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HTML5 canvas: Der Browser lernt zeichnen, animieren und Graphiken

von Reto Hartinger

Canvas ist eigentlich schon ein alter Hut. Apple hat begonnen Canvas-Funktionen in Safari einzubauen, Mozilla und Firefox sind nachgezogen und Novell sowie Google verleihen sogar dem Internet Explorer solche Qualitäten.

 

Flash- und Photoshop-Fähigkeiten im Browser 

Es gibt die Pixelkoordinaten Höhe und Weite auf dem Bildschirm an und mit diesen kann danach etwas auf den Bildschirm gezaubert werden  zum Beispiel:

 

- Grafiken erstellen

- Fontrendering und -platzierung

- Tabellengenerierung

- Spiele Grafiken und Animationen zeichnen

- Dynamisch Bilder in 2 und 3D erstellen

- Fotos manipulieren

indem man Befehle zum Skalieren, Rotieren oder Transformieren anwendet und angibt wie stark oder mit welcher Farbe der z.b. der Pinselstrich gezeichnet werden oder welche Form ein Element haben soll. Es können alle möglichen Effekte, wie man sie von Bildbearbeitungsprogrammen her kennt (blur, Verlauf, Schatten etc.), verwendet werden.

Wieso HTML5 wenn das Flash schon kann?

Aber das kann doch  Flash schon. Zum Teil richtig nur, dass man damit alle Probleme von Flash auch noch mit einfängt und sich durch HTML5 canvas besser in die Webseite integriert und mit dem übrigen HTML, Javascript und Events harmoniert. Keine feste Fenstergrösse, alles kann sich anpassen.

Unter HTML5 sollen die bereits vorhandenen Canvas-Möglichkeiten ausgebaut und harmonisiert werden. Ein Patent darauf liegt in Apples Händen (schon wieder Patentprobleme?) welche aber freigegeben werden, sobald ein W3C Standard vorliegt.

Wo einsetzen?

Ich bin mir am überlegen, wo man das alles sinnvoll einsetzen könnte. Wenn wir unseren Code schon auf HTML5 anpassen, müssen wir uns von der Konkurrenz abheben können. Habt ihr Ideen, Links zu Beispielen oder selber schon etwas gemacht? Sonst diskutieren wir das auch am TechTalk zu HTML5.

Wer erinnert sich noch an den New Economy Crash?

von Daniel Niklaus

Nachdem wir für kurze Zeit die Stars der Wirtschaft waren, wurden wir zu den “geprügelten”. Geld haben wir sinnlos verblasen, unrealistische Projekte angepackt und sowieso hätte man uns Turnschuhträgern NIE die Wirtschaft anvertrauen dürfen.

Mit etwas Abstand und mitten in der nächsten Wirtschaftskrise lohnt sich ein Blick zurück. Vor dem Crash 2001/02 surften in der Schweiz knapp 2 Millionen Leute im Internet. Heute sind es über 4.6 Millionen. Tickets, Reisen und Bücher werden über das Internet gebucht. Wohnungen im Internet gefunden, Krankenkassenprämien im Netz verglichen. Das Telefonbuch? tel.search.ch & Co. haben gewonnen. Traditionellen Zeitungen bricht der Umsatz weg und Zeitschriften verschwinden am Kiosk. Die schlimmsten Alpträume der Old Economy werden war. Im Vorzeigeland USA verdienen Firmen wie Google und Microsoft massig Geld, während GM und Ford ums nackte Überleben kämpfen.

Wo war der Crash 2001?
Ja genau, an den Finanzmärkten. Ich meine, wer hat in unserer Branche gewusst, was damals Fantastic für ein Produkt anbot? Der Börse war’s eine Milliarde Wert. Und wie intelligent die dort sind, sehen wir heute täglich. Jeder Statistiker darf mir das untere Bild um die Ohren hauen. Aber ich legte mal kurz Retos Statistik zu den Onlinewerbeumsätzen in den USA über den Chart von Googles Kursentwicklung seit 2004.

Ich startete 1993 mitten in der Rezession in die Selbständigkeit. Damals verspekulierten sich die Banken in der Schweiz und mussten zwischen 40-50 Milliarden im CH-Immobiliensektor abschreiben. Was lernen wir daraus?

