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Internet Briefing zieht’s nach Bern

von Reto Hartinger

Das Internet braucht wieder eine Leistungsschau in Form einer Messe und einer Konferenz. Und zwar dort, wo die Kunden sind, in den Regionen. Das motiviert mich, zusammen mit der bereits etablierten Messen topsoft und OpenExpo Synergien zu nutzen und in Bern einen Kongress und eine Ausstellung zum Thema Internet zu organisieren.

In den Regionen zu neunen Kunden
Bis anhin waren alle Internet Briefings in Zürich. Internet Briefing hat aber auch viele Mitglieder aus dem Raum Bern und Mittelland. Ich halte dieses Gebiet für die zweitstärkste “Internet” Region, die wir nicht vernachlässigen wollen.

Die topsoft und OpenExpo bieten dem Internet Briefing eine gute Möglichkeit, das Berner Netzwerk stärker zu pflegen. Wir starten mit einer Ausstellung und einem Kongress in den gleichen Räumen der topsoft, der etablierten Fachmesse für Business-Software. Die Topsoft zieht in 2 Tagen ca 2000 Businessentscheider an. Die Besucher sind Geschäfts– und Bereichsleiter, IT-Verantwortliche, IT-Projektleiter, Berater sowie Entscheider und Mitarbeitende aus öffentlichen Verwaltungen und Behörden. Wir werden deren Fokus und das Besucheraufkommen erweitern.

Wir werden unsere eigenen “Interessenten” anziehen, also nicht einfach den Topsoft/OpenExpo Gängern einfach eine neue Kost anbieten.

Meine kleine Umfrage im Vorfeld zum Sinn und Erfolgschancen eines solchen Vorhaben war von Begeisterung bis totale Ablehnung alles drin. Vor allem aber gab es sofortige Zusagen für konkrete Unterstützung den Event bekannt zu machen. Grosse Mailverteiler wurden mir angeboten. Die Berner Szene hat sehr positiv reagiert.

Standkonzept
Als Internet-Briefing-Aussteller profitieren Sie vom «Rund-um-Sorglos-Paket». Es wird Einheitsstände (zu Fr. 4400.-) geben, die vollständig ausgerüstet sind – ein «Rund-um-Sorglos-Paket», einfach kommen PC einstecken und Prospekte auffüllen.

Konferenz “The Best of Internet Briefing”
Starker Part wird eine Konferenz mit unseren besten Themen sein.

E-Commerce Trends: Trends, Erfolgsrezepte, Cases, Technologien, Web 2.0, Userbewertungen, Zahlungssysteme, Logistik
E-Marketingstrategien: Wirkung, Konzepte, Resultate, Studien, Onlinewerbung, Suchmaschinenmarketing, Affiliates etc, E-Mailmarketing, CRM etc.
Websites der nächsten Generation: Cases, Technologien, Usability, User Generated Content und Bewertungen, Video, 3D, Web 2.0, Mash-up, RSS, Ajax, OpenID, Tiny URLs, Semantic etc.

Natürlich bin ich offen für weitere Themen. Einfach Referat anmelden

Networking Apéro
Am ersten Messetag organisieren wir einen Networking-Apéro, der von inside-it.ch offeriert wird.

Haben wir Deine Unterstützung?
Damit das gelingt, brauchen wir die volle Unterstützung aus dem gesamten Netzwerk. Was könntest Du zum Gelingen beitragen?

Second Life vor Gericht: Werden tausende Nutzer bestraft?

von Jürgen Köhler

Second Life ist ein interessantes Experimentierfeld für die seriöse Juristerei. Ein paar Beispiele von den Rechtsdilemmas die ich gefunden habe:

Steuerhinterziehung
In Second Life kann jeder weltweit virtuelle Waren mit der privaten Währung Linden Dollar handeln. Eine schöne neue grenzenlose Welt. Ohne Finanzamt oder Grenzbeamten. Ungeachtet unserere nationalen Herkunft sind wir alle gleich. Wir haben alle die gleichen Rechte – doch welche eigentlich? Muss ich Steuern zahlen auf Umsätze in Second Life? Wie werden Linden Dollar bilanziert? Das Finanzamt erkennt die “Währung” jedoch noch nicht an. Dabei können 5% der Second Life Nutzer von Ihren Umsätzen bereits leben. Das Finanzamt wird sich bald, wenn nicht jetzt schon für deren Umsätze interessieren. Von diesem und anderen Rechtsdilemmas gibt es viele.

