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Steve Jobs versteht Software nicht

von Daniel Niklaus

Ich habe grösste Hochachtung vor der Lebensleistung von Steve Jobs. Was er alles auf die Beine stellte und welchen Technologien er zum Durchbruch verhalf, ist bemerkenswert. Er ist ein Genie, was Gesamtkonzepte anbelangt. Während Steve Balmer ein iPhone ansieht und sagt: „bringt nichts“, sieht Jobs, wohin die Reise gehen wird. Er ist der Hardware-Guru, er ist der Meister der Gesamtkonzepte. Wie aber Software funktioniert, davon hat er seit eh und je wenig Ahnung (wahrscheinlich, weil sie ihn nie gross faszinierte).

Eine der grossen Apple-Mythen ist, dass Apple Computer so viel einfacher zu bedienen sind. Es mag wohl einfacher als DOS gewesen sein, aber schon zu Mac Zeiten gab es GEM oder RiscOS. Betriebssysteme, die mehr als ebenbürtig waren. Und manch einer, der von Windows auf Mac umstieg, kehrt heute reumütig zurück, weil Windows 7 mindestens so gut ist.

Apple-Apps sind eine vorübergehende Zeiterscheinung

Steve Jobs verkündet wieder einmal einen grossen Wurf. Dieses Mal mit seinem Betriebssystem. Nächsten Sommer sollen wir den AppStore auf seinem Betriebssystem erhalten. Wow – da kann ich nur laut gähnen. Apps sind tote Pferde, die nur eine vorübergehende Erscheinung sind. Warum soll ich mich als Entwickler in Zukunft auf wenig Marktanteil beschränken, wenn ich den gesamten Markt haben kann?

Cloud, HTML5 und ein Browser

Mehr braucht es nicht. Ich kann tatsächlich einzig für Apple entwickeln. Aber es macht in Zukunft schlicht keinen Sinn mehr. In Zukunft schreibe ich meine Applikation einmal für alle Browser. Dann läuft die Software auf allen Apple, Android, Windows 7, Windows Mobile 7 Geräten und was sonst noch kommt. Mozilla Labs hat dazu einen offensichtlichen Architektur-Entwurf lanciert.

Apples iPhone Marktanteil wird zurückgehen

Auch auf die Gefahr hin, dass man mich auslacht, Apples Marktanteil wird wieder zurückgehen und es fängt beim iPhone an. Sobald eine Geräteklasse oder eine Software den Mindeststandard erreicht hat, zählt nicht mehr die Innovation, sondern es zählen andere Faktoren wie Marketingpower, Verfügbarkeit und der Preis. Apple mag viel Geld in der Kasse haben, aber gegen die gesamte Marketingpower von Microsoft, HTC, Samsung, Nokia & Co. werden sie nichts anrichten können. Diese werden ihre Geräte beim Kunden platzieren. Apple kann dabei nicht mehr mit Innovationen auftrumpfen, es scheint, als ob beim iPhone der „Mindeststandard“ erreicht ist. An was man dies erkennt? Wenn ein Hersteller nur noch „more of the same“ bringt. Das iPhone4 hat einen schnelleren Prozessor, einen besseren Bildschirm, aber nichts, dass es für den Kunden massgeblich vom Vorgänger abhebt (Facetime scheint nicht der Bringer zu sein). Also kaufen die Kunden das günstigere Galaxy oder sonst eine Alternative. Für die meisten Leute genügt dies.

Was bedeutet dies für mich als Entwickler?

Wenn Apples Marktanteil zurückgeht, verliert der AppStore an Attraktivität. Da baue ich meine Applikationen lieber mit HTML5.

Aber da war doch noch was…

Steve Jobs verspricht Mac-Nutzern nichts weniger als iPad-Feeling auf ihrem stationären Rechner. Das könnte ein Grund sein, einen Apple zu kaufen. Weil hier geht es wieder um ein Gesamtkonzept und da kann ich mir fantastisches Vorstellen. Der AppStore ist es aber bestimmt nicht.


