10.09 noch der Hinweis, dass wir am MAZ, der Schweizer Journalistenschule, regelmässig sehr produktive Kurse zu Video und Webvideos anbieten; der nächste beginnt am 27.10.09:
“Medienschaffende und FotografInnen ohne Video-Vorkenntnisse können nach dieser praxisorientierten Einführung selber Videobeiträge mit journalistischem Anspruch aufnehmen, schneiden, montieren, bearbeiten und veröffentlichen. Profis zeigen an Beispielen, worauf es bei informativen, kurzen Videos fürs Web bzw. für Mobilgeräte ankommt, wie z.B. eine Bildgeschichte funktioniert, welche Produktions-Tools sich besonders eignen oder wo Fallen lauern. Die Teilnehmenden bringen ihren Laptop und eine VideoCam mit. Zwischen den vier Kurstagen arbeiten sie selbständig an Web-Video-Projekten (ca. 1-2 Tage pro Woche).”
mehr: http://www.maz.ch/Journalismus/kurse.asp?n=012010_6291
Frank Hänecke, MAZ

Videos in Websites: Storytelling, wie aufnehmen und schneiden

von Daniel Niklaus

Dienstag 6. Oktober, Brasserie Lipp und die Frage: was macht einen guten Video aus?. Statt einer Powerpointpräsentation zum Download, gibt es diesen Blogeintrag der die wichtigsten Punkte nochmals zusammen fasst.

Die Essenz eines guten Videos
Markus Gabriel bringt es in der Diskussion auf den Punkt: “Film ist das anspruchsvollste Medium, für das wir produzieren können”. So dachte ich im Vorfeld auch intensiv darüber nach, was ist die wichtigste Botschaft des Abends. Wie verdeutliche ich, was ein gutes Video ausmacht? Egal ob wir vom 20 Sekunden Werbespot reden, vom 3 Minuten Firmenportrait oder vom 54 Minuten Vortrag über Gerechtigkeit an der Harvard University dozieren. Schlussendlich fand ich die richtige Antwort: Cillit Bang.

Welt im Ungleichgewicht
Cillit Bang steht für eine Kategorie von Putzmitteln, die (fast) alle auf dieselbe Art Werbung machen. Eine heile Welt gerät ins Wanken und wird schmutzig. Cillit Bang verspricht darauf, die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Diesem Prinzip folgen die meisten TV-Spots, Reportagen und Filme.

Die Welt ins Wanken bringt auch dieser Persil Spot, die “Werbung” von Loriot oder das kleine Problem beim im Einkaufszenter.

Das Prinzip des Ungleichgewichts ist so stark, dass es seit Jahren als eigenständiges TV-Format funktioniert. Kassensturz berichtet in jeder Ausgabe von Welten, die ins Ungleichgewicht fallen. Überhöhte Krankenkassenprämien, Drachen die abstürzen, heile Bio-Welten die ins Wanken geraten.

Von der Wirkung wenn Welten ins Wanken geraten oder eben nicht
In der Schweiz gibt es eine Partei, die Abstimmung um Abstimmung um Abstimmung gewinnt. Egal ob auf Bundesebene oder im Kanton oft ist sie Volksnah bei den Leuten und doch gilt sie als abgehobene Verlierer Partei – die FDP. Warum? Weil sie kommunikative Nülpen sind. Sie verstehen es schlicht nicht, Botschaften richtig zu präsentieren. Wer in Youtube nach FDP sucht, findet als erster Schweizer FDP Link Marco Fischer.

Wer sich das Video anschaut, kann sich wohl ein schmunzeln nicht verkneifen. Viel schlimmer aber ist, dass nach dem Video beinahe niemand sagen kann, was hat uns Marco Fischer mitteilen wollen? Warum sollten wir ihn wählen? Ihm fehlt jegliche Botschaft, er bringt keine heile Welt ins Wanken, die er korrigieren möchte. Für uns als Zuschauer bleibt das gesagte langweilig und fad, stattdessen amüsieren wir uns auf seine Kosten.

Besser kommuniziert die SVP (ich spreche nicht vom Inhalt). In dieser Doku sehen wir zuerst eine heile SVP Welt mit noch richtigen Schweizer “Mannen” und “Frauen”, um dann gleich die Welt mit einer Behauptung ins Ungleichgewicht zu stürzen: “wer an den Islam denkt, denkt zuerst an verschleierte Frauen”. Kommunikativ kann diese Botschaft hängen bleiben (Persönlich denke ich zuerst an meinen guten Schulfreund aus der sechsten Klasse).

Wer wie die SVP kommunizieren kann, kann dann auch behaupten, er habe 29% Wähleranteil und nur 1 Bundesrat. Selbst wenn es die 29% nur mit der BDP und Evelyne Widmer-Schlumpf gibt…

Ungleichgewichte müssen danke Helden überwunden werden
Exemplarisch möchte ich Ihnen T. Boone Pickens vorstellen. Ein Ölmann aus Texas, George W. Busch Unterstützer und mehr als 3 Milliarde Dollar schwer. Er glaubt heute, dass die USA mit ihrer Ölabhängigkeit in die falsche Richtung rennen und lancierte den Pickens Plan. Achten Sie, wie er eine Welt aus dem Ungleichgewicht bringt und dann verspricht, ich habe einen Plan, dass alles besser wird.


Geschickt umgeht er das “Grüner” und Al Gore Problem. Die Umwelt interessiert ihn kein bisschen, viel mehr spricht er davon, dass die Amerikaner durch den Ölimport Geld verlieren und Ölimporte unpatriotisch sind…

Die meisten dieser Spots folgen einer simplen Struktur, Sie bringen eine Welt ins Wanken, erzeugen ein Problem und präsentieren eine unerwartete Lösung. 100′000e von TV-Spots, Reportagen und Kinofilmen folgen dieser Struktur. Fesseln damit die Zuschauer gebannt an die Bildschirme der Welt.

So einfach und doch so schwer
Ich hoffe, Ihnen am letzten Dienstag den Einstieg in die Filmwelt etwas leichter gemacht zu haben. Das Sie in Zukunft hinter die Bilder sehen können und ein Auge dafür entwickeln, was ein gutes Video ausmacht. Auf das Sie experimentieren und in eine faszinierende Welt eintauchen. Aber denken Sie daran, je einfacher es aussieht, einen guten Spot zu drehen, desto schwieriger wird er gewesen sein.

Links:

Frühere Einträge zum Thema

Herzlichen Dank für euer tolles Mitmachen!

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