Suchen:

Google geht mit dem Teufel ins Bett

von Reto Hartinger

Asketen gleich waren die Googlers. Eine Website einzig bestehend aus einem Suchschlitz und keine Bildwerbung, die war des Teufels. Niemals würde Google etwas so Ablenkende und Verwerfliches wie Bildwerbung machen. Und auf gar keinem Fall in ihren eingenen Produkten, so die Ausrede als Google begonnen hat dies bei Adsensekunden zu tun.

Jetzt taucht Bannerwerbung in Gmail auf. Es ist auch Google aufgefallen, dass niemand die Textwerbung in Gmail anklickt und dass mit Gmail kein Geld zu verdienen ist. Die Banner werden auch inhaltsensitiv eingeblendet und kosten immer noch per Klick und nicht per View.

Google muss jedes Jahr mehr Geld verdienen – deutlich mehr. Davon hängt auch ab, ob die guten Entwickler gehalten werden können oder nicht, denn die meisten halten Google-Aktien oder Optionen. Schläft der Aktienkurs ein, wandert man lieber zu Facebook ab, wo ein Börsengang und damit nochmals viel Kohle winkt oder man geht zu einem Start-up.

Dem opfert Google einige Dogmas.

Die User und die Google-Puristen werden es schlucken. Eine Bitte hätte ich an Google noch: Macht das Teil endlich wieder schneller – es ist grottenlangsam. Werden noch schwere Bildwerbungen geladen, könnte das nochmals an der Performence rütteln.

Performance Marketing – Dos und Donts an konkreten Kampagnen erläutert

von Reto Hartinger

Noemi Alvarez hat an der Suchmaschinen Marketing Konferenz einen mit praxisrelevanten Tipps gespickten Vortrag über die Adwords-Stratagie gehalten der mich beeindruckt hat. Am nächsten Internet Briefing teilt sie ihre 10jährige Erfahrung die sie bei eBay und Kuoni mit allen online Marketing Kanälen (SEM, SEO, Display und Affiliates Marketing) gewonnen hat. Noemi belegt auch hier jede These mit konkreten Zahlen und gibt extrem viele praktische Tipps, die Du gleich am nächsten Tag bei Dir umsetzen kannst. Kaum jemand hat so viel Erfahrung. Da musst Du dabei sein:

Dos and dont’s im Performance Marketing

Do’s:

  • messen Sie alles
  • testen Sie
  • deduplizieren Sie
  • definieren Sie deutliche Ziele
  • verhandeln und wieder verhandeln
  • analysieren Sie SEO mit den gleichen Kennzahlen wie die anderen bezahlten Kanäle
  • kommunizieren Sie mit Ihren top Affiliates 1 zu 1

Dont’s:

  • Outsourcen und vergessen
  • setzen Sie divergierende Ziele
  • optimieren Sie nach qualitativen Zielen
  • definieren Sie Ihre SEO Zielkeywords anhand von Traffic
  • demotivieren Sie Ihre Affiliates
  • lassen sie schlechte Deals weiter laufen
  • arbeiten Sie mit allen Affiliate Netzwerken

Sie stütz ihre Aussagen auf ganz konkrete Kampagnenresultate. Das solltest Du nicht verpassen. Melde Dich an!

Dieser Session voraus geht die Affiliate Marketing Konferenz voraus.

Google Instant bringt mehr und teurere Klicks

von Reto Hartinger

So wie es aussieht, hat die Echtzeitanzeige von Resultaten keinen negativen Einfluss auf die Umsätze von Google. Es wurde befürchtet, dass die User nun noch mehr auf die Linke Seite schauen und die Adwords-Anzeigen rechts liegen lassen.

Kann sein. Trotzdem generiert Google damit mehr Umsatz pro Klick (+5%) und es klicken auch mehr User (+18%). Damit hat Google mit seiner Suchmaschine 28 % mehr Umsatz generiert. Es war zu erwarten, dass Google den Effekt von Instant auf den Umsatz an Stichproben ausprobiert hat. Das dies aber gleich 28 % sein würden überrascht mich. Wohl hat das Suchvolumen insgesamt ebenfalls zugenommen.

Ich vermute, dass über den Suchresultaten noch relevantere Anzeigen angeklickt werden und dass die dort limitierte Anzahl von Links den gebotenen Preis in die Höhe getrieben hat. Das können aber am besten die Agenturen beantworten. Bitte klärt uns doch auf, wie sich Instant genau ausgewirkt hat.

Suchmaschinen- und Facebookwerbung: Der Kuchen explodiert

von ChristophSeitz

Co-Autor: Peter Schiratzki

Das Internet Briefing am 10. November lädt zum Thema Suchmaschinen- und Facebookmarketing. Unter den Rednern sind Millionäre und Milliardäre. Verwalter von Millionen von Keywords und Firmen mit Milliarden von Pageviews. Die Redner plaudern aus dem Nähkästchen und bringen zahlreiche Beispiele aus der Praxis. Kombiniert mit Theorie und „Best Practices“ wird die Konferenz mit einem vermeintlich sehr spezifischen Thema zu einem unglaublich vielseitigen Erlebnis und Lehrgang.

