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Wo bleibt Microsoft?

von Daniel Niklaus

Andreas Göldi vergleicht Googl Buzz mit Microsoft Office. Dabei zählt er vor allem die Integration verschiedener Dienste und den Plattformvorteil als Pluspunkt auf und erinnert an Microsoft, wie sie den Windows-Vorteil gegenüber der Konkurrenz nutzten. Und das ist richtig. Wordperfect war grottenlangsam auf Windows 3.1 – Word 2.0 war schnell. Excel kaufte man gleich im Office-Paket. (Einer der erfolgreichsten Promoaktionen damals war eine Soundkarte mit Office für 499 oder 990. Die ging weg wie warme Semmel.) Als ich mich 1993 selbstständig machte, zur Zeit als Windows DOS “übernahm”, hatte ich auch einen Entscheid zu treffen, will ich mit dbase (Dos) arbeiten oder setze ich auf Access (Windows). Access war die richtige Wahl. Trotz damals geringerer Installationsbasis.

Was hat das jetzt mit „wo bleibt Microsoft“ zu tun?

Beim lesen seines Artikels kam mir unweigerlich OS/2 in den Sinn. IBM der klare Marktführer, der unangefochtene Spitzenreiter stellte mit dem Betriebssystem OS/2 eine überlegene Windows-Alternative zusammen. Doch irgendwie kam das Teil nie zum Abheben. Genauso wie Microsoft trotz bester Ausgangslage heute irgendwie keinen Fuss im Web fasst.

Microsoft der unerkannte Riese

Google ist stolz auf 150 Millionen Gmail Nutzer? Hotmail hat die doppelte Zahl. Facebook mit 400 Millionen User der unangefochtene Social leader? Microsoft hat über 300 Millionen Windows Live Messenger Kunden. Zusammen mit den Hotmailleuten (Doppeluser ausgenommen) müsste das für den Spitzenplatz reichen. Dazu verfügen sie über den höchsten Browser-Anteil im Netz und wahrscheinlich ist Outlook der meistgenutzte E-Mail-Client. Microsoft ist eine Macht, nur sieht es niemand. Vor allem Microsoft selbst nicht.

Dabei hätten Microsoft alle Funktionen – aber…

Microsoft hat alles, ob Social, ob Software, ob Suche, ob Werbenetzwerk oder Plattform. Aber auch Cloud-Services, Cloud-Diskspace, Kleinunternehmensdienstleistungen und vieles mehr. Sie haben Kundenbeziehungen, Vertriebsnetze, Entwickler und viel, sehr viel Geld. Alles ist da, nur nimmt sie niemand Ernst.

Auf wen sollte heute ein Selbstständiger setzen?

Müsste ich mich heute selbständig machen, was wäre die Plattform meiner Wahl? iPhone-App, Facebook oder würde ich doch bei Google andocken? Es scheint, als ob jetzt wieder einmal die grosse Schlacht um die Plattformherrschaft stattfindet. Wer sie gewinnt, hat die Chance, die nächsten 20 Jahre im Schlaraffenland zu leben. Bis eine neue Technologie das Internet so alt aussehen lässt, wie das Internet einst Windows alt aussehen liess. Den wer installiert heute noch Twixtel, schreibt mehr Briefe mit Word, als per E-Mail oder nutzt ein anderes Programm öfter, als den Browser?


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1 Kommentar zu “Wo bleibt Microsoft?”

  1. Reto Hartinger schrieb:

    Vielleicht schafft es Microsoft doch noch
    http://techcrunch.com/2010/02/12/microsoft-outlook-social-connector/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+Techcrunch+%28TechCrunch%29&utm_content=Bloglines
    aber wieder einmal zu späht. Die unglaublich grosse Userbasis könnte dem Projekt doch zum Durchbruch reichen.

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