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iWatch und welches Problem sie lösen soll

von Reto Hartinger

Hat jemand auf eine Uhr von Apple gewartet? Ok. es gibt immer einige verrückte die auf alles wartet was Apple herausbringt und ich gehöre auch dazu. Aber eine Uhr? Apple steigt nur dann in ein Markt ein, wenn es etwas grundsätzlich ändern kann.

Die Zeit abfragen ist wohl kein Problem heute und elegant sind Uhren allemal. Doch Apple hat zwei Dinge herausgefunden, die eine Uhr bis heute nicht macht.

Zur Zeit passt ein Kalender

Was nützt mir die Zeit zu wissen, wenn ich nicht weiss ob ich noch rechtzeitig zum Termin erscheine? Die Apple Uhr hat den Kalender integriert, der automatisch mit der Cloud und allen anderen Appledevices synchronisiert, und via Siri kann ich die Uhr nach dem Weg fragen.

Ich schaue dir Uhr gar nicht mehr an

Siri kann mir natürlich auch ausser die Zeit auch alles andere googlen oder wolframalphen. Die Uhr ist zu klein für ein wirkliches Display das ich ansehen will, aber brauch ich das, wenn ich die Uhr fast alles fragen kann was ich will und es mir eine Antwort “sagt”?. Jetzt sind Suchresultate definitiv keine Listen mehr. Wenn Google nicht auch an einer Uhr arbeitet oder ihre Brille solche Funktionen übernimmt, muss sich Google warm anziehen. Haben wir eine Suchmaschine jederzeit zur Hand (wörtlich), dann machen wir viel weniger Abfragen auf Google. Der wearable Computer schmiegt sich ans Handgelenk und hängt sich nicht vor die Augen.

Was kann die iWatch nicht

Es braucht keinen iPod am Handgelenk. Es braucht keinen vollwertigen Computer, die iWatch wird reduced to the max – das heisst was sie leisten soll kann sie maximal gut und der Rest wird wegdesignt.

Technische Hürden

Wo sind die Herausforderungen? Sollte die iWatch können, was ich oben beschrieben habe, braucht es einen richtigen Prozessor. Die Prozessoren in Uhren haben keine grosse Intelligenz, wer aber Siri verwenden will, braucht das iOS und viel Kommunikation mit den umgebenden iDevices und WiFi. Aber achtung, ein solcher Prozessor wird heiss und er braucht viel Energie. Hier liegt der Hund begraben, wieso Apple nicht schon längst mit einer Uhr auf dem Markt kommt und vielleicht gar nie auf den Markt kommt. Lässt sich das iOS nochmals gewaltig reduzieren auf genau diese Features (huch noch einen Verison des Betriebssystems). Lässt sich ein Prozessor entwerfen, der auf diese Funktionen abgespeckt ist? Wollen wir eine Uhr die wir jede Nacht aufladen müssen? Wie soll die iWatch kommunizieren wenn kein Wifi vorhanden ist? Wie lassen sich alle Komponenten nochmals verkleinern? Wie gross darf die Batterie sein und wie lange soll sie laufen? Soll das Gerät  jederzeit mit der Cloud verbunden sein um zum Beispiel neue Termine zu erhalten welche die Sekretärin oder der Lebenspartner einbucht?

Je schwieriger diese Aufgaben desto unnachahmlicher wird die Lösung. Rechtfertigt die Absatzchancen ein eigenen Chip und ein eigenes OS? Wohl erst, wenn sich auch die iWatch mehrere Millionen Mal pro Monat verkaufen lässt. Trauen wir das Apple zu? Was hätte Swatch dem entgegenzusetzen? Gibt es rechtzeitig eine Android Swatch?


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5 Kommentare zu “iWatch und welches Problem sie lösen soll”

  1. Markus Hegi schrieb:

    Und was, wenn die Uhr nur ein Disply ist, das vom iPhone gesteuert wird?