Die 10 Gebote des Search Engine Marketings

Lucia Yapi von Yapi Web macht den Start und setzt gleich den Pace für den Tag: Die AdWords-Welt ist vielseitiger und komplexer, als viele vielleicht dachten. Da hiflt es, einige Grundregeln zu beachten. Zum Beispiel: Überlege, was du mit deiner Kampagne erreichen willst. Sind es Klicks, Impressions, Conversions? Und auch andere Themen wie “Versetze dich in den User” und das Relevanzdreieck aus Suchbegriff, Anzeigentext und Zielseite ziehen sich als rote Fäden durch den Tag. Relevanz senkt den Cost per Click (CPC) und ist Voraussetzung für das Erreichen der Zielwerte. Ist die Kampagne einmal vorbereitet und aufgegleist, solle man nicht knausern: „Denken Sie Flugzeug!“ Heisst: Genügend Saft geben und die Kampagne gleich auf Flughöhe bringen. Turbulenzen könne man nachher meistern.

SEM wird professionalisiert, auch in der Schweiz

Noemi Alvarez von Kuoni zeigt eindrücklich auf, weshalb aufgeweckte Firmen im neuen Jahrzehnt interne Search-Spezialisten-Teams haben: Suchmaschinen­marketing ist Hirn- UND Knochenarbeit. Bei (Hundert)Tausenden von Begriffen und Begriffskombinationen braucht es einen klare Optimierungsstrategie und dauernde Tests. „Wir buchen alles und testen alles“. Suchbegriffe mit Top-Performance werden gehegt, Mid Performers optimiert, Low Performers kompromisslos ausgemistet. Longtail Strategien lohnen sich und lassen sich auch gut dem Management verkaufen, wenn sie so konsequent und professionell durchgeführt werden wie bei Kuoni. Dazu werden auch A/B – Tests mit Zielseiten eingesetzt, wobei Video besonders gut abschneidet– engagetheuseremotionally! Mit diesen Optimierungen auf allen Ebenen wird fast doppelt so viel Umsatz ausgelöst.

Offline-Werbung ist tot. Es lebe die Offline-Werbung!

Tim Riepenhausen führt ebenfalls vor, dass die Search-Maschine nur richtig läuft, wenn alle Rädchen aufeinander ausgerichtet sind – vor, während und nach dem eigentlichen Klick. Fernsehwerbung z.B. befruchtet SEM und umgekehrt. Im präsentierten Beispiel steigerte SEM + TV die ungestützte Markenbekanntheit um fast 50% gegenüber TV allein. Dabei sei es wichtig, dem Konkurrenten immer einen Schritt voraus zu sein. Was aber nicht heisst, dass das Suchwort immer auf Platz 1 angezeigt werden muss. Position 4 bringt meist bessere Klicks mit mehr Conversions. Dafür ist die Reichweite sehr viel kleiner. Ausserdem ist er ein Vertreter von Bidmanagement Tools und gibt einen Eindruck, wie eine direkte Anbindung an einen Shop die Just-In-Time Verkäufe auf die nächste Ebene bringen kann.

SEM ist wie Autofahren – alle können es, die wenigsten gut

Suchmaschinenwerbung räumt mit Zielgruppen auf. Es sind nicht die Werber, die sagen, wer was sehen soll. Sowohl bei den Suchtexten als auch auf der Website gilt es, die Sprache der Konsumenten zu sprechen. Es gibt keine absoluten Grössen wie gut oder schlecht, sondern nur verstandene, sprich geklickte, und nicht verstandene Messages. Tom Hanan von Webrepublic lässt die Konferenzteilnehmer darüber abstimmen, welche Textvariante zu mehr Klicks führe. 90% im Raum liegen falsch. Es wird sonnenklar, dass man von sich nicht auf die Kunden schliessen darf. Wiederum gilt, was alle Redner empfehlen, generische und spezifische Suchbegriffe gleichzeitig einzusetzen, Varianten von Anzeigetexten und Zielseiten gegeneinander zu testen. Auch gilt es die User Entscheidungsprozesse digital abzubilden und möglichst zu antizipieren, was “hinter der nächsten Kurve liegt” – z.B. Entwicklungen im Mobile-Bereich. Optimierungsmöglichkeiten sieht Hanan vor allem auch nach dem Klick. Zumindest die wichtigen und teueren Keywords verdienen massgeschneiderte Anzeigetexte und Unterseiten, wo zum Teil kleine Farbunterschiede die Conversion positiv oder negativ beeinflussen können.

Thefutureisbright, thefutureis mobile

Als nächster betritt Beat Buehlmann von Google die Bühne. Er hat ein Heimspiel: 90% der Konferenz befasst sich mit Google, 10% mit Facebook und anderen Suchmaschinen. Zumindest in der Schweiz widerspiegelt das die Realität. Was besonders imponiert: Google nimmt Mobile ernst. Anzeigen mit Click to Download, Click to Call, Vouchers etc. zeigen das enorme Potential auf, das die mobile Textwerbung birgt. Ein weiteres pikantes Detail: 60% aller Käufe werden online recherchiert, aber nur 8% des Werbe-Etats für Online-Werbung eingesetzt. Dabei macht das Internet rund einen Viertel der Mediennutzung aus. Internetwerbung in der Schweiz wird nach wie vor nicht genügend Gewicht gegeben – obwohl die Schweizer bei der Nutzung von Mobile, Smart Phone und Internet vorne mit dabei sind. Es gibt aber keinen Zweifel: Das Stück vom Werbekuchen wird grösser werden, und der Kuchen insgesamt auch.

