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Google macht TV-Werbeoptimierung in Echtzeit möglich

von Reto Hartinger

Die ganz grosse Schwäche der traditionellen Werbung gegenüber des Internet ist ihre geringe Flexibilität. Eine Kampagne wird lange geplant, lange Produziert und läuft unverändert lange. Ob was dabei heraus kommt weiss man noch länger nicht oder gar nicht. Onlinewerbung ist da viel flexibler. Einfach zu erstellen und sie kann während der Kampagne optimiert werden.

Google will mehr als nur das Online-Geschäft

Google will ja nicht nur der King im Internet sein und will den automatisierten Verkauf von Radio, TV und Printwerbung forcieren, den Onlineerfolg auch offline anstreben. Ausflüge in Print, Radio und TV Werbung sind meist missglückt und Google hat sich aus Print und Radiowerbung zurückgezogen.  Zu wenig hat Google zu bieten gehabt. Aber Google will mehr als nur das Onlinegeschäft – Google möchte  d i e  Anlaufstelle für Werbung sein und das unter Ausschaltung der traditionellen Mediaplanung. Google bietet dafür die Tools für die Werbeschaltung und Erfolgsmessung bzw -Optimierung  und mit dem Auktionsmechanismus auch noch das optimale Mediabuying.

Google Deal mit Tivo

Hinter diesem Hintergrund habe ich immer darauf spekuliert, dass Google Tivo übernehmen wird. Tivo ist ein TV Harddiscrecorder. Damit würde Google über die tatsächlichen Sehgewohnheiten verfügen und könnte seine Tools entsprechend Füttern. Das gelingt Google jetzt nicht mit einer Firmenübernahme sondern mit einem Vertrag – Google kauft die Daten ein.

Reale echtzeit Erfolgsmessung

Tivo übergibt die Nutzerdaten in Echtzeit an Google. So kann erstmals in Echtzeit die Audience hochgerechnet und die Demographie bestimmt werden. Zusammen mit Googles Analyse und Werbeschalt-Tools kann der Werbetreibende den Erfolg seiner Kampagne in verfolgen und blitzschnell reagieren. Er sieht wieviele Menschen die TV-Spots anschauen oder bei Werbeeinblendungen auf einen anderen Kanal umschalten.

Telecontrol liefert über Nacht

Bis anhin konnte der Werbetreibende nicht einmal wirkliche Nutzerzahlen einsehen – nur wie oft eine ganze Sendung oder ein Block geschaut wurde, ist ihm im Nachhinein mitgeteilt worden. Wieviele Leute umgeschaltet haben, sobald Werbung über den Bildschirm flimmerte, blieb das Geheimnis der GFK (Telecontrol) die ein Messgerät bei ca 2000 Haushalten in der Schweiz installiert haben. welches über Nacht Daten liefert.

Leider (noch) nicht für die Schweiz

Schade, dass Tivo in der Schweiz nicht verbreitet ist und deshalb keine Daten zur Verfügung stehen. Wir sehen aber, wohin der Trend wirklich geht. Bluewin und vor allem Zattoo könnten die Daten liefern. Zattoo ist ja nicht nur in der Schweiz aktiv und hat sehr hohe Nutzerzahlen.

Ein Tag im Leben eines iPhones

von DanielWyss

Kopie von c16曹7092622-110Erstaunlich, wie das iPhone Gewohnheiten verändert hat. Zumindest meine. Ein Tag im Leben mit dem iPhone. Nicht so realitätsfremd, aber doch nicht ganz ernstzunehmen ;-)

