Suchen:

Eine Viererbande stalkt das Internet

von Reto Hartinger

Unter dem Motto “Vier -freilich selbsternannte- Online-Experten reden miteinander” diskutiere ich mit Hannes Gassert, Jürg Stucker und Patrick Tschudin über Internet-Themen. Hört euch doch die erste Version an.

Wir sprechen über:

Streetview Gerichtsfall
eZürich
DynabookZ Initiative
Projektschule Goldau (iPhone in der Ausbildung)
Open Government Data Initiative
SBB API (kein Link)
JOIZ; Voting Link auf Internetworld.de
opensource.ch
iPad 2

Streetview Gerichtsfall

eZürich

DynabookZ Initiative

Projektschule Goldau (iPhone in der Ausbildung)

Open Government Data Initiative

SBB API

JOIZ; Voting Link auf Internetworld.de

opensource.ch

iPad 2

Der Talk beginnt ziemlich wirr, ist aber doch noch ganz witzig. Oder sage ich das nur, weil ich mich selber gerne schwatze höre? Bitte um Inputs.

Neuer Google Algorythmus straft low value brutal ab

von Reto Hartinger

Die Doktorarbeit von Herrn Guttenberg würde in der Google Rangliste trotz magna cum laudum neuerdings in den Hinteren Plätzen dahinkümmern.

Der neue Google Algorythmus straft Websites mit wenig eigenem Text oder Site die wenig Sinn machen gnadenlos ab und bevorzugt dafür Sites mit tiefgreifenden Analysen, Berichten und viel originärem Text.

Es sind als nicht Seiten sondern Sites – also ein neuer Siterank wird geführt. Schlaue SEOs haben riesige Sites mit irgendwelchem Inhalt zu Themen gemacht und täglich ja stündlich automatisch durch semantische algorythmen verändert. Das hat viel Traffic von Suchmaschinen auf die Seiten gelockt, der womöglich sofort zu Kunden umgeleitet wurde. Genau dies hatte Google im Visier. Auch Sites mit wenig Inhalt und vielen Links werden zurückgebunden wie zum Beispiel die Adresssites die zu Millionen von Namen gerade reihenweise Links auf ihre Adresstreffer platzieren konnten. Weg.

Was bedeutet das für Crossposting bei Blogs? Ich nehme an, dass dies nicht so stark ins Gewicht fällt, wenn der originäre Anteil noch genügend gross ist. Google wird auch hier einen Anteil tolerieren, denn mit gleichem Inhalte auf andere Sites zu zeigen ist manchmal schlicht nicht zu vermeiden. Vielleicht gibt es auch sowas wie ein Prozentsatz von Text zu Link. Ist dieser zu klein, wirkt sich das negativ auf das Ranking aus.

SEOs und ihre Kunden werden wieder ins Schwitzen kommen. Wer hat noch mehr konkrete Beispiele von Auswirkungen?

Ägypten: Die erste friedliche Revolution der Geschichte dank Social Media?

von Markus Hegi

Short English Version

Einige Tweets der Ägyptischen Revolution

Ganz friedlich war sie natürlich nicht, immerhin gab es mehr als 300 Tote. Und selbstverständlich werden Revolutionen von Menschen gemacht, nicht von Tools. Aber es gibt schon einige erstaunliche und interessante Entwicklungen, vor allem in den letzten Tagen der Ägyptischen Revolution – die ohne Social Media schwer denkbar gewesen wären:

1) Wie ist es möglich, dass die Revolution von Seiten der Demonstranten so friedlich verlief? -

2) Das Tempo des Umsturzes was am Ende enorm: Wie konnte sich die Revolution in nur 18 Tagen so gut organisieren?

3) Auch hatte diese Revolution keine klaren Führungsstrukturen – Wer hat die Massen geführt?

“Peace” ist oft ein Hauptelement von Revolutionen – Man errinnere an Gandhi, an die 68er Bewegung oder der Fall der Mauer. Nur: friedlich bleibt es dann selten in Protesten. Denn obwohl die Masse friedlich demonstriert, hat es meist eine kleine gewaltbereit Minderheit – Und durch Gerüchte, Missverständnisse und gezielte Missinformation eskaliert die Gewalt oft: Gerüchte zum Beispiel, dass an anderer Stelle die Polizei Demonstranten angreift etc.