“Peter likes Hackbraten” und “Chris follows @Vanillecrème”

Vor dem Mittagessen wird noch eine alte Frage geklärt: Es lohnt sich auch, Textanzeigen auf die eigene Brand zu buchen. Mit einem guten Angebot und einem Call to Action in der Textanzeige lässt sich auch bei optimaler SEO mehr Wirkung erzielen. Ausserdem können aktuelle Angebote rasch kommuniziert Brand Hijacking vermieden werden. Dann ist es Zeit, bei Hackbraten und exquisitem Dessertbuffet, die von RetoHartinger gefordeten 4 Kontakte zu knüpfen. In dieser Kombination ein Vergnügen. Einziger Wehrmutstropfen: Das zuvor vorgestellte Tool Google Goggles liefertmir kein Rezept für den Vanille-Dessert. So weit sind wir doch noch nicht.

Trichtersicht statt Tunnelblick

Nach dem Essen geht es mit Vollgas weiter. Lukas Stuber illustriert das Bonmot „Wer misst, misst Mist“ am Beispiel des Keyword-Funnels. Oft beachtet man für die Erfolgsmessung nur das Keyword, welches zum letzten Klick führt. Dabei wird völlig übersehen, dass es Teamplayer braucht, die den Ball mit einem Tackling erobern und Assists leisten. Die Analogie mit dem spanischen Weltmeisterteam ist ein weiteres Highlight des Tages: Hätte Iniesta das Tor ohne seine Mitspieler erzielt? Und wäre aus dem fleissigen Helfer Iniesta je ein Torschütze geworden, wenn ihn der Coach vorher ausgesondert hätte? Anscheinend verursachen Suchbegriffe mit vielen Assists über die Zeit auch mehr Last Clicks.

Aber lassen sich Fussball und der Trichter von Suchbegriffen direkt miteinander vergleichen? Der aufmerksame Moderator Patrick Price wendet ein, dass es doch eher unwahrscheinlich sei, dass der Suchbegriff „Staubsauger“ zum Kauf eines „Pizzaofens“ führe. Auch dann nicht, wenn sie im gleichen Keyword-Funnel stecken. Die Antwort darauf: Wenn Suchbegriffe immer wieder miteinander in Funnels auftreten, kann durchaus ein Zusammenhang bestehen. Eine weitere Analyse, die es zu beachten gilt.

Ohne Markenbekanntheit muss man auf Tutti gehen

Unisono wird vor einer „Siloisierung“ der Suchmaschinenwerbung gewarnt. Bis der Neukunde eine Bestellung auslöst, sieht er Plakatwerbung, TV-Werbung, Zeitunginserate und versucht verschiedene Suchbegriffe, Homepages, Unterseiten… Unbestritten ist, dass eine starke Brand den ganzen Prozess unterstützt. Aber braucht es zwingend eine starke Brand? Stefano Santinelli startet mit der provokanten These, dass es auch ohne geht. 95% seiner Werbeausgaben hat er für Google reserviert. Diese werden in grossen Wellen eingesetzt, um im Wellental vom „Free Traffic“ zu profitieren. Tutti.ch hat bereits einen grösseren Konkurrenten überholt, die Strategie scheint aufzugehen. Bei Bidding-Optimierungstools ist Santinelli hingegen vorsichtig. Im konkreten Beispiel stiegen die Conversions zwar um einen zweistelligen Prozentsatz, der Durchschnittspreis aller (!) Conversions erhöhte sich aber um 11%. Heisst im Klartext: Die zusätzlichen Conversions wurden sehr, sehr teuer erkauft.

Um den Konferenzteilnehmern etwas Greifbares auf den Weg zu geben, präsentiert Santinelli die „Super-Formel“, mit der sich CPCs optimieren liessen. Als auch noch die Tagestemperatur ins Spiel kommt, fliegt der Witz natürlich auf. Diese hat zwar einen Einfluss, lässt sich aber fast so schwierig vorhersagen wie das Verhalten der Internetbenutzer.

Die ganze Welt ist von Google beherrscht – die ganze Welt?

Viel Stoff zum Schmunzeln bringt auch Corinne von Ballmoos von Plakativ. Sie versucht im Auftrag des EDA, die Webseite swissworld und damit auch die Schweiz in der Welt bekannt zu machen. In China, Japan und Russland scheint das nicht ganz trivial zu sein. Um Klischees (Messer, Züge, Sugus) käme man nicht herum (obwohl Sugus offenbar in Polen erfunden wurde, wie aus Echtzeit-Tweet-Stream unter dem Hashtag #ibsem entnommen werden kann). Sogar der Begriff „Schweden“ wurde gebucht, um die Schweiz attraktiv zu positionieren. Die Zusammenarbeit mit dem russischen Suchportal Yandex sei motivierend, mit dem chinesischen Baidu bürokratisch, und mit Yahoo Japan „lost in translation“. Ihr Fazit: „Wer nichts bezahlt, bekommt nichts. Wer bezahlt, bekommt viel mehr“. Da in diesen Ländern Google nicht sehr stark sei, lohne sich eine Zusammenarbeit.