06:30h – Aufstehen, dank dem Wecker im iPhone
06:35h – Was gibt es Neues? Check der Emails auf dem iPhone
07:30h – Auf dem Weg ins Büro; News über derBund-App
07:45h – Immer noch auf dem Weg ins Büro – Höre auf dem gesamten Weg ins Büro Musik
07:55h – Kurz zu Gast auf Twitter – Danke Tweetdeck oder Echofone
08:00h – Angekommen im Büro – Prüfen der Kalendereinträge auf dem iPhone
08:05h – Was stehen heute für Tasks an? Das Toodledo-App sagt es mir
09:00h – Erstes SMS trifft ein; ebenfalls eine Twitter Pushnachricht
11:55h – Kurz mal Facebook überprüfen – Natürlich auf dem Facebook-App
12:00h – Das Weather-App sagt mir ob ich den Schirm heute Abend brauche
12:05h – Mittagspause draussen – Höre Podcasts
12:10h – Einkauf im Coop – Kreditkarten-Belastung in PocketMoney notiert (weiterlesen…)

Phönix oder Fata Morgana?

von Reto Hartinger

Irgendwie scheinen alle in der IT-Verbandswelt unglücklich. So wie es ist, ist nicht recht und so wie es sein sollte auch nicht. Die Verschmelzung zu einem grossen Informatik-Einheitsverband ist nicht gelückt. Jetzt versuchen sich die Grossen der Branche nochmals mit dem Projekt Phönix. Siemens, Microsoft, Google, Accenture und IBM haben zwar ihren Verband noch nicht gegründet sondern wenigstens der Förderverein “IT Verband Schweiz der mit den bestehenden Verbänden sprechen soll um dann Mitte Jahr “den” Einheitsverband” oder was auch immer aus der Taufe zu heben.

Ich reibe mir die Augen

Wies soll ein Verband mit der Swisscom die gleichen Interessen gegenüber dem Bund vertreten wie alle übrigen Provider?  Wie kann ein Verband mit Microsoft und den Open Source Anbietern die selben Interessen vertreten? Es ist einfach Wunschdenken, dass ein Verband alle politischen Anliegen regeln kann. Leider ist es eben oft so, dass Verbände für die Grossen da sind und die kleinen deren Lobbying brav bezahlen. Das soll jetzt nicht gegen die Verbände sprechen – es braucht sie um die Interessen zu vertreten, nur, es gibt mehr als ein Interesse.

Ich gebe also dem Projekt Phönix nicht viel Chancen. Was mein ihr?

Was ist die beste Lösung um die Interessen der Mitglieder am besten vertreten zu können?

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«Es twichtelt schon im Twitterwald» – die virtuelle Bescherung kann beginnen

von LeilaSumma

 Die virtuelle Bescherung kann bald beginnen: Ab heute können sich Twitterer für die vorweihnachtliche Twichtel-Aktion - lanciert von der und für die Online-Community – anmelden.

Twittern, Bloggen, Xingen, Facebooken und weitere Web-2.0-Aktivitäten gehören längst bei einem grossen Teil der Neuen Medienschaffenden zum Alltag. Genau so unerlässlich wie der tägliche Kaffee-Klatsch in der Raucher-Ecke. Freunde und Kollegen sind online ständig vernetzt und lassen die weltweite Öffentlichkeit mehrmals täglich mit 140-Zeichen-Nachrichten auf Twitter in ihren Alltag einblicken.

Die ersten vorweihnachtlichen Hashtags wurden bereits auf Twitter gesichtet, denn die Adventszeit steht wieder vor der Türe: Wie jedes Jahr sind Regale in den Läden üppig gefüllt mit Weihnachtsdeko, Schokoladen-Samichläuse, Guetzli und sonstigen schönen Dingen.  Als Geschenke sollen sie in den Einkaufstaschen mit nach Hause getragen werden und damit die Liebsten überrascht werden. Alle Jahre wieder – «The same procedure as every year» fragten sich Leila Summa und Ralph Hutter, die beide über eine hohe Affinität zu Web 2.0 verfügen, via Direct-Message auf Twitter. Ist diese Art des «offline Schenkens 1.0» noch zeitgerecht?

