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Google Analytics misst Mist

von Reto Hartinger
Google Analytics ist ein wundervolles Ding, gratis, übersichtlich, handlich und fast überall im Einsatz. Und erst noch von Google, was für Seriösität und Weiterentwicklung spricht. Toll. Jetzt erhalte ich von einnem Mitglied folgenden Kommentar:
Wir betreiben eine Adwords-Kampagne. Das Problem besteht nun darin, dass Google Adwords am Tag 133 Klicks ausweist (und verrechnet), in Google Analytics davon aber nur 15 gemessen werden. Beispiel ist der 27. August, Screens findest Du im Anhang. Was ist denn nun Sache? Adwords verwendet ausgefuchste Trackinglinks, die können jeden Klick minutiös messen, soviel steht fest. Aber warum tun Sie das denn nicht bzw. weisen das nicht aus? Filtert Analytics Klickbetrüger? Adwords aber nicht? Der Google-Support hat das Problem rasch erkannt: Sie müssen das Adwords- mit dem Analytics-Konto verbinden, was wir übers Telefon auch gemacht haben. Die Frage, warum denn Analytics nicht in der Lage sei, vergleichbare Zahlen zwischen Adwords und Analytics herzustellen, konnte und wollte sie mir nicht beantworten (für die Beantwortung dieser Frage wurde ich nicht geschult). Was wird da wo, wie und warum gefiltert bleibt im Dunkeln verborgen. Auf jeden Fall sollten die Konten nun miteinander verbunden sein, geändert hat sich am Problem aber nichts.
Ein weiteres Problem: die Verweildauer der Adwords-Klicks ist 0.00 Minuten, die Absprungrate ist 100%?!
Das selbe Problem mit Analytics haben wir als Sitebetreiber auch. Wir messen und weisen massiv mehr Werbeklicks aus als der Kunde mit Analytics misst. Und wenn man dann mit dem Kunden diskutiert, hat man gegen Analytics einfach schlechte Karten, weil das Tool heute sozusagen eine Währung darstellt und auf Kundenseite eine hohe Glaubwürdigkeit geniesst. Wegen solchen Diskrepanzen haben wir auch schon Werbekunden verloren, dieser Missstand wirkt sich geschäftsschädigend auf uns aus.

Und schon finden wir Adwords nicht mehr so toll und sind bestürzt, dass es so glaubwürdig und verbreitet ist. Wer kennt dieses Problem auch noch? Wer kennt eine Erklärung des Problems oder gar eine Lösung?


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4 Kommentare zu “Google Analytics misst Mist”

  1. Ulrike Hannemann schrieb:

    Lieber enttäuschter Analytics-Nutzer

    Sobald bei AdWords und Analytics so völlig verschiedene Angaben erscheinen, ist dies vor allen ein Hinweis auf eines: Hier gibt es ein Problem.

    Welches das genau ist, lässt sich per Ferndiagnose nicht sagen, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten. Tatsächlich sollte das Verhalten aber so aussehen, dass im Analytics-Bericht “Werbung/AdWords/Kampagnen->Klicks” beispielsweise 140 Besuchen via AdWords 128 Klicks via AdWords gegenüberstehen. Eine genaue Entsprechung kann es dabei nicht geben, eine Abweichung von 5-10% ist aufgrund der verschiedenen Messsysteme aber normal.

    Damit wären wir schon beim ersten Grund für Abweichungen: Das Messsystem
    Analytics und AdWords messen das Gleiche, aber auf verschiedene Art: Wenn eine Suchanzeige geklickt wird, misst AdWords. Wenn der User dann auf der Seite ankommt, diese Seite samt Code vollständig geladen wurde und der Code auch funktioniert, misst Analytics. Funktioniert der Code nicht, misst Analytics nicht, AdWords aber trotzdem. So weit, so klar. Zudem gibt es noch Unterschiede in Bezug auf Cookie-Lebensdauer und ggf. Zeitzone. Dies unterscheidet also die Messsyteme und ist u.a. die Erklärung für die 5-10% Abweichung von oben.

    Grund 2 für Abweichungen: unvollständiges/fehlerhaftes Setup
    Für vollständige Funktionsfähigkeit muss sichergestellt sein, dass die AdWords-Anzeige auf eine Seite mit Analytics-Code linkt und dass Analytics dort korrekt eingebaut ist, am besten mit neuestem asyn. Code im -Bereich. Oftmals sieht man auch, dass AdWords auf einen Redirect linkt, der dann erst zur Zielseite führt. Ohne entsprechende Servereinstellung werden dabei Informationen abgeschnitten. In dem Fall erhält Analytics dann nicht mehr die Information, dass der Klick von AdWords kam. Folglich können sich die Berichtsdaten massiv unterscheiden. Das gleiche passiert, falls die Anzeige auf eine Seite linkt, die keinen oder inaktiven Analytics-Code enthält.

    Grund 3: fehlende Kontoverknüpfung
    Dieses Problem schien im Beispiel tatsächlich zu existieren, ist jetzt wohl aber gelöst. Wichtig dabei aber ist: Alles, was Analytics zu irgendeinem Zeitpunkt nicht gemessen hat, wird nicht nachgetragen. Falls Informationen also wegen fehlender Kontoverknüpfung verloren gingen, kann man die Berichte erst ab dem Zeitpunkt der Verknüpfung sinnvoll nutzen.

