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Wie Wikileak ausgehebelt wird

von Reto Hartinger

Was auf Wikileak kürzlich veröffentlicht wurde ist hochbrisant. Da hört man quasi mit, was die Amis über die anderen denken, wo sie ihre Muskeln spielen lassen und was ihre verbündeten tun oder lassen

Man kann solche und ähnliche Aussagen auch aus anderen Quellen schöpfen. So habe ich z.B. die Memioren von Henry Kissinger gelesen. Der Blick hinter die Kulissen der Macht hat mich fasziniert und besser verstehen lassen, wie die Amerikaner ticken. Deshalb lese ich zurzeit auch die Memoiren von George W. Bush und erhoffe mir weitere Details die zu meinem Verständnis beitragen werden. Jetzt magst du anführen, dass ist doch durch seine Brille beschönigt und er wird nicht wirklich wagen zu sagen, was er über einzelne Personen tatsächlich denkt. Recht hast du.

Auch Wikileak ist natürlich der Blick auf die Welt aus amerikanischer Brille/Perspektive und zieht auch nicht schonungslos über die Leute her. Wenigstens nicht mehr, als die Medien über die Qualitäten von Bush als Versager und schlechtesten Präsidenten aller Zeiten berichtet haben.

Wikileak wird für viel Wirbel sorgen. Die Regierungen der ganzen Welt müssen lernen damit umzugehen. Plötzlich sind ihre Meinungen und Aktionen, deren Hintergründe auf dem Präsentierteller. Es gäbe natürlich die Möglichkeit, mit dieser Offenheit zu leben und sich entsprechend darauf einzustellen. Früher habe ich einmal gesagt, wenn man die Reaktion einer Regierung auf einen Vorfall voraussagen möchte, stelle man sich einfach vor, wie ein 8jähriges Kind reagieren würde. Heute denke ich, sind wir bei 11jährigen angekommen. Der Elfjährige wird sich die Möglichkeit kurz überlegen dann aber optieren gegen Wikileak vorzugehen, sich aber die Möglichkeit eines Arrangements offen lassen.

Wäre die US Regierung erwachsen, würde sie Wikileak mit ihren eigenen Waffen schlagen bzw. instrumentalisieren. Nach einer gewissen Einsicht werden die USA einfach Wikileak selber füttern. Mit Informationen einer Qualität, die sie in Kissingers oder Bushs Memoiren zu finden sind aber vor allem auch taktischen Informationen um die Öffentlichkeit in anderen Ländern zu beeinflussen. Bald werden wir – oder Wikileak – nicht mehr wissen, was tatsächlich stimmt, was Propaganda und was Sache ist. Wikileak wird ad absurdum geführt. Die Presse wird das veröffentlichen, was am besten tönt und das muss nicht aus einer unbequemen Quelle kommen sondern kann gezielt von der amerikanischen Regierung zugespielt worden sein.

Quasi das Gegenteil einer DDos Attacke. Statt Wikileak mit sinnlosen Anfragen zu überlasten, wird Wikileak mit Informationen zugemüllt.


Der Klick und der Klicker

von Reto Hartinger

Es ist schon schwierig genung den Surfer zu verstehen, man verstehe aber einmal den Klicker, die Person die auf ein Google Adwords klickt. Vom Surfer weiss man, dass er Klicken hasst, dass man die Hälfte aller User verliert pro Mal dass er klicken muss. Brauche ich für eine Aktion 5 Schritte, kann ich potenziell 5 Mal die Hälfte der Surfer verlieren. Man weiss auch wie man Leute zum Klicken bringt, da wirkt schon die Aufforderung “Klicken” wahre Wunder.