Einige Direct-Tweets später wurde aus «Wichteln», «Twichteln» und ein vorweihnachtlicher Brauch neu erfunden. Die Idee ist einfach: Die Bescherung findet on- und nicht offline statt. Ausgetauscht werden nicht kostbare Geschenke, sondern wertvolles Wissen: «Twichtel » versenden und erhalten ab dem 1. Dezember anonym via Twitter nützliche Links auf ausgefallene YouTube-Clips, aktuelle Soundtracks, atemberaubende Flickr-Fotos, einen wissenswerten Podcast oder eine Vorstellung eines Xing-Kontaktes zur Erweiterung des persönlichen Netzwerkes und vieles mehr.  Getreu dem Motto – «Geteilte Freude ist doppelte Freude» – ist die Twichtel-Gemeinde aufgefordert die Community an den erhaltenen Präsenten mittels Twittern und Twitpicen mit dem Hashtag «#twichtelnCH» teilzuhaben.
(mehr zum detaillierten Ablauf auf www.twichteln.ch )

Neuerfindung eines alten Brauches für das World Wide Web
Leila Summa
, Initiantin und Kommunikationsexpertin: «Ich mag die verstaubten Weihnachtszeit-Bräuche, wie zum Beispiel eben Wichteln, zugegebenermassen nicht besonders. Mein persönlicher Ansporn war deshalb das Ritual mit Einsatz von Social Media neu zu erfinden und den Nutzungsgewohnheiten der Online-Community anzupassen. Die Befürfnisse der Menschen zu schenken und beschenkt zu werden haben sich – wie man weiss – nicht gross verändert. Jedoch die Orte und Welten, in denen wir uns aufhalten und die Medien, über die wir mit unseren Freunden kommunizieren. Twitter schien uns sehr zeitgemäss, um diesen alten Brauch im World Wide Web neu aufleben- und weiterleben zu lassen. Wir lancieren die gleiche Aktion auch in England unter dem Namen «tweecretsanta.co.uk» (Secret Santa = Wichtel) und sind gespannt, ob sich Unterschiede zwischen der deutsch- und englischsprachigen Community zeigen werden.»

Ralph Hutter, Initiant und bekannt für seine Blogger-Portrait-Serie fügte hinzu:  «An den sozialen Netzwerken fasziniert mich, dass spontane Aktionen mit Hilfe der Online Gemeinschaft binnen kurzer Zeit entstehen können. Eigentlich wollten wir mit «Twichteln» nur eine kleine weihnächtliche Aktion in unseren Blogs lancieren. Die Idee hat aber schnell weitere Fans gefunden. Die schnelle Zusage von Liip AG, als technischer Partner und David Worni als Designer, hat uns erlaubt die Dimensionen zu vergrössern und zu professionalisieren. Damit nicht genug. Das ganze Projekt wurde ohne ein einziges physisches Meeting abgewickelt, sondern über Online Kommunikationsmittel wie Skype, Google Docs und natürlich Twitter».

«Als wir in die Idee eingeweiht wurden, war uns schnell klar, dass wir diese unterstützen möchten. Liip baut individuelle innovative Webanwendungen, die stets einen Schritt weitergehen und nebst Funktionalität immer auch Freude bringen. Liiperinnen und Liiper sind fester Bestandteil der Web-Community und sich gewohnt, in verschiedensten Online-Kanälen produktiv zu kommunizieren. Mit der spontanen Weihnachtsaktion möchten wir allen teilnehmenden Twitterern eine Freude bereiten, Herzlichkeit herstellen und echten sozialen Kontakt ermöglichen. Liip liefert und weiss:  Social Media heisst mehr als «möglichst viele Freunde sammeln» ergänzte Fabienne Steiner, Kommunikationsverantwortliche der Liip AG.

Mach mit: http://www.twichteln.ch

Marketing in Social Media und Web 2.0 – eine neue Ära bricht an!

von PhilippSauber

philippsauberWeb 1.0, das waren noch Zeiten! Banner, Verzeichnisse, CMS und Design definierten die Weblandschaft. Bis dann vor ein paar Jahren eine neue Ära anbrach; die Zeit des Web 2.0 und Social Media.

