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Wie stark wird iAd?

von Reto Hartinger

Auf mobilen Plattformen war Werbung nicht der Bringer. Es gab ja auch keine Screens und Formate und kein richtiges Targeting. Einen so kleinen Bildschirm mit Werbung zuzupflastern ist auch nicht gerade Nutzerfreundlich. Google glaubt schon seit Jahren an den mobilen Markt und will dort der Player für Werbung sein. Wer Mobile beherrscht, herrscht über mehr User und eventuella auch mehr Adimpressions als das Web. Der Mobile Markt ist auch noch jungfräulich – es gibt noch keine etablierten Players oder Systeme wie im Web. Google beherrscht den Webmarkt, im Mobile Markt ist Google ziemlich erfolg- und ideenlos, obwohl Google über den Zugang zu Werbekunden, Agenturen, ein Targetingmechanismus, eine Platform etc. verfügt.

Apple hat keine Kompetenz im Werbemarkt. Wieso sollte es gerade  Apple gelingen was Google nicht gelungen ist? Apple führt eine Werbeform ein, die  näher bei der klassischen Onlinewerbung ist und sich vor allem besser für den iPad eignet, als Googles Textwerbung. Die iAds sind interaktiv, eigentlich das was in der Onlinewelt die Flashwerbung ist. Also wird Apple wieder Flash ersetzen. Mit einer Interaktion verlässt man aber weder die Applikation noch die Werbung selber. Vor allem die Verleger werden die neue Werbeform schätzen. Sie werden online ganz andere Werbung schalten als nur die Offlinewerbung abbilden. Der Nachteil ist, dass dies Art von Werbung nicht im Selfeservice gemacht werden kann. Es braucht eine Agentur. Was es nicht braucht, ist der Werbevermittler – Pech für die PubliGroup. Ihr wird ein weiteres Mal den Boden unter den Füssen weggezogen. Den Verkauf übernimmt Apple und zwackt dafür 40 % von den Einnahmen ab. Über die Targetingmöglichkeiten und wie eingebucht wird, ist noch nicht viel bekannt. Apple wird sich aber jede Werbung vorher ansehen. Das skaliert nicht wirklich.

Apple will alle 3 Minuten eine Werbung einblenden. Unterbrecherwerbung? Das könnte ein Grund sein, das iPhone nicht zu gebrauchen. Apple geht auch von einer gewaltigen Impressionzahl aus. Ich hoffe, dass sie nicht davon ausgehen, dass sich 100 % verkaufen lässt. Apple wird Lehrgeld bezahlen müssen. Analysten versprechen eine Gewinnexplosion durch iAd. Sie haben Google im Kopf. Wenn aber jede einzelne Ad angeschaut werden  und von Hand geschaltet werden muss, ist dies eine teure und nidrigmargige Angelegenheit die auch nur für grössere Budgets Sinn macht. Bei search.ch konnten wir Werbebudgets mit Fr. 600.-  Umsatz abwickeln – für Bluewin ein Ding der Unmöglichkeit – die Prozesse (bzw. SAP) machten das unmöglich. Auch Apples Gewinnmarge würde bei so kleinen Beträgen in den Keller sacken. Ist der vorhandene Werbeplatz ohne Longtail überhaupt zu füllen?

Wirklich spannend wäre, wenn die Apple-Werbeplattform nicht nur auf den verschiedenen i-Geräten zum Laufen käme. Aber so offen wird sich die Konkurrenz kaum zeigen.


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4 Kommentare zu “Wie stark wird iAd?”

  1. Reto Hartinger schrieb:

    SeekingAlpha.com orakelt, dass iAd 5 Milliarden Umsatz machen werde. Naja – hoffentlich haben sie keine Jahreszahl mitgeliefert.

  2. Michael Grob schrieb:

    “Apple hat keine Kompetenz im Werbemarkt.” – Aha, und warum nicht? Die haben ja Quattro gekauft, auf dem iAd basiert. Und sie haben – im Gegensatz zu Google – ziemlich viel Ahnung vom mobilen Markt, und von digitalen Märkten (Stickwort iTunes und AppStore) überhaupt.

  3. Reto Hartinger schrieb:

    Ja Michael das bestreite ich nicht. Ich betone ja auch, dass Apple mobile die bessere Lösung hat. Trotzdem hat Apple keine Kompetenz im Werbemarkt, keine Partnerschaften, kein Netzwerk. Quattro ist ein Leichtgewicht, der mobile Werbemarkt ist ein Leichtgewicht.

  4. Internet Briefing Blog / iAd, youAd, noAD schrieb:

    [...] zu erwarten war, bekundet Apple einige Mühe, iAd an den Werber zu bringen. Zwar hat Appel vollmundig erste Erfolge verkündet, nachgekommen [...]

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