Ohne Impressum kein Geschäft
Wie im echten Leben kann jeder in Second Life Räumlichkeiten mieten. Doch was passiert, wenn mich ein Vermieter von seiner Insel wirft und die Miete im Voraus bezahlt wurde? Ich weiß nichtmal wer der echte Vertragspartner überhaupt war. Die Bezeichnungen der “Residents” untereinander sind juristisch nur schwer einzuschätzen. Problematisch wird es spätenstens, wenn reale Geschäfte abgeschlossen werden. Solange die Residents anonym sind (nur der Avatarname ist bekannt), weiß ich nicht, wer nach welchem Recht handelt. Man müsste zumindest wissen, aus welchem Staat derjenige kommt. Dann könnte unter Umständen ein internationales Rechtsgeschäfts ablaufen. Es fehlt eine Regelung, welches Recht angewendet werden soll. Im Moment kann man das überhaupt nicht feststellen.

Einer unserer Shopbetreiber wollte Dirndl nicht nur für Avatare anbieten, sondern auch das gleiche Modell für das reale Leben verkaufen. Rechtlich gesehen wäre das Fernabsatz im Sinne des BGB (nach Deutschem Recht). Dann müsste der Shop ein Impressum haben und eine Widerrufsbelehrung. Wie soll das gehen? Er kann im Grunde nur auf seinen Shop im Web weiterleiten. Innerhalb von Second Life reale produkte verkaufen ist nicht erlaubt. Er dürfte hier nur vorführen, aber der Vertrag müsste über eine Website geschlossen werden – mit realem Namen und realem Geld.

Bücherverkaufen ist verboten
Ein Bekannter wollte seine Bücher in Second Life verkaufen. Bestellung in SL abwickeln und per L$ bezahlen, die Lieferung sollte in real erfolgen. Doch aufgrund der Buchpreisbindung in Deutschland ist das nicht erlaubt Er war schlau und hatte die Idee die Bücher über das Ausland anzubieten. Aber dann müßte die Lieferung auch aus dem Ausland erfolgen, was zu teuer wäre. Auch ein Trick mit einem Wechselkurs einer anderen Währung wäre keine Lösung, da der Linden Dollar keinen festen Wechselkurs hat. In Deutschland darf man außerdem keine Bücher in irgendeiner anderen Währung verkaufen.

Second Life wird in absehbarer Zeit rechtlich eindeutig geklärt werden müßen. Ob vor einem Gericht, wenn zwei Avatare sich streiten oder … die Grundsatzentscheidung wird tausende Nutzer betreffen.

Mehr zum Thema: www.jurawiki.de/SecondLifeRecht

Next Generation Internet mit Steve Ballmer

von Beat Z'graggen

Steve Ballmer, der CEO von Microsoft, kam nach Zürich um über die Zukunft des Internet zu sprechen. Desktop-Computing und das Internet verschmelzen immer mehr. Dies ermöglicht ganz neue Arten von Software, neue Internetdienste und eine neue Benutzererfahrung. Mit der Kombination von neuen Technologien und Hilfsmitteln können schneller bessere Webdienste und -Seiten entwickelt werden. Was ist heute bereits möglich und wie müssen wir auf diese Entwicklung reagieren?

Steve Ballmer ist für seine äußerst extravertierten Auftritte bei Firmenveranstaltungen bekannt. Er musste schon einmal an den Stimmbändern operiert werden, nachdem er bei einem Meeting länger „Windows, Windows, Windows“ geschrien hatte. Auch an dieser Veranstaltung war seine kräftige Stimme markant! Im Gegensatz zu sein Ruf war seine Körpersprache aber nicht so extrem, wie sonst.

Als Sohn eines Schweizer Einwanderers (und Großneffe des Schweizer Anthroposophen und Malers Karl Ballmer) wuchs Ballmer in Detroit auf. Seite heute morgen ist er Ehrenbürger von Lausen (Baselland). Am 11. Juni 1980 wurde er der 24. Mitarbeiter Microsofts und der erste Manager. Seit dem 13. Januar 2000 ist er der Nachfolger von Bill Gates als Geschäftsführer (CEO) von Microsoft.