Für mich kamen die neuen Instrumente wie gerufen und brachten frischen Wind die etwas eingeschlafene Internet-Welt. Plötzlich sprach man von Communities, Social Networks, Youtube und Blogs. Doch mit diesen Möglichkeiten kam auch eine Serie von Fragen, die auf Grund mangelnder Erfahrung nur schwer zu beantworten waren. Wie schnell erreiche ich die kritische Masse? Ist die Idee gut genung, damit ein viraler Effekt entsteht? Kann man mit einem kalkulierbaren ROI rechnen?
Denen und verschiedenen anderen Gründen haben wir es zu verdanken, dass hier zu Lande Social Media Projekte selten anzutreffen sind oder nur auf privater Basis aufgezogen wurden. Im Corporate Bereich trauen sich noch zu wenige auf’s Glatteis, was sich aber in naher Zukunft ändern wird.

Wir von der INM haben verschiedene Projekte im Bereich Web 2.0 und Social Media umgesetzt und dabei viel gelernt. In meinem Referat berichtete ich über die Erfahrungen und Learnings aus den Projekten und versuchte aufzugeigen, dass die neue Ära im Web durchaus erfolgsversprechend sein kann.

iPhone takes it all – wie lange noch?

von Reto Hartinger

Langsam gibt es mit Android Konkurrenz für das iPhone. Jeden Monat kommt ein neues Android-Smartphone auf den Markt. Keines kann aber innerhalb eines Monats soviel verkaufen wie Apples iPhone es jeweils über die ersten 3 Tage geschafft hat. Das vielgepriesene Droid von Motorola bringt es auf 250 000 Stück in einem Monat – so man den höchsten Schätzungen glauben darf. Motorola gibt sich bedeckt.

Marketingschlacht zwischen Android und iPhone

Verizon hat eine gute Kampagne gegen den exklusiven iPhonepartner AT&T lanciert in welchem die weitaus bessere Abdeckung des 3G Netzes und Features von Android gepriesen werden ohne das iPhone explizit zu erwähnen. Das kann Wirkung zeigen. Apple hat mit Featurewerbung reagiert.

Der iPhone / Android Krieg ist voll entbrannt. Doch bleiben wir auf dem Boden. Kein Androidhandy bringt es auf einen signifikannten Marktanteil. Das iPhone kommt auf 50 % (zusammen mit dem iPod Touch) und auch das beliebteste Android Handy bringt es auf keinen zweistelligen Marktanteil. Auf die Länge könnte aber die Produkte und Herstellervielfalt Android zum Sieg verhelfen.

Produktevielfalt als Stärke oder Schwäche?

Oder doch nicht? Die Produktevielfalt könnte auch eine Schwäche sein, wie bereits der iPod bewiesen hat. Weil alle iPods bzw iPhones gleich aussehen, kann man seinen Besitzer leicht erkennen – alle anderen haben nur ein Phone, so smart es auch sein mag. Apple muss den Kultstatus hochhalten können, sonst funktioniert das nicht.

Apps der beste Lockin

Es wird schwierig als iPhone Besitzer auf ein anderes Handy-Betriebssystem zu wechseln, wenn man sich an iPhone-Programme gewohnt hat und die Daten dort drauf sind. Bekanntlich sind Daten mehr Wert als das Device. Umgekehrt hat Android mit dem Routenplaner eine Killerapplikation die man auf dem iPhone vermissen wird.

Die anderen Hersteller bleiben auf der Strecke

Aufgerieben werden vor allem die anderen Systeme. Apple macht mit dem iPhone alleine schon mehr Gewinn als Nokia insgesamt und der Trend wird sich fortsetzen. Nokias Simbian ist der grosse Verlierer – betrachtet man das ganze vorherige Jahr gewinnen nur das iPhone und Android.

Apple wird im nächsten Halbjahr auch auf dem Verizon-Netz bei Verizon zu haben sein. Bis dahin muss aber noch gewaltig etwas gehen mit neuen Geräten. Ich wette immer noch darauf, dass Apple mit einem eigenen Chip kommt, der die Konkurrenz in den Schatten stellt.