Facebook ist der kleine Bruder von Google. Noch.

Zum Schluss kommt es doch noch: Das Social Network. Facebook. Um es gleich vorwegzunehmen: Google ist immer noch ungleich mächtiger, aber Facebook-Kampagnen können sich lohnen. Das zeigt Thomas Besmer von den CSS Versicherungen auf. Facebook hat für die Krankenkasse verschiedene Vorteile. Die Zielgruppe lasse sich sehr genau definieren (soziodemographisches Targeting, nicht atomisiert wie bei Google). Wenn man ihr schon im Advert erkläre, was man verkaufen wolle, lassen sich ansprechende Klickzahlen und kostengünstige Leads erzielen. Voraussetzung wie immer: Die Zielseite muss kampagnenspezifisch gestaltet sein und einfach zu einem Abschluss führen. Mit dieser Strategie erzielt die CSS mitunter eine Cost per Conversion, die 350% unter Google liegen. Im brutalen Konkurrenzkampf unter den Krankenkassen sind Google-Textanzeigen entsprechend teuer geworden. Da lohnt es sich, andere Kanäle zu erschliessen. Wenn das schiere Volumen an Conversions nicht ausschlaggebend ist, bietet sich Facebook in solchen Fällen an. Es hat natürlich auch andere Stärken, vor allem im Branding-Bereich. Ein Bild sagt manchmal mehr als Worte, und Impressions gibt es auf Facebook immer noch günstig zu haben. Es ist auch interessant, die Facebook-User über eine Page direkt einzubeziehen und zum Beispiel den Kundenservice über Facebook laufen zu lassen (wie das www.mudah.my macht).

Ende gut, alles gut

Nach rund 9 Stunden ist die Suchmaschinen- und Facebookmarketing Konferenz zu Ende. Es gibt wohl nicht viele Teilnehmer, denen nicht der Kopf dröhnt. Im guten Sinne, allerdings: Die Qualität der Referate war sensationell. Reto Hartinger ist für die Zusammenstellung des Programms ein Kränzchen zu winden. Eines hat sich klar gezeigt: Suchmaschinen-Marketing ist viel mehr als Werbung auf Suchmaschinen. Es ist ein Business im Business. Es erfordert Forschung, Marketing, Finanzen, Verkauf und viel, viel Verständnis des eigenen Unternehmens und der Bedürfnisse der Kunden.

It’s just been a perfect day. Herzlichen Dank an alle Involvierten.

(Die Autoren dieses Artikels können über Google gefunden werden oder direkt unter www.spontacts.ch und @Spontacts für Christoph Seitz und www.zweii.ch und @peter_zweii für Peter Schiratzki)

Facebook und Apple

von Reto Hartinger

Eine der Spekulationen über eine mögliche Apple Firmenübernahme betrifft Facebook. Apple hätte die Kohle Facebook ganz zu übernehmen. Zuckerberg hat sich aber immer dagegen gewehrt. Microsoft hat mikrige 1,5 % an Facebook erhalten, damit es die Werbeplätze auf Facebook vermarkten darf. Facebook wird kaum 100% zu übernehmen sein. Oder doch?

Man sinniert, dass Facebook und Apple ihre Produkte besser integrieren könnten. Wieso sollte man dafür die ganze Firma kaufen? Wieso sollte Facebook dieses Tafelsilber  - das Wissen über seine Kunden – nicht allen zu insgesamt noch mehr Kohle verscherbeln und damit seine Position als Single-Singn-On ins Internet noch verstärken? In diesem Punkt sind die übereinstimmenden Interessen der beiden Firmen zu schwach.

Mit dem Wissen über seine Kunden könnte Facebook aber noch mehr abschöpfen, wenn das konsequent in einer guten Werbeplattform umgesetzt wird. Da hat Facebook bzw. Microsoft versagt. Es ist das gleiche Trauerspiel wie bei Yahoo. Diese hätten mit einem Zusammengehen mit Google pro Search viel mehr verdient als das sie es selber oder mit einer Microsoft-Partnerschaft konnten. Facebook könnte mit einer guten Werbeplattform spielend 10x mehr einnehmen. Käme diese von Apples iAd, wäre ein Dominator geschaffen, der Facebook und Apple in neue Sphären katapultieren könnte. Apple würde Google ganz empflndlich treffen. Es gäbe endlich einen Onlinewerbeplattform, die es mit Google aufnehmen könnte. Die Kunden-Profile beider Firmen könnten zusammen genutzt werden. Das ganz grosse Asset von Facebook sind die Kundenprofile und das quasi Single-sign-on über das ganze Internet, das von Apple ist, dass sie von jedem Kunden die Kreditkarte hinterlegt haben und alles via ein Klick gekauft werden kann. Apple ist mobile der King – Facebook ist es im Internet. Facepple iAD schlösse schnell einmal zu Google auf. Die Werbewelt hätte eine Alternative.