Steve Ballmer kam für einen Tag an die Internet Briefing Veranstaltung in Zürich. Als Europapremiere wird zum ersten Mal Microsoft Surface präsentiert. Johann Kurz, Chef von Microsoft Schweiz meint, dass die Tatsache, dass Steve Ballmer in die Schweiz gekommen ist auch mit dem speziellen Bezug zur Schweiz zu tun hat. Die Besprechungen der Zahlen über die Schweiz gehen bei Microsoft anscheinend immer besonders lang. Er will erreichbar sein und kann über steveb@microsoft.com angesprochen werden.

In den letzen 5 Jahren hat Microsoft stark daran gearbeitet, ein online Geschäft aufzubauen. Dies nicht nur in Form von Infrastruktur sondern auch in Form von Services. Gleichzeitig ist Microsoft auch einer der weltweit grössten Werbetreibenden im Internet. Steve Ballmer zeigte sich als guter Verkäufer seines Unternehmens und erwähnte die wichtigsten Angebote, welche Microsoft vertreibt.

Damir Tomicic, Geschäftsführer der St. Galler Firma Axinom GmbH, welche neue online Dienste entwickelt, erläutert die Möglichkeiten von Premiere Internet TV, aufgebaut auf Silverlight von Microsoft. Die Filme starteten in der Demo von Premiere Internet TV ohne die Verzögerung, wie sie normalerweise bei online Filmen üblich sind, welche abgerufen werden. Diese Anwendung wurde dank Silverlight von 2 Leuten in 5 Tagen entwickelt!

Steve Ballmer ging auch auf die markanten Änderungen am Benutzerinterface von Office ein. Sogar Bill Gates hat z.B. bei Excel neue Funktionen gefunden und war davon überzeugt, dass diese noch nie in Excel waren. Es zeigte sich, dass diese bereits seit 10 Jahren da waren und Bill Gates bezeichnet sich als Excell-Spezialist. Dank der neuen Benutzerschnittstelle von Office hat er aber auch Bill Gates völlig neue Möglichkeiten gefunden.

An der Demo von Microsoft Surface, dem vielgerühmten Tisch, welcher auf Berührungen reagiert, wurden vor allem Spielereien gezeigt. Digitalfotos, die auf dem Tisch herumgestossen werden können etc. Eigentlich handelt es sich gemäss Steve Ballmer nur um einen Windows Vista PC mit 5 Kameras und einigen Softwareergänzungen. Mit Hilfe von Smartcards erkennt das System Bilder oder Inhalte und reagiert darauf. Eine konkrete Anwendung wurde von T-Mobile gezeigt. Wenn ein Handy auf den Tisch gelegt wird, erkennt das System, um welches Modell dass es sich handelt und kann Informationen dazu anzeigen.

Gemäss Steve Ballmer waren die Suchmaschinen eine der am wenigsten innovativen Bereiche in Bezug auf Benutzererfahrung. In den nächsten paar Jahren sind da einige Innovationen zu erwarten, damit Google in dieser Beziehung überholt werden kann.

Auf die Frage, ob Windows Vista aufgrund der Startschwierigkeiten nicht ein Hemmschuh für neue Entwicklungen sein kann, hält Steve Ballmer fest, dass er zufrieden ist mit der Entwicklung von Vista. Es gab nur Probleme im Business-Umfeld, da die neuen Sicherheitseigenschaften bei vielen Programmen zu Kompatibilitätsprobleme führten.

Auf die Frage, ob Microsoft eine Zukunft hat, wenn in Zukunft alle Applikationen wie bei Google Apps nur noch auf dem Internet laufen, erläutert Steve Ballmer, dass er eine Mischung von online Applikationen mit lokalen Applikationen sieht.

Sascha P. Corti war stolz, sich als Kollege von Steve Ballmer zu präsentieren und nach dem Hauptvortrag des Microsoft CEO konkrete Anwendungen zu zeigen, wie moderne Benutzeroberflächen entwickelt werden können.

Gezeigt wurde ein Beispiel mit Windows Presentation Application für die British Libary, in welcher die Bücher interaktiv durchgeblättert werden können.

Einige der Möglichkeiten von Silverlight wurden auf einem Mac gezeigt, was für eine Microsoft Veranstaltung sicher bemerkenswert ist. Da es sich bei Silverlight um ein Plugin handelt, welches zuerst alle Internetnutzer herunterladen müssen, bevor die Anwendungen funktionieren, wird sich zeigen, ob es sich durchsetzt.

