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Warum ich kein Apple-App entwicklen will

von Daniel Niklaus

An der Social Media Konferenz stellte ich www.mippin.com vor. Mit einem RSS Feed und diesem kleinen Tool, ist in wenigen Minuten eine Handy-Optimierte Website erstellt. Ein Zuschauer fragte, warum noch eine Website für das iPhone enwtickeln, macht man doch heute in Nullkomanix eine App. Eine App für Apple will ich aber NICHT entwickeln, weil Apple die Entwickler sch****egal sind.

Flash ist nicht überall beliebt. Die Open Source Jünger verteufeln Flash als proprioritären Kommerzmüll und viele User glauben, mit Flash können nur bunte, nervige Werbebanner erstellt werden. Darum ist für beide Gruppen gut, dass Flash nicht auf dem iPhone läuft.

Keine Diskussion über pro oder kontra Flash

Wer glaubt, dass Apple einen Kampf für den User austrägt, hat sich mächtig geschnitten. Apples App-Cash-Cow funktioniert nur, weil es KEIN Flash gibt. Man stelle sich vor, die meisten Apps sind kleine Spiele. Wie viele Spiele würden installiert, wenn man auf Flash zugreifen könnte? Wohl keine 10%. Das würde nicht nur dem App-Store schlecht geraten – Apple würde dazu auch ihren gewünschten Geldesel iAd die Luft abschneiden. Denn Google hätte in Nullkommanix Adwords für Flash online.

Apple schert sich einen Dreck um Entwickler

Man verzeihe mir die deftige Aussprache. Aber was sich Apple heute leistete, haut dem Fass den Boden raus. Ich kann ja nachvollziehen, dass man kein Flash installiert, um Geld zu verdienen. Was ich aber nicht verstehe, wie kann man “unautorisierte” Entwicklungsumgebungen ausschliessen? Apple verbot heute den Entwicklern, nicht von Apple abgesegnete Programmierwerkzeuge für die Entwicklung von Apps einzusetzen. Hallo. Das ist in etwa so, wie wenn mir Ikea verbietet, einen nicht abgesegneten Schraubenzieher für das Zusammenschrauben eines Bettes zu verwenden. Ab sofort dürfen Sie keinen Flash-Compiler mehr für die iPhone-Apps Entwicklung nutzen.

Apple kennt keine Freunde und zeigt null Loyalität

Apple geht es blendend. Heute. Das war nicht immer so. Die Marktanteile schrumpften, die Hardware war veraltet und die meisten Softwarefirmen setzten längst auf den PC. Eine Firma hielt lange treu zu Apple. Adobe. Für mich ist es schwer nachzuvollziehen, was Apple sich dabei denkt, einen lange Weggefährten so zu behandeln. Denn hätte Adobe die Unterstützung in der Krisenzeit von Apple mit Photoshop und Illustrator konsequenter versagt, Apple hätte es noch schwieriger gehabt. Aber das haben sie offensichtlich längst vergessen.

Darum will ich auch keine Apple App entwickeln.


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10 Kommentare zu “Warum ich kein Apple-App entwicklen will”

  1. Urs schrieb:

    Ein paar weiterer Punkte:
    - Will ich legal iPhone Apps entwickeln, muss ich einen Mac kaufen. Die Software zum Entwickeln gibts nur für MacOS und das Starten unter Windows über eine Virtualisierungssoftware (z.B. VMWare) ist in den Lizenzbestimmungen nicht gestattet. Klar kann man dies über einen Hack umgehen, aber will ich bereits bei der Installation mich mit dem Hersteller anlegen?

    - Will ich meine erste App und schreiben und ein Hello World Programm auf meinem iPhone ausprobieren, benötige ich einen Entwickler Account. Kostet 100 Dollar.

    - Will ich meine erste Applikation einigen Kollegen zum Testen schicken, geht das nicht. Die können meine Software erst testen, wenn sie im App Store aufgenommen wurde.

  2. gaba schrieb:

    Bitte les doch mal diesen Beitrag.

    http://www.devwhy.com/blog/2010/4/12/its-all-about-the-framework.html

    Mit deiner Aussage “weil Apple die Entwickler sch****egal sind.” kann ich mich überhaupt nicht anfreunden.