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20 Kommentare zu “Steve Jobs versteht Software nicht”

  1. Reto Hartinger schrieb:

    Ich kreuze immer gerne die Klingen über Apple mit Dani.

    Wie kommst Du auf die Idee, dass irgendwer dem iPhone ein anderes Gerät vorgezogen hätte? Apple hat so viel iPhones verkauft wie es produzieren konnte. Also kannst Du nicht sagen, dass das iPhone 4 kein Bringer war oder vom Markt verschmäht wurde. Apple sagt, dass sie sehr viel mehr hätten verkaufen können. Und wie frustriert T-Mobile war, dass nicht mehr Produkte verfügbar waren, wissen wir ja. etc. etc.

    Wenn jemand in diesem Markt eine Innovation machen kann, dann ist es Apple – denn im Gegensatz zu allen anderen machen sie auch noch das Chipdesign.

    Nokia, Microsoft als grosse Konkurrenten? Hüstel. Schüttelfrost. Das sind ja beides Looser. Es hat doch grad heute ein grosser angekündigt, dass er nun doch kein Slate auf Windows Mobile 7 Basis herausbringt. Man glaubt irgendwie nicht mehr an Microsoft. Es würde Apple sogar helfen, wenn Microsoft Marktanteile zurückgewinnt. Je fragmentierter der Markt, desto besser für Apple.

    Woher sollen die Firmen die Marketingpower hernehmen, wenn Apple über die Hälfte der Gewinne der Branchen einfährt? Ja Microsoft kann mit der grossen Kelle anrühren – aber nicht lange. Ballmer ist nicht Geduldig und die Börse ist es auch nicht.

    Zum AppStor auf dem MacOS. Das ist so lange ein Bringer, so lange es noch Desktopsoftware gibt. Auch ein möglicher Grund, dass nun tatsächlich noch 1 bis 2 Entwickler doch noch ein Produkt für den Mac entwickeln. Das MacOS als Softwareplattform ist schon lange tot. Vielleicht haucht ihm das wieder ein Lüftchen ein. Für mich als MacUser wäre es auf jeden Fall ein grosser Vorteil. Ein Machändler ist nicht in der Lage mir Software zu präsentieren und Machefte lese ich eh keine. Im Appstore würde ich vielleicht sogar gute Software finden.

  2. Daniel Niklaus schrieb:

    Bevor ich in die Details gehe, sag mir eine Industrie, in der die Premiummarke Mittel-, Langfristig die höchste Stückzahlen ausliefert.

  3. Reto Hartinger schrieb:

    Das ist nicht was du aussagst. Du sagst, dass der Marktanteil von Apple wieder zurück gehen wird. Ich bin der Meinung dass der Marktanteil von Apple und Android auf Kosten der Anderen sich weiter erhöhen wird. Ich sehe nicht wie Nokia noch etwas zustande bringen könnte. RIM wird sich sicher noch etwas halten aber immer stetig etwas verlieren. Windows Mobile kann sich wieder etwas aufrappeln aber ob es nochmals einen zweistelligen Marktanteil erobern wird? Fraglich. HP könnte mit dem WebOS vielleicht sich wenigsten halten bis leicht ausbauen. Auch Verlierer oder solche die sich halten können in Stückzahlen ja immer noch zulegen, weil der Smartphone-Markt als Ganzes immer noch wachsen wird.

  4. Daniel Niklaus schrieb:

    Apple ist eine Premium-Marke und Apple kämpft für sich alleine. Sie werden Mittel-, Langfristig keine Chance haben, den Marktanteil so hoch zu halten. Es gibt viele zu viele Leute, die kein Premiumphone wollen. Denen genügt die 1.- Franken Lösung. Im gesamten Handy-Markt ist Nokia immer noch Spitzenreiter. Der Smartphonemarkt ist ein “kleiner” Teil davon. Monat für Monat wird aber der “:ow-Smartphonemarkt” Wachsen, weil die Produktionspreise fallen. Dieser Markt wird massiv grösser werden, als der “High-End” Markt, in dem sich das iPhone bewegt.