  • Die Zocker an der Börse lernens nie.
  • Trends wie das Internet (oder 3D-Welten) werden kurzfristig überschätzt und langfristig unterschätzt
  • Lasst uns die Ärmel hochkremplen, deren Puff aufräumen und die Wirtschaft in Gang halten

Die digitale Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen.
Wir sind immer noch am Drücker ;-)

Der Tod der 3D-Welten

von Reto Hartinger

Google hat seinen 3D-Dienst lively abgeschaltet. Gestartet als geniale Initiative um 3D-Welten nicht in ein Websitekäfig einzuschliessen sonder überall zugänglich zu mache – d.h. man hätte beim Surfen quasi immer seinen Avatar zur Seite gehabt und hätte jederzeit auf allen Sites wo es den möglich war, mit seinem Avatar auftreten können. Jede Website hätte die Möglichkeit gehabt “auch” eine 3D-Welt zu haben. Ziemlich genial. Nur leider hat es nach einem kleinen Medienhype niemand benutzt.

Auch um Second Life ist es ruhig geworden. Man hört nicht mehr jede Woche eine Story über und aus Second Life. Auch unser letzter Beitrag ist ein Jahr alt. Heisst das, dass auch Second Life am Ende ist?

Keineswegs, die Nutzung hat im September gegenüber Vorjahresseptember um 45 % zugenommen 

User Hours per Quarter

und auch das Wachstum beim Landkauf ist beeindruckend

Total Land Owned by Residents

So ist also lediglich Googles Initiative gestorben, das ganze 2D Web 3Dfähig zu machen. Wäre das gelungen, hätte das auch Chatportalen ziemlichen Aerger bereitet. Die Idee hinter lively erinnert mich an OpenSocial – da wird auch die Economics verändert bzw. aufgebrochen. Auch hier stellt Google der Internetwelt etwas zur Verfügung, das vorher in Sites eingeschlossen war. Ist der Tod von lively der Tod von solchen Konzepten? Ist Google zu wenig kraftvoll um Basistechnologien dem ganzen Web aufzudrücken?

Markenführung im Internet

von Beat Z'graggen

An einem Internet Briefing Vortrag in Zürich analysierte Pascal Urscheler Möglichkeiten und Grenzen der Markenführung im Internet. Die meisten Firmen machen sich noch zu wenig Gedanken darüber, wie Sie Ihre Marke im Internet führen und weiterentwickeln können. Das Internet wird meistens erst am Schluss betrachtet und nicht in die Markenführung integriert.

Noch immer wird dem Internet als Marketinginstrument viel zu wenig Beachtung geschenkt. Obwohl das Internet von vielen Kundengruppen mehr genutzt wird als das Fernsehen, wird bei Kampagnen häufig noch erst kurz bevor die Kampagne beginnt daran gedacht, dass das Thema im Internet aufgenommen werden sollte. Die wenigsten überlegen sich, ob man z.B. nicht auch einmal das Internet als Leadmedium verwenden kann.

Eigentlich müssen die definierten Zielgruppen in allen Massnahmen die Markenwerte, Positionierung, Identität und das Versprechen wahrnehmen. Klassische Kommunikationsanbieter und Berater integrieren das Internet aber zu wenig konsequent in Ihre Ideen. Es braucht in Zukunft eine komplett andere Vorgehensweise in der Planung von Marketing- und Kommunikationsmassnahmen. Dazu bedarf es aber auch an Mitarbeitern mit einem neuen Know-how und einem Verständnis für vernetzte Massnahmenpakete. Pascal Urscheler vermittelte anhand vieler Beispiele einige der Möglichkeiten des Internets im Marketingmix.

Gezeigt wurden vor allem Beispiele von animierten Internetauftritten. So eine Seite von Porsche, auf welcher man sich das Motorengeräusch des Modells anhören konnte, welche aber nicht einmal das Porsche Logo enthielt. Eine dreidimensionale Animation von Michelin soll zum Verweilen verleiten und bei Redbull kann man sich online selber ein Flugzeug zusammenbasteln. Wilkinson hatte einigen Erfolg mit einer Animation, bei welcher ein Vater mit dem Baby um die Liebe der Mutter kämpft. Einen innovativen Ansatz verfolgt Dove wo auf der Startseite ein Film (welcher die in der klassischen Werbung enthaltenen Personen zeigt) mit einer klassischen Navigation verbunden wurde. Auch Ikea macht Versuche, mit Animationen einzelne Zimmer erlebbar zu machen. Die Post erreicht das jüngere Zielpublikum mit einer Schreibfabrik, wo jeder sein Briefpapier gestalten kann und Vorlagen für Liebesbriefe erhält.