An der Suchmaschinen Marketing Konferenz habe ich etwas über den Klicker, bzw den kaufenden Klicker, kennen gelernt. Anscheinend braucht es mehrere Adklicks bis jemand tatsächlich etwas kauft. Das können Klicks auf verschiedene Kampagnen, verschiedene Textvarianten, ganz andere Produkte oder gar mehrmals ein und dieselbe Textanzeige sein. Lukas Stuber von Yourposition analysierte das Klickverhalten und Salestrichter. Spannend waren seine Erkenntnisse daraus. So gibt es anscheinend Suchgebrigge die selber nicht oft zum Abschluss führen, die aber bei vielen Abschlüssen als vorherige Klicks dabei waren. Er geht davon aus, dass diese sozusagen Passgeber für die Begriffe sind, die schliesslich zum Abschluss führen. Weil der beste Stürmer ohne Pass vors Tor kein Tor erzielen kann, meint Stuber, dass es leichtfertig wäre, solche Passgeber-Keywords wegen mangelnden Abschlüssen nicht mehr zu buchen.

Pad Boom schon vorbei?

von Reto Hartinger

Apple will nächstes Jahr 40 Mio iPads bauen. Und die Konkurrenz? Man könnte annehmen, dass nächstes Jahr 60 – 80 Mio Pads, Slates oder wie immer, über den Ladentisch gehen. Wirklich? Tatsächlich haben Leute in meinem Umfeld ein iPad gekauft, denen ich das nie zugetraut hätte. Ja und niemand konnte genau das damit anstellen für was er oder sie das Ding gekauft hat, aber weggeben wollen sie es auch nicht mehr.

Ein Massenphänomen

Damit das iPad ein Massenphänomen wird, braucht es aber noch eine Menge Software dazu. Ich habe meine iPad-Nutzung so alle 3 – 4 Wochen komplett geändert, immer je nach Verfügbarkeit von neuen Apps. Zum Surfen brauche ich das Ding schon ganz und gar nicht mehr. Aber 30 000 Apps sind zu wenig. Es fehlen die Killer Apps. Eine App die ich bezahlen muss, benutze ich ausser Pages nicht (ja und das benutze ich auch nicht) bzw wird entsorgt sobald sie zu kosten beginnt.

Meine Favoriten:

Backgammon

BlickTV (ich liebte es darauf Fernseh zu schauen, wirklich ein Erlebnis. Da es jetzt kostenpflichtig ist, wurde die App zum Fernsehprogramm degradiert)

Chess-Free

Clock Free

Samschtig Jass (ich reg mich aber fürchterlich über die Dummheit meines Compi-Partners auf)

SF Schweizer Fernsehen (ich würde gerne mehr Sendungen sehen können. Ich schau mir verpasste Newssendungen aber vor allem Giaccobo Müller und die Arena). Ein Livestream und ich würde mehr auf dem heimischen Sender schauen

TA – die TagesAnzeiger News – die App ist super, der Inhalt eher nicht. Aber ich lese jeden Tag mehrmals – praktisch alle Artikel.

That is it. Die find ich gut gemacht und brauche ich öfters

Ab und zu benutze ich

Facebook

Skype

MSN

Gmail

Wordpress

Die anderen Apps fristen ein erbärmliches Dasein. Sie begeistern mich nicht mehr.

News haben es also bei mir zwar geschafft mich während des ganzen Tages zu begleiten, aber eine einzige News-App ist zu wenig. Ich lese sicher 40 Quellen via RSS Feed.

Produktivitätstools benutze ich auch keine. Da könnte in Sachen Apps noch viel gehen. Es hat zwar geheissen, dass man Google Apps jetzt editieren kann – gesehen habe ich es noch nicht. Dann würde ich das iPad stärker nutzen.

Die iPad Killer sehen bis jetzt aus wie Rohrkrepierer. Der iPad 2.0 muss kräftig zulegen, damit tatsächlich 40 Mio iPads verkauft werden und nur dann lohnt es sich auch, dass die Inhalteanbieter tatsächlich massiv in das iPad investieren. Das Magazin Daily aus Rupert Murdochs Küche würde ich für 1 Dollar die Woche abonnieren – ist es denn so gut wie man es annimmt und wäre es auf Deutsch. Englisch mag ich News nicht lesen – heute haben die ja keinen Zeitvorsprung mehr.

Werbung auf dem iPad stört mich nicht und ich klicke sogar öfters drauf als im Internet.

Welche Apps benutzt du?

