Suchen:

Wieso wir mit Google nicht zusammenarbeiten wollen

von SandroGraf

Sandro Graf

Google hat 1 Milliarde Nutzer, rund die Hälfte sämtlicher (geschätzten) 2 Milliarden Internet-Nutzer, die es weltweit gibt. Facebook wird hier mit rund 700 Millionen Usern noch eine Weile zurück liegen. Ein Blick auf eine andere Grafik zeigt aber ein empfindliches Problem des Suchmaschinen-Giganten: Die durchschnittliche Verweildauer der Google-Nutzer liegt deutlich hinter derer der Facebook-Nutzer zurück. Soziale Netzwerke trumpfen mit längerer Verweildauer der User. Das ist nicht nur wichtig fürs Werbegeschäft.

Google hat ein Social Media-Problem

Und das ist Google alles andere als egal. Jüngst musste der frühere Google-Chef Eric Schmidt in einem Interview zugeben, dass er mit google im Bereich Social Media keine überzeugende Value Proposition für seine Kunden hat: “Ich wusste, ich muss etwas tun — doch ich habe es nicht hingekriegt.” Und auch Steve Ballmer von Microsoft bekommt sein Fett weg. Jüngst wurden fehlende Initiativen u.a. im Bereich der sozialen Netzwerken von einem Investor auf Steves “Charlie-Brown-Management”-Stil zurückgeführt.

Aber wieso Vertrauen so viele Leute ihre Daten Facebook an undwollen nicht mit Google zusammenarbeiten?

Blicken wir auf die klassische Ökonomie und lehnen uns an den Homo oeconimiucs, der nur zu seinem eigenen Nutzen handelt, finden wir keine Antworten. Weiter helfen die Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomie, die nachweisen konnten, dass ein Grossteil der Menschen sehr wohl auch die Auswirkungen auf andere in ihr Handeln miteinbeziehen: Sie sorgen sich um das Wohl anderer, reagieren auf Unfairness äusserst stark und sind bereit, viele Aufgaben und Verantwortungen zu übernehmen, ohne unmittelbar eine Gegenleistung dafür zu erwarten. Menschen kooperieren auch dann, wenn dies kurzfristig einen Verzicht auf eigene Vorteile mit sich bringt.

Gegenseitige Kooperation macht die Musik

Scheint uns die Bereitschaft zu kooperieren unter Freunden über Plattformen wie Facebook naheliegend, ist diese Aufgabe für Unternehmen eine Herausforderung. Denn oft erwidern die User die Einladung zur Kooperation nicht. Dies bedeutet bereits in einem frühen Stadium, dass hoffnungsvolle Social Media-Pläne scheitern, ehe sie begonnen haben (siehe Google Wave).

Am meisten profitieren können Unternehmen von sozialen Netzwerken, wenn die Bereitschaft miteinander zu kooperieren, gegenseitig ist. Der Aufbau dieser so genannten „Kooperationsräume“ bedeutet viel Arbeit; trotzdem handelt es sich um ein zerbrechliches Gleichgewicht, das durch unbedarfte Managemententscheidungen schnell wieder in sich zusammenbrechen kann. Es braucht die Überzeugung der Kunden, dass Unternehmen ihren Kooperationswillen auch erwidern. Nur diese Überzeugung ermöglicht es, dass Kunden den Firmen im Social Web den Zugang zum persönlichen Netzwerk öffnen.

Erwartungen erfüllen

Die Überzeugung, dass das Unternehmen die Kooperation längerfristig erwidert, darf auf keinen Fall enttäuscht werden. Hinzu kommt natürlich noch, dass der User einen Sinn hinter der Kooperation sehen will. Der Nutzer gibt nur dann von seinen Daten etwas preis, wenn er glaubt, dass er damit, nicht heute, aber möglicherweise in der Zukunft, etwas Sinnvolles zurückbekommt.

Wenn Kunden prinzipiell mit einem Unternehmen kooperieren, ist bei ihnen bereits die Überzeugung gereift, dass das Unternehmen kooperationsbereit ist. Nur dannwerden User unter anderem “liken”, weiterempfehlen und ihren digitalen Freunden von ihrer positiven Erfahrung erzählen. Und dies, ohne zusätzliche monetären Anreize zu setzen oder zusätzlichem kommunikativenAufwand betreiben zu müssen.