Im Publikum wurde bezüglich dem starken Einsatz von Animationen einiges an Widerstand entgegengebracht. So wurden die Studien zitiert, wonach ca. 70 % der Besucher verloren gehen, wenn ein Flash-Intro den Besucher begrüsst. Einige der anwesenden Vertreter von Werbebüros waren der Ansicht, dass der Widerstand gegen die Animationen da sei, weil die Anwesenden ihre eigenen Internetauftritte verteidigen wollten. Reto Hartinger, welcher als Moderator fungierte, setzte dem entgegen, dass der Widerstand wohl vor allem von denen kommt, welche das Verhalten der Besucher aktiv verfolgen und dafür verantwortlich sind. Diese wissen in der Regel genau, dass falsch eingesetzte Animationen Umsatz kosten können.

Ein Vertreter von travel.ch führte aus, dass sie verschiedene Versuche mit mehr Bildern oder Animationen versucht hätten. Alle mit negativen Auswirkungen auf den Umsatz.

Pascal Urscheler empfahl, auf folgende Punkte zu achten:

  • Interaktive Erlebniswelt umsetzen, welche beim Besucher Begeisterung auslöst.

  • Wo sinnvoll, Besucher involvieren.
  • Produkte mit den entsprechenden Emotionen präsentieren (Lifestyle, Genuss, usw).
  • Feedback Möglichkeiten des Internets einsetzen.
  • Auf Details achten.
  • Bildsprache und Interaktionen stärker gewichten als Inhalte.
  • Nicht alles kann über die Corporate Website kommuniziert werden, mehr mit Microsites arbeiten.
  • Erweiterte Möglichkeiten des Internet nützen, die Story aus der klassischen Kommunikation aufnehmen und ausbauen
  • Produkte / Themen entsprechend präsentieren – Menschen, Technik Lifestyle, Anwendung.
  • Marke erlebbar machen

Im Verlauf der Diskussion kamen einige konkrete Hinweise, was für die Markenführung wichtig ist:

  • Klarer Widererkennungswert

  • Emotionen transportieren (z.B. durch Animationen)
  • Inhalte, welche sich über Virus-Marketing verbreiten
  • Hohe Qualität der Bilder, welche eine Aussage machen
  • Gute Inhalte / Funktionalitäten (z.B. Google).

Nicht direkt erwähnt wurden weitere Möglichkeiten wie

  • Sponsoring

  • Newsletter
  • Brand Placement

Was für andere Instrumente zur Markenführung im Internet gibt es noch?

Artikel wurde ursprünglich publiziert unter
http://news.worldsites-schweiz.ch/markenfuehrung-im-internet.htm
http://news.worldsites-schweiz.ch/instrumente-zur-markenfuehrung-im-internet.htm

Wenn Internet Stores wirklich nur virtuell sind, inklusive garantierter Nicht-Lieferung

von martinkast

Ich bin auf der Suche nach einem gebrauchten AL3DU oder RD3D Laptop von Sharp (hat jemand so einen vor?). Mit Hilfe von Google habe ich diese prompt (sonst sind sie kaum zu finden) im Internet Shop von hoitech punkt com gefunden. Die Laptops waren beide guenstig zu haben und da auch andere, besonders brandheisse und neue Produkte zu Schleuderpreisen angeboten werden, wurde ich ein wenig skeptisch.
Auf der Verbraucher-Rating-Seite bin ich dann auf folgenden Eintrag gestossen http://www.resellerratings.com/forum/t132352.html :

Abgesehen von der in New York angegebenen Adresse, welche nicht komplett und Irrefuehrend war, dem falschen SSL Certifikat, welches auf einen nicht Existenten Server in Kalifornien verwies, der Telefonnummer, welche in Salt Lake City irgendwo im Nirwana enden wuerde und der einzigen Zahlungsart per Bar-Ueberweisung sowie der Bemerkung, das das Lager nicht and der angegebenen Adresse ist (keine Abholung), haben mich die anderen Eintraege zu der Firma (Google sei Dank) dazu bewogen, sicherlich nicht dort einzukaufen. Die Website, welche recht professionell aufgemacht war, ist uebrigens nach weniger als 2 Wochen schon wieder vom Netz genommen wurden. Hoffentlich haben nicht zu viele unkritische Kauefer bei den rein virtuellen Angeboten zugegriffen.