In Egypten waren Twitter & Facebook effiziente Kommunikationsmedien. Obwohl zwar nur eine kleine Minderheit während den Demonstrationen online war, gab es in vielen Gruppen von Demonstranten einige, die via Twitter und Facebook kommunizierten & koordinierten. So konnten auch Gerüchte schnell falsifiziert und die Bewegung koordiniert werden.

Interessant war insbesondere auch, was auf den Sozialen Medien am Tag vor Mubarak’s Rücktritt passierte: Am 10. Februar signalisierte die Regierung, dass Mubarak zurücktreten würde. Die Demonstranten feierten und jubelten, doch am Abend hielt Mubarak seine unsägliche Rede und verkündete nichts von einem Rücktritt. Die Enttäuschung war riesig und die meisten Kommentatoren sagten eine “blutige Nacht” voraus und dass Egypten jetzt vollends im Chaos versinken würde (Baradei “Egypt will Explode!”). Nichts von dem geschah – Auf Twitter & Facebook machte dann eine Theorie die Runde: Danach soll Mubarak all das inszeniert haben, nur um die Demonstrierenden aus ihrer Reserve zu locken. Er soll also versucht haben, die Frustrationen der Demonstranten so stark zu steigern, dass sie gewalttätig würden, und so das Regime einen Grund habe, ganz hart gegen die Revolution vorzugehen um Ordnung wieder herzustellen. Und die Reaktion? “NO WAY MUBARAK – you will not succeed”. Am nächsten Tag sah man Sprechchöre, die neben den bekannten “Mubarak – leave!” nun auch schrien “PEACEFUL – PEACEFUL – PEACEFUL …”, und wenn einige wenige versuchten zu provozieren oder gewalttätig wurden, hielt die Masse sie sofort zurück -

Und Wer hat diese Revolution angeführt? Nach @Ghonim, einem jungen Blogger niemand: “This is Revolution 2.0: No one was a hero because everyone was a hero.” Seine und andere Tweets wurden verbreitet (Re-Tweeted) und die Masse handelte danach: Wenn es darum ging, wo und wann die Massendemonstrationen stattfanden, wie auch dass die Revolution zu Ende ist. Und auch als @Ghonim am Ende mahnte, man müsse jetzt aufräumen und dann zurück zur Arbeit wurde das re-tweeted und von der Masse befolgt.

So gesehen ist Twitter ein sehr “demokratisches” medium: Jeder schreibt seine Ideen, dann wird darüber abgestimmt (re-tweeted) und die Masse folgt den populärsten Tweets. Und damit braucht es auch keine Revolutionsführer mehr.

Social War for Talents

von Reto Hartinger

Die Sozialen Netzwerke wie XING.com und LinkedIn.com werden schon längst als Headhunting-Plattformen benutzt – oder auch gelinder ausgedrückt, für Personalbeschaffung. Es ist ja praktisch, dass man alle Lebensläufe (und Referenzen) und Qualifikationen online einsehen kann. Und dies von hundertausenden von Personen. Selber benutze ich XING um Referenten zu finden.

Ich glaube es ist die UBS, welche ihren Mitarbeitern XING-Profile verbietet. Trotzdem gibt es tausende von UBS uns ex-UBS Mitarbeiter Profile. Bei den Mitarbeitenden sind XING, Facebook, Youtube und Twitter längst alltägliche Instrumente geworden; zur Kommunikation, zur Unterhaltung und bei der Stellensuche.  Ist das die richtige Taktik, die Mitarbeiter einzuschränken? Firmen versuchen sich in Sozialen Medien aber auch als guter Arbeitgeber zu positionieren.  Wir sind ziemlich ratlos, wie wir als Firma mit den Sozialen Medien umgehen sollen. Gibt es bereits eine Best Practice im HR Bereich?

Ralph Hutter gibt am nächsten Internet Briefing einen Überblick über den Einsatz von Social Media in Personalprozessen und gibt Praxistipps für einen erfolgreichen Start.

1.3.  17.30-20.00 Social War for Talents
·        Wirkungsbereiche des Employerbranding
·        Employer Branding vs. Employee branding
·       Eignung von Social Media Plattformen für Recruiting, Retention und Unternehmenskultur
·        Erfolgsmessung
·        Aktuelle Beispiele von führenden Unternehmen
·        Dos and Donts
·        Vorgehensmodell für die Einführung von Social Media Kommunikation im Unternehmen

Infos und Anmeldung: Social War for Talents

Bitte Feedback für die neue Website

von Daniel Niklaus

Der nächste Entwurf für www.internet-briefing.ch ist fertig und wir brauchen euer Feedback. In einem intensiven Schlag ähhh Argumententausch zwischen Grafik, Reto und mir fanden einige Änderungen statt.