Beitrag zur Mobile Konferenz

von Reto Hartinger

Für die Mobile Konferenz suche ich noch ergänzende Referate.

Der Internet Markt ist sehr dynamisch und ein Jahr sind mehrere Internetjahre. Der Mobile Markt stellt aber auch ein Internet Jahr locker in den Schatten. Jedes Jahr stehen wir wieder vor komplett neuen Situationen und müssen Entscheidungen treffen, die auf Annahmen beruhen. Z.B. dass man mit Werbung oder mit Subscription Geld verdienen kann. Dabei ist nicht einmal klar, ob die App es überhaupt in den App Store schafft. Das kommt erst nach der Entwicklung heraus. Schlimmer, braucht es überhaupt eine App oder sind wir mit einer auf mobile optimierten Internetseite nicht besser unterwegs? Ja und wenn, für welche Plattform Windows Mobile 7? Setzt sich das durch?

Die Mobile Konferenz vom 7. Dezember soll etwas Licht in die Dunkelheit der “Fakten” bringen. Unten siehst Du das bereits vorhandene Programm. Möchtest Du auch etwas dazu beitragen? Fülle ganz ganz schnell das Formular Call for Speakers mit Deinem Vorschlag aus.

Mobile Konferenz

7.12. Brasserie Lipp, Zürich

  • Apps für Windos Mobile 7 entwickeln
  • Mobile Payments als online Zahlungsmittel
  • Businessmodelle im Mobile Markt: Wer verdient wie Geld

Apps für Windos Mobile 7 entwickeln

Sascha Corti, Systems Engineer, Microsoft Schweiz AG

In diesem TechTalk lernst Du anhand von verschiedenen Live-Demonstrationen das neue Windows Phone 7 und seine Funktionen kennen und sehen, wie Du Applikationen für diese Plattform entwickelst. Du wirst auch in den Windows Phone Marketplace eingeführt, die neue Online Plattform auf der Benutzer Ihre Windows Phone 7 Programme finden, testen und erwerben können:

  • Das neue User Interface von Windows Phone 7
  • Das Applikationsmodell hinter Windows Phone 7: Silverlight und XNA
  • Die erste Silverlight Applikation für Windows Phone 7
  • Der Applikations-Lifecycle unter Windows Phone 7
  • Die Notification- und Location Services
  • Der Windows Phone Marketplace

Mobile Payments als online Zahlungsmittel

ProdoshBanerjee, Managing Partner, Anolim GmbH

Das Zeitalter der zweiten Kategorie wird in den nächsten 18 Monaten unter anderem durch die Markteinführung von Mobiltelefonen mit Near Field Communications (NFC) eingeläutet. Aber bereits schon heute wandeln Systeme wie Square ein iPhone oder iPad in ein “Point of Sale” Gerät um.

In diesem Vortrag befassen wir uns mit den folgenden Fragen in der wachsenden Mobile Payments Landschaft:

  • Welche Technologien stehen dahinter?
  • Was bedeutet dies für den Konsumenten? Für den Händler?
  • Welche
  • Chancen bestehen für Banken, Finanzdienstleister und Technologiefirmen

Businessmodelle im Mobile Markt: Wer verdient wie Geld

Martin Widmer , CEO, Serranetga GmbH

Seit das erste SMS versendet wurde, sind viele Technologien und Services im mobilen Internet gekommen und gegangen. In der 4.Welle der Entwicklung des mobilen Internet scheint der Durchbruch des Massenmarktes für mobile Dienste aller Art nahe. Angeführt von Apple mit dem iPod touch, iPhone und dem iPad sind weitere mächtige Player im Markt breit gemacht. Neue Entwicklungen kommen von Google (Andoid für Mobile-Telefone und Pads), Nokia (Linux, Symbian), Microsoft (Windows 7) und Dell. Nicht alle technischen Entwicklungen sind in der Schweiz relevant. Martin Widmer zeigt auf, welche Dienste Heute in der Schweiz existieren und welche Dienste in Zukunft bei uns eine Chance haben.