Internet Briefing zieht’s nach Bern

von Reto Hartinger

Das Internet braucht wieder eine Leistungsschau in Form einer Messe und einer Konferenz. Und zwar dort, wo die Kunden sind, in den Regionen. Das motiviert mich, zusammen mit der bereits etablierten Messen topsoft und OpenExpo Synergien zu nutzen und in Bern einen Kongress und eine Ausstellung zum Thema Internet zu organisieren.

In den Regionen zu neunen Kunden
Bis anhin waren alle Internet Briefings in Zürich. Internet Briefing hat aber auch viele Mitglieder aus dem Raum Bern und Mittelland. Ich halte dieses Gebiet für die zweitstärkste “Internet” Region, die wir nicht vernachlässigen wollen.

Die topsoft und OpenExpo bieten dem Internet Briefing eine gute Möglichkeit, das Berner Netzwerk stärker zu pflegen. Wir starten mit einer Ausstellung und einem Kongress in den gleichen Räumen der topsoft, der etablierten Fachmesse für Business-Software. Die Topsoft zieht in 2 Tagen ca 2000 Businessentscheider an. Die Besucher sind Geschäfts– und Bereichsleiter, IT-Verantwortliche, IT-Projektleiter, Berater sowie Entscheider und Mitarbeitende aus öffentlichen Verwaltungen und Behörden. Wir werden deren Fokus und das Besucheraufkommen erweitern.

Wir werden unsere eigenen “Interessenten” anziehen, also nicht einfach den Topsoft/OpenExpo Gängern einfach eine neue Kost anbieten.

Meine kleine Umfrage im Vorfeld zum Sinn und Erfolgschancen eines solchen Vorhaben war von Begeisterung bis totale Ablehnung alles drin. Vor allem aber gab es sofortige Zusagen für konkrete Unterstützung den Event bekannt zu machen. Grosse Mailverteiler wurden mir angeboten. Die Berner Szene hat sehr positiv reagiert.

Standkonzept
Als Internet-Briefing-Aussteller profitieren Sie vom «Rund-um-Sorglos-Paket». Es wird Einheitsstände (zu Fr. 4400.-) geben, die vollständig ausgerüstet sind – ein «Rund-um-Sorglos-Paket», einfach kommen PC einstecken und Prospekte auffüllen.

Konferenz “The Best of Internet Briefing”
Starker Part wird eine Konferenz mit unseren besten Themen sein.

E-Commerce Trends: Trends, Erfolgsrezepte, Cases, Technologien, Web 2.0, Userbewertungen, Zahlungssysteme, Logistik
E-Marketingstrategien: Wirkung, Konzepte, Resultate, Studien, Onlinewerbung, Suchmaschinenmarketing, Affiliates etc, E-Mailmarketing, CRM etc.
Websites der nächsten Generation: Cases, Technologien, Usability, User Generated Content und Bewertungen, Video, 3D, Web 2.0, Mash-up, RSS, Ajax, OpenID, Tiny URLs, Semantic etc.

Natürlich bin ich offen für weitere Themen. Einfach Referat anmelden

Networking Apéro
Am ersten Messetag organisieren wir einen Networking-Apéro, der von inside-it.ch offeriert wird.

Haben wir Deine Unterstützung?
Damit das gelingt, brauchen wir die volle Unterstützung aus dem gesamten Netzwerk. Was könntest Du zum Gelingen beitragen?

Second Life vor Gericht: Werden tausende Nutzer bestraft?

von Jürgen Köhler

Second Life ist ein interessantes Experimentierfeld für die seriöse Juristerei. Ein paar Beispiele von den Rechtsdilemmas die ich gefunden habe:

Steuerhinterziehung
In Second Life kann jeder weltweit virtuelle Waren mit der privaten Währung Linden Dollar handeln. Eine schöne neue grenzenlose Welt. Ohne Finanzamt oder Grenzbeamten. Ungeachtet unserere nationalen Herkunft sind wir alle gleich. Wir haben alle die gleichen Rechte – doch welche eigentlich? Muss ich Steuern zahlen auf Umsätze in Second Life? Wie werden Linden Dollar bilanziert? Das Finanzamt erkennt die “Währung” jedoch noch nicht an. Dabei können 5% der Second Life Nutzer von Ihren Umsätzen bereits leben. Das Finanzamt wird sich bald, wenn nicht jetzt schon für deren Umsätze interessieren. Von diesem und anderen Rechtsdilemmas gibt es viele.