  3. Hagen schrieb:

    Leider kann ich die Begründung für die Nicht-Unterstützung für Flash nicht so wirklich nachvollziehen. Mit html5/CSS3/Canvas gibt es einen offenen Standard, mi dem man gleiche Anwendungen wie mit Flash bauen kann und vom iPhone/iPad oder Android unterstützt werden. Zudem würde das auch nur die kostenlos-Anwendungen betreffen. Wenn ich wenigstens ein paar Euros verdienen möchte oder den Upgrade-Weg gehen möchte und den User zunächst eine Light-Version die Anwendung schmackhaft machen möchte, sehe ich keine Alternative zu einer App…

  4. Andre schrieb:

    Uiuiui, Apple-Bashing wo man hinschaut.. :-)

    Aber eigentlich müsste es heissen: Apple schert sich einen Dreck um FLASH-Entwickler. Stimmt. Aber ist das so verwerflich? Der App Store ist Apples Zugpferd. Und jetzt beschweren sich die Trittbrettfahrer, dass sie dort runtergeschmissen werden?

  5. Daniel Niklaus schrieb:

    Nö, nö Andre. Wenn Apple kein Flash unterstützen will ist das o.k. Was aber nicht in Ordnung ist (aus meiner Sicht), dass Apple sagt, wie du deine Apps erstellst. Du kannst mit dem Flash-Compiler Apps für das iPhone erstellen ohne dass auf dem iPhone Flash laufen muss. Das ist in Zukunft nicht mehr möglich.

    Für mich als Entwickler ein nogo. Denn ich weiss eines, verlass dich auf Apple und du bist verlassen.

  6. Jens schrieb:

    Bedenklich finde ich auch, dass Apple die Bedingungen laufend ändern kann. Was, wenn sie auch auf den Macs den Hahn zudrehen und plötzlich nur noch zensurierte Software verfügbar sein wird? – Darf meine Creative Suite von Adobe nächstes Jahr noch auf dem dann aktuellen OS X laufen?

    Jobs überspannt den Bogen, dieser Schuss könnte hinten raus gehen. Siehe auch Apple vs. Adobe auf createordie.de.

  7. Manu schrieb:

    “- Will ich meine erste Applikation einigen Kollegen zum Testen schicken, geht das nicht. Die können meine Software erst testen, wenn sie im App Store aufgenommen wurde.”

    stimmt nicht, du kannst das gerät deines kollegen registrieren. somit kann er die app auch über itunes installieren.

    “- Will ich meine erste App und schreiben und ein Hello World Programm auf meinem iPhone ausprobieren, benötige ich einen Entwickler Account. Kostet 100 Dollar”

    andere entwicklungsumgebungen kosten mehere tausend franken, apple bietet diese kostenlos an! die entwicklung im simulator funktioniert optimal, ich verstehe nicht warum du dein hello-world programm auf dem phone haben willst ;)

    warum kein flash-compiler?! apple hat ganz eifach keinen grund dies zu wollen. jeder webdeveloper würde dann auch noch anfangen iphone apps zu “konstruieren”, was sich auf die qulität der apps im store auswirkt.
    ich verstehe die aufregung nicht ganz, object-c/ cocoa ist eine wunderbare sprache und in wenigen wochen zu erlernen. dazu kommt das apple die entwickler mit super doku & beispiel material unterstützt..

  8. Daniel Niklaus schrieb:

    @Manu
    Was wenn du deine App schon entwickelt hast und mitten im Spiel ändert Apple die Regel? Als Entwickler bist du da angeschmiert. Und Apple macht das immer wieder. Wenn Apple das so will o.k. ich komme für mich zum Schluss: ich will kein Apple-App entwicklen. Aber das ist ja auch nur ein klizekleiner Weltuntergang ;-)

  9. Daniel Niklaus schrieb:

    @gaba
    hast du die Kommentare gelesen? Dieser kommt meiner Meinung am nächsten:
    I’m a former Apple engineer. I’ve been a full-time iPhone developer for the past two years, but after the developments of this past week, specifically sections 3.3.1 and 3.3.9, I’m really thinking I don’t want to work on software for Apple any more. And after reading your post I’m certain I don’t want any thing to do with Apple any more. Apple is an untrustworthy business partner. Posts like this make a case that this is all “just business”, but if it’s just business why does Apple act so dishonorably? Why let Adobe develop their Flash compiler for six months then make it illegal 2 days before it’s released? How is that business-like? Why screw companies like Corona? Mono? Appcellerator? Unity? Flurry? MediaLets? Even if you’ve been a good little developer and not strayed from the One True Path you’re next

  10. iReview 15/2010 | ApfelBlog schrieb:

    [...] Warum ich kein Apple-App entwicklen will – Tatsächlich kann man mit Webapplikationen schon viel erreichen, warum also eine App entwickeln und sich für nur ein OS entscheiden? [...]

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