  5. Andreas Stricker schrieb:

    Apps sind nicht “tote Pferde”, sondern ganz normale Computerprogramme, die auf dem Mac schon immer Applikationen hiessen. Seit ich heute Morgen folgenden Text von namhaften Mac-Entwicklern gelesen habe, habe ich keine Zweifel mehr, dass das Konzept AppStore auch über den Bereich der Smartphones hinaus voll durchschlagen wird:
    http://www.omnigroup.com/blog/looking_forward_to_the_mac_app_store/#When:00:20Z

    Die Konkurrenz wird einmal mehr nur nachziehen können: Es wird wie immer alles etwa gleich funktionieren, ein bisschen weniger gut aussehen, für den Benutzer nicht das gleiche Erlebnis bieten und natürich einen anderen Namen haben, doch im Prinzip werden es AppStores sein.

    Cloud Computing? Klingt gut. Ich glaube allerdings nicht, dass dadurch die Desktop-Anwendungen komplett verdrängt werden. Es wird sich meiner Meinung nach vielmehr ein Nebeneinander einstellen, allein schon deswegen, weil längst nicht jeder alle seine Daten einfach so in die Cloud stellen will.

    Ich habe nicht das Gefühl, dass es das Ziel von Apple ist, auf dem Segment der Desktop-Computer die Marktherrschaft zu erringen. Das haben sie längst aufgegeben und auch gar nicht nötig, weil sie Spitzenprodukte herstellen, die für die Branche ein Evolutionsmotor sind, und dadurch eine sehr treue, man darf wohl sagen Fangemeinde haben. Und trotzdem – oder vielmehr gerade deswegen – wächst der Anteil von Macs seit vielen Jahren kontinuierlich, und ich glaube nicht, dass hier vorderhand eine Trendwende in Sicht ist. Ich bin vielmehr überzeugt, dass man sich bei Microsoft hier schon längst ernsthaft Sorgen macht, und Ballmers höhnische Sprüche sind vermutlich vor allem ein Ausdruck von Panik. Ich glaube nicht (und wünsche es auch nicht), dass Apple dereinst die Quasi-Weltherrschaft erlangen wird, so wie einst Microsoft. Aber eine Trendwende nach unten ist für mich im Moment nicht in Sicht.

  6. ThomasK schrieb:

    Kleine Anmerkung am Rande – ohne zwischen die gekreuzten Klingen zu geraten;) Ich kann oft beide nachvollziehen.

    Wenn die Cloud und Html5 wirklich (schon) der Renner wären, wäre das gOS wesentlich bekannter.
    gOS looksbdfeelt wie ein Schneekeopard in grün und hat genau dieses Konzept umgesetzt.

    Den Webapps fehlt im Moment etwas entscheidendes, um Freude zu machen: Ton. Apple ist leider so restriktiv, dass Audio nur im Fullscreenmodus abzuspielen geht…
    Jedenfalls hab ich noch keine Lösung gefunden, per Javascript Töne abzuspielen (iOs).

    Naja. Vielleicht bringt ja Adobe eines Tages ein OS heraus. Ein Publishing-OS mit nativer PS und PDF und Flash-Unterstützung. Mir scheint, dass Apple seine Wurzeln übersieht. Siehe Kommentar zum Monopoly.

  7. Andreas Stricker schrieb:

    Apps sind nach meinem Verständnis weder “tote Pferde” noch eine “vorübergehende Zeiterscheinung”, sondern was Mac OS X betrifft ganz normale Computerprogramme, die auf dem Mac schon immer Applikationen hiessen. Seit ich heute Morgen folgenden Text von namhaften Mac-Entwicklern gelesen habe, habe ich keine Zweifel mehr, dass das Konzept AppStore auch über den Bereich der Smartphones hinaus voll durchschlagen wird:
    http://www.omnigroup.com/blog/looking_forward_to_the_mac_app_store/#When:00:20Z

    Die Konkurrenz wird einmal mehr nur nachziehen können: Es wird wie immer alles etwa gleich funktionieren, ein bisschen weniger gut aussehen, für den Benutzer nicht das gleichwertige Erlebnis bieten und natürich einen anderen Namen haben, doch im Prinzip werden es AppStores sein.