Wie kreiere ich ein positives Weberlebnis

von Reto Hartinger

Ein Weberlebnis war früher gleichbedeutend mit Fots, Videos und Flash. Tja – und das hat meist nicht wirklich etwas gebracht – das ist Internet Prospektdenken.

Im Zeichen von Web 2.0 ist ein Weberlebnis etwas anderes und erfodert mehr als nur Multimedia oder Animation. Dorian Selz zeigt uns, mit welchen Technologien und Massnahmen wir ein ganz neues Weberlebnis schaffen können. Komm zum nächsten Internet Briefing:

Neue Technologien für interessanteres Web-Erlebnis

Immer wieder müssen wir neue Technolgien und best practicies im Auge behalten, damit wir nich von der Konkurrenz links überhohlt werden. Wer für Surfer ein besseres Erlebnis kreiert, wird sie an sich binden können. Dorian Selz, CEO von nektoon.com, zeigt auf wie neue Technologien Deinen Websites den entscheidenden Vorsprung verschaffen

Am konkreten Beispiel zeigt Dorian mit Rich-Browsern, Friend-Feeding sich bestehende und neue Informationsquellen verknüpfen und neu verwenden lassen.  Aber auch wie mit geschicktem Technologieeinsatz hinter den Kulissen wie Shared Nothing Architecture, Automation und Virtualization hoch skalierbare Sites geschaffen werden können.

Es entsteht ein für den Nutzer interessanteres Web-Erlebnis. Und konsequenterweise mehr Nutzer für Dich als Site Betreiber. Mit aktuellen Anwendungen zeigt er auch wie der Social Graph die Interaktion auf dem Web in den nächsten Jahren ziemlich rasant verändern wird. Direkt am Beispiel zeigt er, weswegen das für Dich wichtig ist.

Doch den aktuellen Buzzwords zum Trotz: Letztlich zählt eine gut umgesetzte und gut nutzbare Site. Neue Technologien verlangen in ihrer Einführung Fingerspitzengefühl. Am Beispiel der eigenen Erfahrung erläutert Dorian, worauf zu achten ist, welche Erfahrungen er z.B. bei local.ch und jetzt bei Nektoon macht.

Beispiele, Tips und Hintergrundinformationen zu:

- Friend-Feeding
- Social Graph
- Remix the web
- Rich Browsers
- Rasch skalierbare Infrastruktur
- Automation
- Shared Nothing Architecture

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Das Google Bing Verleger Spiel

von Reto Hartinger

Der Gedanke ist schon reizvoll – die Verleger sperren Google aus  und lassen ihre Inhalte nur noch von Microsofts Bing indexieren – gegen entsprechendes Geld selbstverstänglich. Endlich kämen die Verleger an den grossen Geldtopf heran. Leider hinkt die Betrachtungsweise.

1. Das grosse Geld macht Google und nicht Microsoft mit Onlinewerbung. Mit gerademal 10 % Marktanteil – ok mit Yahoo zusammen immerhin 30 % in den USA wäre es für die Verleger nicht wirklich lukrativ. Man müsste darauf setzen, dass Bing Marktanteile gewinnt und dies Microsoft auch entsprechend richtig Kohle wert ist. Das kann sogar sein.

2. Tritt dieses Szenario ein, wird es aber  s e h r   l  a  n  g  e  dauern bis der Marktanteil von Bing wirklich steigt. Inzwischen können sich andere Newskanäle eine goldige Nase und Renomee mit dem neu gewonnenen Google-Traffic verdienen. Die Geduld einiger Verleger reicht gerade im Internet nicht sehr lange – sie werden sich höchstfreiwillig wieder von Google indexieren lassen – ohne Geld zu bekommen sebstverständlich. Man überlässt der (namenlosen) Konkurrenz nicht das Feld und schon gar nicht die Kohle.

