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Medienhäuser statt Verlagshäuser

von Reto Hartinger

Zwischen Reda Philippe El Arbi und mir ist eine Diskussion über Journalismus ausgebrochen, auf einem Facebook-Beitrag von Vinzenz Wyss.Es ging um einen Beitrag auf TeleZ 

Die NZZ schaltet ihre Kommentarspalten ab und führt geführte Diskussionsdebatten ein.
Wird dadurch die Qualität der Rückmeldungen wirklich gesteigert oder kapituliert man vor dem Publikum?

Reda Philippe El Arbi Es bestand früher die genau gleiche Debattenkultur im Print wie auf Online.

Nur dass 99 Prozent der Teilnehmenden ignoriert wurden. Die Debatten fanden einfach nicht auf der Plattform statt.

Die Unfähigkeit der Journalisten, dem Leser auf Augenhöhe zu begegnen, ist ein Zeichen der Arroganz.

Gäbe man jedem Journalisten 2 Stunden pro Artikel, um sich um den Kommentarfeed zu kümmern und auch zu antworten, hätte man eine anständige Diskussion, ohne den Leser grundsätzlich als Idioten hinzustellen.

Jetzt, da die Wahl der zu diskutierenden Themen bei der Redaktion liegt, verliert die Redaktion die Möglichkeit, die restlichen Themen mitzugestalten. Die Diskussion wandert auf die Sozialen Medien ab.

Aber eben, der Entscheid wurde von Leuten getroffen, die eigentlich lieber wie im Printzeitalter ihre Inhalte als Papierflieger aus dem Elfenbeinturm werfen und den Leser grundsätzlich für unmündig halten.

Es sind die gleichen Journalisten, die sich zwar leidend die Klickzahlen anschauen, aber niemals auf die Idee kämen, sich die Verweildauer oder die Kommentare anzuschauen.

Reto Hartinger (meine verschiedenen Kommentare zusammengefasst) zu – der Zukunft der Medien

Aber die NZZ ist eine Marke und was Kommentartrolle anrichten können, sah man auf allen anderen Zeitungskommentaren. Ich hätte auch rausgeschmissen bzw nicht akzeptiert, was qualitativ nicht gut ist. Ich hätte aber auch früh wirklich gute Leute zum Kommentieren aufgefordert. Damit schon einmal ein Standard gesetzt ist. Denn wenn Kommentare nicht lesenswert sind, wieso hat man sie dann? Dann kann man das Feedback auf auf Like oder Regler reduzieren. Das hat mit Arroganz nichts zu tun sondern mit Qualität des Produktes

ich habe mal gebloggt (finde den Post nicht mehr), dass Medien einen Community-Manager, einen Themen-Manager und einen Kanal-Manager brauchen. Der Themenmanager bearbeitet die Themen egal für welchen Kanal, der Kanal-Manager bestimmt in welcher Form sie in die verschiedenen Kanäle kommen und der Community-Manager sorgt dafür, dass es brauchbares Feedback gibt und dieses auch wieder in die Kanäle wandert z.B. in den Print. Wäre es nicht klug, gute Kommentare im Print zu bringen? Ein Abo wäre auch nicht auf einen Kanal beschränkt sondern gälte auf allen. Die Kanäle hätten ihre Funktion in Geschwindigkeit und Tiefe.

Der Journalist schreibt, danach wird das in verschiedene Längen und Arten auf die verschiedenen Kanäle gebracht. Aber der Journalist muss neben Schreiben auch Audio und Video beherrschen und wissen wie man das anwendet. Aber die finale kanalgerechte Bearbeitung macht der Kanalchef. Es gibt ja auch Titelproduzenten etc. Ein Journi hat heute keine Macht mehr über den Titel, er kann nur was vorschlagen. Solche Arbeitsteilungen gibt es in meinem Konzept auch, aber einfach nicht mehr wie heute. Dann macht der Themencheft auch noch die Verknüpfung zu Archiv und anderen Artikel/Videos/Audios und Kommentaren. Und wer sagt, dass Kommentare nach Chronologie geordnet werden müssen – sie können gruppiert und nach Relevanz gelistet werden

Der Journalist muss begreifen, dass er sich in einem Dialog mit seinen Lesern befindet, dass diese ihm auf Augenhöhe antworten sollen. Wenn der Journalist früher ein Zitat eingeholt hat, sollte er zukünftig einen Kommentar einholen.

Das nur kurze Gedanken zum Thema Medienhäuser statt Verlagshäuser

 


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1 Kommentar zu “Medienhäuser statt Verlagshäuser”

  1. Ben aus Berlin schrieb:

    Hi Reto,
    sehr interessant zu lesen! Gefällt mir! Ich bin immer dankbar für solche Artikel.
    Grüße.
    Ben

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