Das ist Geld wert, viel Geld. Ist da für Zuckerberg genug drin? Vielleicht wird er Apple Firmenanteile wollen oder eben Facebook nicht zu 100% verkaufen

Sind sich die beiden einig, stellen sich die Fragen: Was passiert mit Microsoft? Wie lange dauert der Vertrag Facebook/Microsoft? Ist er nicht abgelaufen, wäre Microsoft mit einer Juniorpartner-Rolle zufrieden? Gibt es eine mögliche Allianz Microsoft-Apple gegen Google? Übernimmt Microsoft gar iAd in Windows 7 Mobile?

Micorsoft muss rasch eine Strategie finden um aus Mobile- und Online-Views Geld zu machen. Sonst geht nicht nur ihr Facebook und Yahoo Engagement schief, sonnst könnte auch ihre Cloud-Strategie in die Hosen gehen. An was erinnert mich das? An die IBM Microsoft OS2 Allianz. Das Kolloss IBM war nicht mehr in der Lage ein modernes Client-Betriebsstem zu entwickeln und hat sich Microsoft angelacht. Jetzt ist Microsoft in der gleichen Position. Wenn alles in die Cloud abwandert und Microsoft nichts hat um darin Geld zu verdienen, wird der letzte das Licht löschen müssen oder Microsoft zieht sich wie IBM in die Businesswelt zurück (und wird sogar irgendwann noch von IBM gekauft?).

Erkennt der andere Steve dies? Ja und beim Betriebssystem siehts selber ja nicht besser aus. Da stehen Apple und Microsoft unter Druck. Es ist Apple eher zuzutrauen, dass sie eine Cloudstrategie und ein Cloudbetriebssystem hinkriegen. Es deutet ja alles dahin, dass Apple die Hardware seiner Produkte zugunsten der Cloud abspeckt. Nur hat Apple eine Strategie, wie mit Diensten und Services aus der Cloud Geld verdienen kann. Im Gegensatz zu Microsoft hat Apple am Betriebssystem nie Geld verdient. Also ist Apple das Betriebssystem eigentlich egal ob es Cloudbasiert ist oder nicht. Die beiden Steves hätten doch einiges zu diskutieren.

Was ist Deine Meinung dazu?

November Briefings

von Reto Hartinger

Im November haben wir wieder spannende Events aus jedem Bereich. Bitte melde Dich jetzt an und informiere die Kontakte in Deinem Umfeld über

2.11.2010 17.30-20.00 Look & Feel als Markenpositionierung

Wie können wir uns von der Konkurrenz abheben? Zu jedem Angebot gibt es dutzende bis tausende von Konkurrenzseiten die um die Gunst der Surfer buhlen. Dr. Martin Fritsche, Managing Partner von BrandEfficiency schlägt eine Differenzierung durch das Look & Feel vor. Schliesslich lässt sich die Marke im Web erleben, d.h. das Look & Feel wird zum Markenerlebnis.

2.11.2010 11.30-14.00 Modernes Webdesign: CSS3,  HTML 5, Progressive Enhancement, Graceful Degradation

Jeder spricht von HTML5 und CSS3. Alle freuen sich auf den Tag, an welchem diese fortschrittlichen Web-Technologien von allen Browsern unterstützt und bedenkenlos eingesetzt werden können. Was viele nicht wissen: Der Tag ist gekommen! Alles was es dazu braucht sind gut bewährte Methoden und ein paar Tricks, die Genc Rashiti, UX Designer bei Ginetta, vorstellen und an konkreten Beispielen erläutern wird.

3.11.2010 17.30-20.00 Die 4.Welle des mobilen Internets – Geschäftsmodelle & Businessfelder

Kein Markt verändert sich so schnell wie der Mobile Markt. Dr. Martin Widmer, Managing Partner Serranetga GmbH, untersucht für uns die Konsequenzen von Smartphones & Slates und den Kampf der mobilen Betriebssystemen und welche Geschäftsmöglichkeiten sich daraus ergeben.

Konferenzen:

2.11.2010 11.00-20.00 Web-Design Konferenz

11.00-11.30 Registration
11.30-12.30 Was CSS3 und HTML 5 leisten
12.30-13.15 Diskussion
13.15-14.00 gemeinsames Essen
14.00-14.30 Registrierung und Networking
14.30-15.15 Die Bildsprache der Homepage
15.30-16.15 Joy of Use – Software die uns glücklich macht
16.15-16.30 Pause
16.30-17.15 Krise der digitalen Identität
17.15-18.00 Registrierung und Networking
18.00-20.00 Look & Feel als Markenpositionierung

11.00-11.30 Registration

11.30-12.30 Was CSS3 und HTML 5 leisten

12.30-13.15 Diskussion

13.15-14.00 gemeinsames Essen

14.00-14.30 Registrierung und Networking

14.30-15.15 Die Bildsprache der Homepage

15.30-16.15 Joy of Use – Software die uns glücklich macht

16.15-16.30 Pause

16.30-17.15 Krise der digitalen Identität

17.15-18.00 Registrierung und Networking

18.00-20.00 Look & Feel als Markenpositionierung

10.11.2010 08.30-17.30  Suchmaschinen- und Facebook-Marketing

08.30 – 09.15 10 Best Practices für effiziente AdWords-Kampagnen

09.15 – 09.45 Neues von Google: Tools, Fallstudien, Marktforschung, Mobile Ad

09.45 – 10.15 Adwordskampagnen und Conversion optimieren

10.15 – 10.30 Pause

10.30 – 11.15 Nach dem Klick, die anderen 50 % der Story

11.15 – 12.00 Einflussfaktoren auf Google Adwords

12.00 – 12.30 Panel mit allen Referenten

12.30 – 13.30 Essen

13.30 – 14.15 Search Funnels: Warum die Last-Click-Messung bei AdWords in die Irre führt