Wenn Du mehr zum Thema wissen möchtest, besuche das nächste Internet Briefing. Sandro spricht über Verhaltensökonomie und Social Media


yigg this! yigg this!save to del.icio.us save to del.icio.us

10 Kommentare zu “Wieso wir mit Google nicht zusammenarbeiten wollen”

  1. Daniel Niklaus schrieb:

    Die Leute telefonieren nun mal länger, als sie nach der Telefonnummer suchen. Die Google-Suchmaschine ist immer dann erfolgreich, wenn die Leute schnellstmöglich wieder weg sind.

    Die Kunden kooperieren aus meiner Sicht nicht mit Facebook, sie nutzen Facebook um mit anderen Leuten aus ihrem Netzwerk zu kommunizieren. Und wir kommunizieren nun mal länger mit Freunden, als mit unbekannten.

  2. Sandro Graf schrieb:

    Richtig: Social Media-Plattformen sind Instrumente über die Personen mit anderen Personen oder aber auch mit anderen Unternehmen (im besten Fall) kooperieren.

    Gleichzeitig kooperiert aber auch die Plattform-Betreiberin mit mir, sie stellt mir ja wie im Fall von Facebook ohne eine Gegenleitung zu erwarten (ich kann ein Konto eröffnen ohne Daten von mir Preis zu geben) den Zugriff auf die Plattform zur Verfügung. Nur wenn ich diesen Nutzen als sinnvoll ansehe und erwarten kann, dass mir die Plattform diesen Nutzen auch längerfristig anbietet, werde ich den Dienst nutzen.

  3. Walter Schärer schrieb:

    Mit Google+ ist eine valable Alternative zu Facebook aufgetaucht. Die Learnings aus andern Social-Initiativen sind offensichtlich eingeflossen und gut umgesetzt worden.

    Handkehrum ist die überzeugende Usability von Google+ für Facebook relativ einfach kopierbar.

    Uns User kann’s nur freuen: Die Dienste werden mit enormem Aufwand weiterentwickelt und verbessert. Like +1.

  4. what is emotional intelligence and why is it important schrieb:

    what is emotional intelligence and why is it important

    Internet Briefing Blog / Wieso wir mit Google nicht zusammenarbeiten wollen

  5. What Is Parenting schrieb:

    What Is Parenting

    Internet Briefing Blog / Wieso wir mit Google nicht zusammenarbeiten wollen

  6. good luck in your schrieb:

    good luck in your

    Internet Briefing Blog / Wieso wir mit Google nicht zusammenarbeiten wollen

  7. best time management techniques schrieb:

    best time management techniques

    Internet Briefing Blog / Wieso wir mit Google nicht zusammenarbeiten wollen

  8. hothuskers.com schrieb:

    hothuskers.com

    Internet Briefing Blog / Wieso wir mit Google nicht zusammenarbeiten wollen

  9. training video, tutorials, reviews, PLR Reviews, AIO, Google, Yahoo, Bing, Facebook, Adsends, Adwords, Video reviews, Business, Make Money Online, Pay Per Clicks, Pay Per Actions, twitter, tumblr, blogger, flickr, google plus, linkedin, skype, yelp, insta schrieb:

    training video, tutorials, reviews, PLR Reviews, AIO, Google, Yahoo, Bing, Facebook, Adsends, Adwords, Video reviews, Business, Make Money Online, Pay Per Clicks, Pay Per Actions, twitter, tumblr, blogger, flickr, google plus, linkedin, skype, yelp,…

    Internet Briefing Blog / Wieso wir mit Google nicht zusammenarbeiten wollen

  10. webmaster-tools schrieb:

    webmaster-tools

    Internet Briefing Blog / Wieso wir mit Google nicht zusammenarbeiten wollen

Schreibe einen Kommentar

*Required
*Required (Never published)
 

Recent Artikel

Recent Kommentare

Letzte Trackbacks