    Wenn in Ihrem Beispiel also eine Kampagne mit 133 Klicks am Tag existiert, von denen aber nur 15 bei Analytics ankommen, würde ich einmal die Zielseiten der Anzeigen prüfen, die nicht ankommen (Redirect?, Code vorhanden?, Code funktionstüchtig?). Und was die schlechten Nutzungswerte angeht: aufgrund der mit 15 kleinen Zahl an Beispielen wäre es theoretisch möglich, dass dies echte Nutzerwerte sind – in dem Fall wäre die Kampagne nicht gut. Viel wahrscheinlicher aber ist, dass eines der oben genannten Probleme existiert und auch diese Ergebnisse beeinflusst.

    Fazit
    Google AdWords und Google Analytics sind “wundervolle Dinge”, wie Reto so schön sagt. Ihre Glaubwürdigkeit und Verbreitung lassen sich absolut nachvollziehen. Es liegt wie immer am User, die Tools korrekt zu nutzen. Denn diese sind schon lang nicht mehr so einfach, dass dies von allein geht.

    Aufgrund der zahlreichen Eventualitäten bei Analytics, ist Google AdWords also die verlässlichere Quelle zum Reporting von AdWords-Zahlen. Um Analytics mit all seinen Möglichkeiten zu nutzen, ist ein vollständiger und korrekter Setup notwendig. Dieser kann je nach Website-Vorausssetzungen eine grosse Komplexität haben und wäre daher etwas für die Fachagentur.

  2. Buchwurm schrieb:

    Klickbetrüger werden doch seit einiger Zeit herausgefiltert. Da müssten die bösen jungs ganz schön krasse Server in der Türkei etc. mieten;)

  3. Thomas Kolb schrieb:

    Mal wieder mehr als spannend hier.

    Da ich mich auf technokratisch-unverbesserlicher Expermimental-Probier-es-aus-und-lerne-dadurch-Ebene mit sagen wir HTTP und Tracking in Urform befasste (als ich noch die Zeit dazu hatte :-) kann ich nicht anders als hier zu kommentieren.

    Reto – wir hatten mal vor einiger Zeit hier was ähnliches als Thema. Damals war der Schwerpunkt bei Fraud und “Rauschen” wie ich es nannte.

    Was ich mal sowas von spannend fände, wäre ein direkter Vergleich mit etwas zusätzlichem. Gut – Logfiles und deren Stats taugen wohl nur bedingt. Aber mich würde es wirklich mal sehr sehr interessieren, ob ein nennen wir es “eigenes Messinstrument” abweichen würde. Von eben jenen “Welt-Tools” von der Firma mit dem G. die immer diese schönen Doodels bastelt.

    Die Kernfrage ist doch : WAS ZÄHLT!

    Als eingefleischter SEO und gebürtiger Schwabe (man darf dennoch mit mir reden :-) stellen sich bei mir manchmal die Nackenhaare auf, wenn ich es mir auf der Zunge zergehen lasse, in welchen Niveau derweil so ein “Click” (unique Visitor) “gehandelt” wird.

    Sooo viel Kohle pro Monat für Adwords. Wenn ich da bedenke, was man an purem Content haben könnte, würde man das Geld für Redaktion, Content und gerne auch gute Fotografen oder “klassische PR-Leute” (Redaktion) ausgeben.

    Zitat “0.00 Minuten, die Absprungrate ist 100%?!”

    Da dachte ich mir nur beim Lesen :
    Das einzige was wichtig ist, ist das was “hinten raus kommt” sprich die Bestellung bzw. die Kontaktaufnahme.

    Als Abschluss mein neues Motto :
    “Wer stolz auf Klicks und Traffik ist…. (Denkpause), der hat es nicht wirklich begriffen”

  4. Thomas Kolb schrieb:

    Oh – und wo wir hier ja so schön unter uns sind, da plauder ich jetzt mal schnell noch einen hinterher.

    Wisst Ihr, was gut ist?
    Dass der “gemeine Macianer” zum Glück so wenig Peilung von AppleScript hat.

    Denn : die fiesen Sachen in Sachen “Clickbot” könnten durchaus super-banal mit folgendem anfangen :

    Tell Application “Safari”

    Do Javascript (insert your Code here)

    end tell

    anfangen oder vielmehr in einer Schleife gesetzt sein.

    Mit Cookie, mit “unverdächtigem” User-Agent, mit Verzögerung am besten….
    NIx mit Server in Türkei oder China oder sonstwo.

    CLIENT und zwar vollwertig authentisch.
    Einfach nur Safari, der auf Safari geht da draussen irgendwo im Netz…

    jaaajaaa… schlimm-schlimm… ich behaupte frech bis zum Gegenbeweis, dass mit dieser banalen aus Coder-Sicht “Kindergarten-Technologie” mit brachial wenigen Zeilen Code ein Bot machbar ist, der überall durchrennt.

    Es ist (selbst für mich als Nicht-Crack, als Schriftsetzer, als Semi-Schlauer) viel zu einfach im Endeffekt, ich sag mal “authentischen Traffic” zu erzeugen.

    Ja ich weiss, das will jetzt keiner hören (lesen). Bitte steinigt mich nicht dafür für meine Aussagen hier. War ich doch schon das ein oder andere mal damit nicht unheftig aber von Herzen mit der “Tracking-Tracing-ich-verkaufe-mein-Tool” Zunft aneinander geraten mit solchen Aussagen.

    Mein Ziel ist es, irgendwann mal in ferner Kuhzunft äh Zukunft ein parallel einfach so mittickerndes Modulchen am Start zu haben, was neben Analytics nichts anderes tut als die Zugriffe zu messen und auch zu steuern.

    Man möge dem Tag nur mehr Stunden geben, dass ich die Zeit fände, in dieser Richtung handfest weiter zu basteln ;-)

    Besten Gruß an Euch alle!!

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