14.15 – 14.45 Weltweiter Traffic durch bezahlte Ads und SEO

14.45 – 15.30 Lessons learnt: Traffic, Content, Brand, Monetization Aufbau mittels Adwords

15.30 – 15.45 Pause

15.45 – 16.15 Life Beurteilung von Kampagnen aus dem Saal

16.15 – 17.00 Facebook Werbung: Die Erfolgsfaktoren und die Ablöscher

Wir haben wieder hervorragende Speaker, welche Dir ganz praktische Tipps geben, die Du am nächsten Tag in Deinen Projekten umsetzen kannst. Das ist das Ziel der Internet Briefings. Ich glaube wir haben das auch an der Suchmaschinen Optimierungs Konferenz vom 15.10. in hohem Masse erreicht. Hier findest Du Bilder dazu und hier eine Zusammenfassung


Wie performen neue Werbeformen, was kann iPad & iPhone Werbung?

von Reto Hartinger

Werbeformen und Vermarkungsmöglichkeiten für unser Produkte und Dienstleistungen haben sich verändert. Durch soziale Medien, Mobile, iPad und iPhone etc sind neue Möglichkeiten dazu gestossen. Wir müssen zuerst wieder damit umgehen lernen, die neuen Dos und Donts kennen lernen.

Michael Rottmann bespricht am nächsten Internet Briefing in Bern anhand konkreter Beispiele welche Möglichkeiten es gibt und wie sie performen.

Erfolgsfaktoren neuer Werbeformen und Vermarkungsmöglichkeiten

E-Commerce beginnt bereits bevor sich der Kunde Ihr Produkt ansieht: beim Banner, auf der Preisvergleichsplattform oder mittlerweile immer öfter auf Community- und Bewertungsplattformen. Der erste E-Commerce-Erfolgsfaktor ist daher die Vermarktung ihres Angebots, die auf Ihre Zielgruppe zugeschnitten ist. Wir stellen Ihnen vor, welche Kanäle Sie dabei wie einsetzen können, welche Rolle Twitter & Co. spielen können, wie Sie Ihren Kunden immer wieder zurück holen und welche neuen Formen der e-Commerce-Vermarktung sich in den letzten Monaten ergeben.

  • Welche neuen Wege der e-Commerce-Vermarktung gibt es (neben den Klassikern)
  • Welche Trends erscheinen am Horizont?
  • Was bedeuten Soziale Medien, iPad und iPhone für e-Commerce Betreiber?
  • Wie verändert sich die Online-Werbe-Landschaft?

Danach diskutieren wir unsere Erfahrungen. Melde dich an

Apples Premium Werbestrategie

von Reto Hartinger

Was  habe ich gerätselt über die iAd-Strategie Apples und prophezeit, dass Apple Lehrgeld bezahlen muss weil sie diesen Markt nicht kennen. Heute haue ich mir auf die Finger. Ich habe gedacht, dass Apple sei wie jede andere Firma. Schande über mich. Apple versteht nichts vom Werbemarkt, aber viel, sehr viel von Brands. Deshalb kommt Apple mit einem Ansatz. der erfrischend anders ist, und natürlich wieder einmal total selbstbewusst.

Die Werbeform

Schon die Werbeform ist anders. Es sind keine gewöhnlichen Werbeflächen, es sind quasi Programme in Programmen oder interaktive Werbezonen. Ja so, wie wir das früher unseren Kunden vorgeschlagen haben, die es aber praktisch nie wollten. Man macht ganze Handlungen innerhalb der Werbefläche und geht gar nicht zum Kunden. Das ist neu, das ist dem Medium iPad/iPhone angemessen.

Die Werbepartner

Das kann nicht im Longtail funktionieren und die Agenturen müssen erst lernen dies zu produzieren (und auch die Ideen entwickeln). Deshalb macht Apple die Werbung auch gleich selber. Bravo. Apple wird einen Standard setzen, dem später die Werbeauftraggeber, die Agenturen und die Ad-Developer folgen werden. So zu Beginn musste also Apple die grossen Agenturen überzeugen und die ihre Kunden, Werbung auf den iPads zu schalten. Bei einer Million verkaufter Stück innerhalb eines Monats werden einige zuschlagen.

Das Pricing

Wer jetzt geglaubt,  Apple hätte sich preislich irgendwie am Markt orientiert, reibt sich auch da die Augen. Ein Klick in die Werbefläche kostet satte 2 Dollar und ein Werbeoffering soll ab 1 000 000 Dollar zu haben sein. Davon fliessen 60 % an den Appbetreiber (eben zum Beispiel die Fincancial Times oder ein Spiel oder Buch) und 40 % an Apple. 40 % sind in dem Rahmen was Werbevermittlung online bereits heute kostet. Mit 1 Mio Dollar ist Apple in der Superbowl Liga. So lange das Produkt hypet, wird es aber Werbeauftraggeber geben die aufspringen.