  • Mobile Technologien und Trends
  • Welche Dienste haben in der Schweiz eine Chance
  • Geld verdienen mit kostenpflichtige Apps
  • Umsatzpotenzial für Paid Apps
  • Erffahrungen aus dem Mobile Value Added Servie Markt
  • Kritische Masse und Ecosystem in der Schweiz für funktionierende Geschäftsmodelle
  • Online-Werbung auf Smartphone und iPads

Call for Speakers für 2011

von Reto Hartinger

Ich bin wieder auf der Suche nach den Vorträge  und Refernten für das Jahr 2011. Melde Dich mit Deinem Vorschlag und fülle das Firmular Call for Speakers aus.

Mögliche Themen:

Promotion

  • Social Media Marketing
  • Onlinemarketing
  • E-CRM
  • Mobile Marketing
  • Viral Marketing
  • etc

Trends

  • Userverhalten
  • Märkte
  • Businessmodelle
  • Technologie
  • E-Business
  • E-Commerce
  • Wisdom of the Crowds
  • etc.

Best Cases

  • Social Medie Marketing
  • Suchmaschinenoptimierung
  • Suchmaschinen Marketing
  • Affiliate Marketing
  • Usability
  • Web-Design
  • Markenführung
  • Mobile
  • etc.

Mobile

  • iPhone & Android Trends
  • Businessmodelle
  • Ubiquitous Computing
  • Locationbased Konzepte
  • etc.

Technologie

  • Cloud Computing
  • Collaboration
  • Virtualisierung
  • SaaS
  • Open Source
  • Pervasive Computing
  • 3D Web
  • HTML5
  • CSS3
  • NoSQL
  • etc.

Development

  • Ajax
  • Automatisation
  • Webapplikationsdesign
  • P2P Architekturen
  • Agile Methoden
  • Model driven design
  • User Experience
  • Interaction Design
  • Computational Intelligence
  • etc

E-Commerce

  • Shopping Trends (liveshopping, clubshopping, masscustomizing, crowdsourcing)
  • Google Commerce
  • Prodktepräsentation
  • Social Commerce
  • Mobile Commerce
  • Recomendersysteme
  • etc

und natürlich Deine eigene Idee eines Referates.

Webdesigner vs. Webentwickler

von Daniel Niklaus

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Die Suche nach dem perfekten Namen

von Daniel Niklaus

Ist etwas vom schwierigsten, dass ich kenne. Hilfe gibt es zum Beispiel bei supertext.ch und auch www.12designer.com bietet neu ihren Service bei der Namensfindung an. Ich suche aktuell selbst einen besseren Namen für unsere Software DEMANDIT (mache ich schon seit 3 Jahren…) und da sah ich dieses Video. Echt clever und ein gutes Beispiel, wie Videos für Firmen funktionieren.

Wochenendsurftour

von Daniel Niklaus

Wochenende! Da geht’s auf die Wochenendsurf-Tour. Entdeckungen von bekannten Blogs, Linklisten und Interessantes aus Newslettern. Wer mitkommen will, sei eingeladen und darf im Kommentar gerne den einen oder anderen Link Ausgeben ;-)

Das iPad gibt nicht nur ein neuartiges Surfgefühl, es gibt auch tolle Websites für Apps. Damit sind wir bei den gut ausschauenden Websites. Aber wie gibt man einer Website die persönliche Note? Oder stellt stickiness her? Und was zieht die Augen an? Ein weiterer guter Weg um gute Websites zu erstellten, ist sich gute Beispiele anzuschauen. Zum Beispiel 30 Websites mit grossen Bildern im Hintergrund. 30 Web-Galerien zum “Schneuge”. 40 frische Minimal-Design-Websites. Und 50 dazu. Oder 45 gut aussehende Slideshows.

Wer übrigens seinen Webdesigner erschrecken will: der Horror.

Umgesetzt werden muss das Ganze ja auch noch. Tutorials, wie aus PSD gutes HTML wird. 30 CSS Selectors die man kennen muss. Damit wir vom Gleichen sprechen: Terms definitions in CSS. In diesem Sinn als Gedanke Cross-Browser CSS. Dazu Tools für Web-Designer.

