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Dr. Hellmuth Broda: Vielleicht baut Google eine offene Architektur für Autos

von Reto Hartinger
Hellmuth gib uns Stichworte zu Deiner Person:broda
Nach 13 Jahren als einer der Chief Technology Officers bei Sun Microsystems Inc. agiere ich seit Herbst 2008 als Firmeninhaber (Dr. Hellmuth Broda Consulting — http://www.hellmuthbroda.com), einer Firma, die sich an der Schnittstelle von Business, Technologie und Innovation betätigt. Eine Studie (im Regierungsauftrag) zu ICT, Innovation und Entrepreneurship für ein Land im Mittleren Osten gehören ebenso dazu, wie die Komplettrevision der ICT-Infrastruktur einer der Schweizerischen Wissenschaftlichen Akademien, oder die Zusammenarbeit mit Beratungsfirmen und Business Development Aktivitäten für Start-Ups, sowie das Coaching von CIO’s. Meine Erfahrung und Expertise sind in vielen Verwaltungs- und Beiräten im In- und Ausland nachgefragt.
An was arbeitet Du gerade?
1. Aufstellen der Kriterien für die Auswahl einer Kommunikations-Infrastruktur für die Koordination von Projekten und die netzbasierte gemeinsame Erarbeitung von Dokumenten mit Versionsmanagement für eine wissenschaftliche Akademie
2. Erarbeitung von Auswahlkriterien offener Alternativen in IT-Infrastruren im Office-Umfeld
3. Reduktion der Komplexität der IT für Endbenutzer bei gleichzeitiger einfacherer Wartbarkeit
Wo siehst Du Potenzial bei der Reduktion der Komplexität der IT für Endbenutzer?
Microsoft müsste sich rasch öffnen und den (schweren und dicken) PC als Zentrum der Welt “vergessen”. Wir bewegen uns in eine Welt des “Software as a Service”, “Computing as a Service” und “Storage as a Service” auch bekannt unter der Bezeichnung “Cloud”. Diese Paradigmen setzen auf der Nutzerseite lediglich einen Browser auf einer sehr schlanken Architektur voraus.
Microsofts Betriebssysteme werden immer komplexer und die Entwicklungszyklen dafür immer länger. Jetzt kommt Google mit Chrome – quasi ein Betriebssystem mit eine 0.8 Anspruch. Total simpel und abgespeckt. Wo siehst Du die Chanchen der beiden Firmen bzw deren Philosophien?
Microsoft bewegt sich in diese Richtung. Ob sie es noch schaffen, die Kurve zu kriegen bleibt abzuwarten. Auch bei Digital dachte man vor 15 Jahren nicht im Traum daran, dass es einmal aus sein könnte.
Google zeigt einen interessanten Weg und hat wohl verstanden, was offene Systeme auf dem Markt bewirken können. Es ist nicht nur Chrome als Quasi-Betriebssystem, es sind Anstrengungen wie Android, das Betriebssystem für Mobiltelefone, sowie die darauf laufende neue Navigationssoftware, die alle Hersteller klassischer Navigationssysteme das Fürchten lehrt. Vielleicht is an den Gerüchten etwas dran, dass Google sogar eine offene Architektur für Automobile plant . . .

Welche Technologien behälst Du im Auge?
Offene Systeme, Offene Standards; Modularisierung der Anwendugen; Web 2.0 und alles was ihm folgt, Virtualisierung, Cloud, light und mobile clients, . . .
Was man mit Ajax in der Cloud macht, könnte man eigentlich auch mit Virtualisierung bewerkstelligen. Zeichnet sich einmal ein Zweikampf  Virtualisierung vs Cloud ab oder sind die Konzepte völlig verschieden und werden demnach auch verschieden eingesetzt?
Virtualisierung und Cloud sind zwei Konzepte, die von unterschiedlichen Seiten her kommend dasselbe erreichen wollen: den physischen Server (für jede Applikation) aus dem Blickfeld zu bekommen und sich auf die eigentlichen Aufgaben konzentrieren zu können.
Virtualisierung startet im (vorhandenen) Rechenzentrum. Sie erlaubt die Abstraktion vom physischen Server indem dem benutzer virtuelle Server vorgespeigelt werden. Dieses Konzept kann soweit vorangetrieben werden, dass eine firmeneigene Cloud entsteht.
Beim Cloud Computing weiss man garnicht mehr, wo der physische Server ist (wie z.B. bei der Nutzung des Mobiltelefons) und es interessiert einen auch nicht.
Beide Ansätze werden parallel exisitieren und zu einem späteren Zeitpunkt konvergieren.
Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?
Innovation trotz Kostendruck, gerüstet zu sein für den Aufschwung des Marktes wenn er denn kömmt . . .
Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investtionen, Innovationen, Start-ups?
1. In wenigen Jahren werden wir nicht mehr vom e-Commerce sprechen, da er die Normalform sein wird.
2. Investitionen, die momentan zurückgehalten werden, werden in der 2. Hälfte des kommenden Jahres deutlich steigen.
3. Wer jetzt nicht innoviert, der kommt zu spät beim kommenden Aufschwung und den bestraft das Leben.
4. Die Startups, die unter den gegenwärtigen harten Bedingungen überleben, werden auf dem wieder wachsenden Markt fit sein.

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1 Kommentar zu “Dr. Hellmuth Broda: Vielleicht baut Google eine offene Architektur für Autos”

  1. Ole schrieb:

    Interessanter Artikel mit interessanten Fragen. Ich sehe viele Dinge genau so, was beispielsweise die Situation für die Start-Ups betrifft. Offene Systeme, Web 2.0 etc. sind natürlich auch für mich wichtig und werden allgemein auch immer wichtiger.

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