Startseite
Die Seite wurde gedrängter. Während ich immer wieder “Mut zum Nichts” rufe, besteht Reto auf “Alles in einem Blickfeld”. Gewonnen hat der Auftraggeber. Das Logo wurde kleiner, die Inhalte näher zusammen gerückt. Dazu änderten wir von einem Startbild zu einer “grosse Schrift” Promotion für neue Events.

Was lieben die User an Facebook? Bilder von Leuten, die sie kennen. Was lieben die User auf vielen KMU Websites? Bilder der Mitarbeiter. Tatsächlich, wir sehen in vielen Statistiken, dass die Mitarbeiterbilder zu den absoluten Favoriten von Schreinereien, Modehäusern, Dienstleistern, Handelsfirmen, Schulen und Verbänden gehören. Und darum erhält jeder Event sein eigenes Promobild mit dem Referenten auf dem Bild.

briefing_startseite

Frage: Fehlen euch Informationen. Sollten wir andere Schwerpunkte legen. Ist es gut lesbar, verständlich und habt ihr die wichtigsten Punkte im Blick?

Mehr Ajax
Ein wenig konnte ich mich mit Weissflächen durchsetzen. Aber nur, weil wir bei den Events mit Ajax die weiteren Informationen anzeigen – Google ähnlich. Das hat Reto gefallen :-)

briefing_ajax

Frage: Gibt es Punkte, die wir noch mehr vereinfachen können?

Login & Icons
Etwas überrascht war ich, als Reto von sich aus die Suche auf der ersten Seite killte. Damit das Login sichtbarer wird, verzichtete Reto auf eine search Funktion. Auf den Folgeseiten sind sie wieder drin. Dafür ist der Blog prominenter eingefügt und es gibt Direktlinks zu den Social Media Angeboten.

briefing_blog

Frage: Wir selbst sind keine WP-Profis und uns fehlt die Erfahrung für die Umsetzung des Blogdesign. Wenn wir ein aktives Mitglied im Internet-Briefing haben, dass uns unterstützen möchte, bitte im Blog kommentieren.

Navigationstyp
Die Navigation wurde im Schlussspurt nochmals in Frage gestellt. Was zieht ihr vor, das schlichte Grau oder das noch schlichtere Weiss mit Reiterfunktion?

briefing_navigation

Frage: Welche Navigation zieht ihr vor oder hat jemand einen ganz anderen Vorschlag?

Was wir jetzt brauchen, ist euer Input. Der Blog wartet auf Expertenantworten & Anregungen.

Topsoft plus

von Reto Hartinger

Eine anständige Schweizer ICT Messe wird es wohl nicht mehr geben, auch wenn der nächste Versuch sogar so heisst. Oder eben die etwas kindische Version davon Aiciti. Schwächlich kommt sie dann auch daher. 65 bis 70 Aussteller will die Exhibit vom 10. bis 12. Mai in der Halle 4 der Messe Zürich zusammen bringen. Imposanter wirkt daneben die TopSoft, die über 200 Aussteller vorweisen wird. Nachdem Rene Meiers Community Building Company sich vom Projekt Aiciti wieder verabschiedet hat, kann die  Messe nur noch als Topsoft+ durchgehen. Ob Kongress und Messe genügend Leute nach Oerlikon pilgern lässt, lässt sich bezweifeln. Die Topsoft zieht 2500 Personen an. Wieviele werden die 70 weiteren Aussteller anlocken? Der Kongress hat schon die letzten Jahre nicht die Massen erreicht. In den Glanzzeiten der iEx, muss man fairerweise sagen, hat der Kongress immer von der starken Messe profitiert. Heute müsste der Kongress die Messe stützen. Das wird er kaum können. Messe und Kongress werden dahindümpeln. Einziger Gewinner: Topsoft, sie kann endlich in der Messe Zürich stattfinden.

Dos and dont’s im Performance Marketing

von Beat Z'graggen

Noemi Alvarez fasste ihre zehnjährige Erfahrung, die sie unter anderem bei eBay und Kuoni mit allen online Marketing Kanälen (SEM, SEO, Display und Affiliates Marketing) gewonnen hat, in konkrete Tipps zusammen. Sie präsentierte die Dos and Dont’s des Performance Marketings.