Wild durchgemixt
Wer hat den ersten Internet-Wurm geschrieben? 40 Menschen, die das Internet beeinflussten. Fotomanipulationen. Dinge, die Sie nach dem Launch machen sollten. 12 inspirierende Infografiken

An was merkt man(n), dass man(n) Kind bleibt? Wenn er Freude an solchen Links hat ;-)
prehistorik2

Ach ja, diese Weihnachten kommt Duke Nukem…uups nein. Es wurde auf 2011 verschoben

Suchmaschinen- und Facebookwerbung: Der Kuchen explodiert

von ChristophSeitz

Co-Autor: Peter Schiratzki

Das Internet Briefing am 10. November lädt zum Thema Suchmaschinen- und Facebookmarketing. Unter den Rednern sind Millionäre und Milliardäre. Verwalter von Millionen von Keywords und Firmen mit Milliarden von Pageviews. Die Redner plaudern aus dem Nähkästchen und bringen zahlreiche Beispiele aus der Praxis. Kombiniert mit Theorie und „Best Practices“ wird die Konferenz mit einem vermeintlich sehr spezifischen Thema zu einem unglaublich vielseitigen Erlebnis und Lehrgang.

Die 10 Gebote des Search Engine Marketings

Lucia Yapi von Yapi Web macht den Start und setzt gleich den Pace für den Tag: Die AdWords-Welt ist vielseitiger und komplexer, als viele vielleicht dachten. Da hiflt es, einige Grundregeln zu beachten. Zum Beispiel: Überlege, was du mit deiner Kampagne erreichen willst. Sind es Klicks, Impressions, Conversions? Und auch andere Themen wie “Versetze dich in den User” und das Relevanzdreieck aus Suchbegriff, Anzeigentext und Zielseite ziehen sich als rote Fäden durch den Tag. Relevanz senkt den Cost per Click (CPC) und ist Voraussetzung für das Erreichen der Zielwerte. Ist die Kampagne einmal vorbereitet und aufgegleist, solle man nicht knausern: „Denken Sie Flugzeug!“ Heisst: Genügend Saft geben und die Kampagne gleich auf Flughöhe bringen. Turbulenzen könne man nachher meistern.

SEM wird professionalisiert, auch in der Schweiz

Noemi Alvarez von Kuoni zeigt eindrücklich auf, weshalb aufgeweckte Firmen im neuen Jahrzehnt interne Search-Spezialisten-Teams haben: Suchmaschinen­marketing ist Hirn- UND Knochenarbeit. Bei (Hundert)Tausenden von Begriffen und Begriffskombinationen braucht es einen klare Optimierungsstrategie und dauernde Tests. „Wir buchen alles und testen alles“. Suchbegriffe mit Top-Performance werden gehegt, Mid Performers optimiert, Low Performers kompromisslos ausgemistet. Longtail Strategien lohnen sich und lassen sich auch gut dem Management verkaufen, wenn sie so konsequent und professionell durchgeführt werden wie bei Kuoni. Dazu werden auch A/B – Tests mit Zielseiten eingesetzt, wobei Video besonders gut abschneidet– engagetheuseremotionally! Mit diesen Optimierungen auf allen Ebenen wird fast doppelt so viel Umsatz ausgelöst.

Offline-Werbung ist tot. Es lebe die Offline-Werbung!

Tim Riepenhausen führt ebenfalls vor, dass die Search-Maschine nur richtig läuft, wenn alle Rädchen aufeinander ausgerichtet sind – vor, während und nach dem eigentlichen Klick. Fernsehwerbung z.B. befruchtet SEM und umgekehrt. Im präsentierten Beispiel steigerte SEM + TV die ungestützte Markenbekanntheit um fast 50% gegenüber TV allein. Dabei sei es wichtig, dem Konkurrenten immer einen Schritt voraus zu sein. Was aber nicht heisst, dass das Suchwort immer auf Platz 1 angezeigt werden muss. Position 4 bringt meist bessere Klicks mit mehr Conversions. Dafür ist die Reichweite sehr viel kleiner. Ausserdem ist er ein Vertreter von Bidmanagement Tools und gibt einen Eindruck, wie eine direkte Anbindung an einen Shop die Just-In-Time Verkäufe auf die nächste Ebene bringen kann.