    Dann bräuchte es weder iOS, noch einen starken Processor etc. Die Uhr wäre dann über bluetoth oder wlan mit dem iPhone verbunden, alle aufwendigen Dinge laufen auf dem iPhone ab.
    Weiter: kommt ein tel Anruf, sms, whatsapp etc, dann schaut man erst mal diskret auf seine Uhr, die das anzeigt, und einfache optionen anbietet (“rufe später zurück etc”) bevor man sein iPhone herauskramen muss … Ja, ich denke schon, dass dies der nächste Hype werden kann …

  2. Reto Hartinger schrieb:

    den Gedanken habe ich auch gehabt. Müssen dann nicht beide Geräte ständig an sein? Würde das das iPhone und dessen Batterie in die Knie zwingen? Deine Lösung wäre sonst elegant aber wie löst Du die Kommunikation via Siri auf der iWatch? Sobald es Siri in der iWatch selber braucht hast Du alle Probleme und ohne Siri sehe ich nur einen eingeschränkten Nutzen

  3. Bruno Bucher schrieb:

    Gute Spekulation. Sicher ist, dass wir uns die Computer der Zukunft irgendwie anziehen. Ich glaube aber nicht, dass wir in die Anfänge des Si-Fi-Films begeben wo der Held zu seinem Handgelenk spricht oder er von Strposkopen vor seinen Augen von der Action abgelenkt wird.

    Swatch experimentiert, das ist klar: http://shop.swatch.com/ch/de/SubMenus/Watches/Collections/Swatch_Touch-910.html
    Vertreter der Firma sind ja auch mit Twitter in Kontakt. Vermutlich nicht um einen Account zu eröffnen.

    Eine iWatch birgt für Apple aus meiner Sicht ein zu grosses Risiko. Zwar traue ich denen die fortschreitende Minituarisierung zu und und bin sicher, dass Ivy gerne auch mal eine Uhr designen würde. Auch das iOs ist so gebaut, dass es in weiteren Formen verwendet werden kann. Ds zeichnet es ja auch aus, sonst hätte die Lancierung des iPads nicht so schnell und überraschend erfolgen können. Ich glaube, Jobs hat in seiner off. Biografie darüber gesprochen oder ich las es in einem Ivy-Interview.

    Wenn Cook immer wieder betont, dass es viele neue Produkte in der Pipeline gäbe, dann denkt er nicht an die nächsten Releases, das scheint mir logisch und wohl auch nicht nur an AppleTV. Summa summarum darf man annehmen, dass es etwas geben wird, dass alle die hier erwähnten Probleme zwar nicht löst, aber vermindert und zu einem Produkt führt, das kleiner als ein iPhone ist und mehr kann als ein solches. Bwr am Arm muss man es nicht notgedrungen tragen.

  4. Sebastian Risch schrieb:

    Die Handy-Uhr am Handgelenk gibt es schon länger.
    Bei Im Versandhandel kann man eine bereits für ca. 80,- € kaufen. Das Hauptproblem wird die Energieversorgung sein. Es gibt bereits Experimente mit Ambient Energy Devices, die sich sozusagen permanent aus der “Umgebungsenergie” Laden (auch bereits erfolgreiche)…
    Wenn Apple so ein Gerät herausbringt muss es sich signifikant von dem unterscheiden, was es bisher gibt.

    Im Übrigen habe ich mir dieses Prinzip schon vor mehr als 4 Jahren ausgedacht. Da allerdings mit einer Software, mit der man sich seine Uhrenzifferblätter selbst hestalten kann, und einer dazu gehörigen Web-Community, in der man die Designs austauschen kann

  5. Reto Hartinger schrieb:

    Meine Vermutung scheint doch tatsächlich zu verdichten. Aber trotzdem könnte Apple noch weit weg von der Uhr sein. Die technischen Herausforderungen bleiben gross:

    Apple patent allows smartphones to swap location data with an ‘accessory device’
    http://appleinsider.com/articles/13/02/26/apple-patent-allows-smartphones-to-swap-location-data-with-an-accessory-device

    Die Uhr scheint also doch ein kleines Display zu haben

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