Hier eine Zusammenfassung des Internet-Briefing Vortrages von Noemi Alvarez. Sie ist bei Kuoni für online Marketing zuständig und gab Ihre Erfahrungen mit Performance Marketing weiter.

Messen Sie alles und identifizieren Sie die besten Deals, damit Sie Ihr Budget optimal verteilen können
Zuerst muss sichergestellt werden, dass das Tracking funktioniert. Es gibt Deals mit vielen Konversionen und solche mit geringen Kosten pro Konversion. Wichtig ist es, den Erfolg zu messen.

Interessant zu vermerken: Im Saal waren sich fast alle Anwesenden einig, dass die Suchmaschinenoptimierung am meisten Umsatz pro investiertem Franken bringt und die beste Performance aufweist.
Performance von Deals

Testen Sie alles bevor Sie Entscheidungen treffen
Sollen Sie Urlaub als Keyword für Ihre SEM Kampagne buchen?
Welches Landingpage generiert am meisten Buchungen?

  • Seite mit Angeboten
  • Möglichst viele Inhalte
  • Emotionale Seite mit Videos und Bildern

Welche Ihrer Produkte werden am besten online verkaufen?

Entdecken Sie Nachfrage und gewinnen Sie Kunden
Die Nachfrage sollte immer analysiert werden. So kann es sein, dass viele Suchende nach den Malediven am Schluss Mallorca buchen. Diese Erkenntnis kann genutzt werden, um mehr Besucher zu Kunden zu machen. Es ist auch wichtig zu erkennen, woher die hochpreisigen Buchungen kommen und nicht nur auf die Anzahl der Konversionen zu sehen.

Erkennen und vermeiden Sie die Doppelmessung von Konversionen
Die meisten Analysetools wie Google Analytics messen standardmässig nur den letzten Besuch, der zur Konversion geführt hat. Der Besucher war aber vorher zum Beispiel zuerst bei einem Affiliate, kam dann wieder über Google AdWords und buchte dann bei einem Besuch, wo er direkt über einen Bookmark auf das Angebot gekommen ist.
Erkennen und vermeiden Sie die Doppelmessung von Konversionen

Performance Marketing bedingt ein stetiges optimieren
Je nach Ressourcen und Volumen sollten alle Massnahmen im Performance Marketing ständig optimiert werden. Analysieren Sie die Suchmaschinenoptimierung mit den gleichen Kennzahlen wie die anderen bezahlten Kanäle. Zu optimierende Suchbegriffe anhand von Besucherzahlen zu definieren anstatt auf die daraus resultierenden Konversionen zu achten ist ein grosser Fehler.
Performance Marketing bedingt ein stetiges optimieren

Verhandeln Sie ständig und erarbeiten Sie sich gute Deals
Mit Google kann man zwar nicht verhandeln aber bei Affiliate-Systemen oder Portalen liegt je nach Verhandlungsmacht viel drin. So können die Provisionen von Affiliate-Systemen von 30 % bis auf 20 % heruntergehandelt werden. Dazu muss man aber sicherlich auch ein grösserer Kunde sein, der mindestens CHF 100’000 Umsatz pro Monat bringt.
Verhandeln Sie ständig und erarbeiten Sie sich gute Deals

Weitere Tipps im Performance Marketing

Die Tablett Lüge

von Reto Hartinger

Apple hat bis Ende 2010 14.8 Mio iPads verkauft und möchte 2011 weitere 40 Mio verkaufen. Über 100 weitere Konkurrenten wollen 2011 Apple mit ihren Tabletts  Konkurrenz machen. Schon gross herausposaunt wieviel sie verkauft haben, hat Samsung. 2 Millionen Stück, was den Apple Marktanteil auf ca 70 % herunter gedrück hätte. Hätte! Samsung hat die 2 Millionen Tabletts an die Händler geliefert, tatsächlich abverkauft wurden fast keine. Der weltweite Handel kann 2 Mio Stück aufnehmen, das haben wir schon bei Windows Mobile 7 Handys gehört. Auch eine grosse Werbekampagne hat aber nicht dazu geführt, dass die Windows Handys Käufer gefunden hat. Der Kanal wird die Nase gestrichen voll haben von unverkäuflicher Ware. Die 99 anderen Tabletts werden es sogar schwer haben, überhaupt in die Regale zu kommen. Wer nicht wie HP über einige Argumente gegenüber dem Kanal und einem eigenen Vertriebsnetz verfügt, wird kaum bis zum Konsumenten dringen. Es wird nochmals massive Werbeanstrengungen brauchen, um auch die Endkunden zu überzeugen.