Ohne Impressum kein Geschäft
Wie im echten Leben kann jeder in Second Life Räumlichkeiten mieten. Doch was passiert, wenn mich ein Vermieter von seiner Insel wirft und die Miete im Voraus bezahlt wurde? Ich weiß nichtmal wer der echte Vertragspartner überhaupt war. Die Bezeichnungen der “Residents” untereinander sind juristisch nur schwer einzuschätzen. Problematisch wird es spätenstens, wenn reale Geschäfte abgeschlossen werden. Solange die Residents anonym sind (nur der Avatarname ist bekannt), weiß ich nicht, wer nach welchem Recht handelt. Man müsste zumindest wissen, aus welchem Staat derjenige kommt. Dann könnte unter Umständen ein internationales Rechtsgeschäfts ablaufen. Es fehlt eine Regelung, welches Recht angewendet werden soll. Im Moment kann man das überhaupt nicht feststellen.

Einer unserer Shopbetreiber wollte Dirndl nicht nur für Avatare anbieten, sondern auch das gleiche Modell für das reale Leben verkaufen. Rechtlich gesehen wäre das Fernabsatz im Sinne des BGB (nach Deutschem Recht). Dann müsste der Shop ein Impressum haben und eine Widerrufsbelehrung. Wie soll das gehen? Er kann im Grunde nur auf seinen Shop im Web weiterleiten. Innerhalb von Second Life reale produkte verkaufen ist nicht erlaubt. Er dürfte hier nur vorführen, aber der Vertrag müsste über eine Website geschlossen werden – mit realem Namen und realem Geld.

Bücherverkaufen ist verboten
Ein Bekannter wollte seine Bücher in Second Life verkaufen. Bestellung in SL abwickeln und per L$ bezahlen, die Lieferung sollte in real erfolgen. Doch aufgrund der Buchpreisbindung in Deutschland ist das nicht erlaubt Er war schlau und hatte die Idee die Bücher über das Ausland anzubieten. Aber dann müßte die Lieferung auch aus dem Ausland erfolgen, was zu teuer wäre. Auch ein Trick mit einem Wechselkurs einer anderen Währung wäre keine Lösung, da der Linden Dollar keinen festen Wechselkurs hat. In Deutschland darf man außerdem keine Bücher in irgendeiner anderen Währung verkaufen.

Second Life wird in absehbarer Zeit rechtlich eindeutig geklärt werden müßen. Ob vor einem Gericht, wenn zwei Avatare sich streiten oder … die Grundsatzentscheidung wird tausende Nutzer betreffen.

Mehr zum Thema: www.jurawiki.de/SecondLifeRecht

Next Generation Internet mit Steve Ballmer

von Beat Z'graggen

Steve Ballmer, der CEO von Microsoft, kam nach Zürich um über die Zukunft des Internet zu sprechen. Desktop-Computing und das Internet verschmelzen immer mehr. Dies ermöglicht ganz neue Arten von Software, neue Internetdienste und eine neue Benutzererfahrung. Mit der Kombination von neuen Technologien und Hilfsmitteln können schneller bessere Webdienste und -Seiten entwickelt werden. Was ist heute bereits möglich und wie müssen wir auf diese Entwicklung reagieren?

Steve Ballmer ist für seine äußerst extravertierten Auftritte bei Firmenveranstaltungen bekannt. Er musste schon einmal an den Stimmbändern operiert werden, nachdem er bei einem Meeting länger „Windows, Windows, Windows“ geschrien hatte. Auch an dieser Veranstaltung war seine kräftige Stimme markant! Im Gegensatz zu sein Ruf war seine Körpersprache aber nicht so extrem, wie sonst.

Als Sohn eines Schweizer Einwanderers (und Großneffe des Schweizer Anthroposophen und Malers Karl Ballmer) wuchs Ballmer in Detroit auf. Seite heute morgen ist er Ehrenbürger von Lausen (Baselland). Am 11. Juni 1980 wurde er der 24. Mitarbeiter Microsofts und der erste Manager. Seit dem 13. Januar 2000 ist er der Nachfolger von Bill Gates als Geschäftsführer (CEO) von Microsoft.