Ein Beispiel wurde von Andreas Windler von SwissTXT präsentiert. Die Firma ist das Multimedia Kompetenzzentrum der SRG SSR Idee Suisse und konzipiert, entwickelt und betreibt für ihre Kunden Web-, Mobile- und Content-Lösungen. Beim Beispiel handelt es sich um ein Interface, mit welcher Werbevideos hochgeladen und bewertet werden können. Das ganze soll unter pitch-it.ch online gehen. Vorgestellt wurde auch Silverlight Straming, bei dem bis 4 GB Filme kostenlos online gestellt werden können. Die Quintesenz des gezeigten war, dass die Anwenderführung des Internet sich immer mehr derjenigen auf Desktop-Applikationen anpasst.

Cross posting von
http://news.worldsites-schweiz.ch/next-generation-internet-applications.htm
http://news.worldsites-schweiz.ch/next-generation-internet-mit-steve-ballmer.htm

Wie funktioniert virales Marketing in virtuellen 3D Welten?

von Jürgen Köhler

Ich habe mit einem Kollegen getestet, wie virales Marketing in virtuellen Welten funktioniert. Dazu haben wir Geldautomaten programmiert und auf einer Second Life Insel aufgestellt. Ohne Werbung, ohne Nachrichten in Blogs haben wir innerhalb weniger Wochen folgende Ergebnisse erzielt:

  • Über 660  Terminals sind kopiert, aufgestellt und benutzt worden
  • 2.430.000  Linden Dollar sind an Kunden ausgezahlt worden
  • 70.300 Linden Dollar sind an Partner/Affiliates ausbezahlt worden
  • Der erfolgreichste Partner hat in diesem Monat 10.870 Linden Dollar erhalten!
  • 270 L$=1 US$

Das Wachstum ist überproportional. Auch wenn man von dem Gesamtumsatz – noch – noch nicht leben kann, so ist es doch ein schönes Beispiel. Ohne großen Aufwand läßt sich dieses Modell in verschiendene Länder und mit neuen Services skalieren.

Der wesentliche Unterschied zum Webseiten Marketing ist, daß 3D Objekte erstellt werden, die sich leicht in die Umgebung des Nutzers kopieren lassen.

Obwohl die Verlinkung im Web sehr niedrig ist – und der Service scheinbar wenig bekannt-, ist dagegen die Verlinkung in Second Life selbst sehr hoch. Unsere Kunden kopieren und bewerben die Terminals innerhalb von Second Life. Im Web wird das Angebot hingegen kaum in Blogs besprochen oder Social Bookmarks zum Service gesetzt. Google kann 3D Welten nicht in ihren Index aufnehmen und somit die Webseiten noch nicht angemessen im Ranking bewerten.

So funktioniert der Geldautomat

Unser Service hat viele Vorteile gegenüber der Lindex von Linden Lab, dem “normalen” Weg Lindendollars zu kaufen: Das Bezahlen per Telefon (pay-by-phone) ist einfach, schnell und anonym. Zudem braucht man für den Service keine Kredikarte und keinen Paypal Account. Diese Vorteile überzeugen inzwischen tausende Nutzer , die den Dienst regelmäßig in Anspruch nehmen.

All diese Vorteile haben aber ihren Preis. Dass man bei uns nur 200 L$ für 1 Euro erhält, hat vor allem damit zu tun, dass die Telefonnetzbetreiber kräftig verdienen.

Alternativen

Als Alternative bieten wir daher seit kurzem auch andere Bezahlalternativen an. L$ können direkt per Überweisung gekauft werden, was auch einen gewissen “Load-Balancing” Effekt auf unser eigenes Konto hat. Wir können selbst nicht unbegrenzt L$ auszahlen, sondern müssen uns auch um eine günstige Beschaffung kümmern. Lindendollar können direkt zu einem besseren Kurs gekauft werden (wir zahlen mind. 330 L$ für einen Euro). Direkt heißt: Bezahlung per Überweisung in Euro. Das ist nachvollziehbar und sicher. Sobald das Geld bei uns eingetroffen ist, zahlen wir die L$ an den Avatar aus.

Wir zahlen:

  • Für 20 Euro: 6600 L$
  • Für 50 Euro: 16500 L$
  • Für 100 Euro: 33500 L$
  • Höhere Beträge auf Anfrage per IM in Second Life

Und so geht’s:

  • Die Überweisung wird immer per IM in Second Life ankündigt
  • Ebenfalls per IM: Name und Anschrift, wenn eine Rechnung gewünscht wird
  • Überweisung des Betrags auf das Konto
  • Sobald der Betrag auf dem Firmenkonto gutgeschrieben ist, werden die Lindendollars an den Avatar ausgezahlt.
  • Gegen eine Gebühr 600 L$ schicken wir auch eine Rechnung auf Papier.