Schulen und Universitäten

Ein anderer Weg wäre Nischen zu bearbeiten. Zum Beispiel eignet sich ein Tablett hervorragend für Schulungseinrichtungen, die jährlich pro Schüler mehrere Tausend Dollar in Form von Unterrichtsmaterial und Büchern ausgeben, die sich zwecks Amortisation 7 bis 10 Jahre behalten müssen. Ein Tablett könnte da einfacher auf dem neuesten Stand gehalten werden. Apple besetzt diesen Markt schon. Hat eine eigene Abteilung aufgebaut und gibt massive Rabatte.

Verlage ringen nach einer Non-Apple Lösung

Gestrichen die Schnauze voll haben vor allem die europäischen Verlage. Sie prangern Apple an, dass ihnen das App-Vertriebsmodell ihr Business-Modell kaputt macht. Es ist ja zwar schön, dass bei einer App die Distributions und Druckkosten wegfallen, aber wenn bei jedem Verkauf 30 % an Apple abgedrückt werden muss, geht der Vorteil verloren. Zudem können die Verlage mit ihren Kunden keine direkte Geschäftsbeziehung mehr aufbauen worüber sich noch anderes abverkaufen liesse. Auch eine Kombiangebot Print und iPad stösst an seine Grenzen, das Apple immer die hohle Hand aufmacht und die iPad-Version nicht gratis oder massivst verbilligt zulässt. Die Verlage suchen nach einer Alternative. Android-Tabletts können es nicht sein. Zu wirr ist gerade der Formfaktor bei den Android-Geräten und so es nicht sicher ist, dass sie sich am Markt nicht durchsetzen, gleicht die Investition in Android einem Russischen Roulett. Werden die Verlagen in den Apfel beissen (müssen). Auch wenn Apple bis Ende 2011 50 Mio iPads weltweit verkauft hat, gibt es zwei Probleme. Die Stückzahlen in den einzelnen Regionen werden immer noch klein sein und der First-Mover Daily mit einem Abo-Preis von 40 Dollärchen pro Jahr vermiest seinen Konkurrenten die Preise. Daily setzt die Latte. Hoch?

Ist die Daily Kalkulation realistisch?

Das Initial-Investment war 30 Mio und die laufenden Kosten liegen bei 26 Mio jährlich. Bei dieser Burnrate braucht Daily 1 Mio Abos um den Breakeven zu schaffen ohne auf Werbung angewiesen zu sein. Wie lange braucht Daily um auf 1 Mio Leser zu kommen? The Washington Post Print hat 550 000,  The New York Times 913 000 Leser. Daily hat als Firstmover nicht einen regionalen Markt, sondern könnte den gesamten englischsprachigen Markt vereinnahmen. Vor allem so lange, bis die Lokalmatadoren nicht mit valablen Produkten auf den Markt kommen.

Daily schafft es in 2 Jahren

Bei der Lancierung der Sonntagszeitung hat Tamedia eine Summe von 150 Mio angesetz, die sie bereit war auszugeben bis die Sonntagszeitung aus den Roten kommt. Die Sonntagszeitung hat es viel früher geschafft. Murdoch Geldpolster wird grösser sein, aber seine Geduld wird bei 2 Jahen budgetiert sein, der Stecker wird vor 3 Jahren sicher nicht herausgezogen . Das ist zu schaffen. Anders als beim Print, muss er auch keine sprungfixen Kosten befürchten, sollte die Auflage immer grösser werden. Beim Print gibt es eine maximale bzw ideale Auflage, wird diese überschritten, muss nochmals massiv in eine Druckzentrum investiert werden.

Globaler Werbemarkt

Daily wird wohl auch in Sachen Werbung mit Apple gemeinsame Sache machen. Es ist nicht einfach, eine eigene weltweite Werbeplatz-Vertriebsorganisation für eine einzige Publikation aufzubauen. Diese Investition wird Murdoch auch Apple überlassen und Apple verfügt über ein Zugpferd bei seinen Werbekunden, um iAd zu pushen. Für Apple ist es genauso wichtig, dass Daily ein Erfolg wird. Nur damit lassen sich die anderen Verleger züchtigen. Diese formieren sich bereits zu einer Front gegen Apple.