Steve Ballmer kam für einen Tag an die Internet Briefing Veranstaltung in Zürich. Als Europapremiere wird zum ersten Mal Microsoft Surface präsentiert. Johann Kurz, Chef von Microsoft Schweiz meint, dass die Tatsache, dass Steve Ballmer in die Schweiz gekommen ist auch mit dem speziellen Bezug zur Schweiz zu tun hat. Die Besprechungen der Zahlen über die Schweiz gehen bei Microsoft anscheinend immer besonders lang. Er will erreichbar sein und kann über steveb@microsoft.com angesprochen werden.

In den letzen 5 Jahren hat Microsoft stark daran gearbeitet, ein online Geschäft aufzubauen. Dies nicht nur in Form von Infrastruktur sondern auch in Form von Services. Gleichzeitig ist Microsoft auch einer der weltweit grössten Werbetreibenden im Internet. Steve Ballmer zeigte sich als guter Verkäufer seines Unternehmens und erwähnte die wichtigsten Angebote, welche Microsoft vertreibt.

Damir Tomicic, Geschäftsführer der St. Galler Firma Axinom GmbH, welche neue online Dienste entwickelt, erläutert die Möglichkeiten von Premiere Internet TV, aufgebaut auf Silverlight von Microsoft. Die Filme starteten in der Demo von Premiere Internet TV ohne die Verzögerung, wie sie normalerweise bei online Filmen üblich sind, welche abgerufen werden. Diese Anwendung wurde dank Silverlight von 2 Leuten in 5 Tagen entwickelt!

Steve Ballmer ging auch auf die markanten Änderungen am Benutzerinterface von Office ein. Sogar Bill Gates hat z.B. bei Excel neue Funktionen gefunden und war davon überzeugt, dass diese noch nie in Excel waren. Es zeigte sich, dass diese bereits seit 10 Jahren da waren und Bill Gates bezeichnet sich als Excell-Spezialist. Dank der neuen Benutzerschnittstelle von Office hat er aber auch Bill Gates völlig neue Möglichkeiten gefunden.

An der Demo von Microsoft Surface, dem vielgerühmten Tisch, welcher auf Berührungen reagiert, wurden vor allem Spielereien gezeigt. Digitalfotos, die auf dem Tisch herumgestossen werden können etc. Eigentlich handelt es sich gemäss Steve Ballmer nur um einen Windows Vista PC mit 5 Kameras und einigen Softwareergänzungen. Mit Hilfe von Smartcards erkennt das System Bilder oder Inhalte und reagiert darauf. Eine konkrete Anwendung wurde von T-Mobile gezeigt. Wenn ein Handy auf den Tisch gelegt wird, erkennt das System, um welches Modell dass es sich handelt und kann Informationen dazu anzeigen.

Gemäss Steve Ballmer waren die Suchmaschinen eine der am wenigsten innovativen Bereiche in Bezug auf Benutzererfahrung. In den nächsten paar Jahren sind da einige Innovationen zu erwarten, damit Google in dieser Beziehung überholt werden kann.

Auf die Frage, ob Windows Vista aufgrund der Startschwierigkeiten nicht ein Hemmschuh für neue Entwicklungen sein kann, hält Steve Ballmer fest, dass er zufrieden ist mit der Entwicklung von Vista. Es gab nur Probleme im Business-Umfeld, da die neuen Sicherheitseigenschaften bei vielen Programmen zu Kompatibilitätsprobleme führten.

Auf die Frage, ob Microsoft eine Zukunft hat, wenn in Zukunft alle Applikationen wie bei Google Apps nur noch auf dem Internet laufen, erläutert Steve Ballmer, dass er eine Mischung von online Applikationen mit lokalen Applikationen sieht.

Sascha P. Corti war stolz, sich als Kollege von Steve Ballmer zu präsentieren und nach dem Hauptvortrag des Microsoft CEO konkrete Anwendungen zu zeigen, wie moderne Benutzeroberflächen entwickelt werden können.

Gezeigt wurde ein Beispiel mit Windows Presentation Application für die British Libary, in welcher die Bücher interaktiv durchgeblättert werden können.

Einige der Möglichkeiten von Silverlight wurden auf einem Mac gezeigt, was für eine Microsoft Veranstaltung sicher bemerkenswert ist. Da es sich bei Silverlight um ein Plugin handelt, welches zuerst alle Internetnutzer herunterladen müssen, bevor die Anwendungen funktionieren, wird sich zeigen, ob es sich durchsetzt.

