Apple mit neuem Businessmodell für neue Hardware
12. November 2009
Ich rätsle immer noch für was Apple das milliardenschwere Rechenzentrum braucht. Meine Vermutung ist eine Erweiterung des Businessmodells – aber welche neuen Dienste wird Apple anbieten? Dass es irgend etwas mit Cloud Computing zu tun hat ist klar.
Denis Nordmann hat in einem Kommentar die Überlegung gemacht
Plausibler scheint mir ein Service à la Amazon EC2. Die logische Folge von SaaS ist doch das gehostete OS in einem grossen Rechenzentrum und Apple verkauft dann einfach die Terminal-Hardware und entsprechende OS-Abos dazu. Damit erübrigen sich viele Probleme in der Miniaturisierung und Apple hat noch einen grösseren Lock-In bei den Kunden. Das iTablet besteht dann nur noch aus einen grossen Screen, der via WLAN/UMTS auf (fast) beliebig skalierbare Ressourcen zugreifen kann; via ein App-Store kannst du dir deine Software freischalten lassen, Backup, Updates etc. geschieht alles ohne dein zutun. Genügend spekulativ?
Ja das ist spannend.
Das kann ich gut nachvollziehen. Mit insi.ch haben wir einmal eine deutsche Virtualisierungsfirma strategisch beraten und mussten fesstellen, dass man eigentlich den ganzen Ajax bzw. Cloudcomputing-quatsch bleiben lassen könnte, würde man statt alles auf Ajax-Technologie zu schreiben, einfach virtualisieren.
Man hätte auf einen Schlag die ganze Usability und die Behaviour der Desktopapplikationen. Ich habe mich sowieso gefragt, wieso das Microsoft nicht macht. Vielleicht braucht es dazu eben doch die ganze Wertschöpfungskette. Datenhosting, Betriebssystem, Virtualisierungssoftware, Software, Hardware, Softwaredistribution (Appstore), Refinanzierung (Onlinewerbeplattform oder Miete) um ein sinnvolles Oekosystem aufzubauen.
Die Hardware
Apple könnte seine Hardware viel günstiger anbieten, weil bei der Hardware komponenten wegfallen. Apple wird die Geräte zwar nicht günstiger anbieten aber mit mehr Features und Convenience ausstatten.
Die Software und das Betriebssystem
Apple würde seine Office-Software bereits virtualisiert optimiert bringen. Man müsste wohl die Software so umschreiben, dass sie nur immer Segmente lädt. Vielleicht würde sogar das Betriebssystem virtualisiert – da bin ich mir nicht sicher. Wäre das so, könnte man die Hardware so abspecken, dass sie auch kein DVD braucht. Mit dieser Idee liebäugelt Apple ja bereits. Die Software und das Betriebssystem wären auf Multitouch optimiert.
iTablet
Das alles würde zwar mit bestehender Hardware auch laufen, wäre aber auf ein portables Device mit Multitouch optimiert. Vergesst den Netbook – das ist doch ein Konzept von gestern. Der iTablet schafft eine neue Kategorie. Kein Harddisk (wohl eher ein Flashspeicher), kein DVD, keine Tastatur aber viel RAM, Videocamera
SocialMedia und Collaboration
Geht Apple so weit dem iPhone mit dem Tablett Konkurrenz zu machen und ein Videoconferencing einzubauen? Es wird ja schon lange gemunkelt, dass Apple seine Plattformen mit einem Nutzerprofil zu einem sozialen Netz ausbaut mit dem es dann auch ziemlich einfach zum Videoconferenzen wird. Die Software dazu ist ja vorhanden – nur braucht sie fast niemand.
Datahosting
Wir sind uns immer mehr gewohnt, jederzeit von überall auf Daten zugreifen zu können. Egal mit welchem Device. Die von Apple gehosteten Daten könnten über Macs (PCs) iPhone und das Tablett abgerufen werden. D. h. es müsste auch eine iPhoneversion oder iPhone-Virtualisierung der Programme geben. Da wir uns gewohnt sind jederzeit überall auf die Daten zugreifen zu können, wollen wir sie gar nicht mehr bei uns auf einer Harddisk – dort sind sie nur an einem Ort und nicht wirklich immer verfügbar. Das SaaS-Konzept wird zur Selbstverständlichkeit und wir wissen nicht mehr wieso wir früher etwas dagegen hatten.
Refinanzierung
Jetzt wird auch klar, wieso Apple beim Kauf einer Mobilewerbeplattform mitgeboten hat. Apple wird seinen Entwicklern die Möglichkeit des Abrechnen via Micropayment, monatliche Nutzung, einmalige Bezahlung und/oder Werbeeinblendungen geben. Damit hat Apple das ganze Finanzierungsmodell parat und kassiert jedes Mal mit. So wird Apple und seine Entwickler von Google unabhängig(er).
Das Konzept lässt sich beliebig weiter spinnen. Was haltet ihr davon und wie realistisch ist es?