Aufstand der Verleger

An einem Kriesengipfel der Europäischen Verleger wird eine gemeinsame Strategie gegenüber Apple formuliert. Je mehr Verleger an den Tisch sitzen, desto mehr Macht haben sie gegenüber Apple. Denkste. Es wird ihnen bewusst werden, wie klein der gemeinsame Nenner sein wird. Sie werden bei Apple nur in Sachen Herausgabe von Kundendaten und vielleicht noch bei einem Satz unter 30 % vorstellig werden. Eine gemeinsame Vertriebsstruktur für Werbung ist genauso ein Wunschtraum wie ein eigenes Verleger Tablett. Lässt sich Apple darauf ein? Sicher wird es Verleger geben, die mit Google gemeinsame Sache machen. Es wird kaum mehr als 10 Mio Android Tabletts auf dem Markt geben.

Computer-Gigant IBM über alles in der Welt

von Daniel Niklaus

In ihrer Branche, der Zukunftsindustrie schlechthin, beherrscht IBM das Geschäft schon jetzt so unangefochten, wie noch nie zuvor ein einzelnes Unternehmen irgendwo dominiert hat. Allein der Jahresgewinn des Computer-Multis ist etwa so hoch wie der gesamte Umsatz des Branchen-Zweiten.

Die Computer mit den drei Buchstaben IBM verkaufen sich fast wie von selbst. Die Konkurrenten leiden schwer unter der allmächtigen “Mother Blue”, wie IBM in der Branche nach der Lieblingsfarbe des Konzerns, dem Blau, heißt. Die Firma setzt an zu einem Sprung nach vorn, der ohne Beispiel in der Industriegeschichte ist: In wenigen Jahren wird IBM das größte Unternehmen der Welt sein.

So außergewöhnlich allein schon diese schiere Größe ist – sie sagt wenig über das Einzigartige des Phänomens IBM.

Noch nie hat eine einzige Firma so lange weltweit einen Markt von so weitreichender Bedeutung nahezu allein beherrscht wie IBM die Branche der elektronischen Informations-Industrie. Die Eisenbahn-Magnaten des Frühkapitalismus – was für Provinzler. Die einstige United Fruit Company mit ihren Bananen – lächerliche Krämer. Die scheinbar so mächtigen Öl-Multis – hilflos am Tropf der Opec.

In großen Branchen wie der Auto-Industrie teilen sich eine Handvoll etwa gleich starker Konzerne das Geschäft. Nur bei den Computern gibt es eine Nummer Eins – und dann lange, lange gar nichts. Allein der Gewinn der IBM etwa so groß wie der ganze Umsatz des zweiten der Branche, der Digital Equipment Corporation (6,7 Milliarden Dollar). Der IBM-Umsatz ist so groß wie die Erlöse der 14 nachfolgenden Firmen in der Computer-Industrie.

Der Druck auf die Konkurrenten nimmt spürbar zu. Im nächsten Jahrzehnt, wenn der IBM-Umsatz die magische Grenze von 200 Milliarden Dollar erreicht, werden die Manager aus Armonk nach Meinung vieler Experten alle Teilbereiche der Computerei beherrschen.

Der gesamte Artikel aus dem Jahr 1986 im Spiegel.

Von 1986 ins Jahr 2010

IBM machte übrigens im Jahr 2010 knapp 100 Milliarden Dollar Umsatz und mehr als 14 Milliarden Gewinn.

So unangefochten ist IBM nicht mehr. Noch etwas bescheiden sind zwar die 29 Milliarden Umsatz von Google mit 8.3 Milliarden Gewinn (was für eine Leistung in dieser kurzen Zeit). Rockymässig eindrücklich sind Apples 65 Milliarden Umsatz mit ebenfalls 14 Milliarden Gewinn nach einem fast Knock-out. An der Gewinnspitze thront weiterhin Microsoft mit 62 Milliarden Umsatz und 18 Milliarden Gewinn.

Und in der Schweiz?

Wer kennt übrigens die grösste Firma der Schweiz? Nein, es ist nicht Nestlé, die stehen erst an zweiter Stelle mit 109 Milliarden Franken Umsatz und 283′000 Mitarbeitern. Die Umsatzstärkste Firma der Schweiz hat nur 1961 Mitarbeiter, ist im Rohstoffhandel und setzt pro Jahr 165 Milliarden Franken um. Die Liste der grössten Unternehmen der Schweiz.

Wenn wir schon bei Grösse sind, schaut euch die grössten Unternehmen der Welt nach Umsatz an. Da kommt IBM erst an 48 Stelle, Microsoft ist nicht einmal in den Top 100.

Recent Artikel

Recent Kommentare

Letzte Trackbacks