Ein Beispiel wurde von Andreas Windler von SwissTXT präsentiert. Die Firma ist das Multimedia Kompetenzzentrum der SRG SSR Idee Suisse und konzipiert, entwickelt und betreibt für ihre Kunden Web-, Mobile- und Content-Lösungen. Beim Beispiel handelt es sich um ein Interface, mit welcher Werbevideos hochgeladen und bewertet werden können. Das ganze soll unter pitch-it.ch online gehen. Vorgestellt wurde auch Silverlight Straming, bei dem bis 4 GB Filme kostenlos online gestellt werden können. Die Quintesenz des gezeigten war, dass die Anwenderführung des Internet sich immer mehr derjenigen auf Desktop-Applikationen anpasst.

Cross posting von
http://news.worldsites-schweiz.ch/next-generation-internet-applications.htm
http://news.worldsites-schweiz.ch/next-generation-internet-mit-steve-ballmer.htm

Wie funktioniert virales Marketing in virtuellen 3D Welten?

von Jürgen Köhler

Ich habe mit einem Kollegen getestet, wie virales Marketing in virtuellen Welten funktioniert. Dazu haben wir Geldautomaten programmiert und auf einer Second Life Insel aufgestellt. Ohne Werbung, ohne Nachrichten in Blogs haben wir innerhalb weniger Wochen folgende Ergebnisse erzielt:

  • Über 660  Terminals sind kopiert, aufgestellt und benutzt worden
  • 2.430.000  Linden Dollar sind an Kunden ausgezahlt worden
  • 70.300 Linden Dollar sind an Partner/Affiliates ausbezahlt worden
  • Der erfolgreichste Partner hat in diesem Monat 10.870 Linden Dollar erhalten!
  • 270 L$=1 US$

Das Wachstum ist überproportional. Auch wenn man von dem Gesamtumsatz – noch – noch nicht leben kann, so ist es doch ein schönes Beispiel. Ohne großen Aufwand läßt sich dieses Modell in verschiendene Länder und mit neuen Services skalieren.

Der wesentliche Unterschied zum Webseiten Marketing ist, daß 3D Objekte erstellt werden, die sich leicht in die Umgebung des Nutzers kopieren lassen.

Obwohl die Verlinkung im Web sehr niedrig ist – und der Service scheinbar wenig bekannt-, ist dagegen die Verlinkung in Second Life selbst sehr hoch. Unsere Kunden kopieren und bewerben die Terminals innerhalb von Second Life. Im Web wird das Angebot hingegen kaum in Blogs besprochen oder Social Bookmarks zum Service gesetzt. Google kann 3D Welten nicht in ihren Index aufnehmen und somit die Webseiten noch nicht angemessen im Ranking bewerten.

So funktioniert der Geldautomat

Unser Service hat viele Vorteile gegenüber der Lindex von Linden Lab, dem “normalen” Weg Lindendollars zu kaufen: Das Bezahlen per Telefon (pay-by-phone) ist einfach, schnell und anonym. Zudem braucht man für den Service keine Kredikarte und keinen Paypal Account. Diese Vorteile überzeugen inzwischen tausende Nutzer , die den Dienst regelmäßig in Anspruch nehmen.

All diese Vorteile haben aber ihren Preis. Dass man bei uns nur 200 L$ für 1 Euro erhält, hat vor allem damit zu tun, dass die Telefonnetzbetreiber kräftig verdienen.

Alternativen

Als Alternative bieten wir daher seit kurzem auch andere Bezahlalternativen an. L$ können direkt per Überweisung gekauft werden, was auch einen gewissen “Load-Balancing” Effekt auf unser eigenes Konto hat. Wir können selbst nicht unbegrenzt L$ auszahlen, sondern müssen uns auch um eine günstige Beschaffung kümmern. Lindendollar können direkt zu einem besseren Kurs gekauft werden (wir zahlen mind. 330 L$ für einen Euro). Direkt heißt: Bezahlung per Überweisung in Euro. Das ist nachvollziehbar und sicher. Sobald das Geld bei uns eingetroffen ist, zahlen wir die L$ an den Avatar aus.

Wir zahlen:

  • Für 20 Euro: 6600 L$
  • Für 50 Euro: 16500 L$
  • Für 100 Euro: 33500 L$
  • Höhere Beträge auf Anfrage per IM in Second Life

Und so geht’s:

  • Die Überweisung wird immer per IM in Second Life ankündigt
  • Ebenfalls per IM: Name und Anschrift, wenn eine Rechnung gewünscht wird
  • Überweisung des Betrags auf das Konto
  • Sobald der Betrag auf dem Firmenkonto gutgeschrieben ist, werden die Lindendollars an den Avatar ausgezahlt.
  • Gegen eine Gebühr 600 L$ schicken wir auch eine Rechnung auf Papier.