Könnte lange dauern bis Klicks aufgebraucht sind

Sind 2 Dollar wirklich zuviel? Da hat Apple das Branding eingepreist. Bei meiner Facebookwerbung bin ich schnell auch einmal bei einem Klickpreis von 1.60-1.80 gelandet. Hat aber nichts gemacht, denn wenn hinten raus die Konversion stimmt. Bei Apple gibt es oft keine Konversion wenn man das Werbemittel nicht verlässt und bei 1 Mio Packetpreis könnte es Jahre dauern, bis die Klicks abgearbeitet sind. Bei einer Klickrate von 1 %, was doch ziemlich hoch ist, wären immerhin 50 000 000 Werbeeinblendungen notwendig oder eben 100 Mio bei 0,5 % Klickrate etc. Verteilen sich die Views auf die immergleichen Leute, sackt die Klickrate entsprechend ab. Das iPad eignet sich für Brandingwerbung, eine Abrechnung via Action ist da doch schwierig.

Targeting

Ich bin überzeugt, dass Apple ein Werbe-Primiumsegment etablieren kann auch wenn an den Bedingungen noch geschraubt werden muss. Wird es Apple gelingen die Werbung kontextsensitiv einzublenden, wie Google Adsense? Welche Targetingmöglichkeiten bietet Apple? Je mehr man seine Werbung fokussieren kann desto länger wird es gehen, bis die Million abgearbeitet ist, dafür steigt die Klickrate. Apple wird sicher den Packetpreis nach unten anpassen und vielleicht auch den Klickpreis flexibler machen.

Klick und Branding

Apples Vorgehen ist nicht ungeschickt und wenn die Werbeauftraggeber dastehen, müssen die Verleger nachziehen, wollen sie an den Tropf. Die Androidseite wird lange nichts entsprechendes zu bieten haben, weshalb die Verleger sicher zuerst für das iPad entwickeln werden.

Wie stark wird iAd?

von Reto Hartinger

Auf mobilen Plattformen war Werbung nicht der Bringer. Es gab ja auch keine Screens und Formate und kein richtiges Targeting. Einen so kleinen Bildschirm mit Werbung zuzupflastern ist auch nicht gerade Nutzerfreundlich. Google glaubt schon seit Jahren an den mobilen Markt und will dort der Player für Werbung sein. Wer Mobile beherrscht, herrscht über mehr User und eventuella auch mehr Adimpressions als das Web. Der Mobile Markt ist auch noch jungfräulich – es gibt noch keine etablierten Players oder Systeme wie im Web. Google beherrscht den Webmarkt, im Mobile Markt ist Google ziemlich erfolg- und ideenlos, obwohl Google über den Zugang zu Werbekunden, Agenturen, ein Targetingmechanismus, eine Platform etc. verfügt.

Apple hat keine Kompetenz im Werbemarkt. Wieso sollte es gerade  Apple gelingen was Google nicht gelungen ist? Apple führt eine Werbeform ein, die  näher bei der klassischen Onlinewerbung ist und sich vor allem besser für den iPad eignet, als Googles Textwerbung. Die iAds sind interaktiv, eigentlich das was in der Onlinewelt die Flashwerbung ist. Also wird Apple wieder Flash ersetzen. Mit einer Interaktion verlässt man aber weder die Applikation noch die Werbung selber. Vor allem die Verleger werden die neue Werbeform schätzen. Sie werden online ganz andere Werbung schalten als nur die Offlinewerbung abbilden. Der Nachteil ist, dass dies Art von Werbung nicht im Selfeservice gemacht werden kann. Es braucht eine Agentur. Was es nicht braucht, ist der Werbevermittler – Pech für die PubliGroup. Ihr wird ein weiteres Mal den Boden unter den Füssen weggezogen. Den Verkauf übernimmt Apple und zwackt dafür 40 % von den Einnahmen ab. Über die Targetingmöglichkeiten und wie eingebucht wird, ist noch nicht viel bekannt. Apple wird sich aber jede Werbung vorher ansehen. Das skaliert nicht wirklich.

Apple will alle 3 Minuten eine Werbung einblenden. Unterbrecherwerbung? Das könnte ein Grund sein, das iPhone nicht zu gebrauchen. Apple geht auch von einer gewaltigen Impressionzahl aus. Ich hoffe, dass sie nicht davon ausgehen, dass sich 100 % verkaufen lässt. Apple wird Lehrgeld bezahlen müssen. Analysten versprechen eine Gewinnexplosion durch iAd. Sie haben Google im Kopf. Wenn aber jede einzelne Ad angeschaut werden  und von Hand geschaltet werden muss, ist dies eine teure und nidrigmargige Angelegenheit die auch nur für grössere Budgets Sinn macht. Bei search.ch konnten wir Werbebudgets mit Fr. 600.-  Umsatz abwickeln – für Bluewin ein Ding der Unmöglichkeit – die Prozesse (bzw. SAP) machten das unmöglich. Auch Apples Gewinnmarge würde bei so kleinen Beträgen in den Keller sacken. Ist der vorhandene Werbeplatz ohne Longtail überhaupt zu füllen?

