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Die Telcos werden die Leanback-Medien killen

von Reto Hartinger

Die Telcos haben es nie fertig gebracht, mit Mehrwertdiensten Geld zu verdienen oder diese wenigstens für die Nutzer interessant zu machen. Apple hat dies geändert und die neuesten Apple Innovationen werden sie wieder killen.

Der ganze Internet-Traffic wanderts ins mobile Netz

Das iPhone hat schon zu viel Datenverkehr auf den mobilen Netzen geführt, jetzt mit dem iPad und seinen Konkurrenten explodiert die gestreamte Datenmenge auf den mobilen Netzen geradezu. Leanback heisst konsumieren von grossen Datenmengen.

Streaming-Daten wandern in die Cloud und werden von verschiedenen Geräten abgerufen

Apple hat erkannt, dass es für einen Nutzer nichts bringt, wenn er ein und denselben Film oder ein Musikstück zuerst auf den Mac, dann auf den iPod, später auf das iPhone und schlussendlich noch auf den iPad laden soll. Das ist nicht Benutzerfreundlich. Der Apple-User soll ein Video auf dem iPad bestellen können, dort ansehen, dann unterwegs mit dem iPhone weiter schauen (an der Stelle wo er grad war) und im Büro oder zuhause angekommen auf dem Mac (oder PC?) weiterfahen. Alles gestreamt aus der Cloud. Mal via Festnetz, mal via mobile Verbindung.

FaceTime lässt die Netze zusammenkrachen

Noch schlimmer wird es mit FaceTime, wenn plötzlich alle Leute nicht mehr telefonieren sondern Videokonferenzieren.

Flattrate gibts nicht mehr

Damit sich die Telcos schützen, haben sie die Flatrate abgeschafft. Sollen doch die Trottelkunden selber schauen, wie sie ihren Datenverkehr in den Griff bekommen oder eben nicht. Damit ist die Idee gestorben. Zurück zu Feld eins, nichts geht mehr. Die Geräte und die Dienste werden nutzlos.

WiFi Lösung und Killer

Es ist klar, dass der Datenverkehr auf den mobilen Netzen damit extrem zunimmt. Die kommen jetzt bereits nicht mehr nach – vor allem in den USA. Deshalb wird auch FaceTime gar nicht via Mobilenetz angeboten. Der Ausbau der Netze wird sehr teuer sein und zu späht kommen. Eine Lösung wäre, den Traffic über das Festnetz bis zum Verbrauchsort zu führen und dort via WiFi zu  verteilen. Auch das geht zu langsam aber immerhin wohl noch schneller als der Ausbau der Netze.

Skype und FaceTime nagt an den Telcoeinnahmen

Die Telcos geben klein bei. Mit dieser Strategie akzeptieren sie, dass man über WiFi mit Skype und FaceTime gratis wird telefonieren können. Bald wird es über WiFi die viel besseren Telefonielösungen geben als über das mobile Netz. Aber was kümmert das die Telcos mit dem verbleibenden Datenverkehr können sie immer noch genug verdienen, denn wir werden von ihren Netzen abhängig sein.


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4 Kommentare zu “Die Telcos werden die Leanback-Medien killen”

  1. Jan Rothenberger schrieb:

    Warum Videotelefonie nie Mainstream werden wird, dazu hatte David Foster Wallace schon eine elaborate Theorie in der 90er Jahren.

  2. Jan Rothenberger schrieb:

    Ach ja, der Link: http://kottke.org/10/06/david-foster-wallace-on-iphone-4s-facetime

  3. tremo_ch schrieb:

    wie war das damals, als die UMST-lizenzen versteigert wurden? da wurde doch von videotelefonie und schnellem internetsurfen gesprochen. dafür wurden milliarden bezahlt (zumindest in anderen ländern).

    kaum kommen nun endlich endgeräte auf den markt, die dies könn(t)en, schaffen es die G3-netze nicht. das war wohl alles massiv überschätzt worden. surfen ist über G3 ist immer noch relativ lahm, fernsehbilder sind sehr verrauscht und pixelig. ich möchte erstmals diese videotelefonie sehen, ob dies dann auch schön flüssig klappt. bin da sehr skeptisch..

  4. Reto Hartinger schrieb:

    Stimmt tremo – danke dass Du uns erinnerst. Schlimer ist, dass die Telcos jetzt noch das zugrundeliegende Geschäftsmodel abschiessen.

    Auf dem iPad ist es ein Genuss Blick-TV zu sehen. Auch eine schöne Applikation die ich nur empfehlen kann.

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