SEM ist wie Autofahren – alle können es, die wenigsten gut

Suchmaschinenwerbung räumt mit Zielgruppen auf. Es sind nicht die Werber, die sagen, wer was sehen soll. Sowohl bei den Suchtexten als auch auf der Website gilt es, die Sprache der Konsumenten zu sprechen. Es gibt keine absoluten Grössen wie gut oder schlecht, sondern nur verstandene, sprich geklickte, und nicht verstandene Messages. Tom Hanan von Webrepublic lässt die Konferenzteilnehmer darüber abstimmen, welche Textvariante zu mehr Klicks führe. 90% im Raum liegen falsch. Es wird sonnenklar, dass man von sich nicht auf die Kunden schliessen darf. Wiederum gilt, was alle Redner empfehlen, generische und spezifische Suchbegriffe gleichzeitig einzusetzen, Varianten von Anzeigetexten und Zielseiten gegeneinander zu testen. Auch gilt es die User Entscheidungsprozesse digital abzubilden und möglichst zu antizipieren, was “hinter der nächsten Kurve liegt” – z.B. Entwicklungen im Mobile-Bereich. Optimierungsmöglichkeiten sieht Hanan vor allem auch nach dem Klick. Zumindest die wichtigen und teueren Keywords verdienen massgeschneiderte Anzeigetexte und Unterseiten, wo zum Teil kleine Farbunterschiede die Conversion positiv oder negativ beeinflussen können.

Thefutureisbright, thefutureis mobile

Als nächster betritt Beat Buehlmann von Google die Bühne. Er hat ein Heimspiel: 90% der Konferenz befasst sich mit Google, 10% mit Facebook und anderen Suchmaschinen. Zumindest in der Schweiz widerspiegelt das die Realität. Was besonders imponiert: Google nimmt Mobile ernst. Anzeigen mit Click to Download, Click to Call, Vouchers etc. zeigen das enorme Potential auf, das die mobile Textwerbung birgt. Ein weiteres pikantes Detail: 60% aller Käufe werden online recherchiert, aber nur 8% des Werbe-Etats für Online-Werbung eingesetzt. Dabei macht das Internet rund einen Viertel der Mediennutzung aus. Internetwerbung in der Schweiz wird nach wie vor nicht genügend Gewicht gegeben – obwohl die Schweizer bei der Nutzung von Mobile, Smart Phone und Internet vorne mit dabei sind. Es gibt aber keinen Zweifel: Das Stück vom Werbekuchen wird grösser werden, und der Kuchen insgesamt auch.

“Peter likes Hackbraten” und “Chris follows @Vanillecrème”

Vor dem Mittagessen wird noch eine alte Frage geklärt: Es lohnt sich auch, Textanzeigen auf die eigene Brand zu buchen. Mit einem guten Angebot und einem Call to Action in der Textanzeige lässt sich auch bei optimaler SEO mehr Wirkung erzielen. Ausserdem können aktuelle Angebote rasch kommuniziert Brand Hijacking vermieden werden. Dann ist es Zeit, bei Hackbraten und exquisitem Dessertbuffet, die von RetoHartinger gefordeten 4 Kontakte zu knüpfen. In dieser Kombination ein Vergnügen. Einziger Wehrmutstropfen: Das zuvor vorgestellte Tool Google Goggles liefertmir kein Rezept für den Vanille-Dessert. So weit sind wir doch noch nicht.

Trichtersicht statt Tunnelblick

Nach dem Essen geht es mit Vollgas weiter. Lukas Stuber illustriert das Bonmot „Wer misst, misst Mist“ am Beispiel des Keyword-Funnels. Oft beachtet man für die Erfolgsmessung nur das Keyword, welches zum letzten Klick führt. Dabei wird völlig übersehen, dass es Teamplayer braucht, die den Ball mit einem Tackling erobern und Assists leisten. Die Analogie mit dem spanischen Weltmeisterteam ist ein weiteres Highlight des Tages: Hätte Iniesta das Tor ohne seine Mitspieler erzielt? Und wäre aus dem fleissigen Helfer Iniesta je ein Torschütze geworden, wenn ihn der Coach vorher ausgesondert hätte? Anscheinend verursachen Suchbegriffe mit vielen Assists über die Zeit auch mehr Last Clicks.