    Cloud Computing? Klingt gut. Ich glaube allerdings nicht, dass dadurch die Desktop-Anwendungen komplett verdrängt werden. Es wird sich meiner Meinung nach eher ein Nebeneinander einstellen, allein schon deswegen, weil längst nicht jeder alle seine Daten einfach so in die Cloud stellen will.

    Ich habe nicht das Gefühl, dass es das Ziel von Apple ist, auf dem Segment der Desktop-Computer die Marktherrschaft zu erringen. Das haben sie auch gar nicht nötig, weil sie Spitzenprodukte herstellen, die für die Branche ein Evolutionsmotor sind, und dadurch eine sehr treue, man darf wohl sagen Fangemeinde haben. Und trotzdem – oder vielmehr gerade deswegen – wächst der Anteil von Macs seit vielen Jahren kontinuierlich, und ich glaube nicht, dass hier vorderhand eine Trendwende in Sicht ist. Ich bin vielmehr überzeugt, dass man sich bei Microsoft hier schon längst ernsthaft Sorgen macht, und Ballmers höhnische Sprüche sind vermutlich vor allem ein Ausdruck von Panik. Ich glaube nicht (und wünsche es auch nicht), dass Apple dereinst die Quasi-Weltherrschaft erlangen wird, so wie einst Microsoft. Aber eine Trendwende nach unten ist für mich im Moment nicht in Sicht.

  8. Daniel Niklaus schrieb:

    Hi Andreas
    Das Konzept “App” finde ich absolut überzeugend. Wir selbst haben bei unserer Software 2005 WebApps eingeführt. Ben Case lobt denn auch in seinem Blog die Vereinfachung sowohl für den Kunden, wie für den Produzenten.
    Für mich macht aber die geschlossene Apple Welt keinen Sinn. Warum soll ich mit Apple Werkzeugen arbeiten und mich auf eine Plattform einschränken, wenn ich mit HTML5 dasselbe Resultat auf den verschiedensten Clients erreiche?

  9. Andreas Stricker schrieb:

    Hallo Daniel

    Das Argument mit HTML 5 überzeugt natürlich (allein schon wegen der Ressourcenfrage) – sofern die Resultate auf dem Gerät ebenbürtig sind. Da ich kein Softwareentwickler bin kann da nicht wirklich mitreden. Aus meiner persönlichen Anwendersicht und auf den Mac beschränkt kann ich nur sagen, dass man auf dem Mac sofort merkt, ob eine Applikation mit Cocoa entwickelt worden ist oder mit etwas anderem, und dass das Nutzererlebnis nicht ebenbürtig ist.

  10. mike schrieb:

    ich gehe mit dani voll einig. das mobile device wird in 1-2 jahren nicht mehr entscheidend sein. vor 5 jahren war es mehr oder weniger egal, ob du ein htc, nokia oder was auch immer hattest. das wird bald wieder der fall sein. die devices werden sich angleichen und so die marktanteile. und microsoft ist nicht tot. im gegenteil. mit office365 konzept kommt ein harter wind naechstes jahr richtung apple google und co. betreffend apps: spiele und alles multimedia wird noch ein weilchen in apps ablaufen. auch alles was auf native filesysteme zugriff haben muss. aber alles um client/server geht in den browser mit html5/css3, jscript/jquery und java… das tun wir schon heute so umsetzen. siehe appcelator/titanium framework!

  11. Peter schrieb:

    ich hasse steve jobs, ich hasse apple und ich hasse alle produkte von apple ich hasse die ewige berichterstattung über apple und ich hasse alle applejünger die tag für tag die scheiss firma und ihre produkte und ihren dämlichen chef anbeten. das einzige was hält, ist das design. alles andere ist ein in sich geschlossene kinderkacke geburiparty. ich gehe jetzt und kaufe mir put optionen auf apple. möge es bald zu ende gehen und somit können wir uns wieder den wichtigen dinge im leben widmen!

    fuck apple!