Digitale Läden revolutionieren den Einzelhandel

von Jürgen Köhler

Es gibt traditionelle Ladengeschäfte in denen man Produkte anfassen, ausprobieren, bezahlen und mitnehmen kann. Es gibt den Katalogversandhandel (Print und Online). Wo aber bleiben Mixed Reality Konzepte? Warum kein Ladengeschäft, daß nur aus Touch Screens besteht, den Kunden mit RFID Chip erkennt, das Interface in die jeweilige Sprache übersetzt und ggf. Wechselkurse einblendet. Der Kunde erhält einen Ausdruck seiner Bestellung auf Kartonage in einer schicken Einkaufstüte und erhält die Ware dann per Express nach Hause.

Welche neuen Services und Produkte könnte ein digitaler Laden anbieten? Welche Zielgruppe würde er ansprechen? Welche neuen Service Möglichkeiten würde dieser Laden ermöglichen?

Ein komplett digitaler Laden erscheint grotesk. Auf den zweiten Blick könnte er dennoch Sinn machen. Zum Beispiel:

  • keine Lagerhaltung
  • personalisierte Produktpalette
  • individuelle Sprachausgabe
  • individuelle Anordnung des Sortiments

Vielleicht sollten Top-Produkte real vorhanden sein zum ausprobieren. Gewissen Produkte wie Kleidung lassen sich schwieriger Online verkaufen – digitales anprobieren geht bekanntlich noch nicht. Ein Stoff mag schön aussehen, wie er sich anfühlt, können unsere Augen nicht ertasten. – Ein Algorithmus, ob ein Kleidungsstück passt, könnte trotzdem entwickelt werden. Das macht erst Sinn, wenn die komplette Verwertungskette digital erfasst ist.

 Supermärkte haben veraltete Sortimentsanordnungen

Permanent wird der Konsument (das Wort verleitet ja schon zum Konsum, neutraler wäre das Wort Mensch) beeinflußt mehr und anders zu kaufen, als er ursprünglich beabsichtigt. Die wichtigen Produkte hinten im Markt zu verstecken und das unwichtige (aber profitable) am Eingang zu positionieren ist nicht der idiale Weg, meiner Ansicht nach. Ich möchte nicht verführt, ich möchte mit Sinnvollem berührt werden. Staples macht es umgekehrt. Alle Top-Seller stehen vorne. Ich muß nicht den gesamten Laden durchlaufen, um meine alltäglichen Einkäufe zu erledigen.

Was macht den digitalen Laden intelligenter?

Er hat eine individuelle Sortimentsanordnung. Männer, Frauen und Kinder – Sie alle haben unterschiedliche Bedürfnisse und müssen anders bedient werden. Auf Webseiten wird dies bereits gemacht. Offline ist das noch schwierig. Der digitale Laden kann, wie eine Webseite, sein komplettes Angebot anpassen. Tricks und Werbung werden dann in derzeitiger Form nicht mehr benötigt.

Wo wird es den ersten digitalen Laden geben?

Einen reinen digitalen Laden wird es in der Form wahrscheinlich nie geben. Ich sehe eher das Potential eines Mixed Reality Ladens. Die Angebotspalette kann so bereichert und der Umsatz gesteigert werden. Bleibt die Frage der Technologie. Hier gibt es viele Möglichkeiten. So könnten bestehende Ladengeschäfte nicht nur mit Microsoft Surface ausgestattet werden. Second Life könnte ebenfalls seine Anwendung finden. In meiner täglichen Arbeit arbeite ich Konzepte und Anwendungen aus wie Mixed Reality die Welt bereichern kann. Im Fersehbereich sehe ich darüber hinaus ebenfalls gute Möglichkeiten für derartige Konzepte.

Wann wird es den digitalen Laden geben?

Die Antwort kann jeder selber finden. Es ist der Schnittpunkt von Break-even (Kosten der Technik und Umsatzpotential) und Interesse eines Geschäftsführers zu experimentieren. Aufregende Presse ist sicherlich garantiert.

Es gibt viel was man zu diesem Thema noch schreiben könnte. Viele inspirierende Details. Interessant fände ich einen Vortrag zu diesem Thema.