Digitale Läden revolutionieren den Einzelhandel

von Jürgen Köhler

Es gibt traditionelle Ladengeschäfte in denen man Produkte anfassen, ausprobieren, bezahlen und mitnehmen kann. Es gibt den Katalogversandhandel (Print und Online). Wo aber bleiben Mixed Reality Konzepte? Warum kein Ladengeschäft, daß nur aus Touch Screens besteht, den Kunden mit RFID Chip erkennt, das Interface in die jeweilige Sprache übersetzt und ggf. Wechselkurse einblendet. Der Kunde erhält einen Ausdruck seiner Bestellung auf Kartonage in einer schicken Einkaufstüte und erhält die Ware dann per Express nach Hause.

Welche neuen Services und Produkte könnte ein digitaler Laden anbieten? Welche Zielgruppe würde er ansprechen? Welche neuen Service Möglichkeiten würde dieser Laden ermöglichen?

Ein komplett digitaler Laden erscheint grotesk. Auf den zweiten Blick könnte er dennoch Sinn machen. Zum Beispiel:

  • keine Lagerhaltung
  • personalisierte Produktpalette
  • individuelle Sprachausgabe
  • individuelle Anordnung des Sortiments

Vielleicht sollten Top-Produkte real vorhanden sein zum ausprobieren. Gewissen Produkte wie Kleidung lassen sich schwieriger Online verkaufen – digitales anprobieren geht bekanntlich noch nicht. Ein Stoff mag schön aussehen, wie er sich anfühlt, können unsere Augen nicht ertasten. – Ein Algorithmus, ob ein Kleidungsstück passt, könnte trotzdem entwickelt werden. Das macht erst Sinn, wenn die komplette Verwertungskette digital erfasst ist.

 Supermärkte haben veraltete Sortimentsanordnungen

Permanent wird der Konsument (das Wort verleitet ja schon zum Konsum, neutraler wäre das Wort Mensch) beeinflußt mehr und anders zu kaufen, als er ursprünglich beabsichtigt. Die wichtigen Produkte hinten im Markt zu verstecken und das unwichtige (aber profitable) am Eingang zu positionieren ist nicht der idiale Weg, meiner Ansicht nach. Ich möchte nicht verführt, ich möchte mit Sinnvollem berührt werden. Staples macht es umgekehrt. Alle Top-Seller stehen vorne. Ich muß nicht den gesamten Laden durchlaufen, um meine alltäglichen Einkäufe zu erledigen.

Was macht den digitalen Laden intelligenter?

Er hat eine individuelle Sortimentsanordnung. Männer, Frauen und Kinder – Sie alle haben unterschiedliche Bedürfnisse und müssen anders bedient werden. Auf Webseiten wird dies bereits gemacht. Offline ist das noch schwierig. Der digitale Laden kann, wie eine Webseite, sein komplettes Angebot anpassen. Tricks und Werbung werden dann in derzeitiger Form nicht mehr benötigt.

Wo wird es den ersten digitalen Laden geben?

Einen reinen digitalen Laden wird es in der Form wahrscheinlich nie geben. Ich sehe eher das Potential eines Mixed Reality Ladens. Die Angebotspalette kann so bereichert und der Umsatz gesteigert werden. Bleibt die Frage der Technologie. Hier gibt es viele Möglichkeiten. So könnten bestehende Ladengeschäfte nicht nur mit Microsoft Surface ausgestattet werden. Second Life könnte ebenfalls seine Anwendung finden. In meiner täglichen Arbeit arbeite ich Konzepte und Anwendungen aus wie Mixed Reality die Welt bereichern kann. Im Fersehbereich sehe ich darüber hinaus ebenfalls gute Möglichkeiten für derartige Konzepte.

Wann wird es den digitalen Laden geben?

Die Antwort kann jeder selber finden. Es ist der Schnittpunkt von Break-even (Kosten der Technik und Umsatzpotential) und Interesse eines Geschäftsführers zu experimentieren. Aufregende Presse ist sicherlich garantiert.

Es gibt viel was man zu diesem Thema noch schreiben könnte. Viele inspirierende Details. Interessant fände ich einen Vortrag zu diesem Thema.

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