  12. ThomasK schrieb:

    Ich lerne die Polarisierung, die diese Marke auslöst, immer mehr zu lieben… alleine vom Unterhaltungswert her.

    Ich wünsche mir mehr HTML5 und vor allem eine einheitliche Unterstützung des Tags: “audio”.

    Ansonsten bin ich am ehesten ebenfalls HTML5-begeistert und gestehe, dass es gar nicht einfach ist, da am Ball zu bleiben.
    Da ist wieder richtig Tempo drin. Die Innovation der ganzen Branche erinnert mich vom Tempo, ihrer Power her an die Pionierzeiten 1.0 — nur dass es diesmal etwas komplexer ist mit den Standards und dem “Browserkrieg” welcher längst ein “Gerätekrieg” geworden ist.

    PS: sorry für meine Vertipper in den letzten Kommentaren – es ist halt nach wie vor nicht einfach mit den Wurschfingern und den kleinen Displays mit Touch-Tastatürchen :-)

  13. Peter schrieb:

    sorry aber das musste ich mal loswerden :-) marktanteil von max 15% aber 95% aller polemik. wenn denn die geräte alle um den faktor besser wären. mir kommt schon wieder die galle hoch!

    und nein, ich arbeite nicht für die konkurrenz.

  14. ThomasK schrieb:

    Peter, dass wirst Du sicher wissen: Gibt es eigentlich Anti-Apple-Fan-Merchandise? “F**ck Apple”-Shirts oder dergleichen?
    Bei kultigen Entwicklungen darf der Anti-Kult natürluch nicht fehlen.

    Es gab ja auch mal simple Demos, wo man Windows-Logos abschiessen konnte (als Beilage in der “guten alten Zeit” in Maczeitschriften) oder auf dem Schulhof die mit Amiga-Aufklebern auf dem Rucksack und die anderen mit dem Atari-ST-Aufkleber… und ganz selten “neutrale” (mit überheblichem Grinsen — Archimedes).

    Das mit Apple ist ja auch religiös und sicher bei einigen auch schlicht ein Fetisch! :-)

    Kann es vielleicht sein, dass “Galle hochkommen” und so mehr was mit dem Tamtam in den Medien und um die Marke zu tun hat als mit den Geräten selbst?

    Eine natürliche Anti-Reaktion auf einen fast unnatürlichen Hype?

    Gibt es eigentlich bei anderen Geräten ähnlichen Fanatismus? Der Android(aner) ist ja auch nicht gerade immer unfanatisch :-)

    Manchmal wüsste ich ja gerne, was Siegmund Freud zu all dem sagen würde…

  15. moritz schrieb:

    wir haben gerade für eine ausstellung (home.stapferhaus.ch) eine html5 app für ein ipad gebaut. ich versteh die ganze aufregung nicht in diesem post. apple liefert den momentan besten html5 browser für mobile geräte. steve und co. haben genau so wie eric und co. alle optionen offen in der zukunft…

    cheers m.

  16. ThomasK schrieb:

    Coole Sache mit der Map an der Wand! (Video hinter obigem Link). Ich hab mal gesehen, wie jemand seine “Matrix” aus Plexiglas nachbaute (war irgendwo ein Uni-Projekt). Die Hubs waren Plexiglas-Stäbe und die Verbindungen Drähte. Das ganze war mehrschichtig.
    Die Wand macht mehr Sinn und weniger Arbeit :-)
    ____

    Sorry, sollte ich damit nerven. Mir liegt das wirklich am Herzen und ich komme einfach auf keine Lösung:
    Ich suche einen Weg, um Ton in einer WebApp abzuspielen. Zum einen als Hintergrund-Loop und zum anderen Ereignis-abhängig. Kann mir da vielleicht jemand von den Cracks weiterhelfen?

  17. Joel Janser schrieb:

    Andere Meinung, hier meine Argumente:

    1) Am Markt setzt sich nicht das durch, was am “einfachsten” für die Programmierer ist. Sondern das was perfekt und durchdacht ist. Sonst hätten sich Java-Programme für End-User durchgesetzt… was aber nie passiert ist.