Aber lassen sich Fussball und der Trichter von Suchbegriffen direkt miteinander vergleichen? Der aufmerksame Moderator Patrick Price wendet ein, dass es doch eher unwahrscheinlich sei, dass der Suchbegriff „Staubsauger“ zum Kauf eines „Pizzaofens“ führe. Auch dann nicht, wenn sie im gleichen Keyword-Funnel stecken. Die Antwort darauf: Wenn Suchbegriffe immer wieder miteinander in Funnels auftreten, kann durchaus ein Zusammenhang bestehen. Eine weitere Analyse, die es zu beachten gilt.

Ohne Markenbekanntheit muss man auf Tutti gehen

Unisono wird vor einer „Siloisierung“ der Suchmaschinenwerbung gewarnt. Bis der Neukunde eine Bestellung auslöst, sieht er Plakatwerbung, TV-Werbung, Zeitunginserate und versucht verschiedene Suchbegriffe, Homepages, Unterseiten… Unbestritten ist, dass eine starke Brand den ganzen Prozess unterstützt. Aber braucht es zwingend eine starke Brand? Stefano Santinelli startet mit der provokanten These, dass es auch ohne geht. 95% seiner Werbeausgaben hat er für Google reserviert. Diese werden in grossen Wellen eingesetzt, um im Wellental vom „Free Traffic“ zu profitieren. Tutti.ch hat bereits einen grösseren Konkurrenten überholt, die Strategie scheint aufzugehen. Bei Bidding-Optimierungstools ist Santinelli hingegen vorsichtig. Im konkreten Beispiel stiegen die Conversions zwar um einen zweistelligen Prozentsatz, der Durchschnittspreis aller (!) Conversions erhöhte sich aber um 11%. Heisst im Klartext: Die zusätzlichen Conversions wurden sehr, sehr teuer erkauft.

Um den Konferenzteilnehmern etwas Greifbares auf den Weg zu geben, präsentiert Santinelli die „Super-Formel“, mit der sich CPCs optimieren liessen. Als auch noch die Tagestemperatur ins Spiel kommt, fliegt der Witz natürlich auf. Diese hat zwar einen Einfluss, lässt sich aber fast so schwierig vorhersagen wie das Verhalten der Internetbenutzer.

Die ganze Welt ist von Google beherrscht – die ganze Welt?

Viel Stoff zum Schmunzeln bringt auch Corinne von Ballmoos von Plakativ. Sie versucht im Auftrag des EDA, die Webseite swissworld und damit auch die Schweiz in der Welt bekannt zu machen. In China, Japan und Russland scheint das nicht ganz trivial zu sein. Um Klischees (Messer, Züge, Sugus) käme man nicht herum (obwohl Sugus offenbar in Polen erfunden wurde, wie aus Echtzeit-Tweet-Stream unter dem Hashtag #ibsem entnommen werden kann). Sogar der Begriff „Schweden“ wurde gebucht, um die Schweiz attraktiv zu positionieren. Die Zusammenarbeit mit dem russischen Suchportal Yandex sei motivierend, mit dem chinesischen Baidu bürokratisch, und mit Yahoo Japan „lost in translation“. Ihr Fazit: „Wer nichts bezahlt, bekommt nichts. Wer bezahlt, bekommt viel mehr“. Da in diesen Ländern Google nicht sehr stark sei, lohne sich eine Zusammenarbeit.

Facebook ist der kleine Bruder von Google. Noch.

