Die Marke macht sich auf den Sozialen Medien selbständig
Die Theorie sagt: Über die Marke wird sowieso gesprochen, ob Du mitmachst oder nicht, entweder am Stammtisch oder neu eben in den Sozialen Medien. Vor diesen dummen Sozialen Medien haben jetzt alle Schiss. Man könnte negative Kommentare in Facebook oder in Blogs erhalten. Na und? Wochenlang haben sich Jack Wolfskin und die Bloggerszene Duelle geliefert, bei Shell und BP jagte während über einem Jahre eine PR Katastrophe die andere. Resultat? Ich kannte Jack Wolfskin und ihr Logo nicht, heute kann ich ohne Nachdenken den Namen nennen und kenne ihr Logo. Würde ich einen Bogen um die Produkte von BP und Shell machen? Kaum. Irgendwie habe ich im Laufe der Zeit sogar Mitgleid mit diesen Marken aufgebaut und bin ihnen sogar wohlgesinnt. Das mag anderen anders ergehen. Eine zweite Theorie sagt nämlich: Egal ob negativ oder positiv von einer Marke gesprochen wird, hauptsache es wird gesprochen. Negatives wird wieder vergessen, die Erinnerung an die Marke bleibt und das ist die Hauptsache.
Vielleicht sollte man die Entrüstung über eine Firma sogar noch schüren oder wenn es passiert sollte man es vielleicht so richtiggehend auskosten, Öl ins Feuer legen. Macht das die SVP nicht ständig? Hauptsache alle haben einmal von einem gehört. An der Sozial Media Marketing Konferenz behandeln wir das Thema. Die beiden Referenten werden kaum meiner Meinung sein (aber wer ist das schon?).
Referent Daniel Graf war bei Greepneace und weiss ganz genau wie man eine Kampagne gegen eine Marke fährt und wie Shitstorms aufgezogen wird und Barbara Schwede bespricht wie Krisenkommunikation gemacht wird.
Brandbeschleuniger Social Media: Woraus ein „Shitstorm“ entsteht und wie man darin überlebt
Barbara Schwede, Community Management, barbaraschwede.ch Daniel Graf, Social Media Campaigning, Feinheit.ch
Die nächste Krise kommt bestimmt. Mit Social Media haben sich die Spielregeln geändert: Die Kritik folgt im Sekundentakt. Zwei Fachleute zeigen an Praxisbeispielen auf, wie sich Empörungswellen aufbauen und mit welchen Strategien Unternehmen auf diese Herausforderung reagieren können.
Ganz spannend finde ich auch, wenn Firmen zu lau sind, um die Sozialen Medien richtig zu bedienen und deren Marken von Privatpersonen gekapert werden. So gibt die SBB über Twitter Auskunft über Verspätungen und sonstige Probleme. Nur, der Twitter-Account gehört gar nicht der SBB. Lange hat man gar nicht gewusst, wer dahinter steckt. Ich glaube jetzt ist es den SBB bekannt, wie sie sich mit den freiwilligen “Mitarbeitern” arrangiert haben, weiss ich nicht. Wäre spannend in einem Kommentar zu hören.
Die Coop hat zwar eine Sozial Media Strategie, sie geht aber einigen Fans zu wenig weit. Die haben kurzerhand https://www.facebook.com/CoopKinder eingerichtet und berichten hochprofessionell über Belange der Firma. Sie betreiben Community Management. Eigentlich der Traum jeder Marke, wollen wir nicht solche Ambassadoren, die sich für das Wohl von Firmen und Marken engagieren? Meist ist die Reaktion darauf aber negativ – statt als Freunde, werden sie als Feinde angesehen. Ob das bei Coopkinder auch so war, erfahren wir direkt von den Coopkinder-Machern, die erstmals ihre Identität lüften werden. Spannend.
MR, Macher von Coopkinder
Der Initiant der Coopkinder Social Media Aktivitäten spricht erstmals persönlich über Idee, Beweggründe und Reichweiten. Als Fan der Marke Coop startete er gemeinsam mit drei Kollegen im Dezember 2011 zwar im Namen der Marke jedoch ohne Auftrag. Das Quartett kommuniziert selbständig auf verschiedenen Plattformen und stärkt dennoch das Marketing des Detailhändlers. MR zeigt am realen Beispiel die neue Rollenverteilung der Unternehmenskommunikation auf und dass bisher geltende Kommunikationsregeln aufgelöst werden können.
Die Coopkinder-Macher zeigen die technischen und kommunikatorischen Möglichkeiten und Grenzen einer solchen Fan-Kommunikation auf. Wo liegen Gefahren für Unternehmen, wenn die vermeintliche Corporate Stimme von aussen stark (wahrgenommen) wird.
- Was ist coopkinder, wer macht was und warum
- Warum macht Coop nicht mit?
- Warum sind coopkinder anders als MigrosKinder (Studie FAP Kooperationsbereitschaft)
- Zusammenarbeit mit Coop und Erfahrungen mit der Coop Geschäftsleitung
- Nächste Ausbauschritte
- Gefahren und Möglichkeiten eines Unternehmens mit soetwas umzugehen.
Zwei Aspekte der Markenführung die Neuland sind und über die wir uns ernsthafte Gedanken machen sollten. Ich bin der Meinung, dass wir beides zu defensiv ansehen. Wir fühlen uns einfach bedroht weil wir die Kontrolle über die Ereignisse nicht haben. Wir haben einfach noch nicht die Zweiwegkommunikation gelernt. So lange wir meinen wir können weiterhin in den Sozialen Medien einfach was rausposaunen und die Leute müssen das liken und weiter verbreiten, so lange haben wir die Mechanismen der Sozialen Medien nicht begriffen. Da schliesse ich mich mit ein.
Ich hoffe ich sehe Dich an der Sozial Media Marketing Konferenz.



Georg schrieb:
Hallo. Bin zufällig auf deinen Blog gestößt und jetzt kann ich hier nicht mehr weg. So viele Infos auf eine einzige Seite! Vielen Dank für das Bemühen und die tollen Artikeln.
Kommentiert am 02-Mai-12 um 2:38 pm | Permalink