3. Die Verlegen haben ein eigenes Newssuchsystem bzw Newsportal mit allen Quellen aufgebaut. Schade, dass auch dies nicht wirklich interessiert. Wenn in Suchmaschinen keine News sind, geht man zuerst zu seinem Titel und nicht zu einer Plattform. Ist diese nur bezahlt zu haben, geht man zum nächsten der gratis ist (via Google Suche). Die Verleger werden nicht mehr bezahlte Online-Abos generieren und ihre Portale werden auf dem Werbemarkt nur noch unbedeutender. Die Werberelevanz der so geschaffenen Emporkömmlingen steigt unaufhaltsam weiter je länger das Spiel geht.

4. Google lenkt ein und bezahlt auch für Inhalte der Verleger. In diesem Falle wird Google sein Newsportal mit Werbung versehen um sich zu refinanzieren. Der Wert etwas für die News zu bezahlen sinkt auch bei Microsoft auf den Betrag den man mit Werbung gewinnen kann. Da keine Konkurrenz mehr aufkommt sinkt der Preis den die Giganten zu zahlen bereits sind mit jedem Jahr.

5. Die Verleger sperren alle Suchmaschinen aus und push ihr Newsportal. Zurück auf das Szenario von Punkt 3 – einfach ohne Geld von Microsoft.

6. Es passiert gar nichts – die wahrscheinlichste Variante. Murdoch krebst bald selber wieder zurück weil im Alleingang nur die negativen Konsequenzen zu spüren sind – aber keine positiven Nebeneffekte.

Go or no go for Google go

von Reto Hartinger

Ich habe einmal gelästert, dass Google nicht wirklich innovativ sei. Alles Neue werde dazugekauft. Das hat sich gewaltig geändert. An allen Fronten bringt Google zurzeit Initiativen heraus. Nein es sind meist gar keine Produkte sondern Plattformen auf denen Entwickler aufsetzen können. So hätte Google mit Wave einfach ein cooles Produkt lancieren können. Nö. Es ist ein Produkt aber vor allem ist es eine Technologie auf welcher Andere weitere Produkte aufbauen können. Wieso soll ich mich um Collaborationfeatures kümmern, wenn ich meine Software doch einfach auf Basis von Wave erstellen kann und dann alle Wavefeatures in meinem Produkt habe? Android und Google Chrome sind weitere Beispiele.

Neu baut Google sogar eine neue Programmiersprache: Go. Google bringt Neues schon sehr früh an die Öffentlichkeit. So ist Wave noch ziemlich unausgegoren. Auch Go ist auf diesem Level und wie Wave setzen Googler selber auch noch nicht darauf. Google selbst sagt, Go ist im Experimentierstadium.

Was macht Go eigentlich, was wir noch nicht haben? Go soll schneller und sicherer sein. Beides Probleme die wir im Netz haben. Aber haben Programmierer da draussen auf Go gewartet? Wer hat sich das angesehen? Bitte gebt Eure Kommentare dazu. Gibt es jemanden der Go an einem TechTalk präsentieren möchte?

XING-Übernahme: Ich bin Burda 290 Euro wert und Du?

von Reto Hartinger

XING-Gründer Lars Hinrichs verkauft 25,1 % der Anteile für 48 Mio Euro an die Burda Digital GmbH. Das sind 1.323.041 Aktien à  36,50 Euro.  Somit wird XING mit 192 Mio. Euro bewertet oder 24 Euro pro User und  290 Euro  pro zahlendem Premium-Mitglied .

Das erinnert mich an Zeiten als Compuserve, AOL und Konsorten bewertet wurden. Die hatten in Hysteriezeiten 1000-3000 Dollar pro User wert, so ich mich recht entsinne. Es bildet sich wieder eine Währung für zahlende User oder Dienstenutzer. Interessant ist das Verhältniss von 24/290. Bei Diensten die keine Upgrademöglichkeit auf ein bezahltes Abo hat, wird der Gratisnutzer wohl einen viel geringeren Wert haben. Wieviel? Der Wert hängt natürlich auch massgeblich von der Anzahl User ab, denn bei einem stark staklierenden Business mit geringen Kosten pro Nutzer steigert sich das Potenzial mit jedem dazukommenden User überproportional. XING hat es auf 662 000 Premium Mitglieder geschafft.

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