Zum Schluss kommt es doch noch: Das Social Network. Facebook. Um es gleich vorwegzunehmen: Google ist immer noch ungleich mächtiger, aber Facebook-Kampagnen können sich lohnen. Das zeigt Thomas Besmer von den CSS Versicherungen auf. Facebook hat für die Krankenkasse verschiedene Vorteile. Die Zielgruppe lasse sich sehr genau definieren (soziodemographisches Targeting, nicht atomisiert wie bei Google). Wenn man ihr schon im Advert erkläre, was man verkaufen wolle, lassen sich ansprechende Klickzahlen und kostengünstige Leads erzielen. Voraussetzung wie immer: Die Zielseite muss kampagnenspezifisch gestaltet sein und einfach zu einem Abschluss führen. Mit dieser Strategie erzielt die CSS mitunter eine Cost per Conversion, die 350% unter Google liegen. Im brutalen Konkurrenzkampf unter den Krankenkassen sind Google-Textanzeigen entsprechend teuer geworden. Da lohnt es sich, andere Kanäle zu erschliessen. Wenn das schiere Volumen an Conversions nicht ausschlaggebend ist, bietet sich Facebook in solchen Fällen an. Es hat natürlich auch andere Stärken, vor allem im Branding-Bereich. Ein Bild sagt manchmal mehr als Worte, und Impressions gibt es auf Facebook immer noch günstig zu haben. Es ist auch interessant, die Facebook-User über eine Page direkt einzubeziehen und zum Beispiel den Kundenservice über Facebook laufen zu lassen (wie das www.mudah.my macht).

Ende gut, alles gut

Nach rund 9 Stunden ist die Suchmaschinen- und Facebookmarketing Konferenz zu Ende. Es gibt wohl nicht viele Teilnehmer, denen nicht der Kopf dröhnt. Im guten Sinne, allerdings: Die Qualität der Referate war sensationell. Reto Hartinger ist für die Zusammenstellung des Programms ein Kränzchen zu winden. Eines hat sich klar gezeigt: Suchmaschinen-Marketing ist viel mehr als Werbung auf Suchmaschinen. Es ist ein Business im Business. Es erfordert Forschung, Marketing, Finanzen, Verkauf und viel, viel Verständnis des eigenen Unternehmens und der Bedürfnisse der Kunden.

It’s just been a perfect day. Herzlichen Dank an alle Involvierten.

(Die Autoren dieses Artikels können über Google gefunden werden oder direkt unter www.spontacts.ch und @Spontacts für Christoph Seitz und www.zweii.ch und @peter_zweii für Peter Schiratzki)

Thomas Brenzikofer verlässt die Netzwoche

von Reto Hartinger

Ich kann mich noch gut an die Lancierung der Netzwoche erinnern. Thomas Brenzikofer und Heinrich Meyer und ein Dritter – allesamt mir unbekannte Persönlichkeiten – lancierten nach einem SIMSA Event die Netzwoche. Wir waren alle etwas skeptisch. Ambitiös erschien uns das – eine Wochenzeitung alleine für das Internet und das mit branchenfremden Personal.

Die Netzwoche hat sich rasch etabliert und Thomas Brenzikofer hat sich als sehr guter Chefredaktor erwiesen. Viele gute Journalisten sind aus der Netzwoche hervorgegangen. Es ist zu unserer Zeitschrift geworden und der Netzticker landete quasi in jedem E-Mailkorb der Branche. Nicht genug. Die Netzwoche hat auch Studien herausgegeben. An den ersten zwei Netzreports war ich beteiligt, habe das Studiendesign gemacht. Der Netzwoche verdanken wir auch den Best of Swiss Web Award. Thomas hat alles mit geprägt und mit getragen – immer mit seiner spitzbübischen Art.

Im Sommer hat er seine Anteile Heinrich Meyer verkauft und meinte, endlich nur noch Angestellter sein und nicht mehr einfach alles Tragen müssen hat ihm gut getan. Es hat ihn aber auch auf neue Ideen gebracht und deshalb hat er per Februar gekündigt. Was er genau machen will, verrät er nicht. Er wird der Branche aber erhalten bleiben. Zu gerne schreibt er gute Texte. Vom Outsider ist er in diesen Jahren zu einem der Insider, mit vielen Kontakten und umfassendem Wissen, geworden. Thomas, ich wünsche Dir viel Glück

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