    2) Apps sind benutzerfreundlicher (bessere Performance, bessere Integration, mehr Funktionen). Natürlich lohnt es sich nicht für jede Firma plattformspezifische Anwendungen zu programmieren. Aber alles was die grosse Masse erreichen soll, hat genug Kapital dahinter, sodass sich dieser zusätzliche Aufwand lohnt. Als Beispiel, wir haben für Nokia, Android und iPhone separate Anwendungen sowie zusätzlich eine HTML5 Mobile-Anwendung separat entwickelt.

    Wir hatten früher nur eine HTML5-Mobile-Site und die Userzahlen haben sich seit dem Launch der nativen Anwendung verzehnfacht.

    3) “Da baue ich meine Applikationen lieber mit HTML5.”

    Sind denn deine Benutzer bereit zwischen 1$ und 10$ zu bezahlen, um deine mobile Website zu besuchen? Falls ja, wie sollen sie bezahlen… nochmals alle Kreditkarten-Daten eingeben? Das ist viel zu kompliziert.

    What’s wrong to be Porsche? Auch wenn iPhones Marktanteil zurückgeht… das sind die Leute die viel und gerne für Content bezahlen. Jedenfalls in Relation zum Rest vom Markt. Adobe macht mit Photoshop für Mac gleich viel Cash wie für Photoshop für Windows… Auch wenn viel mehr Leute Photoshop für Windows benutzen, die Kundschaft ist eine andere.

    4) HTML 5 auf Handy kommt sobald…

    – Performance der Handys und der Netze besser wird.
    – Mobile JavaScript ausgereift sind (jquerymobile, etc.)
    – CSS / JavaScript Support auf allen Plattformen auf einem angemessenen Niveau ist und flüssig läuft.
    – Aber das heisst ja nicht dass HTML5 die Apps je ersetzten wird, höchstens ergänzen.

    —————————————————————————–

    Und nochmals zum Thema “Steve Jobs versteht Software nicht”. Ohne Apple gäbe es kein HTML5. Apple ist der führende Browser-Entwickler was die Technologie (WebKit) betrifft. Ohne Apple wäre HTML5 um 2 Jahre oder mehr zurück. Die Gecko-Engine ist für mobile Geräte zu langsam.

    Perfektionismus ist immer mit mehr Aufwand, mehr Kosten verbunden. Aber die Leute brauchen ja nicht viel. 300’000 Apps reichen, schliesslich ist es nur ein “Telefon”. Ich will nicht klicken und 20 Sekunden warten, bis ich weiss wo das nächste Starbucks ist, ich will die info JETZT SOFORT. Weil ich mitten auf der Strasse bin und wenn ich für diese Info 20 Sekunden brauche bin ich längst vom Tram überfahren worden ^^.

    —————————————————————————–

    Apple macht die Software nicht um Plattform-Marktanteile zu gewinnen, sondern um Hardware zu verkaufen. Apple wird mit 5% Smartphone-Marktanteil mehr verdienen als Google mit 80% Android-Plattform-Marktanteil. Weil Apple pro Gerät mehr als 1000$ Umsatz macht und Google weniger als 100$ (inkl. Lizenz, Downloads, Musik, Filme, …). Deshalb ist Apple auch mehr Wert als Microsoft und Google…

  18. Daniel Niklaus schrieb:

    Richtig Joel
    “Apple macht die Software nicht um Plattform-Marktanteile zu gewinnen, sondern um Hardware zu verkaufen.”
    Das funktioniert aus super, wenn es einen technologischen Hardwareschub gibt, wie wir ihn jetzt erleben. Nachher übernimmt aber wieder die Software das Zepter. Schauen wir in 5 Jahren, dann sehen wir, wo die Entwicklung steht.
    Danke für deinen Input.

  19. Reto Hartinger schrieb:

    sensationeller beitrag joël

  20. Internet Briefing Blog / Microsoft und das Nr. 2 Problem schrieb:

    […] schrieb ich vor Kurzem, dass Steve Jobs Software nicht versteht. Bei Ballmer muss ich sagen, er versteht die heutige IT-Welt nicht. Während Microsoft in […]

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