München in Second Life

von Jürgen Köhler

Ein Modell der Innenstadt von München  wurde kürzlich realisiert. Hier eine Videovorschau der Stadt.

Die Highlights:

  • 220 Gebäude

  • 15 Sehenswürdigkeiten

  • 5 Kirchen

  • regelmäßige Berichterstattung in den Medien

  • hochwertiges Umfeld für Marken

  • technisch zuverlässige Umsetzung

Kann Second Life das Städtemarketing revolutionieren?

Meiner Ansicht nach ist das schwierig.  Unter anderem aus folgenden Gründen:

  1. noch geringe Reichweite
  2. hohe Hardware Anforderungen
  3. bisher fehlende Integration in die normalen Suchmaschinen von SL Inhalten

Der einzige bleibende Unterschied zu Google Earth ist, daß die Modelle mehr Details haben und das Avatare die Welt betreten können. Gemeinsames Erleben soll angeblich bald in Google Earth integriert sein.

Der einzige Vorteil für Sponsoren bliebe damit die PR Aufmerksamkeit. Anstelle teure Werbeanzeigen in Presse und TV zu schalten, könnten dann journalistische Inhalte zur Hälfte des Preises die Aufmerksamkeit in der Zielgruppe verschaffen. Doch reicht das als Verkaufsargument aus, um derartige Modelle zu einem finanziellen Erfolg zu verhelfen?

Offene Standards und geschlossene Chips

von Harald Taglinger

Zu Recht gehen nun Diskussionen darüber los, ob und welche offenen Standards für 3D-Welten existieren sollen. Es kann ja nicht sein, dass Second Life und andere Gatekeeper durch ihre proprietären Welten die freie Entwicklung eines 3D-Internets stören. Das hat CompuServe AOL und Apple (eWorld, erinnert sich noch jemand daran?) auch aus dem Markt gepustet. Und erst dann wuchs die Online Welt. Freiheit heisst auf der anderen Seite auch, dass inzwischen einzelne ihr Recht auf offline anmahnen. Zum Beispiel die, die sich keinen Chip unter die Haut pflanzen lassen wollen. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich Luxus in Zukunft vorzustellen. Abstellbare RFIDs.

3D happens

von Harald Taglinger

Second Life hinterlässt, auch wenn der Hype inzwischen deutlich abflacht, seine Spuren. Zum Beispiel in der 3D Mailbox, die herein trudelnde Mails als Figuren am Pool darstellt. Klar, die bösen Spams sieht man als üble Schurken. Ich vermute, dass eine ältere Frau durch das Bild hoppelt, wenn Mama wieder „Junge, iss wenigstens anständig in der Schweiz“-Mails schreibt. Währenddessen baut das Militär eine virtuelle Welt nach, um das zu tun, wofür es gedacht ist: Anderen auf die Mütze hauen. Nur eben digital. Der zynische Ansatz: Man kann per Knopfdruck ausprobieren, wie es einem Land geht, sobald die Wasserversorgung zerstört ist. Also Vietnam für Daddler. Ich wäre ja vorsichtig mit solchen Simulationen. Da haut man ein Land in die Pfanne (Vietnam), dann versucht man Freundschaft mit der Knarre wegen niedriger Spritpreise zu erhalten (Irak), und dann finden andere ausgerechnet in Vietnam die grössten Ölvorkommen der Weltgeschichte. Das hätte man so am Bildschirm nicht vermutet. Oil happens.

Hyperfotos

von Harald Taglinger

Unterschiedliche Konzepte, aber auf jeden Fall ein Gewinn für Reise-Süchtige sind Mashups wie 360cities.net (Beispiel Venedig) und Photosynth (Beispiel Venedig). Während die einen Luft- und 360Grad-Aufnahmen mit der Hilfe von Google Maps und Quicktime kombinieren, gehen die Microsoft Labs heftig in die Rechenleistungen und generieren aus der Masse an Aufnahmen aus dem Internet. Jetzt aktuell in Zusammenarbeit mit der BBC.

Raum kehrt zurück

von Harald Taglinger

Mit den neuen Möglichkeiten von Vista und der Time-Machine von Leopard beginnen sich Raummetaphern asuzubreiten. Die Rückkehr des Raums deutet sich an in Browsern wie SpaceTime. Und dem Relaunch von Ask.com (US-Version !!!). Wir dachten schon, 3D ist nach dem „Digitalen Dorf“ Mitte der 90er tot…

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