Wirklich spannend wäre, wenn die Apple-Werbeplattform nicht nur auf den verschiedenen i-Geräten zum Laufen käme. Aber so offen wird sich die Konkurrenz kaum zeigen.

Apple mit neuem Businessmodell für neue Hardware

von Reto Hartinger

Ich rätsle immer noch für was Apple das milliardenschwere Rechenzentrum braucht. Meine Vermutung ist eine Erweiterung des Businessmodells – aber welche neuen Dienste wird Apple anbieten? Dass es irgend etwas mit Cloud Computing zu tun hat ist klar.

Denis Nordmann hat in einem Kommentar die Überlegung gemacht

Plausibler scheint mir ein Service à la Amazon EC2. Die logische Folge von SaaS ist doch das gehostete OS in einem grossen Rechenzentrum und Apple verkauft dann einfach die Terminal-Hardware und entsprechende OS-Abos dazu. Damit erübrigen sich viele Probleme in der Miniaturisierung und Apple hat noch einen grösseren Lock-In bei den Kunden. Das iTablet besteht dann nur noch aus einen grossen Screen, der via WLAN/UMTS auf (fast) beliebig skalierbare Ressourcen zugreifen kann; via ein App-Store kannst du dir deine Software freischalten lassen, Backup, Updates etc. geschieht alles ohne dein zutun. Genügend spekulativ?

Ja das ist spannend.

Das kann ich gut nachvollziehen. Mit insi.ch haben wir einmal eine deutsche Virtualisierungsfirma strategisch beraten und mussten fesstellen, dass man eigentlich den ganzen Ajax bzw. Cloudcomputing-quatsch bleiben lassen könnte, würde man statt alles auf Ajax-Technologie zu schreiben, einfach virtualisieren.

Man hätte auf einen Schlag die ganze Usability und die Behaviour der Desktopapplikationen. Ich habe mich sowieso gefragt, wieso das Microsoft nicht macht. Vielleicht braucht es dazu eben doch die ganze Wertschöpfungskette. Datenhosting, Betriebssystem, Virtualisierungssoftware, Software, Hardware, Softwaredistribution (Appstore), Refinanzierung (Onlinewerbeplattform oder Miete) um ein sinnvolles Oekosystem aufzubauen.

Die Hardware

Apple könnte seine Hardware viel günstiger anbieten, weil bei der Hardware komponenten wegfallen. Apple wird die Geräte zwar nicht günstiger anbieten aber mit mehr Features und Convenience ausstatten.

Die Software und das Betriebssystem

Apple würde seine Office-Software bereits virtualisiert optimiert bringen. Man müsste wohl die Software so umschreiben, dass sie nur immer Segmente lädt. Vielleicht würde sogar das Betriebssystem virtualisiert – da bin ich mir nicht sicher. Wäre das so, könnte man die Hardware so abspecken, dass sie auch kein DVD braucht. Mit dieser Idee liebäugelt Apple ja bereits. Die Software und das Betriebssystem wären auf Multitouch optimiert.

iTablet

Das alles würde zwar mit bestehender Hardware auch laufen, wäre aber auf ein portables Device mit Multitouch optimiert. Vergesst den Netbook – das ist doch ein Konzept von gestern. Der iTablet schafft eine neue Kategorie. Kein Harddisk (wohl eher ein Flashspeicher), kein DVD, keine Tastatur aber viel RAM, Videocamera

SocialMedia und Collaboration

Geht Apple so weit dem iPhone mit dem Tablett Konkurrenz zu machen und ein Videoconferencing einzubauen? Es wird ja schon lange gemunkelt, dass Apple seine Plattformen mit einem Nutzerprofil zu einem sozialen Netz ausbaut mit dem es dann auch ziemlich einfach zum Videoconferenzen wird. Die Software dazu ist ja vorhanden – nur braucht sie fast niemand.

Datahosting

Wir sind uns immer mehr gewohnt, jederzeit von überall auf Daten zugreifen zu können. Egal mit welchem Device. Die von Apple gehosteten Daten könnten über Macs (PCs) iPhone und das Tablett abgerufen werden. D. h. es müsste auch eine iPhoneversion oder iPhone-Virtualisierung der Programme geben. Da wir uns gewohnt sind jederzeit überall auf die Daten zugreifen zu können, wollen wir sie gar nicht mehr bei uns auf einer Harddisk – dort sind sie nur an einem Ort und nicht wirklich immer verfügbar. Das SaaS-Konzept wird zur Selbstverständlichkeit und wir wissen nicht mehr wieso wir früher etwas dagegen hatten.

Refinanzierung

Jetzt wird auch klar, wieso Apple beim Kauf einer Mobilewerbeplattform mitgeboten hat. Apple wird seinen Entwicklern die Möglichkeit des Abrechnen via Micropayment, monatliche Nutzung, einmalige Bezahlung und/oder Werbeeinblendungen geben. Damit hat Apple das ganze Finanzierungsmodell parat und kassiert jedes Mal mit. So wird Apple und seine Entwickler von Google unabhängig(er).

Das Konzept lässt sich beliebig weiter spinnen. Was haltet ihr davon und wie realistisch ist es?

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